Einsatzfahrzeug: Brienz/Brinzauls - StpFW Albula - EEF - Feal 11

Brienz/Brinzauls - StpFW Albula - EEF - Feal 11
Brienz/Brinzauls - StpFW Albula - EEF - Feal 11

Einsatzfahrzeug-ID: V222187 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Brienz/Brinzauls - StpFW Albula - EEF - Feal 11 Kennzeichen GR 5236
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Graubünden
Wache k.A. Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Pflichtfeuerwehr
Klassifizierung Vorauslöschfahrzeug Hersteller Toyota
Modell Hilux Auf-/Ausbauhersteller Rusterholz
Baujahr 1982 Erstzulassung 1982
Indienststellung 1982 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Ersteinsatzfahrzeug (EEF) der Stützpunktfeuerwehr Albula, stationiert im Depot Brienz/Brinzauls

Fahrgestell: Toyota Hilux 2.0 L („N30“ oder „N40“)
Aufbau: Carrosserie Rusterholz
Baujahr: 1982

Technische Daten:

  • Motor: Reihen-4-Zylinder-Ottomotor Toyota 18R
  • Antrieb: Straßenantrieb (4x2) mit zuschaltbarem Allradantrieb (4x4)
  • Getriebe: 4-Gang-Schaltgetriebe mit Geländeuntersetzung
  • Anhängelast: 2.000 kg

Hochdrucklöschanlage:

  • Typ: HDL 170
  • Hersteller Oertzen
  • Antrieb: Ottomotor
  • Förderleistung Hochdruck: 21 l/min bei 170 bar

Löschmittel:

  • Wasser: 100 l
  • Schaummittel: 40 l

Ausstattung:

  • Hochdruckschnellangriff mit 60 m formstabilem Druckschlauch und Pistolenstrahlrohr

Beladung:

  • 2 Faltsignale
  • 2 Verkehrswarnleuchten
  • B-Druckschläuche
  • C-Druckschläuche
  • Verteiler B-CCC
  • Strahlrohre
  • Wasserführende Armaturen
  • ABC-Pulverfeuerlöscher
  • Pressluftatmer
  • 2 Langzeit-Pressluftatmer
  • Druckluftfluchtgerät
  • Wärmebildkamera FLIR

Bedrohtes Bergdorf mit bedrohter Feuerwehr

Das malerische Bündner Bergdorf Brienz/Brinzauls in der Gemeinde Albula/Alvra liegt auf einer etwa 1.150 Meter hohen Terrasse am Südrand der Plessur-Alpen. Es gehört sogar zum UNESCO-Weltkulturerbe der „Rhätischen Bahn in der Kulturlandschaft Albula/Bernina“. In dem klassisch durch die Landwirtschaft geprägten Dorf leben knapp 130 Menschen (Stand: 2014). Doch über ihnen schwebt – mal mehr und mal weniger bedrohlich – ein sprichwörtliches Damoklesschwert. Seit geraumer Zeit bedroht ein immenser Bergrutsch – der sogenannte Igl Rutsch – das gesamte Dorf und seine Umgebung. Zwei Mal bereits musste Brienz/Brinzauls wegen des Bergrutsches und seiner Auswirkungen aus Sicherheitsgründen evakuiert werden. Die erste Evakuierung ereilte die Bewohner 2023, die zweite deutlich längere im November 2024. Bis Ende Januar 2026 blieb das Bergdorf menschenleer zurück. Erst am 26. Januar 2026 konnten die Bewohner nach einer Entspannung der Lage wieder zurückkehren.

Zusammen mit den Bewohnern musste auch die örtliche Feuerwehreinheit Brienz/Brinzauls bei den Evakuierungen notgedrungen verlassen. Eine temporäre Unterkunft fand die kleine zur Stützpunktfeuerwehr Albula gehörende Feuerwehreinheit jeweils im wenige Kilometer entfernten Depot Surava im Tal der Albula.

Im Feuerwehrdepot von Brienz/Brinzauls ist als einziges Fahrzeug ein Ersteinsatzfahrzeug (EEF) stationiert. Der Toyota Hilux mit einfachem, aber robustem Blachenaufbau von Rusterholz wurde 1982 von der damals noch eigenständigen Gemeinde Brienz/Brinzauls beschafft. Nachträglich wurde die Ausstattung des EEF um eine Hochdrucklöschanlage von Oertzen ergänzt. Mit dem EEF kann die kleine Feuerwehrmannschaft von Brienz/Brinzauls bei einem Brand die Menschenrettung und einen ersten Löschangriff einleiten und so die Zeit bis zum Eintreffen von Verstärkung aus dem Tal gewinnbringend überbrücken.

Erstangreifer mit grünen Highlights

Carrosserie Rusterholz aus dem Kanton Zürich baute 1982 das in Brienz/Brinzauls stationierte EEF auf. Als Fahrgestell dient ein Toyota Hilux der dritten Generation mit einem Reihen-Vier-Zylinder-Ottomotor der R-Familie, einem Vier-Gang-Schaltgetriebe und zuschaltbarem Allradantrieb sowie Geländeuntersetzung. Für europäische Verhältnisse sehr ungewöhnlich ist die durchgehende Sitzbank in der Kabine statt Einzelsitzen. Obwohl die Bank mehr Platz bieten würde ist der Hilux nur für zwei Personen zugelassen.

Die Ladefläche des Pick-ups überspannt ein Blachenaufbau von Rusterholz. Den meisten Platz auf der Ladefläche beansprucht der zentrale Auszug mit der Hochdrucklöschanlage. Bei der erst nachträglich hinzugekommenen Anlage handelt es sich um eine HDL 170 des deutschen Herstellers Oertzen mit einem eigenen Verbrennungsmotor als Antrieb. Sie hat eine Leistung von 21 Litern pro Minute bei namensgebenden 170 bar und wird aus einem 100 Liter großen Wassertank gespeist. Über einen 60 Meter langen Hochdruckschnellangriff können wahlweise Wasser oder Schaummittel abgegeben werden. Hinter der Hochdrucklöschanlage werden auf dem Auszug Druckschläuche und wasserführende Armaturen mitgeführt. Weitere kleinere Ausrüstungsgegenstände liegen links und rechts neben dem Auszug auf der Ladefläche. Auf der rechten Fahrzeugseite werden in einem abgeschlossenen Staufach unter dem Aufbaudach drei Pressluftatmer mitgeführt.

Überaus spärlich fällt die Sondersignalanlage des EEF aus. Nur eine einsame Rundumkennleuchte thront auf dem Kabinendach des Hilux. Während die Highlights in blau ausbleiben setzt das EEF doch ganz eigenwillig grüne Highlights. Verschiedene eigentlich verchromte Anbauteile am Hilux wurden später grün eingefärbt. Beispielsweise Teile des Toyota-Logos im Kühlergrill und Teile des Hilux-Schriftzuges am Vorderwagen. Aber auch die Türgriffe an der Kabine und verschiedene Teile an der Klappe der Ladefläche.

Blachenaufbauten – Eine Schweizer Spezialität

Aufbauten mit Planenverdecken, sogenannte Blachenaufbauten, erfreuen sich in der Schweiz schon seit langem und auch noch bis heute einer gewissen Beliebtheit. Sie werden von verschiedenen Aufbauherstellern vor allem für kleinere Einsatzfahrzeuge im Bereich bis etwa fünf Tonnen Gesamtgewicht angeboten. Typische Einsatzfahrzeuge die mit Blachenaufbauten realisiert werden sind beispielsweise Pikettfahrzeuge (PIF), Ersteinsatzfahrzeuge (EEF) oder Kleinlöschfahrzeuge (KLF) sowie verschiedene Arten von Gerätewagen (GW). Als Träger für diese Aufbauten werden häufig Pickups, Pritschenwagen oder Transporterfahrgestelle mit Einzel- oder auch Doppelkabine verwendet.

Bei einem Blachenaufbau sind in der Regel nur das Dach und die Stirnwand fest verplankt. Die Seitenwände hingegen sind mit robusten LKW-Planen, den sogenannten Blachen, bespannt und klappbar ausgeführt. Sie übernehmen damit die Funktion des Geräteraumverschlusses. Durch diese Bauweise gibt es bei einem Blachenaufbau nicht mehrere Geräteräume pro Fahrzeugseite, sondern immer nur jeweils einen der über die gesamte Aufbaulänge oder -breite reicht.

Im Vergleich zu einem konventionellen Aufbau ist ein Blachenaufbau deutlich einfacher konstruiert und damit auch kostengünstiger. Bedingt durch die einfache und reduzierte Bauweise ist er auch deutlich leichter. Gleichzeitig ist der Aufbau auch robust und wartungsfreundlich, lassen sich defekte Planen doch einfach flicken und ggf. auch ersetzten. Weitere praktische Nebeneffekte der Bauweise sind der schnelle Zugriff auf den kompletten Stauraum einer Fahrzeugseite sowie das Dach, das eine geöffnete Seitenwand vor dem Geräteraum bildet.

Ausrüster k.A.
Sondersignalanlage
  • 1 Rundumkennleuchte Hella KLJ 70
Besatzung 1/1 Leistung 65 kW / 88 PS / 87 hp
Hubraum (cm³) 1.968 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 2.260
Tags
k.A.
Eingestellt am 27.01.2026 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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