Einsatzfahrzeug: Winterthur - SIW - TLF - Eulach 20

Winterthur - SIW - TLF - Eulach 20
Winterthur - SIW - TLF - Eulach 20

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Funkrufname Winterthur - SIW - TLF - Eulach 20 Kennzeichen ZH 2109
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Zürich
Wache Schutz & Intervention Winterthur - Milizfeuerwehr Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Pflichtfeuerwehr
Klassifizierung Tanklöschfahrzeug Hersteller Mercedes-Benz
Modell 1634 AF Auf-/Ausbauhersteller Vogt
Baujahr 1997 Erstzulassung 1997
Indienststellung 1997 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Tanklöschfahrzeug (TLF) von Schutz & Intervention Winterthur, eingesetzt von der Milizfeuerwehr

Fahrgestell: Mercedes-Benz 1634 AF („Mittlere Klasse MK94“ / „Swissliner“)
Aufbau: Vogt
Baujahr: 1997

Technische Daten:

  • Antrieb: Allradantrieb (4x4)
  • Getriebe: Automatikgetriebe ZF
  • Länge/Breite/Höhe: 3.400/2.500/7.200 mm

Feuerlöschkreiselpumpe:

  • Typ: Typ 3
  • Hersteller: Ziegler
  • Förderleistung Normaldruck: 2.800 l/min bei 8 bar
  • Förderleistung Hochdruck: unbekannt

Löschmittel:

  • Wasser: 2.400 l

Ausstattung:

  • Lichtmast
  • 2 Hochdruckschnellangriffe jeweils mit formstabilem Druckschlauch 100 m, Pistolenstrahlrohr und elektrischer Aufrollhilfe
  • Leiterentnahmehilfe für 2-teilige Schiebleiter

Beladung:

  • Stromerzeuger 10 kVA
  • 2 Leitungsroller 400 V
  • 2 Leitungsroller 230 V
  • Beleuchtungsgruppe
  • Rüstsatz Lukas bestehend aus Hydraulikaggregat mit 2 Haspeln, Schere und Spreizer, hydraulischer Handpumpe, Rettungszylinder und Pedalschneider
  • Verlängerung für Rettungszylinder
  • Schwelleraufsatz
  • Hebekissen Vetter
  • Mehrzweckzug
  • Trennschleifer
  • Motorkettensäge Jonsered
  • Hydraulischer Türöffner
  • Werkzeugkasten
  • Elektrowerkzeugtasche
  • Brechwerkzeuge
  • Rettungsaxt Force
  • Stufenkeile
  • 2 Stabtaschenlampen mit Warnaufsatz
  • 2 Faltsignale
  • 2 Verkehrswarnleuchten
  • 10 Leitkegel
  • 6 A-Saugschläuche und saugseitige Armaturen
  • 12 B-Druckschläuche
  • 19 C-Druckschläuche
  • 4 Schlauchkassetten mit C-Druckschlauch
  • Schlauchpaket mit C-Druckschlauch und C-Hohlstrahlrohr
  • Sammelstück A-2B
  • 4 Verteiler B-CCC
  • 10 C-Hohlstrahlrohre
  • C-Hydroschild
  • Monitor
  • Löschdecke
  • Kübelspritze
  • Schaumfeuerlöscher
  • 3 ABC-Pulverfeuerlöscher
  • CO²-Feuerlöscher
  • 4 Pressluftatmer in der Kabine
  • Druckluftfluchtgerät
  • Atemschutzüberwachungstafel
  • Wärmebildkamera
  • Hygienemodul
  • Kasten Hygienematerial
  • 2-teilige Schiebleiter
  • 3-teilige Schiebleiter

TLF-Trio in Winterthur

Drei Tanklöschfahrzeuge (TLF) setzten Berufs- und Milizfeuerwehr der Schutz & Intervention Winterthur (SIW) ein. Das Trio setzt sich aus drei unterschiedlich alten und damit auch nicht baugleichen TLF zusammen. Sie alle entsprechen jedoch alle den erstmals im Konzept „Feuerwehr 2000“ in den 1990er Jahren definierten Bau- und Ausrüstungsvorschriften der Gebäudeversicherung Zürich (GVZ). Dies sorgt trotz des Altersunterschiedes der drei TLF für vergleichbare Leistungsdaten. Das jeweils neueste der drei TLF wird im ersten Abmarsch der SIW eingesetzt, das nächst ältere im zweiten und das älteste TLF im durch die Milizfeuerwehr gestellten dritten Abmarsch.

Die TLF sind für die SIW die Arbeitstiere und Allrounder für Brandbekämpfung und Hilfeleistung zugleich. Gemäß dem Pflichtenheft der GVZ müssen sie 2.400 Liter Wasser mitführen und mit einer kombinierten Normal- und Hochdruckpumpe ausgestattet sein. Beladen sind sie mit Komponenten für die Menschenrettung, die Brandbekämpfung und die Hilfeleistung inklusive eines Rüstsatzes.

Gegen den Trend

In den 1990er Jahren erfreuten sich bei den Feuerwehren im Kanton Zürich TLF mit in den Aufbau integrierten Mannschaftsraum großer Beliebtheit. Etabliert hatte diese kostengünstige Bauform der Züricher Lokalmatador Rusterholz. Dessen TLF mit in den Aufbau integrierter Kabine fanden große Verbreitung im Kanton Zürich, aber auch andere Hersteller kopierten diese Bauform. Bei der Neubeschaffung eines TLF im Jahr 1997 entschied sich die Berufsfeuerwehr Winterthur, aus der später die SIW hervorging, aber sowohl gegen Rusterholz als Aufbauhersteller, als auch gegen die Bauweise mit einer in den Aufbau eingelassenen Mannschaftskabine. Stattdessen wählte die Berufsfeuerwehr eine klassische Bauform mit Doppelkabine und für sich stehendem Aufbau von Vogt.

Auch beim Fahrgestell ging die Berufsfeuerwehr Winterthur einen etwas anderen Weg. Statt wie viele andere Feuerwehren im Kanton zu dieser Zeit entschied sich die Berufsfeuerwehr nicht für einen Iveco oder Scania, sondern für einen Mercedes-Benz. Beim 1634 AF handelt es sich um eine unter dem Namen Swissliner vermarktete modifizierte Fahrgestellvariante aus der Mittleren Klasse (MK). Bei den Swisslinern handelt es sich um eine Reihe von Fahrgestellen aus der Neuen Generation (NG) sowie später der Mittleren und Schweren Klasse (SK) in die entweder leistungsstärkere Motoren eingebaut oder die vorhandenen Motoren mit Turboladern modifiziert wurden. Verantwortlich für die Swissliner-Umbauten waren wohl zugleich die LARAG als Schweizer Generalimporteur von Mercedes-Lastwagen, als auch NAW. Auf dem Schweizer Markt konnte mit den Swisslinern die Nachfrage nach stark motorisierten Lastwagen für den Gebirgseinsatz bedient werden. Auch Schweizer Feuerwehren griffen gerne zu den antrittsstarken Swisslinern.

Das 1634-AF-Fahrgestell des TLF kann mit einem 340 PS starken Dieselmotor, Allradantrieb und einem ZF-Automatikgetriebe aufwarten. Hinter dem Maschinisten und dem Fahrzeugführer können im Mannschaftsraum drei weitere Feuerwehrangehörige Platz nehmen. Ihre Sitzbank ist mit drei Halterungen für Pressluftatmer ausgestattet. Ein viertes Atemschutzgerät für den Fahrzeugführer wird auch im Mannschaftsraum untergebracht. Es ist zusammen mit weiteren kleinen Ausrüstungsgegenständen in dem Regal zwischen Fahrerkabine und Mannschaftsraum verladen.

Kein Schaum, aber halbstationärer Stromerzeuger

Um den 2.400 Liter großen Wassertank in der Mitte des Aufbaus von Vogt gruppieren sich seitlich drei Geräteraumpaare und der obligatorische Heckgeräteraum. Die Pumpe des TLF stammt von Ziegler aus Deutschland. Sie entspricht dem Schweizer Typ 3 und hat eine Leistung von 2.800 Litern pro Minute bei acht bar. Vom Hochdruckteil der Pumpe werden die beiden Schnellangriffe in den Geräteräumen G5 und G6 gespeist. Die beiden Schnellangriffe lassen sich um jeweils 90° aus ihren Geräteräumen herausschwenken. Weil sie mit nicht weniger als 100 Meter Hochdruckschlauch bestückt sind, macht die elektrische Aufrollhilfe großen Sinn. Auch wenn es an der Pumpe einen gelb markierten B-Druckabgang gibt, so verfügt sie über keine Form der Schaumzumischung und auch sonst gibt es auf dem TLF keine Schaumausrüstung. Vielmehr sind alle vier B-Druckabgänge der Pumpe zur besseren Unterscheidung in unterschiedlichen Farben markiert.

Quasi halbstationär ist der Stromerzeuger auf einem Schwenkauszug im Geräteraum G4. Prinzipiell handelt es sich bei dem Generator um ein tragbares Aggregat, doch ist er fest auf dem Auszug verschraubt. Für den Betrieb muss der Generator auf seinem Auszug aber aus dem Geräteraum herausgeklappt werden. In unmittelbarer Nähe des Stromerzeugers ist auch der Lichtmast des TLF eingebaut. Der Mast fährt pneumatisch nach oben auf dem Geräteraum G4 heraus. Während der Mast von Hand gedreht wird, lassen sich die Strahler an seinem Kopf elektromechanisch neigen. Im Fahrzustand ist der Kopf des Lichtmastes in einer kleinen Aluminiumkiste versenkt.

An die Transportkiste des Lichtmastkopfes schließt sich auf dem Aufbaudach ein deutlich größerer Staukasten an. Mittig auf dem Dach liegt auf einer Halterung eine dreiteilige Schiebleiter und darunter A-Saugschläuche bereit. Eine kleinere zweiteilige Schiebleiter wird auf einer Entnahmehilfe links auf dem Dach mitgeführt.

In den Geräteräumen des TLF nimmt die Beladung für die Brandbekämpfung den weitaus größten Raum ein. Relativ identisch sind die Geräteräume G5 und G6 mit B-, C-Druckschläuchen und wasserführenden Armaturen bestückt. Weiteres C-Schlauchmaterial liegt im kleinen Geräteraum G3 bereit. Darunter auch vier kleine Schlauchkassetten und ein Schlauchpaket. Im Geräteraum G1 hingegen finden sich Kleinlöschgeräte, aber auch Gerät zur Verkehrsabsicherung und normalerweise auch ein Überdrucklüfter. Einigen Raum nehmen in diesem Geräteraum die offen im unteren Bereich eingebauten Fahrzeugbatterien ein.

Den technischen Aufgaben widmen sich hingegen die benachbarten Geräteräume G2 und G4. Den Geräteraum G2 dominiert eine große Schwenkwand mit dem Hydraulikaggregat, Rettungszylindern und weiterem Zubehör. Schere und Spreizer liegen nicht auf, sondern unter der Schwenkwand bereit. Hinter der Schwenkwand finden sich in der Aufbaumitte Hebekissen, Mehrzweckzug, Motorkettensäge und Trennschleifer. Thematisch passend zum Stromerzeuger sind im Geräteraum G4 die Leitungsroller, Beleuchtungsgruppe und Elektrowerkzeug verstaut.

Ein Fluss als Funkrufname

Als Kennwort in den Funkrufnamen ihrer Fahrzeuge nutzt die SIW den Namen des Winterthur prägenden Flusses Eulach. Der nur knapp 20 Kilometer lange Fluss fließt durch Winterthur, bevor er noch im Stadtgebiet in die größere Töss mündet. Die Eulach spielte in der Stadtentwicklung von Winterthur eine wichtige Rolle. Für Jahrhunderte wurde die Eulach zur Brauchwasserversorgung, zur Abwasserentsorgung und als Antrieb für zahlreiche Mühlen im Stadtgebiet von Winterthur genutzt. Mit zunehmendem Siedlungsdruck wurden mehrere Riedgebiete der Eulach trockengelegt. Heute verläuft sie auf über einem halben Kilometer Länge unterirdisch kanalisiert unter der Innenstadt hindurch. Nicht nur ist die Eulach Namensgeber für das Funkkennwort der SIW, sondern auch zahlreiche andere Einrichtungen in Winterthur bedienen sich der Eulach als Namen.

Ausrüster Rauwers GmbH
Sondersignalanlage
  • 2 Rundumkennleuchten Hänsch Saturn
  • 2 Frontblitzer Federal Signal CD-200
  • 1 Rundumkennleuchte Hänsch Comet-B am Heck
Besatzung 1/4 Leistung 250 kW / 340 PS / 335 hp
Hubraum (cm³) 10.964 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 16.000
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Eingestellt am 14.02.2026 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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