Einsatzfahrzeug: Domat/Ems - WF Ems-Chemie / Tamins - ADL - 110

Domat/Ems - WF Ems-Chemie / Tamins - ADL - 110
Domat/Ems - WF Ems-Chemie / Tamins - ADL - 110

Einsatzfahrzeug-ID: V213896 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Domat/Ems - WF Ems-Chemie / Tamins - ADL - 110 Kennzeichen GR 5985
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Graubünden
Wache WF Ems-Chemie / Tamins Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Werkfeuerwehr
Klassifizierung Drehleiter-Korb Hersteller Scania
Modell L 360 Auf-/Ausbauhersteller Rosenbauer
Baujahr 2022 Erstzulassung 2022
Indienststellung 2022 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Autodrehleiter (ADL) der Werkfeuerwehr Ems-Chemie / Tamins

Fahrgestell: Scania L 360 B6x2*4LB
Aufbau: Rosenbauer, Aufbaunummer: PR11EA00149
Aufbautyp: L42A-XS
Baujahr: 2022

Technische Daten:

  • Antrieb: Straßenantrieb (6x2)
  • Getriebe: Automatikgetriebe Allison GA 766R Kickdown
  • Lenkung: 1. und 3. Achse gelenkt
  • Länge/Breite/Höhe: 11.800/2.500/3.430 mm
  • Radstand: 4.750 mm

Aufbau:

Podium:

  • Aufbau mit 4 Geräteräumen und 3 Staufächern
  • Umfeldbeleuchtung
  • Beleuchtungssystem Rosenbauer Safe Sky mit nach oben gerichteten Leuchtmitteln zur besseren Hinderniserkennung über dem Fahrzeug
  • Rückfahrkamera
  • 2 ausziehbare Prüfleinen für den maximalen Drehbereich der Drehleiter links und rechts über der 3. Achse

Abstützung:

  • 4-fache Waagerecht-Senkrecht-Abstützung
  • variable Abstützbreite 2.500 mm bis 4.800 mm
  • Kamerasystem zur Überwachung aller Stützen mit Bildschirm in der Kabine
  • 2 Bedienstände für die Abstützung links und rechts am Heck
  • Stützen einzeln oder paarweise je Fahrzeugseite ausfahrbar

Leiterstuhl:

  • Leiterstuhl mit automatischer Niveauregulierung bis zu 10° in Längs- und Querrichtung
  • Hauptbedienstand Comfort rechts am Leiterstuhl mit Sitzheizung, neigbarer Rückenlehne und aufklappbarem Dach mit Klarsichtschiebeteil
  • Hauptbedienstand dem Korbsteuerstand bevorrechtigt
  • Lagerungsmöglichkeiten für Stromerzeuger und Schuttmulde links am Leiterstuhl

Leitersatz:

  • 5-teiliger Leitersatz mit Gelenkteil
  • Arbeitshöhe: 42 m
  • Korbbodenhöhe: 40,3 m
  • Abneigbares Gelenkteil mit einer Länge von 4,35 m
  • Kamera am Gelenkteil mit Blickrichtung auf Korb
  • Lastöse am untersten Leiterteil, Hublast: 4.000 kg
  • Einhängeöse an der Korbgabel, Hublast: 450 kg
  • Stromhochführung zum Korb
  • Festverlegte Steigleitung im obersten Leiterteil und Gelenk bis zum Korb
  • LED-Scheinwerfer unter dem 1. Leiterteil
  • 2 drehbare LED-Scheinwerfer an der Spitze des 1. Leiterteils

Rettungskorb:

  • Typ: HR 500 MF
  • Traglast: 500 kg oder 5 Personen
  • Einstiege: 4, davon 3 von der Front und 1 von der Rückseite
  • Schwenkbarer Korbbedienstand
  • 2 Kameras im Korbboden und in der Korbfront
  • Demontierbare Multifunktionssäule zur Aufnahme von Anbauteilen mit integriertem Einstieg mit Klappleiter
  • 2 LED-Scheinwerfer im Korbboden
  • 2 ausklappbare LED-Scheinwerfer links und rechts am Korb
  • Wasserführung im Rettungskorb mit C-Druckabgang zur Front und B-Druckabgang zur Montage eines Wenderohres

Zusatzfunktionen:

  • Target Memory System (TMS)
  • Vertikal Rettungssystem (VRS)
  • Automatische Rückholfunktion (ARF)
  • Automatische Ablage des Leitersatzes

Ausstattung:

  • Lenk- und liftbare Nachlaufachse als 3. Achse
  • Schleuderketten
  • Sitzplatz Bostrom Firefighter mit Halterung für Pressluftatmer in der Kabine

Beladung:

  • Stromerzeuger Rosenbauer RS14
  • Kettenzug
  • Elektrokettensäge Stihl
  • Rettungssäge Stihl
  • Transportkiste für Elektrokettensäge oder Rettungssäge zur Montage am Rettungskorb
  • Gerätesatz Wespenentfernung
  • Schuttmulde zur Montage am Rettungskorb
  • 2 Faltsignale
  • 2 Verkehrswarnleuchten
  • 12 Leitkegel
  • B-Druckschlauch 40 m
  • Verteiler B-CBC
  • Monitor Rosenbauer RM15 mit Fernsteuerung, Durchfluss: 2.000 l/min
  • ABC-Pulverfeuerlöscher
  • Gerätesatz Kaminbrand
  • Überdrucklüfter mit Elektromotor und Akku
  • 3 Pressluftatmer, davon 1 in der Kabine
  • 4 Atemfilter ABEK
  • Gerätesatz Absturzsicherung
  • Einhängevorrichtung für Abseilgerät
  • Wärmebildkamera FLIR
  • Schleifkorbtrage
  • Schwerlast-Schleifkorbtrage
  • Krankentragenhalterung, Traglast: 300 kg

Auf dem Werksgelände des Chemiekonzerns Ems-Chemie im Tal des Alpenrheins bei Domat/Ems stehen zahlreiche hohe Gebäude angefangen bei Verwaltungs- über Produktions- bis hin zu Lagergebäuden. Zu den wohl bemerkenswertesten Gebäuden im Stammwerk Ems-Chemie zählen die fünf jeweils rund 40 Meter hohen Hochregallager, die zu den höchsten Gebäuden ihrer Art in der ganzen Schweiz zählen. Das neueste Hochregallager von 2023 besitzt stattliche 20.000 Palettenstellplätze. In den vier älteren Lagergebäuden kommen jeweils 10.000 Paletten unter.

Um selbst an diesen enormen Lagergebäuden im Schadenfall handlungsfähig zu sein beschaffte die Werkfeuerwehr Ems-Chemie / Tamins 2022 eine Autodrehleiter (ADL) mit einer Rettungshöhe von 42 Metern. Rosenbauer baute die L 42 A-XS auf einem dreiachsigen Scania L 360 auf. Sie ersetzt eine in die Jahre gekommene ADL von Ehrsam mit nur 27 Metern Rettungshöhe, welche die Werkfeuerwehr 2011 gebraucht von der Feuerwehr Wädenswil übernommen hatte.

Mit ihrer ADL ist die Werkfeuerwehr Ems-Chemie / Tamins aber nicht nur auf ihrem Betriebsgelände und in der Ortslage von Tamins – hier übernimmt die Werkfeuerwehr die Aufgaben einer kommunalen Feuerwehr – tätig, sondern auch weit darüber hinaus. Im Kanton Graubünden gehört die Werkfeuerwehr von Ems-Chemie nämlich zu den sogenannten Stützpunktfeuerwehren. Als solche übernimmt sie für die umliegenden Wehren verschiedene Spezialaufgaben und hält besondere Einsatzfahrzeuge vor. Eines dieser besonderen Fahrzeuge im Bereich der Stützpunktaufgaben ist auch die ADL, mit der die Werkfeuerwehr bei bestimmten Alarmstichworten die Feuerwehren in ihrem Stützpunktbereich des Kantons unterstützt.

Gelenkdrehleitern made in Karlsruhe

Mit dem 2007 eingeführten Drehleitermodell L32A stieg Rosenbauer mit seiner Karlsruher Konzerntochter Metz – seit 2015 Rosenbauer Karlsruhe – als zweiter europäischer Hersteller in den Markt für Gelenkdrehleitern ein. Auf das neuartige Gelenkteil an der Leiterspitze wies Metz seinerzeit in der Typbezeichnung mit einem schlichten A für das englische „articuladed“ oder zu Deutsch „beweglich“ hin. Anfangs war mit der L32A lediglich eine Variante der Automatischen Drehleiter mit Korb (DLA(K)) mit dem abwinkelbaren Korbarm bei Rosenbauer erhältlich. Abgelöst wurde diese Gelenkdrehleiter der ersten Generation 2013 durch die Neuentwicklung L32A-XS. Für diese Gelenkdrehleiter hatte die Rosenbauer-Tochter Metz den abwinkelbaren Korbarm grundlegend überarbeitet. Durch das Weglassen der Sprossen in den unteren Leiterteilen kann das Gelenkteil am obersten Leiterteil regelrecht durch den Leitersatz hindurchtauchen und die L32A-XS erhält auf engstem Raum ein noch größeres Bewegungsfeld. Darauf verweist wiederum in der Typbezeichnung das Kürzel XS, das für „extra small“ – „extra klein“. Gleichzeitig wurde mit der L32A-XS-F – F wie „flat“ oder „flach“ – auch eine Drehleitervariante in niedriger Bauweise eingeführt.

Eine Zäsur im Drehleiterbau in Karlsruhe stellte das Jahr 2015 dar. Rosenbauer firmierte seine Tochter Metz Aerials in Rosenbauer Karlsruhe um und machte aus der Traditionsmarke Metz eine reine Technologiemarke. Die Messe nutzte Rosenbauer aber auch um seine weiterentwickelte L32A-XS 2.0 vorzustellen sowie auch den speziell auf seine Gelenkdrehleitern abgestimmten Rettungskorb HR-500 MF. Dieser eignet sich mit einer Korblast von 500 Kilogramm für schwere Rettungsaktionen (HR für „Heavy Rescue“) und ist zudem vielseitig anpassbar (MF für „Multi Function“).

In den folgenden Jahren entwickelte Rosenbauer nicht nur seine L32A-XS konsequent immer weiter, sondern ergänzte diese auch um weitere Varianten mit anderen Rettungshöhen. Oberhalb seiner etablierten 30-Meter-Gelenkdrehleiter siedelte Rosenbauer die L42A-XS als Hochdrehleiter mit Gelenkteil an. Nach unten hin rundete Rosenbauer sein Portfolio 2020 um die kleine L27A-XSC. Diese kleine Gelenkdrehleiter mit namensgebenden 27 Metern Rettungshöhe entspricht einer DLA(K) 18/12 und ist mit einem neu entwickelten besonders kompakten Leiterstuhl (C für „Compact“) ausgestattet. Bei einer 360°-Drehung ragt dieser Kompaktleiterstuhl, anders als konventionelle Leiterstühle, zu keiner Zeit über die Fahrzeugkontur hinaus. Zudem kann die L27A-XSC auf kompakteren Fahrgestellen aufgebaut werden, als die größere L32A-XS.

Bei allen XS-Drehleitern von Rosenbauer kommt der gleiche 2013 eingeführte und seitdem fortlaufend weiterentwickelte abwinkelbare Korbarm zum Einsatz. Ab 2015 wurde dieser in der als 2.0 bezeichneten zweiten Generation und ab 2018 in der dritten Generation unter dem Namen 3.0 gefertigt. Der größte Unterschied zwischen der ersten Gelenkdrehleiter L32A die 2007 noch unter dem Namen Metz eingeführt worden war und den XS-Drehleitern ist die Lage des abwinkelbaren Korbarms. Der Korbarm setzt bei den XS-Drehleitern nicht mehr am Ende des eigentlichen fünfteiligen Leiterparks an, sondern wurde weiter nach hinten verlegt. Dazu wurden an allen Leiterteilen die obersten drei Sprossen entfernt um dem um etwa 90 Zentimeter nach hinten verlagerten Korbarm Platz zum Abwinkeln zu geben. Die entfernten Sprossen stellen keinen Verlust dar, denn sie befinden sich im Überdeckungsbereich der einzelnen Leiterteile. Normalerweise liegen im ausgefahrenen Zustand die jeweils obersten Sprossen eines Leiterteils mit den untersten Sprossen des darauffolgenden Leiterteils genau übereinander. Diese Überlappung von Sprossen entfällt bei den XS-Leitern. Mit dem Wegfall von beispielsweise insgesamt 15 Sprossen bei der L32A-XS wird auch das Gewicht des Leiterparks verringert. Einer der Vorteile der Verlagerung des Korbarmes kommt diesem selbst zu Gute. War der Arm bei der L32A nur 3,5 Meter lang, wächst er bei der L32A-XS um fast 90 Zentimeter auf 4,35 Meter sowie bei der L32A-XS 2.0 um weitere 30 Zentimeter auf nun 4,65 Meter. Trotz des längeren Korbarms vergrößert sich die Fahrzeuglänge nicht. Von der L32A-XS zur Variante 2.0 konnte der maximale Neigungswinkel des Korbarms um 10° auf 85° vergrößert werden. Der weitaus größere Gewinn der XS-Drehleitern ist aber der deutlich erweiterte Aktionsradius. Gerade bei beengten Platzverhältnissen kann eine XS-Leiter mit ihrer Wendigkeit auftrumpfen. Der Aktionsradius zwischen Drehgestellmitte und Korbaußenkante liegt bei nur 6,6 Metern, verglichen mit noch 7,4 Metern bei der ersten XS-Generation. Damit kann der Leitersatz beispielsweise auf einer nur 8,7 Meter breiten Straße ohne Einschränkung um 180° gedreht werden Ebenso kann der Leiterpark bei einem Abstand von lediglich 5,35 m zwischen DLA(K) und Hausfassade stufenlos aufgerichtet werden. Außerdem ermöglicht der verlagerte abwinkelbare Korbarm ein Absenken des Korbes kurz über Bodenhöhe unmittelbar vor der Fahrzeugfront. Dafür muss der Leiterpark lediglich etwas ausgefahren und der Korbarm abgeknickt werden, ein Aufrichten oder Drehen des Leiterparks ist nicht nötig. Zwischen Korbfront und Stoßstange des Fahrgestells liegen dann gerade mal 2,5 Meter Abstand.

Als Rettungskorb kommt an den XS-Drehleitern in der Regel der 2015 eingeführte Rettungskorb HR-500 MF zum Einsatz. Die Kürzel HR und MF stehen für „Heavy Rescue“ und „Multi Function“ und verweisen auf die beiden Vorzüge des Korbes: Große Nutzlast und Vielseitigkeit. Der Korb eignet sich zur Aufnahme von bis zu fünf Personen oder 500 Kilogramm Last. Das sind nochmals 50 Kilogramm mehr, als bei der vorherigen Rettungskorbgeneration. Die Fläche des Korbes wurde um weitere fünf Prozent vergrößert und gleichzeitig das Eigengewicht des Korbes reduziert. Neben der vergrößerten Nutzlast sticht der Korb durch seine leicht demontierbare Multifunktionssäule in der Mitte der Korbfront heraus. Das komplette Element mit zwei Aufnahmeplätzen für Geräte und einem in die Mitte integrierten Einstieg mit ausklappbarer Leiter lässt sich mit wenigen Handgriffen entnehmen. An ihrer Stelle kann entweder eine Schwerlast-Krankentragenhalterung oder eine Rampe zur Aufnahme von Rollstühlen angebracht werden. Beides lässt sich mit bis zu 300 Kilogramm belasten. Die Krankentragenlagerung lässt sich um bis zu 30° zu beiden Seiten schwenken. War die Mitnahme eines Rollstuhls bisher im Korb einer Drehleiter gar nicht möglich, so vergrößert sich die maximale Last der Tragenhalterung um 50 Kilogramm. Die entstandene Lücke nach Entnahme der Multifunktionssäule wird durch ein Rohrstück als Brüstung ersetzt.

Die Modellbezeichnung L42A-XS gliedert sich wie folgt auf:

  • L = Ladder = Drehleiter
  • 42 = 42 m Leiterlänge
  • A = Articulated = gelenkig
  • XS = Extra Small = besonders klein
Ausrüster k.A.
Sondersignalanlage
  • 2 Kennleuchtenmodule Hänsch RSB LED
  • 3 Frontblitzer Hänsch Sputnik SL, davon 1 im Boden des Rettungskorbes
  • 2 Intersection Lights Hänsch Sputnik mini
  • 2 Intersection Lights Hänsch Sputnik SL am Rettungskorb
  • 2 Heckblitzer Hänsch Integro Universal
  • Presslufthorn Max Martin 2298 HM
Besatzung 1/1 Leistung 265 kW / 360 PS / 355 hp
Hubraum (cm³) 9.290 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 26.000
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Eingestellt am 18.05.2025 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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