Einsatzfahrzeug: Brienz/Brinzauls - StpFW Albula - EEF - Feal 11

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| Funkrufname | Brienz/Brinzauls - StpFW Albula - EEF - Feal 11 | Kennzeichen | GR 5236 |
|---|---|---|---|
| Standort | Europa (Europe) › Schweiz (Switzerland) › Graubünden | ||
| Wache | StpFW Albula Depot Brienz/Brinzauls | Zuständige Leitstelle | k.A. |
| Obergruppe | Feuerwehr | Organisation | Pflichtfeuerwehr |
| Klassifizierung | Vorauslöschfahrzeug | Hersteller | Toyota |
| Modell | Hilux | Auf-/Ausbauhersteller | Rusterholz |
| Baujahr | 1982 | Erstzulassung | 1982 |
| Indienststellung | k.A. | Außerdienststellung | k.A. |
| Beschreibung | Ersteinsatzfahrzeug (EEF) der Stützpunktfeuerwehr Albula, stationiert im Depot Brienz/Brinzauls Fahrgestell: Toyota Hilux 2.0 L („N30“ oder „N40“) Technische Daten:
Hochdrucklöschanlage:
Löschmittel:
Ausstattung:
Beladung:
Wenn der Berg rutscht – Dorf samt Feuerwehr evakuiert Das malerische Bündner Bergdorf Brienz/Brinzauls in der Gemeinde Albula/Alvra liegt auf einer etwa 1.150 Meter hohen Terrasse am Südrand der Plessur-Alpen unterhalb des 2.770 Meter hohen Piz Linard. Es gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe der „Rhätischen Bahn in der Kulturlandschaft Albula/Bernina“. In dem landwirtschaftlich geprägten Dorf leben knapp 130 Menschen (Stand: 2014). Doch über dem Dorf und seinen Einwohnern schwebt – mal mehr und mal weniger bedrohlich – ein sprichwörtliches Damoklesschwert. Seit geraumer Zeit bedroht ein immenser Bergrutsch – der sogenannte Igl Rutsch – das gesamte Dorf und seine Umgebung. Zwei Mal bereits musste Brienz/Brinzauls wegen des Bergrutsches und seiner Auswirkungen aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Die erste Evakuierung ereilte die Bewohner im Mai 2023. Bis zum Juli des gleichen Jahres blieb Brienz/Brinzauls evakuiert, bevor die Menschen zurückkehren konnten. Zum zweiten Mal musste das Bergdorf im November 2024 geräumt werden. Bis Ende Januar 2026 blieb das Bergdorf menschenleer zurück. Erst am 26. Januar 2026 konnten die Bewohner nach einer Entspannung der Lage wieder zurückkehren. Zusammen mit den Bewohnern musste auch die örtliche Feuerwehreinheit Brienz/Brinzauls bei den Evakuierungen notgedrungen verlassen. Eine temporäre Unterkunft fand die kleine zur Stützpunktfeuerwehr Albula gehörende Feuerwehreinheit jeweils im wenige Kilometer entfernten Depot Surava im Tal der Albula. Im Feuerwehrdepot von Brienz/Brinzauls ist als einziges Fahrzeug ein Ersteinsatzfahrzeug (EEF) stationiert. Der 1982 gebaute Toyota Hilux mit einfachem, aber robustem Blachenaufbau von Rusterholz wurde von der damals noch eigenständigen Gemeinde Brienz/Brinzauls beschafft. Nicht sicher ist, ob das Fahrzeug als Neu- oder als Gebrauchtfahrzeug nach Brienz/Brinzauls kam. Denkbar ist, das das Fahrzeug ursprünglich im Kanton Zürich im Einsatz war. Nachträglich wurde die Ausstattung des EEF um eine Hochdrucklöschanlage von Oertzen ergänzt. Mit dem EEF kann die kleine Feuerwehrmannschaft von Brienz/Brinzauls bei einem Brand die Menschenrettung und einen ersten Löschangriff einleiten und so die Zeit bis zum Eintreffen von Verstärkung aus dem Tal gewinnbringend überbrücken. Erstangreifer mit grünen Highlights Carrosserie Rusterholz aus dem Kanton Zürich baute 1982 das in Brienz/Brinzauls stationierte EEF auf. Als Fahrgestell dient ein Toyota Hilux der dritten Generation mit einem Reihen-Vier-Zylinder-Ottomotor der R-Familie, einem Vier-Gang-Schaltgetriebe und zuschaltbarem Allradantrieb sowie Geländeuntersetzung. Für europäische Verhältnisse sehr ungewöhnlich ist die durchgehende Sitzbank in der Kabine statt Einzelsitzen. Obwohl die Bank mehr Platz bieten würde ist der Hilux nur für zwei Personen zugelassen. Die Ladefläche des Pick-ups überspannt ein Blachenaufbau von Rusterholz. Den meisten Platz auf der Ladefläche beansprucht der zentrale Auszug mit der Hochdrucklöschanlage. Bei der erst nachträglich hinzugekommenen Anlage handelt es sich um eine HDL 170 des deutschen Herstellers Oertzen mit einem eigenen Verbrennungsmotor als Antrieb. Sie hat eine Leistung von 21 Litern pro Minute bei namensgebenden 170 bar und wird aus einem 100 Liter großen Wassertank gespeist. Über einen 60 Meter langen Hochdruckschnellangriff können wahlweise Wasser oder Schaummittel abgegeben werden. Hinter der Hochdrucklöschanlage werden auf dem Auszug Druckschläuche und wasserführende Armaturen mitgeführt. Weitere kleinere Ausrüstungsgegenstände liegen links und rechts neben dem Auszug auf der Ladefläche. Auf der rechten Fahrzeugseite werden in einem abgeschlossenen Staufach unter dem Aufbaudach drei Pressluftatmer mitgeführt. Überaus spärlich fällt die Sondersignalanlage des EEF aus. Nur eine einsame Rundumkennleuchte thront auf dem Kabinendach des Hilux. Während die Highlights in blau ausbleiben setzt das EEF doch ganz eigenwillig grüne Highlights. Verschiedene eigentlich verchromte Anbauteile am Hilux wurden später grün eingefärbt. Beispielsweise Teile des Toyota-Logos im Kühlergrill und Teile des Hilux-Schriftzuges am Vorderwagen. Aber auch die Türgriffe an der Kabine und verschiedene Teile an der Klappe der Ladefläche. Blachenaufbauten – Eine Schweizer Spezialität Aufbauten mit Planenverdecken, sogenannte Blachenaufbauten, erfreuen sich in der Schweiz schon seit langem und auch noch bis heute einer gewissen Beliebtheit. Sie werden von verschiedenen Aufbauherstellern vor allem für kleinere Einsatzfahrzeuge im Bereich bis etwa fünf Tonnen Gesamtgewicht angeboten. Typische Einsatzfahrzeuge die mit Blachenaufbauten realisiert werden sind beispielsweise Pikettfahrzeuge (PIF), Ersteinsatzfahrzeuge (EEF) oder Kleinlöschfahrzeuge (KLF) sowie verschiedene Arten von Gerätewagen (GW). Als Träger für diese Aufbauten werden häufig Pickups, Pritschenwagen oder Transporterfahrgestelle mit Einzel- oder auch Doppelkabine verwendet. Bei einem Blachenaufbau sind in der Regel nur das Dach und die Stirnwand fest verplankt. Die Seitenwände hingegen sind mit robusten LKW-Planen, den sogenannten Blachen, bespannt und klappbar ausgeführt. Sie übernehmen damit die Funktion des Geräteraumverschlusses. Durch diese Bauweise gibt es bei einem Blachenaufbau nicht mehrere Geräteräume pro Fahrzeugseite, sondern immer nur jeweils einen der über die gesamte Aufbaulänge oder -breite reicht. Im Vergleich zu einem konventionellen Aufbau ist ein Blachenaufbau deutlich einfacher konstruiert und damit auch kostengünstiger. Bedingt durch die einfache und reduzierte Bauweise ist er auch deutlich leichter. Gleichzeitig ist der Aufbau auch robust und wartungsfreundlich, lassen sich defekte Planen doch einfach flicken und ggf. auch ersetzten. Weitere praktische Nebeneffekte der Bauweise sind der schnelle Zugriff auf den kompletten Stauraum einer Fahrzeugseite sowie das Dach, das eine geöffnete Seitenwand vor dem Geräteraum bildet. Der Bergrutsch „Igl Rutsch“ Das Erosionsgebiet Igl Rutsch erstreckt sich über mehrere Quadratkilometer von einer Flanke des Piz Linard über das auf seiner Terrasse gelegene Brienz/Brinzauls bis hinab ins Tal der Albula. Der gesamte Berghang rutscht in diesem Bereich auf einer regelrechten Rutschschicht talwärts und wird dort dann von der Albula erodiert. Das gesamte Gebiet ist schon seit langer Zeit und mit großer Geschwindigkeit in Bewegung. Im Jahr 2019 wurde im Bereich von Brienz/Brinzauls eine Bewegung des Bodens von einem Meter pro Jahr in Richtung Tal gemessen. Besonders markant ist der große Schuttstrom der oberhalb von Brienz/Brinzauls auf einer Höhe von rund 1.690 Metern ansetzt. Die dortige Rutschung wurde vermutlich durch großflächige Rodungen im Zuge des Wiederaufbaus von Brienz/Brinzauls nach einem Brand 1874 beschleunigt. Nach starken Regenfällen begann das Gebiet im November 1878 mit immer stärkerer Geschwindigkeit abzurutschen. Teilweise kam es zu Rutschungen von bis zu einem Meter pro Tag. Erst durch das Anlegen von Drainagen und Aufforstungen konnte der Schuttstrom bis 1955 merklich verlangsamt werden. Nach einer Phase der vergleichsweisen Ruhe ereignete sich 2008 ein Felssturz bei dem die Straße nach Brienz/Brinzauls gesperrt werden musste. Auch 2019 kam es zu einem markanten Felssturz. Ein etwa 100 Tonnen schwerer Fels raste mit teilweise 100 Stundenkilometern talwärts, passierte die gesperrte Straße nach Brienz/Brinzauls und einen Kinderspielplatz und blieb schließlich auf einem Feld liegen. Wegen der sich zuspitzenden Gefahr weiterer und größerer Felsstürze wurden anschließend Planungen zur Evakuierung von Brienz/Brinzauls aufgenommen. Die Pläne mussten im Mai 2023 in die Tat umgesetzt und das Dorf evakuiert werden. In dieser Zeit beschleunigte sich der Schuttstrom oberhalb des Dorfes auf bis zu 40 Meter pro Tag. Schlussendlich rutschten – begleitet von Steinschlägen – knapp 1,2 Millionen Kubikmeter Schutt aus dem Strom bis kurz vor die Ortsgrenze hinab. Bis zum Juli 2023 hatte sich die Lage aber wieder derart beruhigt, das die Menschen wieder nach Brienz/Brinzauls zurückkehren konnten. Nach Unwettern im Sommer 2024 beschleunigte sich der Schuttstrom erneut so stark, das Brienz/Brinzauls ein zweites Mal evakuiert werden musste. Während der über 60 Monate andauernden Evakuierung des Ortes bewegte sich das Schuttfeld wieder mit höherer Geschwindigkeit talwärts. Nachdem sich die Lage wieder merklich entspannte konnten die Menschen Ende Januar 2026 wieder zurückkehren. |
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| Ausrüster | k.A. | ||
| Sondersignalanlage |
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| Besatzung | 1/1 | Leistung | 65 kW / 88 PS / 87 hp |
| Hubraum (cm³) | 1.968 | Zulässiges Gesamtgewicht (kg) | 2.260 |
| Tags |
k.A.
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| Eingestellt am | 27.01.2026 | Hinzugefügt von | Christopher Benkert |
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