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Glasgow Coma Scale: Bei 7 musst Du Tubus schieben…!

18.05.2018

Bremen (rd_de) – Der Glasgow Coma Scale (GCS; auch „Score“ oder „Skala“ genannt) ist eine im Rettungsdienst oft angewandte Möglichkeit, um den Bewusstseinszustand eines Patienten zu bestimmen. Ursprünglich wurde der Glasgow Coma Scale für die Bewertung eines Schädel-Hirn-Traumas entwickelt, heute wird die Skala auch für andere Notfallsituationen genutzt.

Um das Bewusstsein bzw. die Hirnfunktionen eines Verletzten bewerten zu können, wird der Patient vom Rettungsteam anhand dreier Kategorien überprüft:

1. Augenöffnen, zum Beispiel nach Ansprach oder Schmerzreiz,
2. verbale Reaktion, in der Regel durch Ansprache,
3. motorische Reaktion, entweder nach Aufforderung eine Extremität bewegen oder durch Schmerzreiz.

„Notfall kompakt“ nennt sich eine beliebte und erfolgreiche Serie im Rettungs-Magazin. In ihr werden alle klassischen Notfälle vorgestellt, mit denen sich Rettungskräfte im Einsatz konfrontiert sehen. Die Serie steht auch in elektronischer Version zur Verfügung. So lässt sich „Notfall kompakt“ als preiswertes Nachschlagewerk zum Beispiel auch auf dem Smartphone lesen.

Anhand des Glasgow Coma Scale werden die Punkte je nach Reaktion wie folgt vergeben:

Augen öffnen
spontan – 4 Punkte
auf Aufforderung – 3 Punkte
auf Schmerzreiz – 2 Punkte
keine Reaktion – 1 Punkt

beste verbale Reaktion
konversationsfähig orientiert – 5 Punkte
konversationsfähig desorientiert – 4 Punkte
inadäquate Äußerungen – 3 Punkte
unverständliche Laute – 2 Punkte
keine Reaktion – 1 Punkt

beste motorische Reaktion
folgt Aufforderung – 6 Punkte
gezielte Abwehr – 5 Punkte
ungezielte Abwehr – 4 Punkte
Beugesynergismen – 3 Punkte
Strecksynergismen – 2 Punkte
keine Reaktion – 1 Punkt

Die Maximalpunktzahl beträgt 15 Punkte und entspricht einem bewusstseinsklaren Notfallpatienten. Erfolgt hingegen in keiner der drei Kategorien eine Reaktion, wird der Zustand des Patienten mit drei Punkten klassifiziert. Im letzteren Fall liegt eine schwere Bewusstseinsstörung vor.

Daraus ergeben sich für das Rettungsteam folgende Handlungsempfehlungen:

15 – 13 Punkte: keine Bewusstseinsstörung; evtl. leichtes Schädel-Hirn-Trauma; keine Maßnahmen zur Atemwegsicherung erforderlich
12 – 9 Punkte: leichte bis mittelschwere Bewusstseinsstörungen; mittelschweres Schädel-Hirn-Trauma; Monitoring und Intubationsbereitschaft
8 – 3 Punkte: komatös; schweres Schädel-Hirn-Trauma; Intubation

In vielen Quellen werden weniger als 8 Punkte als Indikation für eine Intubation empfohlen. Auf doccheck.de findet sich hierzu die Merkhilfe: „Bei 8 wird noch gelacht, bei 7 musst du Tubus schieben!“

Auch wenn der Glasgow Coma Scale ein sehr hilfreiches Mittel ist, um den neurologischen Zustand eines Patienten zum Beispiel im Rahmen einer Untersuchung nach dem ABCDE-Schema zu überprüfen (Punkt D, „Disability“), darf das Ergebnis des Glasgow Coma Scale nicht zu unüberlegten Maßnahmen verleiten: intubierte Patienten werden im Rahmen einer Reevaluation beispielsweise während des Transports unter „verbale Reaktion“ kaum mehr als 1 Punkt erhalten; für Kinder ist der spezielle Pediatric Glasgow Coma Scale (siehe unten) anzuwenden; Faktoren wie Schock oder Hypoxie können die Tiefe eines Komas ähnlich wie ein Schädel-Hirn-Trauma beeinflussen, und die ermittelte Gesamtpunktzahl bei pflegebedürftigen, desorientierten Menschen wird keine verlässliche Aussage über deren tatsächlichen Bewusstseinszustand erlauben.

Pediatric Glasgow Coma Scale

Augen öffnen
spontan – 4 Punkte
auf Schreien – 3 Punkte
auf Schmerzreiz – 2 Punkte
keine Reaktion – 1 Punkt

beste verbale Reaktion
Plappern, Brabbeln – 5 Punkte
Schreien, tröstbar – 4 Punkte
Schreien, untröstbar – 3 Punkte
Stöhnen, unverständliche Laute – 2 Punkte
keine verbale Reaktion – 1 Punkt

beste motorische Reaktion
spontane Bewegungen – 6 Punkte
auf Schmerzreiz, gezielt – 5 Punkte
auf Schmerzreiz, normale Beugeabwehr – 4 Punkte
auf Schmerzreiz, abnorme Abwehr – 3 Punkte
auf Schmerzreiz, Strecksynergismen – 2 Punkte
keine Reaktion – 1 Punkt

(Text: Lars Schmitz-Eggen, Rettungsassistent, Chefredakteur Rettungs-Magazin; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzet aktualisiert: 18.05.2018) [3175]

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Schorndorf: 16-Jährige rettet Waldarbeiter

18.05.2018

Schorndorf (pol) – Eine 16-Jährige rettete am Mittwochnachmittag (16.05.2018) einen Waldarbeiter in Schorndorf, nachdem der Mann von mehreren Baumstämmen überrollt worden war.

Der 33 Jahre alte Mann hatte sich bei Holzarbeiten an einem Polder befunden, als er kurz vor 17:00 Uhr von mehreren Baumstämmen überrollt und unter diesen begraben wurde. Der Schwerletzte konnte sich nicht selbst befreien und rief um Hilfe. Seine Rufe hörte eine 16-Jährige aus etwa einem Kilometer Entfernung. Trotz Starkregen machte sich die Jugendliche auf die Suche.

Sie fand den Mann und lief nach Oberberken, um Hilfe zu holen. Auf dem Weg stürzte sie mehrfach auf dem rutschigen Untergrund und verletzte sich leicht. Trotzdem rannte sie weiter und bat in Oberberken einen Anwohner, einen Notruf abzusetzen.

Anschließend machte sich die 16-Jährige zusammen mit weiteren Ersthelfern auf dem Weg zurück zum Unglücksort. Dort schafften es die Helfer, bis zum Eintreffen der Rettungskräfte einzelne Baumstämme zur Seite zu heben und so die Lage des Verletzten zu erleichtern. Einen schweren Baumstamm, der von weiteren Baumstämmen blockiert war, musste die Feuerwehr schließlich mit Luftkissen anheben, um den 33-Jährigen zu retten.

Der Schwerverletzte wurde vom Rettungsdienst und Notarzt versorgt. Anschließend flog man ihn mit einem Rettungshubschrauber in eine Klinik.

Die Feuerwehr Schorndorf und Oberberken war mit fünf Fahrzeugen und 30 Kräften im Einsatz. Darüber hinaus waren zwei Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug, ein Rettungshubschrauber und das Polizeirevier Schorndorf mit zwei Streifenbesatzungen vor Ort.

(18.05.2018; Symbolfoto: blickpixel/pixabay.com)

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Urteil: Rettungswagen darf nicht ohne Rücksicht über Kreuzung fahren

17.05.2018

Nürnberg (D-AH) – Auch wenn er mit Blaulicht und Signalhorn auf sich aufmerksam macht, muss der Fahrer eines Rettungswagens beim Queren einer Kreuzung durch die gebotene Vorsicht dafür sorgen, dass der Verkehr nicht weiter gefährdet wird. Handelt er nicht dementsprechend, trägt er die Hauptschuld, wenn es zu einem Unfall kommt. Das entschied das Oberlandesgericht Düsseldorf (Az. 6 O 176/16).

Wie die telefonische Rechtsberatung der Deutschen Anwaltshotline berichtet, war eine Pkw-Fahrerin mit einem Rettungswagen zusammengestoßen. Der war in eine Kreuzung gefahren, obwohl die Ampel für ihn Rot zeigte. Der Fahrer des RTW gab an, Blaulicht und Signalhorn eingeschaltet zu haben.

Die Unfallgegnerin sollte nun die Kosten für die Reparatur des Rettungswagens in Höhe von über 18.000 Euro erstatten. Diese weigerte sich aber zu zahlen und gab an, sie habe den Rettungswagen zum einen nicht wahrgenommen, zum anderen sei der zu schnell in die Kreuzung gefahren.

Die Vorinstanz hatte die Schuld zu gleichen Teilen bei beiden Unfallgegnern gesehen. Doch das Oberlandesgericht gab jetzt im Wesentlichen der Pkw-Fahrerin recht. Die Richter sahen nur 20 Prozent der Schuld bei ihr.

Weil er mit über 40 km/h in die Kreuzung eingefahren sei, läge die deutlich größere Schuld beim Fahrer des Rettungswagens.

„Wenn ein Rettungswagen seine Sonderrechte nutzt, also zum Beispiel rote Ampeln überfährt, geht von ihm immer eine erhöhte Gefahr aus. Der Fahrer ist deshalb verpflichtet, das Risiko für die anderen Verkehrsteilnehmer durch größtmögliche Sorgfalt zu minimieren“, erklärt Rechtsanwalt Frank Böckhaus.

Im vorliegenden Fall habe der Fahrer des Rettungswagens grob fahrlässig gehandelt, weil er weder die Geschwindigkeit gedrosselt noch ausreichend auf den Querverkehr geachtet habe, erklärte das Gericht. Er trage deshalb 80 Prozent der Unfallschuld. Die Pkw-Fahrerin muss entsprechend ihres Anteils nur noch 3.652,19 Euro für die Reparatur des Rettungswagens zahlen.

Bei Fragen zu dem Fall ist Rechtsanwalt Böckhaus bei der Deutschen Anwaltshotline unter der Telefonnummer 0900/1875000-0 (1,99 Euro pro Minute) erreichbar.

(17.05.2018; Symbolfoto: succo/pixabay.com)

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Hamburg: Person aus der Binnenalster gerettet

17.05.2018

Hamburg (BF) – Passanten wählten am Dienstagnachmittag (15.05.2018) in Hamburg den Notruf, weil sie eine Person in der Binnenalster bemerkt hatten, die laut um Hilfe rief.

Die Rettungsleitstelle der Feuerwehr Hamburg erreichte der Notruf um 16:17 Uhr. Nach Informationen der Anrufer befand sich die hilflose Person nahe der Lombardbrücke im Wasser.

Mit dem Stichwort „Technische Hilfeleistung mit Menschenrettung aus Gewässer (THWAY)“ alarmierten die Beamten der Rettungsleitstelle einen Löschzug, einen Führungsdienst (B-Dienst), die Spezialeinsatzgruppe „Tauchen“ der Feuerwehr Hamburg, einen Rettungswagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und drei Kleinboote der Feuerwehr Hamburg sowie die DLRG Hamburg.

Bereits wenige Minuten später erreichte die Besatzung eines Kleinboots der Freiwilligen Feuerwehr Pöseldorf die Einsatzstelle. Die Einsatzkräfte nahmen die Person an Bord und retteten sie so vor dem Ertrinken. Anschließend wurde der Gerettete am Jungfernstieg dem Rettungsdienst und einem Notarzt übergeben. Mit einem Rettungswagen der Feuerwehr Hamburg brachte man den Betroffenen in ein nahegelegenes Krankenhaus.

Die übrigen Rettungskräfte waren an der Einsatzstelle nicht mehr erforderlich. Sie konnten ihre Einsatzfahrt abbrechen. Insgesamt waren an diesem Einsatz 35 Einsatzkräfte beteiligt.

(17.05.2018; Symbolfoto: Markus Brändli)

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18. RETTmobil startet heute

16.05.2018

Fulda (rd_de) – Im Vorfeld der 18. RETTmobil waren die Organisatoren der Messe und des begleitenden Kongresses überaus optimistisch, dass sich die Erfolgsgeschichte der Veranstaltung fortschreiben ließe. Demnach ist in Fulda mit 530 Ausstellern aus 20 Nationen und über 28.000 Besuchern zu rechnen. Einen Vorgeschmack gibt es hier.

Johanniter stellen den Schirmherren

Für die Johanniter-Unfall-Hilfe (JUH) sei die jährliche Präsentation in Fulda ein gerne wahrgenommener Pflichttermin, erläuterte im Vorfeld der JUH-Vizepräsident, Alexander Graf Neidhardt von Gneisenau. Dr. Frank-Jürgen Weise, Präsident der Johanniter-Unfall-Hilfe, hat in diesem Jahr die Schirmherrschaft für die Messe übernommen.

Die RETTmobil biete die hervorragende Gelegenheit, sich als starker Partner in Rettungsdient und Bevölkerungsschutz, vor allem aber als attraktiver Arbeitgeber zu präsentieren, betonte Alexander Graf Neidhardt von Gneisenau. Schon heute seien zahlreiche Stellen in den Rettungsdiensten vakant. Deshalb sei es von existenzieller Bedeutung, auch in Zukunft junge Menschen für die Mitarbeit im Rettungsdienst zu begeistern.

Selbstschutz und Gewaltprävention im Rettungsdienst seien weitere Herausforderungen, zu deren Bewältigung die RETTmobil wieder einen wichtigen Beitrag leisten könne. „Sicher wird es uns nicht gelingen, all diese Herausforderungen innerhalb weniger Messetage zu bewältigen“, so Alexander Graf Neidhardt von Gneisenau. „Ich bin jedoch überzeugt, dass auch die diesjährige RETTmobil wieder einen wichtigen Beitrag dazu leisten wird.“

Auch Helfer sind Menschen

Hartmut Ziebs, Präsident des Deutschen Feuerwehrverbands, unterstreicht das Bekenntnis zum Standort Fulda und zur Messe, bei der wichtige Entwicklungen diskutiert und nach vorn gebracht würden. Manchmal benötigten aber auch die Helfer Hilfe. Deshalb unterstütze die Stiftung „Hilfe für Helfer“ des DFV die Einsatzkräfte bei der Bewältigung besonders belastender Erfahrungen.

Parallel zur RETTmobil findet in Fulda das 5. Symposium der Stiftung „Hilfe für Helfer“ statt. Im Blickpunkt stehen hierbei Methodik und Didaktik in der Psychosozialen Notfallversorgung für Einsatzkräfte. Nur gemeinsam könnten alle Rettungs- und Hilfsorganisationen als Familie die neuen Herausforderungen meistern, so Ziebs.

Als neue Herausforderung sieht der DFV-Präsident die Aufgabe, die Einsatzkräfte auf die Gewalt gegen sie vorzubereiten. Die Arbeitsgemeinschaft der Feuerwehren im Rettungsdienst (AG FReDI) gestaltet auch in diesem Jahr den Fortbildungsbereich mit. Auch hier wird der Aspekt „Gewalt gegen Helfer“ ein Thema sein, berichtete deren Sprecher, Branddirektor Jörg Wackerhahn.

Weitere Themen sind „Bedrohungslagenlagen“ inklusive deren Vor- und Nachbereitung, „Großschadenlagen“ wie der G-20-Gipfel in Hamburg und die „Bedeutung/Auswirkungen sozialer Medien in der Öffentlichkeitsarbeit“. Als Referenten sind unter anderem Professor Dr. Harald Karutz und Jan-Ole Unger, Pressesprecher der Feuerwehr Hamburg, vorgesehen.

Auch das Thema Personalmangel wird in den Fokus gerückt. Deshalb informiert die Arbeitsgemeinschaft über Ausbildungsmöglichkeiten bei den Feuerwehren, die auch für Akademiker attraktive Jobs bieten, so Wackerhahn.

Auf dem Messeforum in Halle 7 werden täglich bis zu sechs Vorträge verschiedenster Themen, unter anderem MANV-Übung in der virtuellen Realität, Einsatzhygiene, Überleben durch Ausbildung und Gewalt gegen Einsatzkräfte präsentiert.

Im Anschluss an die Eröffnungsveranstaltung findet in Halle 7 am Messe-forum eine Podiumsdiskussion zum Thema „Struktur der Präklinik auf dem Prüfstand“ statt.

Einsatzlage bei Terror

Für die 18. RETTmobil ist ein umfangreiches und hochkarätiges Fortbildungsangebot mit elf Workshops und acht Modulen vorgesehen. 45 Referenten werden erwartet. Das häufigste Thema, das den Rettungsdienst in der jüngsten Vergangenheit beschäftigt habe, sei die spezielle Einsatzlage bei Terror, erläuterte Professor Dr. Peter Sefrin. Er hat wieder die Kongressleitung übernommen.

Daneben stehen aber auch Themen aus dem Bereich der Psychologie, der Hygiene, des Fehlermanagements und des Umgangs mit speziellen Einsatzsituationen auf dem Programm.

Gerade die zunehmende Technisierung interessiert Mitarbeiter im Rettungsdienst in besonderem Maße. Im Rahmen der Fortbildungen kann nicht nur die Funktionsweise und die Indikation im Einsatz ausführlich erläutert werden. Es besteht auch in allen Modulen die Möglichkeit, intensiv mit den Referenten zu diskutieren.

Mehr über die 18. RETTmobil im aktuellen Rettungs-Magazin. Jetzt im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Lars Schmitz-Eggen, Chefredakteur Rettungs-Magazin / www.rettungsdienst.de; Symbolfoto: Michael Rüffer; 16.05.2018) [4878]

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Flüssigkeit tropfte aus Gefahrguttransport

16.05.2018

Werne (ots) – Der Fahrer eines Gefahrguttransports alarmierte am Dienstagmorgen (15.05.2018) in Werne die Feuerwehr. Er hatte bemerkt, dass aus seinem Fahrzeug Flüssigkeit tropfte.

Die Löschzüge 1 Werne-Stadtmitte und 3 aus Stockum wurden mit dem Stichwort “TH_ABC_2 – UN 3295 läuft aus LKW aus” um 09:11 Uhr zu einem Baumarkt alarmiert. Hinzu kamen, wie nach der Alarm- und Ausrückeordnung bei diesem Stichwort vorgesehen, zusätzlich:

• der Fernmeldedienst vom Kreis Unna zur Führungsunterstützung mit dem Einsatzleitwagen 2,
• der ABC-Zug aus Lünen, bestehend aus dem Wechsellader mit dem Abrollbehälter “Dekon V” der Berufsfeuerwehr Lünen,
• der Löschzug 7 der Freiwilligen Feuerwehr Lünen aus Wethmar,
• der ABC-Erkunder aus Schwerte zur Messung möglicher giftiger Gase sowie
• Rettungsdienst und Notarzt.

Rettungsdienst versorgt den Fahrer

Der zuerst eintreffende Einsatzleiter der Freiwilligen Feuerwehr Werne erkundete die Lage und befragte den betroffenen Fahrzeugführer. Da der Fahrer mit dem zu diesem Zeitpunkt noch unbekanntem Stoff in Kontakt gekommen war, übernahmen der Rettungsdienst aus Werne und Lünen sowie ein Notarzt aus Werne die weitere Behandlung.

Laut Feuerwehr trat im vorderen Teil des Sattelaufliegers eine dickflüssige Substanz aus. Der über Unwohlsein klagende Fahrer teilte dem Einsatzleiter wiederholt die Gefahrstoffnummer UN 3295 mit. Demnach sollte es sich um einen entzündbaren Stoff oder speziell Kohlenwasserstoffe mit einem Flammpunkt unter 23 °C in flüssiger Form handeln.

Der erste Angriffstrupp mit Atemluftunabhängigem Atemschutz erkundete die Lage und stellte ein Behältnis unter den tropfenden Auflieger. Die Messungen im Auflieger ergaben leicht erhöhte Werte, jedoch keine explosionsfähige Atmosphäre sowie detektierbare Gase in höherer Konzentration.

Da aus den Lieferpapieren sowie aus der Kenntlichmachung des Fahrzeugs bzw. der Beschilderung keinerlei Erkenntnisse entnommen werden konnten, wurden die Maßnahmen der Feuerwehr an die Stoffbeschreibung der UN 3295 “flüssige Kohlenwasserstoffe” angepasst.

Parallel zum Einsatzverlauf wurde daraufhin ein Schaumangriff aufgebaut, eine Löschwasserversorgung hergerichtet sowie ein so genannter Notdekontaminationsplatz zum Eigenschutz der eingesetzten Kräfte eingerichtet.

Die zuerst eingesetzten Kräfte konnten mit einem Hubwagen auf der Ladefläche des Aufliegers die Paletten bewegen und sich so vorsichtig Zugang zum havarierten Stoff im vorderen Bereich schaffen. Die Berufsfeuerwehr aus Lünen unterstützte mit der ABC-Einsatzgruppe den Einsatzleiter und stellte die Dekontamination sicher.

Der eingetroffene Fernmeldedienst des Kreises Unna übernahm während der Einsatzmaßnahmen die Kommunikation zur Leitstelle und Behörden und führte die taktische Lagekarte.

Substanz erweist sich als Korrosionsschutzmittel 

Nachdem auf einer Palette im hinteren Bereich des Aufliegers ein unbeschädigter Kanister mit der vermuteten Flüssigkeit geborgen werden konnte, wurde der Hersteller der Flüssigkeit kontaktiert und das Sicherheitsdatenblatt angefordert. Nach Sichtung des Sicherheitsdatenblattes war der Stoff ein Korrosionsschutzmittel bzw. ein Schmierstoff mit geringen Gefahren für Leib, Leben und Umwelt.

Mit dieser Erkenntnis, jedoch mit der Ungewissheit, dass nicht noch ein anderer Stoff betroffen bzw. miteinander reagiert hatte, wurde entschieden, vorsichtig und in spezieller Schutzkleidung den Auflieger leerzuräumen, um das havarierte Gefäß zu sichten.

Zwei Trupps mit Atemluftunabhängigem Atemschutz sowie ein Kamerad unter Atemschutz in einem Gabelstapler entluden zirka eine Stunde lang den Auflieger und separierten die Ladung. Dabei wurde der beschädigte 25-Liter-Behälter des Korrosionsschutzmittels gesichert. Desweiteren wurden jedoch auch Kanister, die unter die Gefahrgutverordnung fallen, mit der UN-Nummer gefunden.

Die Dekon-Einheit der Berufsfeuerwehr Lünen dekontaminierte die eingesetzten Trupps. Nachdem die Einsatzstelle zurückgebaut wurde, konnte der Einsatz um 12 Uhr beendet werden.

(16.05.2018; Foto: Feuerwehr)

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Berufseinstieg: 20 Tipps damit es klappt (Tipps 16 bis 20)

15.05.2018

EC 135 Einladen eines PatientenBremen (rd_de) – Der Berufseinstieg kann Probleme bereiten. Ein stressiges Arbeitsumfeld und eine verantwortungsvolle Tätigkeit fordern von Anfang an volle Aufmerksamkeit. Um die nötige Routine zu bekommen, ist es wichtig, sich immer wieder auf die Grundlagen zu besinnen. Wir haben 20 Tipps zusammengestellt, die den Einstieg in den Beruf erleichtern sollen. In den Tipps 16 bis 20 wird zum Beispiel erläutert, worauf bei einem RTH-Einsatz zu achten ist und wie die Abwicklung von Großschadenslagen abläuft. 

Vorsicht, Hubschrauber!

Um weder Rettungsteam noch Patient zu gefährden, gibt es einige Grundregeln für den Umgang mit dem Rettungshubschrauber. Vor der Landung müssen am vorgesehenen Landeplatz lose Gegenstände entfernt werden. Untergründe wie gemähtes Gras, Sand, Schotter oder lockerer Schnee sollten gemieden werden, da diese wegen Verwirbelungen bei Start und Landung die Sicht des Piloten und somit die Sicherheit des Hubschraubers erheblich beeinträchtigen können.

Nach der Landung beträgt die Nachlaufphase des Rotors zwei Minuten. So lange muss in angemessenem Abstand gewartet werden. In dieser Zeit kann man lockere Kleidungsstücke wie Mützen, Schals oder Brillen bei sich und beim Patienten entfernen. Nach Handzeichen des Piloten bzw. des HEMS darf sich dem Hubschrauber in gebückter Haltung unter ständigem Sichtkontakt mit dem Piloten genähert werden. Der Pilot sitzt im Rettungshubschrauber vorne rechts.

Will man am Rettungshubschrauber vorbei gehen oder fahren, sollte dies immer vor dem Hubschrauber geschehen. Der schnelle Heckrotor ist kaum zu sehen. Im schrägen Gelände hat der Rotor einen unterschiedlichen Abstand zum Boden. Deshalb hier immer von der Talseite aus nähern.

Generell gilt: Nie an den Hubschrauber heranfahren! Der Gefahrenbereich, der durch Rotor und Heckleitwerk sowie durch den Arbeitsbereich beim Be- und Entladen definiert ist, gilt als absolute Tabuzone für Fahrzeuge. Ein besonderes Augenmerk ist auch auf Passanten, insbesondere Kinder, zu richten.

Download Luftrettung: Das Special rund um Rettungshubschrauber-Einsätze.

Wahl der Zielklinik

Das Behandlungsergebnis des Patienten ist zu einem großen Teil davon abhängig, wie schnell er nach dem Notfallereignis in der für ihn geeigneten Zielklinik eintrifft. Prinzipiell sollte der Patient mit den wichtigsten Informationen vorangemeldet werden. Die aufnehmende Klinik kann sich dann bestmöglich vorbereiten.

Tipps3

Ideal ist es, wenn eine Klinik mit interdisziplinärer Notaufnahme angefahren werden kann. Foto: Klinikum Augsburg

Ideal ist es, wenn eine Klinik mit interdisziplinärer Notaufnahme angefahren werden kann. Präklinisch ist es oft nur schwer möglich, eindeutig die richtige Fachabteilung zu wählen. Unklare Unterbauchschmerzen können beispielsweise verschiedene Ursachen haben.

Bei einigen Krankheitsbildern ist es erforderlich, die Notaufnahme zu umgehen und den Patient direkt in eine Spezialabteilung zu bringen. So sollte ein Patient mit akutem ST-Hebungsinfarkt von der Patientenfahrtrage des RTW direkt auf den Herzkathetertisch umgelagert werden. Der Faktor Zeit beeinflusst entscheidend die Chancen des Patienten, wieder vollständig gesund zu werden.

Ist ein Patient kreislaufinstabil oder sogar reanimationspflichtig, sollte das Transportziel ein Schockraum sein. Die S3-Polytrauma- Leitlinie gibt hierzu einige Indikationen vor, gegliedert nach Vitalparamter, Verletzungsmuster und Unfallmechanismus.

Doch nicht nur traumatologische Patienten, auch alle anderen, die von einem interdisziplinären Spezialisten-Team profitieren könnten, sollten in den Schockraum gebracht werden. Beispiele hierfür sind Patienten mit Verdacht auf Hirnblutung oder Aortendissektion sowie bewusstlose und beatmungspflichte Patienten.

Gerade die Möglichkeit, einen Patienten zeitgleich von einem Anästhesisten, Chirurgen, Internisten und Neurologen behandeln zu lassen, erhöhen die Überlebenschancen des Betroffenen.

Voraussetzung dafür ist aber, dass das Rettungsteam die Kliniken der Region und ihre Möglichkeiten kennt. Oft befinden sich Spezialkliniken und Häuser der Maximalversorgung nicht unmittelbar in der Nähe. Deshalb schon frühzeitig an die mögliche Transportdauer denken und eventuell rechtzeitig einen Rettungshubschrauber nachfordern.

Von Klinik zu Klinik

Vor jeder Verlegung steht die Übergabe in der Klinik. Diese muss aktiv vom Rettungsteam eingefordert werden, um alle nötigen Informationen über den Patienten zu erhalten. Hierzu zählen die Gründe der Klinikaufnahme und Verlegung, die Instrumentierung des Patienten und das nötige Monitoring sowie Besonderheiten im Verlauf des Klinikaufenthalts.

Gerade die Frage nach den Normalparametern des Patienten und nach einem funktionsfähigen Zugang kann in kritischen Situationen äußerst wichtig sein. Darauf muss geprüft werden, ob alle geforderten Überwachungssysteme vorhanden sind und besondere Anforderungen erfüllt werden können. Ist dies nicht der Fall, muss mit dem Klinikarzt besprochen werden, ob eventuell ein Schwerlast-RTW, ein Intensivtransportwagen oder ein Rettungshubschrauber anzufordern sind.

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Vor jeder Verlegung steht die Übergabe in der Klinik. Foto: Markus Brändli

Erst wenn alle diese Fragen geklärt sind, kann mit der Umlagerung des Patienten begonnen werden. Möglichst schonend, das heißt unter der Mithilfe mehrerer Personen, sollte dies erfolgen. Je nach Verletzungsmuster ist der Transport auf einer Vakuummatratze erforderlich.

Unabhängig von Größe, Monitoring und sonstigen Instrumenten müssen alle Gurte der Patientenfahrtrage angelegt werden. Für Kinder ist ein spezielles Rückhaltesystem vorgeschrieben.

In der Regel wird von der Leitstelle bei der Übermittlung des Auftrags auch das angeforderte Equipment genannt. Minimalausrüstung sollte einsatzunabhängig aber immer ein Pulsoxymeter sein. Bei kritisch kranken, schwer verletzten oder beatmeten Patienten ist jederzeit mit Komplikationen zu rechnen. Deshalb sollte in diesen Fällen die Ausrüstung neben EKG/ Defi, Beatmungsgerät und elektrischer Absaugpumpe auch den Notfallrucksack umfassen. Bei jedem Gerät müssen Alarmtöne ausnahmslos angeschaltet und individuelle Alarmgrenzen eingestellt sein.

Vor Abfahrt muss der Rettungsassistent oder der Verlegungs- bzw. Notarzt noch die Dringlichkeit angeben und somit die Fahrt mit Sonderrechten anordnen. Selbstverständlich müssen alle fahrzeugfremden Geräte wie beispielsweise Spritzenpumpen und Monitore während der Fahrt vorschriftsmäßig fixiert werden können.

Großschadenslagen

Bei einem Massenanfall von Verletzten/ Erkrankten (MANV/E) besteht ein Ungleichgewicht zwischen direkt verfügbaren Rettungsmitteln und zu versorgenden Patienten. Sobald dies der Fall ist, können Patienten nicht mehr individuell behandelt werden. Ziel ist es dann vielmehr, möglichst viele Menschen zu retten.

Tipps5Als Hilfsmittel für solche Situationen hat sich der Führungskreislauf bewährt: Vor jeder Entscheidung ist die Lage zu erkunden und diese dann zu beurteilen. Das Resultat mündet in einen Entschluss, der als Befehl bekanntgegeben wird. Sodann ist die (neue) Lage wieder zu erkunden – der Führungskreislauf beginnt damit von vorn.

Nach Eintreffen an der Einsatzstelle gilt es zunächst, abzuklären, ob sie sicher ist. Dabei wird nach der GAMS-Regel vorgegangen: Gefahr erkennen, Einsatzstelle absichern, Menschenrettung durchführen und Spezialkräfte nachfordern.

Letzteres ist abhängig von der Lagemeldung. Diese sollte neben Unfallhergang bzw. Einsatzsituation und Zahl an Patienten auch Gefahren an der Einsatzstelle und die Nachforderung von weiteren Einheiten enthalten.

Als nächster Schritt steht die Ordnung des Raumes an. Zuerst muss eine Patientenablage ausgewiesen werden, wo dann die Betroffenen gesichtet und lebensbedrohliche Verletzungen versorgt werden können. Diese sollte in sicherem Abstand zum Gefahrenbereich und für Rettungswagen gut erreichbar sein. Es empfiehlt sich, diese mit dem ersteintreffenden RTW zu markieren und auszustatten.

Mit Hilfe des mobilen Equipments ist eine Versorgungsachse zu bilden. Allein mit Spineboard, Schaufeltrage, Vakuummatratze, Rettungstuch, Umbetttüchern und der Patientenfahrtrage können mehrere Behandlungsplätze eingerichtet werden. Die Kopfenden weisen dabei jeweils zur Versorgungsachse.

Zu den ersten Maßnahmen bei einem MANV/E gehört auch die Erkundung eines Rettungsmittelhalteplatzes. Er muss über gute An- und Abfahrtswege verfügen. Oberstes Gebot ist, sich nicht auf die beste Versorgung eines Patienten zu konzentrieren, sondern Strukturen zu schaffen, die die beste Versorgung für alle Patienten ermöglichen.

Schnell einsatzbereit Machen

Ist der Patient in der Klinik übergeben, gilt es, möglichst rasch seine Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. Gerade in Regionen, in denen nur relativ wenig Rettungsmittel zur Verfügung stehen, kann es vorkommen, dass der Rettungswagen aus der Klinik zum nächsten Notfall alarmiert wird.

Höchste Priorität haben der Notfallrucksack sowie alle mobilen Geräte wie EKG, Sauerstoffeinheit und Absaugpumpe. Sie müssen nach Einsatzende sofort überprüft und aufgefüllt werden: Sind die EKG-Kabel mit Klebeelektroden bestückt? Fehlen Katheter für die Absaugpumpe? Ist ausreichend Sauerstoff in den Flaschen?

Reportage Nachtarbeiter f¸r teckbote rettungsdienst Kirchheim

Ist der Patient in der Klinik übergeben, gilt es, möglichst rasch seine Einsatzbereitschaft wieder herzustellen. Foto: Markus Brändli

Ist die mobile Notfallausrüstung klar, geht’s an die Patientenfahrtrage. Neben geöffnetem Umbetttuch unter einem frischen Einmallaken gehören eine Decke oder Rettungsfolie, ein Rettungstuch sowie eine Nierenschale zur vollständigen Ausstattung. Im Zuge dessen sollten alle Ausrüstungsgegenstände, die im unmittelbaren Patientenkontakt waren, desinfiziert werden.

Nicht zu vergessen ist, die persönliche Schutzausrüstung wieder zu komplettieren. Mehrere Paar Schutzhandschuhe, zwei Kugelschreiber und Filzstifte, ein Notizblock sowie eine Taschenlampe mit frischen Batterien/ Akkus sollte jeder dabei haben.

Nach dem Einsatz geht es auch darum, die Dokumentation zu vervollständigen: Auftragsnummer und Einsatzzeiten auf dem Protokoll ergänzen sowie die Patienten- und Rettungsdaten für die Abrechnung mit der Krankenkasse eintragen. Abschließend ist eine gründliche Händedesinfektion wichtig.

(Text: Dr. Maximilian Kippnich, Bezirksbereitschaftsarzt Bayerisches Rotes Kreuz in Unterfranken; Foto: DRF Luftrettung; zuletzt aktualisiert: 15.05.2018)[3078]

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Hiddensee: Aufwendige Suche nach 84-Jährigem

15.05.2018

Hiddensee (ots) – Ein Großaufgebot an Rettungskräften beteiligte sich am Montagabend (14.05.2018) auf der Ostseeinsel Hiddensee an der mehrstündigen Suche nach einem vermissten, 84 Jahre alten Mann.

Die Polizei erhielt abends um 20:10 Uhr Kenntnis davon, dass ein 84-jähriger Urlauber auf Hiddensee vermisste wurde. Der Senior stammte aus Berlin und befand sich zusammen mit seiner Familie auf der Insel. Er war am späten Nachmittag zu einem Spaziergang aufgebrochen, bis zum Abend aber nicht zurückgekehrt. Die Angehörigen wandten sich daraufhin an die Polizei.

Die Stationsbeamtin auf Hiddensee erhielt den Auftrag, die Suche zu koordinieren. Sie verständigte die Freiwillige Feuerwehren der Insel, die sich mit 16 Kameraden an der Suche beteiligten. Darüber hinaus unterstützte eine Bootsbesatzung der Wasserschutzpolizei Sassnitz und die Besatzung eines Seenotrettungsbootes der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger die Suche. Am späten Abend kam ein Hubschrauber der Landespolizei Mecklenburg-Vorpommern hinzu.

Kurz nach Mitternacht meldete sich ein Anrufer aus Stralsund bei der Polizei. Er berichtete, dass er im Stadtgebiet Stralsund einen offenbar hilfsbedürftigen älteren Mann bemerkt hätte. Wie sich herausstellte, handelte es sich um den 84-Jährigen, der auf Hiddensee vermisst wurde.

Der Gesuchte schien äußerlich unverletzt zu sein. Zur Prüfung seines Gesundheitszustandes brachte der Rettungsdienst den Senior in ein Stralsunder Krankenhaus.

(15.05.2018; Symbolfoto: Markus Brändli)

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Berufseinstieg: 20 Tipps damit es klappt (Tipps 11 bis 15)

14.05.2018

SpineboardBremen (rd_de) –  Jeder Berufseinstieg ist schwer. Der Einstieg in den Rettungsdienst kann aufgrund des stressigen Arbeitsumfelds besonders heraufordernd sein. Auch wenn das nötige Wissen in der Ausbildung vermittelt worden ist, kann es helfen sich immer wieder grundlegende Dinge vor Augen zu führen. Dies ermöglicht die nötige Routine zu entwickeln.

Wir haben aus diesem Grund 20 Tipps zusammengestellt. Diese sollen den Einstieg in die Arbeit im Rettungsdienst erleichtern und die Grundlagen zusammenfassen. Im dritten Teil, mit den Tipps 11 bis 15, wird erläutert worauf bei einem venösen Zugang zu achten ist, warum eine Infusion als Teil der Therapie so wichtig ist und wie der korrekte Umgang mit Medikamenten aussieht.  

Tipp 11: Der venöse Zugang

Trifft der Rettungsdienst auf einen kritisch kranken oder schwer verletzten Patienten, wird als eine der ersten Maßnahmen ein intravenöser Zugang gelegt. Wegen der oftmals erschwerten Bedingungen empfiehlt es sich, nach einem festen Schema vorzugehen.

Da die Venenverhältnisse anatomisch bei jedem Menschen variieren, sollte strukturiert nach gut zu punktierenden Venen gesucht werden. Handrücken, radialseitiger Unterarm und Ellenbeuge sind die klassischen Punktionsorte. Je nach Situation kommen auch Fußrücken und die oberflächliche Halsvene (Vena jugularis externa) als Alternative infrage.

Immer gilt es, möglichst peripher mit der Punktion zu beginnen. Misslingt ein Versuch, erfolgt der nächste Versuch proximal. Als Standardgröße sollte im Rettungsdienst ein 18-G-Zugang gewählt werden. Handelt es sich um einen vital bedrohten Patienten – unabhängig, ob internistisch oder chirurgisch –, müssen zwei großlumige Zugänge (16G oder 14G) gelegt werden.

Dient der Zugang zunächst nur zur Medikamentengabe, kann es hilfreich sein, die Infusion erst im Rettungswagen anzuschließen. Gerade bei der Rettung aus einer Wohnung kann so ein versehentliches Herausziehen beim Umlagern verhindert werden.

Mit größter Sorgfalt ist die Fixierung des Zugangs durchzuführen. Neben einem speziellen Fixierpflaster sollten Sicherungsstreifen vor und nach dem Einspritzkonus geklebt werden. Auch an der Infusionsleitung sollte eine Zugentlastung vorgesehen werden. Sie darf aber nicht als Schlaufe ausgeführt werden, da dies die Gefahr einer unbeabsichtigten Dislokation erhöht.

Lässt sich nach drei Fehlpunktionen oder nach maximal 120 Sekunden kein Zugang legen, muss bei vital gefährdeten Patienten als nächster Schritt versucht werden, einen intraossären Zugang zu platzieren. 

Tipp 12: Immobilisation und Transport mittels Spineboard

Zur technischen Rettung stehen auf den meisten RTW verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Vielerorts hat sich das Spineboard durchgesetzt.

Voraussetzung, um ein solches Wirbelsäulenbrett einzusetzen, ist eine Zervikalstütze. Zusätzlich sollten Kopf und Halswirbelsäule zum Abschluss der Lagerung noch mit einem am Brett befestigten Fixierungsset immobilisiert werden.

Zunächst aber muss das Spineboard parallel zum Patienten platziert werden. Das Brett ragt dabei rund ein Drittel über den Patienten hinaus. Im Rahmen des Log-Roll-Manövers kann nun der Patient auf Kommando des Helfers am Kopf auf die Seite gedreht werden. Der zweite Helfer greift den Patient dabei an Becken und Schulter, ein dritter an Becken und Oberschenkel. Der zweite, „mittlere“ Helfer kann bei diesem Manöver mit seiner linken Hand die komplette Wirbelsäule des Patienten auf Druckschmerz und Stufenbildung hin untersuchen.

Sodann wird das Spineboard an den Patienten geschoben, sodass der Verletzte auf das Brett gedreht werden kann. In einem weiteren Schritt muss jetzt der Patient nach schräg oben gezogen werden. Mittels eines Gurtsystems wird der Patient nun endgültig auf dem Spineboard befestigt.

Bevor die Gurtspinne angelegt wird, sollte der Patient mit einer Schere entkleidet und mit Rettungsfolie eingewickelt werden. Als erstes müssen die Schulter- und Fußgurte, darauf dann Brust-, Becken- und Oberschenkelgurte angelegt werden. Hierbei ist darauf zu achten, dass der Schultergurt möglichst weit unten und der Brustgurt möglichst weit oben festgemacht wird. Die Brustwirbelsäule wird dadurch x-förmig auf das Spineboard gedrückt. Je nach respiratorischer Situation des Patienten können diese entsprechend fest gezogen werden.

Besteht der Verdacht auf eine instabile Beckenfraktur, sollte eine Beckenschlinge zur Kompression des Beckens verwendet werden. Alternativ können die Beckengurte dazu genutzt werden. Jetzt kann die bereits erwähnte Fixierung des Kopfes erfolgen. Erst danach darf der Helfer am Kopf mit der manuellen Immobilisation aufhören.

Da jeder Einsatz anders ist, muss individuell entschieden werden, welches Gerät zur technischen Rettung am besten geeignet ist. Bei einem eingespielten Team stellt das Spineboard eine hervorragende Möglichkeit zur achsengerechten Rettung dar.

Tipp 13: Infusionen – mehr als nur Wasser

Spätestens im RTW sollte an jeden Zugang eine Infusion angeschlossen werden. Foto: Markus Brändli

Spätestens im RTW sollte an jeden Zugang eine Infusion angeschlossen werden. Foto: Markus Brändli

In der Regel werden im Rettungsdienst zwei Arten von Infusionen vorgehalten. Kristalloid- und Kolloidal-Lösungen. Letztere stehen auf Grund ihrer möglichen nierenschädigenden Wirkung zunehmend in der Kritik. Die Standard- Infusionslösung im Rettungsdienst sollte ohnehin eine balancierte Vollelektrolytlösung sein.

Spätestens im Fahrzeug sollte an jeden Zugang eine Infusion angeschlossen werden. Je nach Kreislaufsituation des Patienten wird die Flüssigkeit unterschiedlich schnell infundiert. Bei traumatologischen Notfallpatienten im Schock beträgt der Richtwert zwei Liter. Als Zielblutdruck sollten 90 mmHg angestrebt werden. Dieser Zustand wird dann als „permissive Hypotension“ bezeichnet. Durch den niedrigeren Druck verlaufen Blutungen weniger stark oder können sogar zum Stehen kommen.

Jederzeit muss aber darauf geachtet werden, dass lebenswichtige Organe wie Gehirn und Herz genug oxygeniertes Blut erhalten. Das wiederum bedeutet, dass dieser Blutdruck nicht unterschritten werden darf. Dies gilt insbesondere auch bei Patienten mit akutem Schlaganfall, für die „hochnormale“ Drücke empfohlen werden.

Liegt beim Patienten eine Herz- oder Niereninsuffizienz vor, sollte die Infusion nur sehr langsam oder gar nicht gegeben werden. Zu große Flüssigkeitsmengen können zur Dekompensation des jeweiligen Organs führen.

Bei der Versorgung von Notfallpatienten wird sehr viel Zeit für Diagnostik (EKG, Blutdruck, Pulsoxymetrie, Anamnese) aufgewendet. In gewissen Situationen aber profitiert der Notfallpatient nur von der unmittelbaren Therapie – unter anderem der Flüssigkeitsgabe. Aus diesem Grund darf Diagnostik nie die Therapie akut vitalgefährdeter Patienten behindern.

Tipp 14: Alltägliches Problem: der Patiententransport

Der Großteil aller Einsätze ereignet sich im heimischen Umfeld. In der Regel muss der Patient ins Fahrzeug getragen werden. Gerade bei Verdacht auf ein kardiales oder pulmonales Geschehen sollte dies sehr streng gehandhabt werden, da jegliche Anstrengung den Zustand des Patienten erheblich verschlimmern kann.

Folgende Grundregeln sind zu beachten. Zum Wärmeerhalt und zum Wahren der Privatsphäre sollte der Patient mit einer Decke oder Rettungsfolie zugedeckt werden. Außerdem sollte ein minimales Monitoring immer angelegt sein. Ein Pulsoxymeter mit eingeschaltetem Herzfrequenzton ist wegen seiner geringen Größe gut geeignet.

Ist der Patient ansprechbar, orientiert und kooperativ sowie kreislaufstabil, eignet sich für den Transport ein Tragestuhl am besten. Sicherheitsgurte müssen angelegt sein. Zudem sollte der Patient darauf hingewiesen werden, seine Hände vor dem Oberkörper zu verschränken und nicht an Wand oder Treppengeländer zu greifen.

Kann der Patient nicht sitzend transportiert werden, stehen Patientenfahrtrage, Schaufeltrage oder Spineboard sowie das Rettungstuch zur Verfügung.

Beim Patiententransport mittels Drehleiter wird der Betroffene immer vom Notarzt – normalerweise mit Helm – begleitet. Foto: Maximilian Kippnich

Beim Patiententransport mittels Drehleiter wird der Betroffene immer vom Notarzt – normalerweise mit Helm – begleitet. Foto: Maximilian Kippnich

Ein Mitglied des Rettungsteams sollte zeitnah klären, wie die Rettung aus der Wohnung am besten gelingt. Sind die baulichen Verhältnisse ungünstig oder das Patientengewicht zu hoch, muss Tragehilfe nachgefordert werden. Dabei kann es sich sowohl um ein KTW-Team als auch eine Drehleiter mit Korb der Feuerwehr handeln. Letztere empfiehlt sich besonders bei Patienten in Narkose. Der Transport mit einer Drehleiter ist maximal schonend und schnell.

Während sich der Patient zum Beispiel auf einer Schleifkorbtrage am Tragenaufnehmer der Drehleiter befindet, können EKG, Beatmungsgerät und Absaugpumpe im Korb mitgeführt werden. Der Patient wird während der Rettung durchgehend vom Notarzt überwacht.

Kreislaufinstabile und vital gefährdete Patienten sollten mit Schaufeltrage oder Spineboard aus der Wohnung getragen werden. Das Tragetuch sollte wegen der ungünstigen Lagerung des Patienten und der hohen Gefahr einer ungewollten Diskonnektion nur noch im Ausnahmefall eingesetzt werden.

Tipp 15: Richtiger Umgang mit Medikamenten

Nicht selten werden am Einsatzort mehrere Medikamente verabreicht. Da eine Verwechslung von Dosierung oder Medikament für den Patienten sehr gefährlich werden kann, gilt es einige Dinge zu beachten.

Zuerst spielt die Kommunikation eine wichtige Rolle. Der Notarzt sollte den Wirkstoff und die gewünschte Verdünnung nennen. Gibt es auf dem Rettungswagen das Medikament in verschiedenen Dosierungen, muss diese ausdrücklich erwähnt werden. Andernfalls muss das Rettungsfachpersonal nachfragen. In jedem Fall sollte der Auftrag mündlich wiederholt werden.

Spritzengröße und aufzuziehende Menge müssen zueinander passen. Nichts ist peinlicher, als eine zu kleine Spritzengröße gewählt zu haben.

Medikamentengabe

Alle vorbereiteten Spritzen sind zum Beispiel in einer sauberen Nierenschale aufzubewahren. Foto: Maximilian Kippnich

Nach dem Aufziehen sollte die Spritze beschriftet werden. Zum Teil liefern die Hersteller der Medikamente hierfür vorgefertigte Klebeetiketten mit. Neben dem Wirkstoff muss die Dosierung auf der Spritze vermerkt werden.

Aus hygienischen Gründen sollte auf jede Spritze ein Verschlussstopfen gesteckt werden. In manchen Rettungsdiensten hat es sich durchgesetzt, Spritzen mit Katecholaminen mit einer roten Kappe zu kennzeichnen. Alle anderen Substanzen erhalten einen blauen Stopfen.

Bewährt hat es sich, immer nach dem Vier-Augen-Prinzip zu arbeiten. Das heißt, es sollte beim Aushändigen der beschrifteten Spritze immer auch die Ampulle vorgezeigt werden.

Alle vorbereiteten Spritzen sind dann zum Beispiel in einer sauberen Nierenschale aufzubewahren. So verliert man auch in hektischen Einsatzsituationen wie Reanimation und Narkose nicht den Überblick. Wird ein kreislaufwirksames Medikament gespritzt, muss gleichzeitig der Puls des Patienten kontrolliert werden. Darüber hinaus ist auf lokale oder systemische Reaktionen zu achten. Vor jeder Gabe müssen außerdem Unverträglichkeiten und Allergien abgefragt werden.

Unmittelbar nach der Gabe ist die Applikation auf dem Notarztprotokoll zu dokumentieren: Wirkstoff, Dosierung, Menge, Zeitpunkt und eventuelle Zwischenfälle.

(Text: Dr. Maximilian Kippnich, Bezirksbereitschaftsarzt Bayerisches Rotes Kreuz in Unterfranken; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 14.05.2018) [3055]

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Personensuche in Salzgitter endet mit Leichenfund

14.05.2018

Salzgitter (ots) – Zahlreiche Rettungskräfte beteiligten sich am Samstag (12.05.2018) an der Suche nach einem Vermissten im Beddinger Hafen.

Laut der Polizei Salzgitter ging um ca. 9:55 Uhr eine Vermisstenmeldung ein. Im Bereich des Beddinger Hafens wurde ein 49-Jähriger gesucht. Die Leitstelle alarmierte den Wasserrettungszug der BF Salzgitter und die Ortsfeuerwehr Beddingen. Wenig später kamen Einheiten der DLRG Salzgitter-Lebenstedt, der Werkfeuerwehr Salzgitter AG sowie ein Polizeihubschrauber hinzu. Die Freiwillige Feuerwehr Salzgitter-Lebenstedt wurde als Mitglied der Fachgruppe IuK (Information und Kommunikation) nachalarmiert, da von einem längeren Einsatz ausgegangen wurde.

Taucher fanden den Vermissten gegen 11:50 Uhr. Notarzt und Rettungsdienst konnten nur noch den Tod des 49-Jährigen feststellen. Wie eine rechtsmedizinische Untersuchung ergab, kam der Mann durch einen Unfall ums Leben. Er arbeitete nach Medieninformationen als Steuermann eines Güterschiffs.

(14.05.2018; Symbolfoto: Markus Brändli)

 

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