Einsatzfahrzeug: G-11 (c/n: 900-00045)
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| Funkrufname | G-11 (c/n: 900-00045) | Kennzeichen | OO-POG |
|---|---|---|---|
| Standort | Europa (Europe) › Belgien (Belgium) | ||
| Wache | Federale Politie Steenokkerzeel - Appui Aérien/Luchtsteun | Zuständige Leitstelle | k.A. |
| Obergruppe | Polizei | Organisation | Bundespolizei |
| Klassifizierung | Polizeihubschrauber | Hersteller | MD Helicopters |
| Modell | MD-902 Explorer (LBA: 3066) | Auf-/Ausbauhersteller | MD-Helicopters |
| Baujahr | 1996 | Erstzulassung | 1996 |
| Indienststellung | 1996 | Außerdienststellung | k.A. |
| Beschreibung | Polizeihubschrauber der Federale Politie (Bundespolizei), stationiert bei der Directie Luchtsteun (DAFA) auf Basis einer MD Helicopters Inc. MD-902 Explorer und einem polizeilichen Ausbau durch die Firma MD Helicopters Inc. Der Hubschrauber ist seit 1996 im Besitz der Federale Politie und rückt vom Stützpunkt der Directie Luchtsteun (DAFA) auf der Airbase Melsbroek (EBMB) aus. Durch die Stationierung der Hubschrauber der Federale Politie an einem militärischen Fliegerhorst tragen alle Fluggeräte als Besonderheit eine Doppelkennung. Die militärische Kennung der Maschine lautet daher G11, die zivile Kennung OO-POG. Die MD-900 Explorer bei der Federale Politie: Die MD-900 Explorer erhält ihre Einführung im Jahr 1996 bei der belgischen Polizei. Die damals noch zuständige Rijkswacht (Gendarmerie) sieht sich vor der Entscheidung, ihre alternde Flotte an Aérospatiale SA.330C/H/L Puma und Sud Aviation SA.3180 Alouette II zu ersetzen. Nach ersten Marktsondierungen fällt die Entscheidung auf die MD Helicopters Inc. MD-900 Explorer. Die Rijkswacht gibt noch im gleichen Jahr eine Bestellung von zwei Hubschraubern bekannt. Die erste Maschine (G10) wird im Januar 1997 an das Detachement Luchtsteun ausgeliefert. Die Schulung der Piloten wird daher rasch vorangetrieben. Nur kurze Zeit später, im August 1997, wird die zweite Maschine (G11) an die belgische Rijkswacht ausgeliefert. Die modernen Maschinen mit ihrer präzisen Ausrüstung lassen die älteren und betagten Hubschraubertypen schnell in Vergessenheit geraten, sodass der Hubschraubertyp Aérospatiale SA.330C/H/L Puma bereits im Mai 1998 gänzlich außer Dienst gestellt wird. Für die Sud Aviation SA.3180 Alouette II sieht es nicht viel anders aus, und der Hubschraubertyp wird seitens der Rijkswacht sukzessive zwischen 1996 und 2000 komplett ausgemustert. Die Fußball-Europameisterschaft „Euro 2000“, welche von Belgien und den Niederlanden im Juni 2000 ausgetragen wird, bringt die Wichtigkeit der Hubschrauber in vollem Umfang hervor. Die MD-900 Explorer werden bei allen Spielen der „Euro 2000“ eingesetzt und zeigen ihre Stärken in vollem Umfang. In Anbetracht der äußerst guten Erfahrungen entscheidet sich die belgische Rijkswacht noch im Jahr 2000 zur Anschaffung einer dritten MD-900 Explorer. Die Maschine (G12) wird im Juli 2001 geliefert. Die Reform vom 7. Dezember 1998 der belgischen Polizei sieht die Auflösung der Rijkswacht und der Gemeindepolizeien zugunsten der Federale Politie und der Lokale Politie vor. Die Reform tritt zum 1. Januar 2001 in Kraft, und das Detachement Luchtsteun der Rijkswacht wird zugunsten der Neugründung des Dienstes Luchtsteun der Federale Politie aufgelöst. Sowohl Standort, Gebäulichkeiten als auch die bestehende Hubschrauber- und Flugzeugflotte werden komplett von der Federale Politie übernommen. Die gestiegenen Anforderungen an die Hubschrauberstaffel der belgischen Federale Politie geben 2009 Anlass dazu, über die Anschaffung einer vierten MD-900 Explorer nachzudenken. Die politischen Hürden können noch im gleichen Jahr genommen werden, und eine neue Maschine wird bei MD Helicopters Inc. in Auftrag gegeben. Inzwischen ist jedoch die modernere Variante, die MD-902 Explorer, zur Anschaffung vorgesehen. Die vierte Maschine (G16) wird im Oktober 2010 geliefert. Sie ist zugleich ein Unikum in den Reihen der Federale Politie, da sie, entgegen allen anderen Maschinen der Federale Politie, gänzlich in Schwarz lackiert ist. Die Lackierung ist bewusst analog zur Schaffung der Patrouille Anti-Criminalité (PAC) gewählt. Die Anschaffung einer vierten Maschine treibt die Modernisierung der Flotte voran. Nach und nach wird die bestehende Flotte dem Mid-Life-Update-Programm unterzogen. So werden zwischen 2011 und 2014 die drei bereits im Besitz der Federale Politie befindlichen Maschinen bei MD Helicopters Inc. vom Hubschraubertyp MD-900 Explorer auf den Hubschraubertyp MD-902 Explorer umgerüstet. Für ihr 25-jähriges Bestehen schafft der Dienst Luchtsteun im Jahr 2017 eine letzte Maschine an. Die fünfte und letzte Maschine (G17) kann der Dienst Luchtsteun pünktlich zu seinem Jubiläum im Januar 2018 in Empfang nehmen. Hier wird wiederum ein Hubschrauber vom Typ MD-902 Explorer angeschafft. Wie viele Betreiber der MD-902 Explorer sieht sich die Federale Politie vor ähnliche Probleme gestellt. So wird im Jahr 2024 beschlossen, die bestehende Flotte erstmals durch die Anschaffung von zwei Hubschraubern vom Typ Airbus H145M zu ergänzen. Ein wesentlicher Grund für diesen Schritt liegt darin, dass die MD-902 Explorer seit 2019 nicht mehr produziert oder weiterentwickelt werden und sich die Ersatzteilbeschaffung zunehmend schwierig und kostenintensiv gestaltet. Die erste neue Maschine wird für das Frühjahr 2026 erwartet, die zweite dann für September 2026. In einer ersten Phase wird die belgische Federale Politie beide Hubschraubertypen parallel betreiben. Dienst Luchtsteun / Appui Aérien: Der Dienst Luchtsteun der Federale Politie ist die zentrale Luftunterstützungseinheit der belgischen Bundespolizei und spezialisiert auf die Unterstützung polizeilicher Einsätze aus der Luft. Die Einheit mit Standort am Militärflugplatz Melsbroek bei Brüssel unterstützt sowohl föderale als auch lokale Polizeidienste und übernimmt eine wichtige Rolle bei der Beobachtung, Koordination und Dokumentation unterschiedlichster Einsatzlagen. Zu den Aufgaben gehören unter anderem die Suche nach vermissten Personen, die Unterstützung bei Fahndungen und Verfolgungen, die Überwachung des Straßenverkehrs, die Absicherung von Großveranstaltungen sowie die Unterstützung von Spezialeinheiten und Katastropheneinsätzen. Für diese Aufgaben nutzt der Dienst eine moderne Flotte aus Hubschraubern (5 MD Helicopters Inc. MD-902 Explorer und 2 MD Helicopters Inc. MD-520N), Flugzeugen (2 Cessna 182) und Drohnen, die mit Wärmebildkameras, hochauflösender Videotechnik und Echtzeit-Bildübertragung ausgestattet sind. Dadurch können Einsatzkräfte am Boden schnell mit aktuellen Lagebildern versorgt werden. Besonders der Einsatz von Drohnentechnik hat in den vergangenen Jahren an Bedeutung gewonnen und ergänzt die klassische luftgestützte Polizeiarbeit zunehmend. Der heutige Dienst geht historisch auf die Luftunterstützung der ehemaligen belgischen Gendarmerie zurück und wurde nach der Polizeireform Anfang der 2000er-Jahre in die Struktur der Föderalen Polizei integriert. Heute gilt Luchtsteun als wichtiger Bestandteil der belgischen Sicherheitsarchitektur und trägt mit seinen luftgestützten Fähigkeiten wesentlich zur effektiven Durchführung komplexer Polizeieinsätze bei. Ausstattung:
Geschichte und Technik der MD-900/902 Explorer: Die MD-900 Explorer war ein leichter, zweimotoriger Hubschrauber mit Turbinenantrieb, der Anfang der 1990er-Jahre von McDonnell Douglas Helicopter Systems entwickelt wurde. Ihr Nachfolgemodell, die MD-902 Explorer, wurde bis 2019 von MD Helicopters Inc. produziert. Die Entwicklung der Maschine geht auf das Jahr 1989 zurück, nachdem erste Studien bereits im Februar 1988 gestartet wurden. Den offiziellen Startschuss zur Planung des Explorer, damals intern noch als MDX bezeichnet, gab McDonnell Douglas Helicopters im Januar 1989. Die Explorer war die erste Maschine, die mit dem neuen NOTAR-System („NO TAil Rotor“ = kein Heckrotor), das von McDonnell Douglas Helicopters selbst entwickelt wurde, ausgestattet wurde. Für den Bau der Maschine kooperierte McDonnell Douglas Helicopters mit Hawker de Havilland of Australia, vorrangig für die Anfertigung der Flugzelle. Bis 1992 baute McDonnell Douglas Helicopters zehn Prototypen, wovon allein sieben für bodengebundene Tests vorgesehen waren. Bei der Motorisierung wurde McDonnell Douglas Helicopters mit dem Explorer zum weltweit ersten Nutzer der damals neu entwickelten Turbinen der Pratt & Whitney Canada PW200-Serie und schloss nach den erfolgreichen Tests einen Exklusivvertrag zum Einbau der Pratt & Whitney Canada PW206A-Turbinen in den ersten 128 Maschinen. Zwischenzeitliche Pläne, die Maschine zusätzlich mit Turbinen vom Typ Turbomeca Arrius anzubieten, wurden verworfen. Der erste Prototyp startete im Dezember 1992 zu seinem Erstflug. Im Dezember 1994 erfolgte die FAA-Zulassung und die erste Auslieferung, seit 1996 besteht die europäische Zulassung. Zwischen 1994 und 1996 trieb McDonnell Douglas Helicopter die Verbesserungen voran und entwickelte neue, leistungsstärkere Komponenten für den Hubschrauber. Für die zivile Nutzung der Maschine bestimmt, entschied sich McDonnell Douglas Helicopter dennoch zum Einbau der Turbomeca-Arrius-Turbinen und verbesserte im gleichen Zuge die Landekufen. McDonnell Douglas Helicopter bezeichnete das Upgrade der Maschine fortan als MD-901 Explorer und kündigte gleichzeitig an, dass die Maschine ab Baunummer 127 erhältlich sei. Die Erfolge der neuen, verbesserten Maschine blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück, sodass die MD-901 Explorer schneller als gedacht aufgegeben und die Planungs- und Verbesserungsarbeiten eingestellt wurden. Am Ende wurde das Projekt ohne den Verkauf einer einzigen Maschine beendet. Im Jahr 1997 wurden erneut Verbesserungen an der MD-900 Explorer vorgenommen. Die Hauptverbesserungen waren unter anderem neue Turbinen vom Typ Pratt & Whitney Canada PW206E, verbesserte Lufteinlässe, ein optimiertes NOTAR-System und ein stärkeres, stabilisiertes Control System. All diese Verbesserungen führten zu einer höheren Reichweite sowie einem erhöhten maximalen Abfluggewicht (MTOW). Offiziell wurde die Maschine als Nachfolger der MD-900 Explorer angekündigt und als MD-902 Explorer bezeichnet. Im September 2000 erhielt die MD-902 Explorer eine bis heute letzte Weiterentwicklung mit erneut verbesserten Turbinen vom Typ Pratt & Whitney Canada PW207E. Ferner wurden die Komponenten der Maschine so konzipiert, dass ein Umbau der MD-900 Explorer durch Upgrades zu einer MD-902 Explorer mit relativ geringem Aufwand möglich wurde. Bis auf die Baunummern 001–007 lassen sich alle Maschinen problemlos aufrüsten; die genannten frühen Exemplare sind davon ausgenommen. Im Bauzeitraum der MD-900 Explorer tastete sich McDonnell Douglas Helicopter auch an die militärische Nutzung des Hubschraubers heran. Bis heute werden daher zwei Militärversionen angeboten. Die erste Variante erschien 1998 als MH-90 Enforcer und wurde speziell für die Belange der United States Coast Guard entwickelt. Einige Jahre später erschien eine erneut überarbeitete Militärversion mit schwerer Bewaffnung auf dem Markt, die MD-969 Combat Explorer. Zwischenzeitlich hat MD Helicopters Inc. den Bau und Vertrieb der MD-900 Explorer sowie der MD-902 Explorer aufgegeben. Die beiden Hubschraubertypen zählen jedoch bis heute zu den erfolgreichsten Modellen des Unternehmens und befinden sich weltweit weiterhin im Einsatz. Besonders verbreitet sind die Maschinen bei Polizeibehörden sowie in der Luftrettung. Daten der Explorer:
G-11 (OO-POG) (ex N92047; OT-GIB) |
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| Ausrüster | k.A. | ||
| Sondersignalanlage |
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| Besatzung | 2/2 | Leistung | 1.044 kW / 1.419 PS / 1.400 hp |
| Hubraum (cm³) | k.A. | Zulässiges Gesamtgewicht (kg) | 1.948 |
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| Eingestellt am | 26.03.2026 | Hinzugefügt von | Jérôme Biondi |
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