Teleskopmasthersteller VEMA insolvent

Sonntag, 8. Januar 2023

Teleskopmasthersteller VEMA insolvent

Wegen anhaltender finanzieller Schwierigkeiten und einem darüber hinaus schwierigen Marktumfeld musste der finnische Hersteller von Teleskopmasten Vema Lift Oy bereits Anfang Dezember 2022 Insolvenz anmelden. Versuche des Mutterkonzerns Nordic Rescue Group (NRG) die Insolvenz durch den Verkauf Vemas an einen neuen Investor abzuwenden waren nicht von Erfolg gekrönt. Findet sich im Rahmen des Insolvenzverfahrens kein Käufer für den Teleskopmasthersteller aus der Nähe von Turku, muss das Unternehmen liquidiert werden.

Gleich von mehreren Seiten war der seit 2020 zur NRG gehörende Teleskopmastspezialist Vema Lift Oy in jüngster Zeit in Bedrängnis geraten. Neben dem ohnehin schon defizitären Geschäftsbetrieb machte Vema zusehends auch die angespannte Marktsituation zu schaffen. Neben der allgemein herrschenden Inflation hat Vema auch mit Lieferproblemen für Fahrgestelle und andere Komponenten für seine Teleskopmasten zu kämpfen. Gleichzeitig brach das Geschäft mit dem für Vema so wichtigen chinesischen Markt spürbar ein. Weil sich für keines der bestehenden Probleme von Vema eine schnelle Besserung abzeichnete, sah sich das Unternehmen dazu gezwungen Insolvenz anzumelden. Am 9. Dezember 2022 machte Vema schließlich die Insolvenzanmeldung im Zuge einer Pressemitteilung öffentlich.

Teleskopmast (TM) 32 mit Vema-Aufbau des Räddningstjänsten Laholm in Schweden

„Das Management und die gesamte Belegschaft von Vema Lift haben in dem außergewöhnlichen Betriebsumfeld sehr gute und kompromisslose Arbeit geleistet. Leider gibt es keine Anzeichen für eine Verbesserung der Marktsituation. Zusammen mit unseren Beratern haben wir auch nach einem neuen Eigentümer für Vema Lift gesucht. Leider haben wir eine solche Lösung nicht gefunden, so dass uns die Insolvenzanmeldung als einzige Option blieb“, teilt NRG-Geschäftsführer Esa Peltola in dem Pressestatement mit.

An die Bemühungen von NRG einen Käufer für die angeschlagene Vema Lift zu suchen wird nun auch der Insolvenzverwalter anknüpfen. Sind auch seine Bemühungen erfolglos, bleibt als einzige Option die Liquidation von Vema.

Teleskopmast (TM) 34 als Vorführfahrzeug von Vema auf der Interschutz 2015.

Das 1989 in Kaarina gegründete Unternehmen Vema Lift hat sich von Anfang an auf Teleskopmasten für den Feuerwehreinsatz konzentriert. Eine nur untergeordnete Rolle spielen Teleskopmasten für Industrie und Gewerbe. Die höchsten von Vema gebauten Masten erreichen eine Höhe von 70 Metern. Neben Teleskopmasten baut Vema auch Löscharme und kleinere Masten für Kombinationsfahrzeuge. Zuletzt beschäftigte Vema 62 Mitarbeiter an seinem Standort in Kaarina.

Auf dem deutschen Markt kooperierte Vema ab 2003 zeitweise mit Schlingmann. Dennoch spielte Vema im deutschen Feuerwehrmarkt nur eine untergeordnete Rolle. Auf der internationalen Fachmesse Interschutz in Deutschland hingegen war Vema zeitweise vertreten, so z.B. in den Jahren 2005, 2010 und zuletzt 2015. An der letzten Interschutz-Auflage im Sommer 2022 nahm Vema hingegen, wie mehrere andere namhafte Unternehmen auch, nicht teil.

Gelenklöscharm (GLA) 37 als Vorführfahrzeug von Vema auf der Interschutz 2015

Im Jahr 2020 erwarb der Finanzinvestor Sievi Capital die Mehrheit an Vema und integrierte das Unternehmen in seine Nordic Rescue Group (NRG). Unter diesem Dach zusammengefasst sind auch die Aufbauhersteller Saurus Oy aus Finnland und Sala Brand AB aus Schweden. Von der Vema-Insolvenz bleiben die anderen Unternehmen in der NRG unberührt und führen ihren Geschäftsbetrieb normal fort.

Alle von Vema Lift Oy aufgebauten Einsatzfahreuge sind in unserer Galerie unter diesem Link zu finden:
https://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/alle/alle/auf-ausbauhersteller/178


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