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Sonneberg: Polizistin nach Blitzschlag im Koma

17.07.2018

Sonneberg (ots) – Ein Blitzschlag verletzte am Sonntagabend (15.07.2018) eine Polizistin in Sonneberg (Thüringen) lebensgefährlich. Zusammen mit einem Kollegen war sie zum Unfallzeitpunkt dabei, einen Haftbefehl zu vollstrecken.

Nach einer Meldung der Polizei hatte die Polizistin unter Bäumen Schutz gesucht, als der Blitz sowohl sie als auch die Bäume traf. Ihr Kollege bekam von dem Vorfall nichts mit, da er zu diesem Zeitpunkt eine flüchtige Person verfolgte.

Ein Zeuge, der den Blitzeinschlag mitbekommen hatte, alarmierte die Rettungsleitstelle. Zwei Anwohner leisteten ebenfalls Erste Hilfe und begannen, die Polizistin zu reanimieren. Der Rettungsdienst brachte die Beamtin zunächst in das Sonneberger Krankenhaus, von wo sie später in eine Spezialklinik nach Erlangen verlegt wurde. Nach Aussagen er Polizei befindet sich die Frau zurzeit im Koma.

(17.07.2018; Symbolfoto: M. Brändli)

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Neue Studie zu psychischem Stress im Rettungsdienst

17.07.2018

DepressionHamburg (rd_de) – Das Neuropsychiatrische Zentrum Hamburg führt unter der Leitung von Dr. Peter Tonn eine deutschlandweite Studie zum Umgang mit psychischem Stress im Rettungsdienst durch. Ziel der Studie ist es, den Bedarf an Unterstützung der Einsatzkräfte zu ermitteln.Die Mitarbeiter im Rettungsdienst werden zu ihrer Wahrnehmung von psychischen Belastungen im Berufsalltag sowie zu ihrer Bereitschaft, Unterstützung in Anspruch zu nehmen, befragt. Vor neun Jahren führte dieselbe Arbeitsgruppe bereits schon mal eine derartige Befragung durch, die mit dieser verglichen werden soll. Die Forscher gehen von veränderten Ergebnissen aus, da sich die gesellschaftliche Wahrnehmung gegenüber psychischen Themen verändert hat. Außerdem sei die Belastung durch Stress im Rettungsdienst durch die Terrorgefahr und die wachsende Respektlosigkeit gegenüber Einsatzkräften gestiegen, teilte das Neuropsychiatrische Zentrum mit.

Die Befragung läuft noch bis Oktober 2018. Eine Veröffentlichung der Ergebnisse ist in einer nationalen sowie einer internationalen wissenschaftlichen Zeitschrift für November 2018 geplant.

 

Eine Teilnahme an der Studie ist direkt auf der Seite des Neuropsychiatrischen Zentrums Hamburg möglich. Die Befragung richtet sich an alle Rettungsdienstmitarbeiter in Deutschland.

(17.07.2018; Symbolfoto: DAK)

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Tipps und Wissen für den Rettungsdienst: Benzodiazepine

16.07.2018

Bremen (rd_de) – Ob intravenös oder nasal appliziert, Benzodiazepine gehören zu den am häufigsten eingesetzten Medikamenten im Rettungsdienst. Grund hierfür ist ihr großes Wirkungsspektrum als Sedativa, Antikonvulsiva und Anxiolytika. Lesen Sie, was Sie über diese Medikamentengruppe wissen sollten.

Inhalt

Kurz und bündig: Was sind Benzodiazepine?
Benzodiazepine Wirkung
GABA und das limbische System
Benzodiazepine im präklinischen Einsatz
Benzodiazepine Liste

1960 war es, als das Pharmaunternehmen Hoffmann-La Roche ein neues Medikament auf den Markt brachte. Der internationale Freiname lautete Chlordiazepoxid. Es wurde unter dem Markennamen Librium in den Handel gebracht. Vorausgegangen waren umfangreiche Forschungen im Hause Hoffmann-La Roche, um ein neues Beruhigungsmittel zu entwickeln.

Drei Jahre später wurde der Wirkstoff Diazepam unter dem Markennamen Valium im Markt eingeführt. 1975 folgte Rivotril (Clonazepam), 1982 Dormicum (Midazolam) und 1987 der Benzodiazepinantagonist Anexate (Flumazenil) – alles Präparate, die aus der präklinischen Notfallmedizin heute kaum noch wegzudenken sind. Die Benzodiazepine lösten die vor der Markteinführung als Hypnotika und Sedativa verwendeten Barbiturate größtenteils ab. Hinzu kommen Benzodiazepine wie Lexotanil (Bromazepam) und Rohypnol (Flunitrazepam), die nicht selten als Dauermedikation von Patienten eingenommen werden. Lexotanil wurde 1974 und Rohypnol 1975 im Markt eingeführt.

Kurz und bündig: Was sind Benzodiazepine?

Benzodiazepine gehören zu den Medikamenten, die am häufigsten im Rettungsdienst angewendet werden. Nach ihrer Markteinführung haben sie Barbiturate wie Trapanal als Schlafmittel größtenteils abgelöst. Benzodiazepine besitzen fünf generelle, mehr oder weniger stark ausgeprägte Wirkungsmechanismen. Sie wirken sedierend, antikonvulsiv, anxiolytisch, amnestisch und zentral muskelrelaxierend. Die kürzeste Halbwertszeit besitzt das im Rettungsdienst weit verbreitete Midazolam. Es kann beispielsweise zur Durchbrechung eines Krampfanfalls intranasal gegeben werden. Aufgrund ihrer großen therapeutischen Breite sind die Benzodiazepine relativ sicher anwendbar. Dennoch können schwere Vergiftungen entstehen, wenn Benzodiazepine zusammen mit anderen zentraldämpfenden Substanzen eingenommen oder verabreicht werden.

Benzodiazepine: Wirkung

Generell können den Benzodiazepinen fünf Hauptwirkmechanismen zugeschrieben werden. Diese sind allerdings je nach Wirkstoff unterschiedlich stark ausgeprägt. Prinzipiell aber wirken Benzodiazepine:

  • sedierend,
  • antikonvulsiv,
  • anxiolytisch,
  • amnestisch,
  • zentral muskelrelaxierend.

Ihren Wirkungsort haben Benzodiazepine im zentralen Nervensystem (ZNS). Dort wirken sie an so genannten gabaergen Rezeptoren. Nicht selten werden diese Rezeptoren auch als Benzodiazepinrezeptoren bezeichnet.

GABA und das limbische System

GABA – die Gammaaminobuttersäure – ist ein inhibitorischer Neurotransmitter, also ein Botenstoff im ZNS. Durch die agonistische Wirkung der Benzodiazepine wird der Effekt der Gammaaminobuttersäure verstärkt. Durch das vermehrte Einströmen von Chloridionen in den Intrazellulärraum kommt es zu einer Hyperpolarisation der Zellmembran und dadurch zu einer verminderten Erregbarkeit des Neurons.

Zwei unterschiedliche GABA-Rezeptoren sind bekannt: GABAA und GABAB. Benzodiazepine binden an den GABAA-Rezeptor. An demselben Rezeptor binden auch Barbiturate wie beispielsweise Trapanal (Thiopental).

GABA-Rezeptoren finden sich im gesamten ZNS. Allerdings haben nicht alle diese Rezeptoren auch eine Bindungsstelle für Benzodiazepine. Rezeptoren, die eine entsprechende Bindungsstelle aufweisen, sind hauptsächlichhauptsächlich im limbischen System zu finden. Der Begriff „limbisches System“ wurde vor mehr als hundert Jahren geprägt und steht für eine Gruppe funktionell miteinander verbundene Kern- und Rindengebiete des Gehirns. Das limbische System kann auch als die Emotionslokation im Gehirn bezeichnet werden. Seine Hauptbestandteile sind die Amygdala, Hippocampus, die Mamillarkörper und weitere kleinere Strukturen.

Der Gegenspieler der Benzodiazepine ist der Wirkstoff Flumazenil. Das dazugehörige Präparat heißt Anexate. Flumazenil bindet mit einer sehr hohen Affinität an den gabaergen Rezeptoren, hat allerdings keine intrinsische Aktivität.

Midazolam eignet sich sehr gut zur Durchbrechung eines Krampfanfalls. Wahlweise kann es auch intranasal appliziert werden.

Midazolam eignet sich sehr gut zur Durchbrechung eines Krampfanfalls. Wahlweise kann es auch intranasal appliziert werden.

Aufgrund der großen therapeutischen Breite der Benzodiazepine und ihrer verhältnismäßig geringen Toxizität sind Suizidversuche mit Benzodiazepinen, wenn diese allein eingenommen werden, selten erfolgreich. Dies liegt am so genannten „Ceiling-Effekt“. Das bedeutet, dass es nahezu unmöglich ist, durch Steigerung der eingenommenen Dosis den maximalen Wirkeffekt zu verstärken. Allerdings ist die Kombination mit anderen, zentraldämpfenden Substanzen wie beispielsweise Alkohol sehr gefährlich und kann schnell zu lebensbedrohlichen Vergiftungen führen.

Trotz der großen therapeutischen Breite der Benzodiazepine kann es zum Beispiel durch die zentral muskelrelaxierende Wirkung zu einer Atemwegsbehinderung kommen. Auch ein Blutdruckabfall ist möglich, lässt sich aber durch eine langsame Applikation vermeiden. Bei Patienten jenseits des 60. Lebensjahres und bei Menschen mit eingeschränkter Atmungs- und/oder Herz-Kreislauf- Funktion ist die Wahrscheinlichkeit, dass eine der oben genannten Komplikationen auftritt, durch eine zu schnelle Applikation deutlich erhöht.

Benzodiazepine werden in der Leber metabolisiert. Nicht selten haben die so entstandenen Stoffwechselprodukte eine längere Halbwertszeit als das ursprünglich verabreichte Benzodiazepin. Die Ausscheidung erfolgt über die Nieren.

Benzodiazepine im präklinischen Einsatz

Die drei am häufigsten präklinisch eingesetzten Benzodiazepine sind:

  • Midazolam (Dormicum)
  • Diazepam (zum Beispiel Valium)
  • Clonazepam (Rivotril)

Indikationen dieser Wirkstoffe sind Sedierung, Durchbrechung von Krampfanfällen, Aufrechterhaltung einer Narkose in Kombination mit anderen Wirkstoffen und die medikamentöse Anxiolyse. Insbesondere die Anxiolyse ist bei Notfallpatienten sehr wichtig. Angst und Schmerzen können den Zustand von Patienten deutlich verschlechtern. Die psychische Betreuung und die Gabe eines Schmerzmittels werden in vielen Situationen aber nicht ausreichen, um den Patienten zu stabilisieren. Die Kombination eines Schmerzmittels mit einem anxiolytisch wirkenden Medikament ist deshalb ein wichtiger Bestandteil der notfallmedizinischen Versorgung.Benzodiazepin_Rettungsdienst_Medizin_Wissen_III

Diazepam sollte aufgrund seiner sehr langen Halbwertszeit in der präklinischen Notfallmedizin nur noch zurückhaltend eingesetzt werden. Auch wenn die krampfdurchbrechende Wirkung von Diazepam deutlich größer ist als von Midazolam oder Clonazepam.

Aber insbesondere Midazolam eignet sich aufgrund der Möglichkeit, es intranasal zu applizieren, sehr gut zur Durchbrechung eines Krampfanfalls. Hierfür ist es sehr sinnvoll, die Applikationshilfe MAD zu verwenden. Sie stellt sicher, dass ausreichend kleine Partikel erzeugt werden. Nur Partikel mit einer Größe zwischen 30 und 100 Mikrometer erreichen die Regio olfactoria und können dort in das ZNS aufgenommen werden. Aber auch die relativ kurze Halbwertszeit von ein bis drei Stunden sprechen für Midazolam.

Ist der Krampfanfall nicht mit Midazolam zu durchbrechen, wird nicht selten Clonazepam (Rivotril) eingesetzt. Es besitzt eine höhere antikonvulsive Wirkung, weist aber eine Halbwertszeit von zirka 40 Stunden auf. Im Gegensatz zu Midazolam muss Clonazepam intravenös verabreicht werden.

Benzodiazepine Liste

Einen Überlick über die verschiedenen Wirkstoffe der Benzodiazepine gibt es hier.

Ein weiteres Benzodiazepin, das präklinisch zur Durchbrechung von Krampfanfällen eingesetzt wird, ist Lorazepam. Insbesondere das Präparat Tavor Expidet scheint dafür geeignet zu sein. Hierbei handelt es sich um kleine Plättchen, die auf der Mundschleimhaut innerhalb kürzester Zeit aufgelöst und mit einer Bioverfügbarkeit von rund 94 Prozent resorbiert werden. Ob es allerdings bei einem krampfenden Patienten angesichts des Eigenschutzes sinnvoll ist, das Plättchen in dessen Mund einzubringen, ist fraglich.

Manche Rettungsdienste führen diese Plättchen mit, um sie im Rahmen von akuten psychischen Ausnahmezuständen sedierend einzusetzen. Mit rund 15 Stunden Halbwertszeit gehört Lorazepam zu den mittellangwirkenden Benzodiazepinen.

Die Halbwertszeiten der Benzodiazepine sind auch abhängig vom Alter und dem Gesundheitszustand der Patienten. Menschen über 60 Jahre mit reduziertem Allgemeinzustand oder chronischen Erkrankungen müssen entsprechend reduzierte Dosierungen erhalten. Paradoxe Reaktionen auf die Gabe von Benzodiazepinen wie beispielsweise unwillkürliche Bewegungen, Hyperaktivität, Feindseligkeit bis hin zur Aggressivität und sogar tonisch-klonische Krampfanfälle kommen vorwiegend im Kindesalter und bei älteren Patienten vor. Mit dem Benzodiazepinantagonisten Flumazenil (Anexate) kann eine solche Reaktion aufgehoben werden.

Denken Sie darüber nach, sich das Leben zu nehmen? Die Telefonseelsorge bietet Hilfe in Lebenskrisen und ist Tag und Nacht anonym unter 0800/1 11 01 11 oder 0800/1 11 02 22 erreichbar.

(Text: Thomas Semmel, Notfallsanitäter, ERC ALS-Instruktor, PHTLS-Instruktor; Symbolfotos: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 14.07.2017) [2179]

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Zwei Vermisste in der Elbe: Leichen am Ufer entdeckt

16.07.2018

Stade (ots) – DLRG, Feuerwehr und Polizei suchten am Sonntag (15.07.2018) vergeblich nach zwei Vermissten in der Elbe. Die beiden 23 und 25 Jahre alten Männer badeten zusammen mit einer dritten Person im Fluss, als sie untergingen und nicht wieder auftauchten. Am Montagmorgen (16.07.2018) entdeckten Passanten nun den leblosen Körper einer der beiden Vermissten.

Der Körper des Mannes lag am Elbstrand im Wasser. Die Einsatzkräfte der Feuerwehr Hollern-Twielenfleth bargen den Vermissten und konnten gegen 11:30 Uhr den zweiten jungen Mann bei ablaufendem Wasser in der Nähe ausmachen. Eine Ärztin stellte den Tod der beiden Vermissten fest. 

Die beiden Männer badeten am Sonntag mit einer weiteren Person in der Elbe, als sie untergingen und nicht mehr auftauchten. Der dritte Mann konnte sich aus eigener Kraft ans Ufer retten. Zeugen des Vorfalls alarmierten kurz vor 17:30 Uhr Polizei und die Leitstelle des Landkreises Stade. Diese entsandte ein Großaufgebot von Rettungskräften der Feuerwehren Wedel, Hollern-Twielenfleth und Grünendeich, die Taucher der Feuerwehr Stade sowie die DLRG Horneburg/Altes Land, Stade, Buxtehude und Wedel an die Einsatzstelle. Seitens des Rettungsdienstes war der Notarzt aus Stadte und zwei Rettungswagen des DRK und der Johanniter vor Ort.

Trotz intensiver Suche mit 11 Booten und Sonar-Unterstützung konnten die beiden Männer nicht gefunden werden. Die Strände von Bassenfleth und der Elbinsel Lühesand wurden ebenfalls kontrolliert. Auch der Tauchereinsatz blieb erfolglos. Der ebenfalls hinzugezogene Rettungshubschrauber „Christoph 29“ unterstützte die Suche aus der Luft.

(16.07.2018; Foto: Polizei Stade)

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Trostteddy: Der kleinste Kollege im Rettungsdienst

13.07.2018

Trostteddy_580Bremen (rd_de) – Ein Trostteddy beruhigt Kinder in Notsituationen. Die Teddybären werden von Polizei, Feuerwehr und Rettungsdienst an Bord ihrer Fahrzeuge mitgeführt. Wenn es im Einsatz gilt, Kinder zu trösten, ihnen Mut zu geben oder sie zu beruhigen, sind die plüschigen Gesellen ein ideales Hilfsmittel. Wer seinen Rettungswagen ebenfalls mit einem Trostteddy der Deutschen Teddy-Stiftung ausrüsten möchte, findet in dieser 10-Punkte-Liste alles Wichtige, was es zu beachten gilt.

1. Was unterscheidet einen Trostteddy von einem normalen Teddybären?
Der Trostteddy ist 28 cm groß und wurde von mehreren hundert Kindergartenkindern aus einer Auswahl von 125 unterschiedlichen Teddys ausgewählt. Ein Trostteddy enthält keine Schadstoffe und löst laut Gesundheitszeugnis keine Allergien aus. Ein Trostteddy ist zudem waschmaschinenfest und wurde in China, selbstverständlich aber nicht in Kinderarbeit, hergestellt. Die Stiftung unterhält persönliche Kontakte zum Hersteller, um das auszuschließen. Die Bären in Deutschland herstellen zu lassen, wäre zu teuer. Jeder Trostteddy würde dann im Einkauf mindestens 13 Euro kosten.

2. Welche Uniform trägt der Trostteddy?
Gar keine! Die Deutsche Teddy-Stiftung steht auf dem Standpunkt, dass das Kind in seiner Notlage und der Trostteddy als Symbol der Liebe und Zuwendung im Mittelpunkt stehen sollten, nicht die beiläufige Werbung für eine Berufsgruppe.

3. An wen muss ich mich wenden, um solch einen Trostteddy zu bestellen?
Erste Adresse hierfür ist in Deutschland die Deutsche Teddy-Stiftung mit Sitz in Esens (Niedersachsen). Sie gehört zum international tätigen Verein „Good Bears Of The World“. Wer Interesse an ihren Trostteddys hat, kann sich formlos per Mail (info@teddy-stiftung.de) an die Stiftung wenden.

4. Wie läuft die Finanzierung ab?
Als gemeinnützige Stiftung kann der Bedarf an Trostteddys nicht allein aus dem Stiftungskapital finanziert werden. Deshalb werden jeweils mit Hilfe der anfragenden Rettungsdienste „Paten“ vor Ort gesucht, die bei der Finanzierung unterstützen möchten. Der Spender bekommt für sein Engagement eine Patenschaftsurkunde. Darüber hinaus weisen Gerichte der Stiftung Bußgelder zu. Der Ort des Paten bzw. Gerichts bekommt dann Trostteddys (Territorialprinzip).

teddi_logo5. Was kostet ein Trostteddy?
Die Deutsche Teddy-Stiftung kauft die Teddybären containerweise ein. Der Einkaufspreis pro Trostteddy schwankt leicht aufgrund des Wechselkurses von Dollar zu Euro. Zuletzt betrug der Einkaufspreis 8,- Euro pro Teddy. Wenn also ein Unternehmen eine Patenschaft über 100 Teddys übernimmt, wird eine Spende in Höhe von 800 Euro erwartet. Die Versandkosten trägt dann die Deutsche Teddy-Stiftung.

6. Wenn man keinen Sponsor findet: Kann man einen Trostteddy auch direkt bei der Stiftung erwerben?
Natürlich, das geht auch. Es gibt zum Beispiel Rettungsdienste oder Feuerwehren, die über ein entsprechendes Budget verfügen und die Teddybären bei der Stiftung zu dem genannten Preis kaufen (plus 19 % MwSt.). Die Bezahlung erfolgt dann per Rechnung.

7. Wie viele Trostteddys erhält man? Gibt’s ein Limit?
Zum Kennenlernen stellt die Deutsche Teddy-Stiftung einen Karton mit 24 Teddybären plus Informationsmaterial zur Verfügung. Danach ist eine Co-Finanzierung erforderlich.

8. Geht man als Rettungsdienst damit Verpflichtungen ein?
Verpflichtungen geht keiner dabei ein. Es ist schließlich ein Miteinander zugunsten der Kinder in Notlagen.

9. Gibt’s ein paar Tipps, auf was man achten sollte, wenn man einem Kind den Trostteddy überreicht?
Seit dem Jahr 2000 hat jeder Trostteddy einen kleinen Begleitbrief am Ohr. In ihm wird das Kind zum Beispiel gebeten, dem neuen Teddy einen Namen zu geben. Darauf könnte der Rettungsdienst-Mitarbeiter zum Beispiel schon mal hinweisen. Außerdem bittet die Deutsche Teddy-Stiftung darum, dass das Kind der Stiftung kurz schreibt oder malt, was ihm passiert ist und ob der Teddy helfen konnte. Jedes Feedback motiviert die ehrenamtlichen Helfer der Deutschen Teddy-Stiftung. Insofern werden auch Rückmeldungen der Ersthelfer gerne gesehen und können Spender veranlassen, eine „Patenschaft“ zu übernehmen.

10. Ist sichergestellt, dass jedes Kind in Deutschland, dass in einer Notsituation einen Trostteddy benötigt, auch einen bekommt?
Nein, leider nicht! Die Zahl der zur Verfügung stehenden Bären hängt vom Stand der Spendengelder ab. Aktuell werden die Teddys aber bereits an über 560 Standorten bundesweit verteilt. Seit Gründung der Stiftung im Jahre 1998 wurden mehr als 220.000 Trostbären an zehntausende Kinder abgegeben. Allein im vergangenen Jahr waren es rund 30.000 Bären, hätten aber nach Informationen der Deutschen Teddy-Stiftung fast doppelt so viele sein können.

(Text: Lars Schmitz-Eggen, Rettungsassistent, Leitender Notfallseelsorger, Chefredakteur Rettungs-Magazin; Foto: Michael Rüffer; 13.07.2018) [3699]

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Polizei will mit neuer Schutzkleidung Verletzungsrisiko mindern

13.07.2018

Hannover (pol) – Niedersachsens Polizei testet laut einer Mitteilung des Landesinnenministeriums innovative Schutzkleidung. Insbesondere Verletzungen durch Schusswaffen sollen damit vermieden werden.

Unter den neuen Ausrüstungsteilen sind eine Jacke mit LED-Kennzeichnung, Überziehschutzwesten sowie neue Poloshirts. Letztere verfügen anstelle von Knöpfen bzw. anderen festen Elementen über Klettverschlüsse. Die Knöpfe könnten im Ernstfall zu schweren Verletzungen führen, wenn sie unter der Schutzweste durch den Aufprall eines Geschosses in den Körper eindringen. Dieses Risiko gibt es bei den neuen Poloshirts nicht.

Außerdem prüft die Polizei den Einsatz einer Softshelljacke, in der blaue LED-Streifen integriert sind. Per Knopfdruck kann die Beleuchtung aktiviert werden und soll die Arbeit der Beamten sicherer machen.

(13.07.2018; Foto: Landesinnenministerium Niedersachsen)

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Zentraler Venenkatheter: ZVK-legen leicht gemacht

12.07.2018

Zentraler Venenkatheter ZVK legenBremen (rd_de) – Ein zentraler Venenkatheter (ZVK) spielt im heutigen Rettungsdienst kaum noch eine Rolle. Dennoch erwartet der Bundesverband der Ärztlichen Leiter Rettungsdienst von einem Notfallsanitäter, dass dieser in der Lage ist, beim ZVK-Legen zu assistieren.

Ein zentraler Venenkatheter ist vor allem gut geeignet, um venenreizende Substanzen zu verabreichen. Dazu zählen Elektrolyte (Na. K), hypertone Lösungen wie Bikarbonat, Chemotherapeutika und hochkalorische Ernährungslösungen.

ZVK legen – die Zugangswege

Zugangswege zum ZVK-Legen sind:

•    V. jugularis externa
•    V. jugularis interna
•    V. subclavia
•    V. femoralis
•    V. basilica

ZVK legen (Not-)Ärzte in der oberen Hohlvene (V. cava superior), idealerweise 2 – 3 cm oberhalb der Einmündung in den rechten Vorhof. Aufgrund der Position der Katheterspitze unmittelbar vor dem Herzen eignet sich ein zentraler Venenkatheter wesentlich besser zur Katecholamin-Therapie als periphere Venen. Bei Massivtransfusion und aggressiver Volumentherapie (Polytrauma) ist ein groß- und mehrlumiger zentraler Venenkatheter ebenfalls den peripheren Zugängen überlegen. Zudem sind diese in Schocksituation meist ohnehin nicht mehr möglich.

In unserem eDossier erklären wir alles Wichtige zum Thema „zentraler Venenkatheter“, unter anderem die Vor- und Nachteile der verschiedenen Zugangswege; die korrekte Technik und charakteristische Komplikationen.

(Text: Jürgen Auerhammer, Anästhesist, Notarzt, Ltd. Notarzt Landkreis Unterallgäu; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 12.07.2018) [1061]

Zentraler Venenkatheter ZVK legeneDossier „Zentraler Venenkatheter: ZVK-legen leicht gemacht“
•    Umfang: 5 Seiten
•    Dateigröße: ca. 1,1 MB/PDF-Format
•    Beitrag aus: Rettungs-Magazin 6/2015

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Neuer Rettungshubscher „Christoph Niedersachsen“ offiziell vorgestellt

12.07.2018

HubschrauberHannover (DRF) – Vor Gästen aus Politik, Rettungswesen und langjährigen Förderern hat die Luftrettung Hannover am Mittwoch (11.07.2018) ihren neuen Hubschrauber des Typs H 145 vorgestellt. Das Nachfolgemodell der bisherigen Einsatzmaschine EC 145 ist allerdings bereits seit Mai im Einsatz.

Der neue Rettungshubschrauber zeichnet sich durch eine besonders große Reichweite und ein Glascockpit mit Displays aus, welche dem Piloten alle aktuell benötigten Flugdaten liefert. Ein auffälliges Merkmal der neuen Maschine ist der sogenannten Fenestron, ein ummantelter Heckrotor, der den Hubschrauber leiser macht, besser vor Beschädigung schützt und zugleich den Rettungskräften am Boden mehr Sicherheit bietet. Außerdem verfügt die Kabine des Hubschraubers über mehr Platz, drehbare Sitze für die Besatzung und einen Inkubator für den Transport von Neugeborenen.

Mit Hannover ist nun bereits die sechste 24-Stunden-Station der DRF mit einem RTH des Typs H 145 ausgestattet. Zuvor war hier seit 2010 das Modell EC 145 im Einsatz. Die Station des DRF am Flughafen Hannover wurde am 1. Oktober 1995 gegründet. Die Notärzte der Medizinischen Hochschule Hannover bilden seitdem, 24-Stunden täglich, eine Einheit mit den Piloten und Notfallsanitätern der Luftrettung an Bord von „Christoph Niedersachsen“.

(12.07.2018; Symbolfoto: DRF Luftrettung)

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COPD: Opioide können eine Option sein

11.07.2018

Bremen (rd_de) – Nicht nur bei Tumorerkrankungen, unter anderem auch bei Patienten mit COPD konnten Studien eine deutliche, klinisch signifikante Wirkung von oralen und parenteralen Opioiden nachweisen.

Wie in der aktuellen Ausgabe des Rettungs-Magazins (5/2018) zu lesen ist, konnte in keiner Studie eine Atemdepression festgestellt werden. Bei sachgemäßer Anwendung ist eine klinisch signifikante Atemdepression also nicht zu erwarten.

Eine opioidbedingte Reduktion der Atemfrequenz bei häufig mit Atemnot einhergehenden Tachypnoe auf eine physiologische Atemfrequenz ist ausdrücklich erwünscht und führt zu einer Ökonomisierung der Atmung und in der Folge zu einer besseren Sauerstoffsättigung des Blutes.

Notärzte, die zur Linderung einer Atemnot Opioide einsetzen möchten, sollten bedenken, dass die notwendige Dosierung niedriger als in der Schmerztherapie ist. Die üblichen Anfangsdosierungen liegen bei 2 bis 5 mg Morphin i.v.

Mehr über die notfallmäßige Behandlung von COPD im aktuellen Rettungs-Magazin. Jetzt im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Leitender Notarzt; 11.07.2018; Symbolfoto: Markus Brändli) [5425]

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Mesenterialinfarkt: Lebensgefahr bei Darminfarkt

11.07.2018

Bremen (rd_de) – Bei den Mesenterialgefäßen handelt es sich um die Gefäße, die unter anderem den Darm mit Blut versorgen. Sie werden daher auch als Eingeweidearterien bezeichnet. Kommt es hier zu Durchblutungsstörungen oder einen Gefäßverschluss, ist schnelles Handeln wichtig.

Wie alle anderen Blutbahnen können Mesenterialgefäße ebenfalls von einer chronischen oder akuten Durchblutungsstörung betroffen sein. In den meisten Fällen kommt es auch hier im Rahmen einer akuten arteriellen Embolie zu einer Minderperfusion des entsprechenden Darmabschnitts. Häufig handelt es sich dann um eine Komplikation des Vorhofflimmerns oder eines zuvor stattgehabten gefäßchirurgischen Eingriffs. Durch die Minderperfusion treten eine Infarzierung („Darminfarkt“) und nachfolgend eine Nekrose des Gewebes auf.

Der Mesenterialinfarkt verläuft in drei Phasen:

1. Zunächst treten stärkste Bauchschmerzen kolikartigen Charakters auf. Bei der Palpation des Abdomens können jedoch keine gravierenden Auffälligkeiten festgestellt werden.
2. Nach einigen Stunden kommt es dann zu einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden. In dieser Phase lässt – bedingt durch die bereits eintretende Nekrose – die Darmperistaltik nach. Man spricht hier auch häufig vom so genannten „trügerischen“ oder „faulen Frieden“.
3. Im weiteren Verlauf kommt es dann wieder zu massiven Schmerzen. Zusätzlich tritt nun eine rasch zunehmende Durchwanderungsperitonitis auf.

In diesem Stadium der irreversiblen Darmnekorse kann ein paralytischer Ileus (Darmverschluss) entstehen. Des Weiteren kann es in dieser dritten Phase zur Entwicklung eines Schocks und zu einer Sepsis kommen. Insbesondere bei Patienten mit bekanntem Vorhofflimmern sollte bei entsprechender Symptomatik immer an dieses Geschehen gedacht werden.

Die Sterblichkeit für Patienten mit einer Sepsis (Blutvergiftung) liegt höher als für Menschen mit einem akuten Koronarsyndrom oder einem Schlaganfall. Wird sie rechtzeitig erkannt, steigen die Überlebenschancen deutlich.

Lesen Sie in unserem eDossier “Sepsis – Symptome einer Blutvergiftung” alles zum Thema.

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Analog zur Angina pectoris wird bei chronischen Engstellen der Mesenterialarterien von einer Angina abdominalis gesprochen. Die Beschwerden treten hier vielfach nach dem Essen auf, da der Darm im Rahmen der Verdauung einen größeren Blutbedarf hat. Durch die verminderte Durchblutung kann dieser aber nicht gedeckt werden.

Aufgrund der fehlenden präklinischen Möglichkeit der Diagnosesicherung beschränkt sich die Therapie auf die Symptomkontrolle und Kreislaufstabilisierung.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 11.07.2018) [3640]

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