Waldbrand-Bekämpfung Top-Thema auf der INTERSCHUTZ

Donnerstag, 23. Juni 2022

Waldbrand-Bekämpfung Top-Thema auf der INTERSCHUTZ

Ein zentrales Thema auf der Interschutz 2022 ist die Vegetationsbrandbekämpfung - gerade wegen der aktuellen Katastrophenlage in Brandenburg und der Waldbrände in anderen Regionen. Wir zeigen einige der hoch geländegängigen Löschfahrzeuge im Bild.

Am Rande der INTERSCHUTZ wies der Leiter des Arbeitskreises Waldbrand im Deutschen Feuerwehrverband (DFV) und Vegetationsbrandexperte der Vereinigung zur Förderung des Deutschen Brandschutzes (vfdb), Dr. Ulrich Cimolino, darauf hin, dass der Mangel an geeigneter Ausrüstung zur Waldbrandbekämpfung jetzt sichtbar werde. Das gelte sowohl für den Bedarf an geländegängigen Fahrzeugen zur Waldbrandbekämpfung, als auch für die geeignete persönliche Schutzausrüstung und sinnvolle, spezielle Werkzeuge.

W-TLF 3000 mit deutlichen Anleihen bei französichen CCFM, Renault D14 P4x4 E6, Desautel - eventuell für deutsche Feuerwehren?

Hinzu komme die notwendige Schulung in Taktik und Technik. Cimolino wies darauf hin, dass während der INTERSCHUTZ die komplette Bandbreite der Möglichkeiten an Fahrzeugen und Ausrüstung sowie vieles zur Taktik und Ausbildung gezeigt werde. Die Messe sei ein hervorragendes Schaufenster für aktuelle Technologien und Innovationen. Dabei werde deutlich, dass es nicht an Erkenntnissen, Ideen und Lösungen fehle, sondern an der Umsetzung.

Demnächst bei der FF Werl im Einsatz: TLF auf Unimog U 5022 von Rosenbauer.

Wichtig sei dabei auch eine stärkere internationale Zusammenarbeit. „Waldbrände kennen keine Ländergrenzen“, sagte Cimolino. Die INTERSCHUTZ biete einen hervorragenden Beitrag zur Unterstützung der internationalen Vernetzung. Aussteller wie Rosenbauer und Desautel, aber auch die Bundeswehr-Feuerwehr zeigen auf der Messe neueste Fahrzeuge und Konzepte für die Waldbrandbekämpfung.


Sides zeigt ein CCFM auf Renault D 14 4x4 für die Feuerwehr im französischen Département Lozere.

Mit vierköpfiger Besatzung üblicherweise bei der Marinefeuerwehr im Raum Marseille unterwegs: CCFM auf Unimog U 5023 mit Gimaex-Aufbau und 14.500 kg Gesamtmasse.

Die Katastrophe in Brandenburg und die weiteren Brände in zahlreichen anderen Regionen seien insgesamt ein deutlicher Hinweis auf die brisante Entwicklung bei den Vegetationsbränden. „Wie sich jetzt zeigt, können sich Vegetationsbrände schnell zu dynamischen Großschadenslagen entwickeln, wenn die Trockenheit groß und die Widerstandsfähigkeit der Vegetation durch diese und andere Schäden (z.B. Sturm, Borkenkäfer) gering ist, sich dadurch die vorherrschende Vegetation leicht entzündet und schnell abbrennt“, so der Experte. Als Beispiele nannte Cimolino für Deutschland vor allem die Nadelhölzer, aber auch Birken.

CCFM mit Gimaex-Aufbau, wieder auf Renault D14 4x4

Zugleich wies er auf eine vor wenigen Tagen vom Deutschen Wetterdienst verbreitete neue Prognose für Deutschland bis zum Jahr 2028 hin. Demnach wird regional eine bis zu einem Grad höhere Durchschnittstemperatur als bisher erwartet. „Dies klingt recht wenig, erhöht aber die Brisanz der Vegetationsbrandlage sehr deutlich, weil es unmöglich ist, dass sich die Vegetation oder auch nur der Waldbau in der Gefahrenvorbeugung in der Zeit darauf voll einstellen kann“, so Cimolino.



2x Tatra T815-7 mit Aufbauten von THT: links eines der schon bekannten Fahrzeuge des Typ TLF 5000-W BB für Brandenburg und Mecklenburg-Vorpommern, rechts ein dreiachsiges (W-)TLF mit 8500 l Wasser, 510 l Schaummittel sowie einer kombinierten ND-/HD-Pumpe.

Text:
Pressemitteilung der Interschutz
Bearbeitung: Klausmartin Friedrich
Fotos: Rüdiger Barth, Klausmartin Friedrich


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