Einsatzfahrzeug: Surava - StpFW Albula - GTLF

Surava - StpFW Albula - GTLF
Surava - StpFW Albula - GTLF
Geräteraum G2

Einsatzfahrzeug-ID: V222314 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Surava - StpFW Albula - GTLF Kennzeichen GR 5438
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Graubünden
Wache StpFW Albula Depot Surava Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Pflichtfeuerwehr
Klassifizierung Großtanklöschfahrzeug Hersteller Renault
Modell K520 Auf-/Ausbauhersteller Walser
Baujahr 2024 Erstzulassung 2024
Indienststellung 2024 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Grosstanklöschfahrzeug (GTLF) der Stützpunktfeuerwehr Albula, stationiert im Depot Surava

Fahrgestell: Renault K520 6x4*4
Aufbau: Walser, Aufbaunummer: WFT24-30585
Baujahr: 2024

Technische Daten:

  • Antrieb: Straßenantrieb (6x4)
  • Getriebe: Automatikgetriebe
  • Lenkung: 1. und 3. Achse gelenkt (Nachlaufachse)
  • Länge/Breite/Höhe: 9.100/2.550/3.520 mm

Feuerlöschkreiselpumpe:

  • Typ: TO3000
  • Hersteller: PF Pumpen und Feuerlöschtechnik (Jöhstadt)
  • Förderleistung Normaldruck: 3.000 l/min bei 10 bar
  • Förderleistung Hochdruck: 250 l/min bei 40 bar
  • Schaumzumischung: Zumischer Z2 an einem C-Druckabgang fest verbaut
  • Besonderheit: Pump-and-Roll-Betrieb

Löschmittel:

  • Wasser: 10.000 l
  • Schaummittel: 40 l

Ausstattung:

  • Unfalldatenschreiber (UDS) / Restwegaufzeichnungsgerät (RAG)
  • Rückfahrkamera
  • Verkehrswarnanlage
  • Spannungswandler 230 V
  • Umfeldbeleuchtung
  • Lichtmast Teklite
  • Frontwerfer für Wasser TFT mit Kabelfernbedienung und Statusanzeige/Bedienfeld in der Kabine
  • Hochdruckschnellangriff mit formstabilem Druckschlauch, Pistolenstrahlrohr und elektrischer Aufrollhilfe
  • Hygieneboard

Beladung:

  • H-Ölsperren
  • Ölbindemittel
  • 2 Faltsignale
  • Verkehrswarnleuchten eFlare
  • Faltleitkegel
  • 2 Schnellangriffsverteiler jeweils bestehend aus B-Druckschlauch und Verteiler B-CBC
  • 4 A-Saugschläuche und saugseitige Armaturen
  • 14 B-Druckschläuche
  • 12 C-Druckschläuche
  • Schlauchpaket mit C-Druckschlauch
  • 2 Verteiler B-CBC
  • 8 C-Hohlstrahlrohre
  • Zumischer Z2
  • Kombischaumrohr M2/S2
  • C-Hydroschild
  • ABC-Pulverfeuerlöscher
  • 2 Pressluftatmer in der Kabine
  • 2 T-Stücke für Pressluftatmer
  • Wärmebildkamera FLIR

Wasser für den Landwassertunnel

Den Landwassertunnel gibt es im Umland von Albula gleich zwei Mal: Einmal als Bahn- und einmal als Straßentunnel. Der zwar nur 216 Meter lange Bahntunnel der Rhätischen Bahn (RhB) ist durch das sich direkt anschließende Landwasserviadukt ein nicht nur bei Eisenbahnfans überaus beliebtes Motiv. Er ist sogar Teil des UNESCO-Weltkulturerbes Albulabahn und wird vom bekannten Glacier Express befahren. Keine fünf Kilometer Luftlinie vom Bahntunnel entfernt liegt der Landwasser-Straßentunnel auf einer Höhe von rund 1.300 Metern über Normalnull. Mit einer Länge von 2.740 Metern ist er um ein Vielfaches länger als sein Namensvetter, aber bei weitem nicht so bekannt. Dabei ist der 1974 eingeweihte Tunnel an der Hauptstrasse 417 als winter- und vor allem lawinensichere Verbindung zwischen Davos Monstein und Davos Wiesen, bzw. zwischen den Regionen Albula und Prättigau/Davos von großer Bedeutung.

Beide Landwassertunnel liegen ganz oder zumindest teilweise im Einsatzgebiet der Stützpunktfeuerwehr Albula. Für den pittoresken Landwassertunnel der Rhätischen Bahn ist die Feuerwehr Albula als RhB-Stützpunkt allein verantwortlich. Die Zuständigkeit im gleichnamigen Straßentunnel teilt sie sich hingegen mit der benachbarten Feuerwehr Davos. Die wohl größte Herausforderung für die Feuerwehr ist die Löschwasserversorgung in dem neuralgischen Straßentunnel. Weil der Tunnel außerhalb der Ortslagen von Davos Monstein und Davos Wiesen liegt, gibt es bei ihm auch keine Hydranten. Von jedem der beiden Tunnelportale sind es alleine schon jeweils rund 800 Meter Luftlinie bis zum nächsten Hydranten. Die zu verlegende Schlauchleitung ist nochmal um einiges länger, vom Höhenunterschied ganz zu schweigen. Auch die an beiden Tunnelportalen vorbeifließende Landwasser taugt nur bedingt zur Wasserentnahme.

Zur Entschärfung der Wasserversorgung und Vereinfachung der Brandbekämpfung am Landwassertunnel unterstützten die Gebäudeversicherung Graubünden (GVG) und das Tiefbauamt des Kantons Graubünden die beiden Anrainerfeuerwehren von Davos und Albula finanziell bei der Beschaffung geeigneter Löschfahrzeuge. Wegen der großen Bedeutung der beiden Löschfahrzeuge für die Absicherung des Landwassertunnels übernahmen GVG und Tiefbauamt insgesamt drei Viertel der Anschaffungskosten für die beiden Fahrzeuge. Den Anfang machte die Feuerwehr Davos, die 2022 ein auf den Einsatz im Landwassertunnel zugeschnittenes Grosstanklöschfahrzeug (GTLF) beschaffte. Zwei Jahre später konnte 2024 auch die Stützpunktfeuerwehr Albula ein GTLF in Dienst stellen.

Für die beiden GTLF zeichnete sich jeweils Walser als Aufbauhersteller verantwortlich. Beide Löschfahrzeuge baute das österreichische Unternehmen auf dreiachsigen Fahrgestellen mit Straßenantrieb und Nachlaufachse auf. Das GTLF für Davos auf einem Scania P 500 und das zweite Fahrzeug für Albula auf einem Renault K 520. Trotz Unterschieden beim Fahrgestell und auch leicht abweichender Aufbauten haben die beiden Löschfahrzeuge doch ganz ähnliche Leistungsdaten. Sie führen beide 10.000 Liter Wasser mit, haben eine kombinierte Normal- und Hochdruckpumpe aus der 3.000-Liter-pro-Minute-Klasse und einen Frontwasserwerfer. Gemein ist ihnen auch das Vorbild: Das GTLF der Werkfeuerwehr Ems-Chemie in Domat/Ems. Dieses hatte Walser bereits 2016 auf einem dreiachsigen Scania G 490 aufgebaut. Das GTLF der Ems-Chemie hat Tanks für 9.000 Liter Wasser sowie 1.600 Liter Schaummmittel und ist mit einer leistungsstarken Pumpe und einem großvolumigen Wasserwerfers ausgestattet. Für den Einsatz im wasserlosen Landwassertunnel verzichteten die Feuerwehren von Davos und Albula jedoch auf den Schaummitteltank zugunsten eines größeren Wassertanks. Auch der Dachwerfer wich einem für den Tunneleinsatz geeigneteren Frontwerfer.

Bei der Brandbekämpfung im Landwassertunnel übernehmen die zwei GTLF nicht nur die Rolle des Wasserzubringers, sondern auch die des zentralen Löschfahrzeuges für den Erstangriff. Durch die Positionierung der beiden Löschfahrzeuge auf beiden Seiten des Tunnels ist bei einem Brand ein paralleler Löschangriff von zwei Seiten aus möglich. Die Feuerwehr Davos stationierte ihr GTLF im Depot Davos Platz. Weil es hier das einzige Löschfahrzeug ist, kommt ihm hier bei allen Bränden die Rolle des Erstangreifers zu. Aus diesem Grund führt es im Vergleich zum Fahrzeug aus Albula auch eine umfangreichere Beladung mit. Das im Depot Surava stationierte GTLF der Stützpunktfeuerwehr Albula ist hingegen nur bei Brandmeldungen aus dem Landwassertunnel in der Pole Position. Abseits des Landwassertunnels rückt aus dem Depot Surava zuerst ein kleineres, konventionelles TLF aus.

Renault-Fahrgestell mit Nachlauf, aber ohne Allrad

Wegen der Gebirgslage von Albula mit zahlreichen engen Ortsdurchfahrten und kurvigen Straßen, wurde auf eine möglichst gute Wendigkeit des GTLF geachtet. Anders als das GTLF der Werkfeuerwehr Ems-Chemie wurde es daher nicht auf einem Dreiachser mit zwei starren Hinterachsen aufgebaut, sondern auf einem mit einer gelenkten Nachlaufachse. Der Renault K520 6x4*4, auf dem das GTLF der Stützpunktfeuerwehr Albula aufgebaut ist, besitzt daher nicht nur eine gelenkte erste, sondern auch eine gelenkte dritte Achse. Diese verringert den Wendekreis des stolze 9,1 Meter langen GTLF deutlich. Die Nachlaufachse hat aber zur Folge, das der Renault keinen Allradantrieb besitzt. Nur zwei der drei Achsen des GTLF sind angetrieben. Als Helfer stehen dem Maschinisten hinter dem Lenkrad des Renaults ein Automatikgetriebe und eine Rückfahrkamera zur Verfügung. Obligatorisch für ein Schweizer Einsatzfahrzeug ist die Ausstattung mit einem Unfalldatenschreiber.

Mehr Tank als Geräteraum

Eine weitere Erleichterung für den Maschinisten ist der kurze Überhang des Aufbaus. Dieser sorgt nicht nur für einen besseren Böschungswinkel am Heck, sondern macht das GTLF trotz seiner Größe auch noch vergleichsweise überschaubar. Trotzdem hat der kurze Überhang aber auch einen Preis, denn das einzige Geräteraumpaar des Aufbaus fällt deshalb vergleichsweise schmal aus. Die Beladung des GTLF beschränkt sich daher auf ein überschaubares Minimum. Den mit weitem Abstand größten Teil des Aufbaus nimmt der 10.000 Liter große Wassertank ein. Er reicht von der Aufbaustirnwand bis über die Doppelachse.

Hinter dem Tank schließt sich die Feuerlöschkreiselpumpe von PF Pumpen und Feuerlöschtechnik, besser bekannt unter dem Namen Jöhstadt, im Geräteraum GR an. Dieser Geräteraum wird als einziger nicht durch einen Rollladen, sondern durch eine Klappe verschlossen. Neben der Pumpe befindet sich im rückwärtigen Geräteraum auch ein Hochdruckschnellangriff. Er ist oben über der Pumpe eingebaut.

Bei der TO3000 handelt es sich um eine Kombination aus einer Normaldruckpumpe FPN 10-3000 und einer Hochdruckpumpe FPH 40-250. Das heißt über sie können entweder bis zu 3.000 Liter pro Minute bei zehn bar oder nur 250 Liter pro Minute bei dann aber 40 bar gefördert werden. Einen Schaummitteltank hat das GTLF genauso wenig wie eine Druckzumischanlage. Stattdessen hat die Pumpe einen C-Druckabgang mit einem Z2-Zumischer neben dem direkt ein 20-Liter-Kanister mit Schaummittel parat steht. Als Reserve gehört noch ein zweiter Schaummittelkanister.

Zentrales Bedienelement der vollverkleideten Pumpenanlage ist ein Bildschirmbedienfeld mit einem kleinen Bildschirm genau über dem A-Saugeingang. Der Bildschirm bietet neben einer schematischen Darstellung der Pumpenanlage auch Zugriff auf verschiedene Funktionen der Pumpe. Beispielsweise lässt sich am Bedienfeld die automatische Füllstandsregulierung des Wassertanks aktivieren. Diese öffnet und schließt automatisch die Ventile an der A- und der B-Füllleitung unter dem Aufbauheck, um den Tank immer voll zu halten und ein Überlaufen zu verhindern. Die wichtigsten Fahrzeug- und Pumpenfunktionen lassen sich aber auch abseits des Bedienfeldes über zwei separate Tastenfelder links und rechts neben dem A-Saugeingang schalten. Die beiden Tastenfelder sind farbcodiert in thematische Blöcke gegliedert: Schwarz für die Fahrzeugfunktionen, blau für die mit Wasser und gelb für die mit Schaum verbundenen Pumpenfunktionen sowie lila für den Hochdruckschnellangriff. Als einziger Druckabgang wird der C-Schaumabgang wahlweise über das Bildschirm- oder das Tastenbedienfeld geöffnet und geschlossen. Die anderen B-Druckabgänge werden hingegen klassisch über Niederschraubventile bedient.

Ausstattung für den Tunnelbrand

Als weiteres Mittel der schnellen Wasserabgabe neben dem Hochdruckschnellangriff ist vor der Fahrerkabine ein Frontwerfer von TFT montiert. Der Werfer lässt sich über eine Kabelfernbedienung von der Kabine aus steuern und dank Pump-and-Roll-Betrieb der Pumpe schon während langsamer Fahrt in Betrieb nehmen. Durch seinen Anbauort an der Front hat er zwar nur ein eingeschränktes Nutzungsfeld, ist aber prädestiniert für die schnelle Bekämpfung von Bränden im Landwassertunnel. Für den Tunneleinsatz ebenfalls hilfreich sind die beiden in der Kabine verladenen Pressluftatmer. Sie sind im hinteren Kabinenteil zwischen Maschinist und Fahrzeugführer an der Rückwand in Halterungen aufgehängt. Dadurch kann die zweiköpfige Fahrzeugbesatzung bei Bedarf schon in der Kabine Atemschutz anlegen. Ein Schultern der Geräte ist während der Fahrt jedoch nicht möglich, da auf Sitzhalterungen für die Pressluftatmer verzichtet wurde.

Die Stützpunktfeuerwehr Albula verzichtete bei ihrem GTLF ebenfalls auf einen großen Dachwerfer und weitgehend auch auf Dachbeladung auf ihrem Aufbau. Gegen einen Dachwerfer sprach der eingeschränkte Nutzen bei einem Tunnelbrand. Die Dachbeladung wurde wegen der durch die Fahrzeughöhe erschwerten Entnahme auf ein Minimum begrenzt. In zwei Dachkästen sind die selten benötigten Saugschläuche sowie eine Ölsperre verstaut. Zwischen den Dachkästen deutet eine flache Abdeckung die Lage des Domdeckels des Wassertanks an. Vor den Dachkästen ragt ganz vorne aus dem Aufbaudach der Kopf des Lichtmastes heraus. Der mit acht LED-Strahlern bestückte pneumatische Mast ist die Ergänzung zur in die Dachreling integrierten Umfeldbeleuchtung des Aufbaus.

Basisbeladung für die Brandbekämpfung

In den beiden seitlichen Geräteräumen ist nicht etwa eine Spezialbeladung für die Tunnelbrandbekämpfung verladen, sondern eine ganz normale Basisausstattung für die Brandbekämpfung. Jeweils die Hälfte beider Geräteräume nehmen Regalböden mit B- und C-Druckschläuchen ein. Unterhalb der Schlauchfächer sind die notwendigen wasserführenden Armaturen für die Brandbekämpfung untergebracht. Hier gleicht sich die Bestückung der beiden Geräteräume jeweils sehr stark. In jedem Geräteraum finden sich beispielsweise ein Schnellangriffsverteiler und vier C-Hohlstrahlrohre wieder. Im Geräteraum G1 sind finden zusätzlich noch ein Schlauchpaket, ein weiterer Verteiler und eine Kiste mit Gerät zur Verkehrsabsicherung. Auch ist im G1 ein Hygieneboard eingebaut. Passend zum Schaumabgang lagern im gegenüberliegenden G2 beide Schaummittelkanister, aber auch ein kleines Kombischaumrohr M2/S2 sowie ein Hydroschild.

GTLF der Feuerwehr Davos:
https://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/199255/

Als Vorlage genutztes GTLF der Werkfeuerwehr Ems-Chemie / Tamins:
https://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/208046

Ausrüster Rauwers GmbH
Sondersignalanlage
  • 1 Warnbalken Hänsch DBS 5000
  • 2 Frontblitzer
  • 2 Intersection Lights
  • 2 Heckblitzer Hänsch Integro Universal
  • 1 Druckkammerlautsprecher Federal Signal ES 100 C
Besatzung 1/1 Leistung 390 kW / 530 PS / 523 hp
Hubraum (cm³) 12.777 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 26.000
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Eingestellt am 01.02.2026 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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