Die „Hamburger Löschfahrzeuge“ - Teil 4

Donnerstag, 18. Dezember 2025

Die „Hamburger Löschfahrzeuge“ - Teil 4

In dieser Serie widmen wir uns der Entwicklung der „Hamburger Löschfahrzeuge“ und geben einen Überblick über die seit 1994 beschafften Fahrzeuge. In diesem Teil betrachten wir die Beschaffungen der vierten Generation aus den Jahren 1999 und 2000.

Nach der dritten Serie, bestehend aus acht HLF 16/16 auf geländefähigen Iveco-Allradfahrgestellen (Modell EuroFire FF 135 E 24 W), konnte die Magirus Brandschutztechnik GmbH aus Ulm auch die Ausschreibung für die nächste Generation für sich entscheiden. Die insgesamt zwölf Fahrzeuge wurden in zwei Chargen zu je sechs Stück geliefert.

Die neuen HLF 16/16 basierten auf einem geländefähigen MAN-Allradfahrgestell, Modell L 80 / 14.264 LA-LF, ausgestattet mit ZF-Automatikgetriebe. Die kippbare Fahrer- und Mannschaftskabine verfügt über je zwei Drehtüren pro Seite. Im Mannschaftsraum sind zwei Sitzbänke angeordnet: eine für drei Personen mit integrierten Halterungen für Atemschutzgeräte entgegen der Fahrtrichtung und eine für vier Personen in Fahrtrichtung. Unter den Sitzbänken befinden sich Aluminium-Gerätekästen.

Der Aufbau besteht aus einer stabilen Ganzstahlkonstruktion in Leichtbauweise mit sieben Geräteräumen, verschlossen durch Aluminium-Rollläden. Das Aufbaudach ist über eine abklappbare Leiter am Heck erreichbar. Dort befinden sich Dachkästen mit Halterungen für Leitern. In den hochgezogenen Seitenverkleidungen sind je drei Umfeldbeleuchtungen integriert. Im vorderen Bereich des Daches ist ein manuell bedienbarer, abnehmbarer Schaum-/Wasserwerfer der Firma Leader (Typ Vector 5000) montiert.

Am Heck befindet sich ein Kurbel-Lichtmast der Firma GEROH mit zwei Halogen-Flutlichtstrahlern à 1.000 Watt und einer Lichtpunkthöhe von rund 5,5 m. Für die Entnahme der Schiebleiter kann der Lichtmast seitlich nach rechts abgeklappt werden. Die B-Schlauchhaspel ist erstmals als Ein-Personen-Haspel ausgeführt.

Die im Heck verbaute Feuerlöschkreiselpumpe ist eine zweistufige Normaldruckpumpe von Magirus (Typ FP 16/8) mit automatischer Steuerung und einer Leistung von 1.600 l/min bei 8 bar. Der Löschwasserbehälter aus glasfaserverstärktem Kunststoff fasst 1.630 Liter.

Im Geräteraum G6 befindet sich eine elektro-pneumatisch angetriebene Schnellangriffseinrichtung Wasser mit einem formfesten Druckschlauch DN 25 (60 m) und Hohlstrahlrohr. Zusätzlich ist eine Schaum-Schnellangriffseinrichtung mit festmontiertem Zumischer Z4, 30 m C-Druckschlauch, Schaumrohr S4 und D-Ansaugschlauch vorhanden. Zwei Schaummittelkanister à 20 Liter ermöglichen einen schnellen Schaumangriff.

Die feuerwehrtechnische Beladung entsprach weitgehend der DIN 14530, Teil 11 (Stand 08/1991) und umfasste eine umfangreiche Ausstattung für Brandbekämpfung, technische Hilfeleistung und Rettungseinsätze. Dazu gehörten eine Schlauchhaspel mit 160 Metern B-Schlauch am Heck, mehrere C-Schlauchtragekörbe sowie Turbinen- und Elektrotauchpumpen.

Für die Stromversorgung stand ein Stromerzeuger mit einer Leistung von 8 kVA zur Verfügung. Die Fahrzeuge führten fünf Atemschutzgeräte mit, von denen drei im Mannschaftsraum gelagert waren.

Für die technische Rettung war ein hydraulischer Rettungssatz der Firma Weber an Bord, bestehend aus Hydraulikaggregat, Schere, Spreizer, Rettungszylinder und Pedalschneider. Ergänzt wurde die Ausstattung durch eine Motorkettensäge, einen Trennschleifer sowie ein Schlauchboot mit Wasserrettungssatz. Für spezielle Einsatzlagen standen pneumatische Hebe- und Rohrdichtkissen, ein Strahlenmesskasten und verschiedene Gasspürmessgeräte bereit. Auch die rettungsdienstliche Erstversorgung war berücksichtigt: Neben einer Grundausstattung befand sich eine Sauerstoffinsufflationseinheit an Bord. Für den Zugang in Höhen oder Tiefen waren vier Steckleiterteile, eine dreiteilige Schiebleiter, eine Hakenleiter sowie eine Klappleiter vorhanden.

Die Farbgebung blieb beim Tagesleuchtrot (RAL 3024) mit gelber retroreflektierender Beklebung. Die Sondersignalanlage besteht aus einem Dachbalkensystem der Firma Hänsch, Modell DBS 2000, mit aufgesetztem Martin-Horn 2297 GM, zwei Frontblitzern Hänsch Typ 40, einer Rundumkennleuchte Bosch RKLE 110 am Heck sowie einem Heckwarnsystem TRI-BLITZ 2.

Bis 2018 wurden alle zwölf HLF der vierten Generation außer Dienst gestellt, sind aber nach ihrer Ausmusterung in Hamburg weiterhin bei anderen Feuerwehren im Einsatz – beispielsweise in der Uckermark bei der Freiwilligen Feuerwehr Amt Gramzow, Ortswehr Fredersdorf.

 

Technische Daten:

  • Fahrgestell: MAN L 80 / 14.264 LA-LF
  • Motorleistung: 191 kW bei 2.300 1/min (6-Zylinder Diesel)
  • Hubraum: 6.871 cm³
  • Höchstgeschwindigkeit: 85 km/h
  • zulässiges Gesamtgewicht: 14.000 kg
  • Leergewicht: 8.500 kg
  • Achslast vorn / hinten: 5.000 / 9.000 kg
  • Länge ohne Haspel: 7.310 mm
  • Breite: 2.500 mm
  • Höhe: 3.270 mm
  • Radstand: 3.600 mm

Aufbau: Magirus AluFire 2

Text: Heiner Lahmann

Bilder: Oliver Ganzel, Stephan Kutsch, Timo DruxKlausmartin Friedrich, Heiner Lahmann

Quelle: Archiv Hamburger Feuerwehr Historiker E.V.


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