Einsatzfahrzeug: Sankt Moritz - StpFW Sankt Moritz - SRF Retter

Sankt Moritz - StpFW - SRF Retter
Sankt Moritz - StpFW - SRF Retter

Einsatzfahrzeug-ID: V178607 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Sankt Moritz - StpFW Sankt Moritz - SRF Retter Kennzeichen GR 100
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Graubünden
Wache StpFW Sankt Moritz Depot Sankt Moritz Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Freiwillige Feuerwehr (FF)
Klassifizierung Vorausrüstwagen Hersteller Mercedes-Benz
Modell Sprinter 519 BlueTEC 4x4 Auf-/Ausbauhersteller Brändle
Baujahr 2015 Erstzulassung 2015
Indienststellung 2015 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Straßenrettungsfahrzeug (SRF) „Retter“ des Feuerwehr-Stützpunktes Sankt Moritz Depot Sankt Moritz

Fahrgestell: Mercedes-Benz Sprinter 519 BlueTEC 4x4 („NCV3 Facelift“)
Aufbau: Brändle
Baujahr: 2015

Technische Daten:

  • Antrieb: Allradantrieb, 4x4
  • Getriebe: Automatikgetriebe
  • Radstand: 3.665 mm

Beladung/Ausstattung:

  • Unfalldatenschreiber (UDS) / Restwegaufzeichnungsgerät (RAG)
  • Rückfahrkamera
  • Standheizung Eberspächer
  • Verkehrswarnanlage
  • Umfeldbeleuchtung
  • Lichtmast Teklite
  • 2 Stromerzeuger 2 kVA
  • 2 Leitungsroller
  • 2 LED-Scheinwerfer mit Akku
  • LED-Beleuchtungsgerät mit Akku
  • Rüstsatz Lancier bestehend aus Hydraulikaggregat mit Elektromotor und 2 Schlauchhaspeln, Schere, Spreizer, 2 Rettungszylinder und Pedalschneider
  • Kettensatz für Spreizer
  • Schwelleraufsatz
  • Hebekissen
  • Motortrennschleifer
  • Motorkettensäge
  • Säbelsäge
  • Glassäge
  • Brecheisen
  • 2 Bolzenschneider
  • Schaufel
  • Rechen
  • Stufenkeile
  • Abstützsystem
  • Laufbühne
  • Schnittkantenschutz
  • Anschlagmittel
  • Faltsignale
  • Leitkegel
  • Löschdecke
  • Schaumfeuerlöscher
  • ABC-Pulverfeuerlöscher
  • 3 Pressluftatmer in der Kabine in Sitzhalterungen Bostrom FireFighter
  • Atemschutzüberwachungstafel
  • Schleifkorbtrage
  • Sichtschutzwand
  • Stofftiere

Doppeltes Lottchen

Nicht eines, sondern gleich zwei Straßenrettungsfahrzeuge (SRF) stellte der Feuerwehr-Stützpunkt Sankt Moritz im Jahr 2015 in Dienst und damit nicht genug, denn die beiden Straßenretter gleichen sich zumindest von außen fast wie ein Haar dem anderen. Unterscheiden lassen sie sich abseits von den Kontrollschildern nur durch die Schriftzüge „Löscher“ und „Retter“, die Aufbauhersteller Brändle in die Blenden zwischen den Doppelkabinen der Mercedes-Benz Sprinter-Fahrgestelle und Aufbau gelasert hat. Die beiden Schriftzüge verraten nicht nur die Namen unter denen die beiden SRF bei der Feuerwehr Sankt Moritz geführt werden - SRF Löscher und SRF Retter - sondern geben auch Aufschluss über die Unterschiede die sich in ihrem Innern verbergen. Denn auch wenn die beiden SRF rein äußerlich das doppelte Lottchen geben, so handelt es sich doch eigentlich nur beim SRF Retter um einen richtigen Straßenretter. Beladen ist es unter anderem mit Rüstsatz, Hebekissen, Motortrennschleifer und -kettensäge sowie Abstützmaterial. All das fehlt auf dem Schwesterfahrzeug, das im Gegenzug fast ganz der Brandbekämpfung verschrieben ist. Herzstück des SRF Löscher ist statt eines Rüstsatzes eine Hochdrucklöschanlage mit Schnellangriff und 400 l-Löschwassertank. Ein paar wenige Überschneidungen gibt es aber in den Beladelisten der zwei SRF. So sind in beiden Doppelkabinen jeweils drei Pressluftatmer verladen und in beiden Aufbauten ein Paar kompakte 2 kVA-Stromerzeuger.

Bei näherer Betrachtung des SRF-Duos wird ohne Zweifel klar, dass sie zwar keine Redundanz zueinander bilden, sondern sich gegenseitig ergänzen. Im Einsatz bringt das SRF Retter die komplette Ausrüstung für die eigentliche Unfallrettung vor Ort, während vom SRF Löscher der Brandschutz gestellt oder gar unmittelbar die Brandbekämpfung eingeleitet werden kann. Als Tandem kommen die beiden SRF auch in der Tunnelrettung bei Schadensereignissen in der Umfahrung Silvaplana zum Einsatz. Der 750 m lange Tunnel der das Ende der Julierpassstrasse bildet liegt nur knapp 2 km vom Depot der Feuerwehr Sankt Moritz entfernt und ist einer der wenigen Straßentunnel im Einsatzgebiet des Feuerwehr-Stützpunktes. Je nach Einsatzstichwort können die beiden SRF aber auch einzeln und unabhängig voneinander eingesetzt werden - das SRF Löscher beispielsweise zur Bekämpfung von Bränden in unwegsamen Gelände. Der Vorteil des von der Feuerwehr Sankt Moritz gewählten Zwei-Fahrzeug-Konzeptes liegt in der Baugröße der beiden SRF, die begrenzt und noch möglichst kompakt gehalten werden konnte. Problemlos hätte man die beiden Komponenten Löschen und Retten auch in einem einzigen Fahrzeug zusammenfassen können, doch dann hätte man statt wendigen SRF auf Transporterbasis ein deutlich schwerfälligeres Rüstfahrzeug auf LKW-Fahrgestell erhalten. Auch hatte die Feuerwehr Sankt Moritz die beiden Aufgaben schon zuvor, wenn auch in etwas anderer Form, auf zwei Fahrzeuge aufgeteilt. Mit den SRF Löscher und Retter konnte die Wehr 2015 zwei Iveco MK aus den Jahren 1983 und 1986 ersetzten. Einer der Iveco war als Rüstfahrzeug aufgebaut, der andere als maßgeschneidertes Löschfahrzeug für den Geländeeinsatz.

Die zwei SRF mit den Beinamen Löscher und Retter sind übrigens nicht die ersten Fahrzeuge ihrer Art in Diensten der Feuerwehr Sankt Moritz. Schon 1992 stellte die Wehr ein SRF auf Basis eines Toyota HiAce in Dienst. Das Fahrzeug wurde jedoch 2006 zum Kleinlöschfahrzeug (KLF) für die Brandbekämpfung in unwegsamen Geländen umgerüstet. Im Gegensatz zu den SRF Löscher und Retter war es nicht nur bedeutend kleiner, sondern in seiner Schlagkraft auch deutlich begrenzter. Mit gerade Mal drei Feuerwehrangehörigen konnte es gerade mal halb so viel Personal transportieren, wie nur eines der beiden neuen SRF. Auch die Beladung fiel deutlich übersichtlicher aus und der Wassertank der Hochdrucklöschanlage fasste nur 250 l.

Identische Fahrgestelle und Grundaufbauten

Beide SRF der Feuerwehr Sankt Moritz baute Brändle auf Fahrgestellen vom Typ Mercedes-Benz Sprinter 519 BlueTEC 4x4 auf. Neben Allradantrieb besitzen die Sprinter-Fahrgestelle ein Automatikgetriebe und eine Doppelkabine. Die serienmäßige Sitzbank im Fond entfernte Brändle und ersetzte sie durch drei Bostrom Firefighter-Sitze mit Halterungen für Pressluftatmer. So kann sich in jedem SRF schon während der Anfahrt ein Dreier-Trupp fertig mit Atemschutzgeräten ausrüsten, wenn auch die Platzverhältnisse etwas beengt sind.

Neben den Fahrgestellen sind auch die Aufbauten der SRF von ihrer Grundkonzeption her identisch. Für die SRF konstruierte Brändle Aufbauten mit drei Geräteräumen. Eine Besonderheit der Geräteräume sind die „Hybridverschlüsse“ die Rollladen und Klappen miteinander verbinden. Jeder Geräteraum wird durch eine große Klappe verschlossen, in den ein fast ebenso großer Rollladen integriert ist. Der Klappmechanismus bildet mehr oder weniger einen schmalen Rahmen rund um den Rollladen. Wahlweise kann jeder Geräteraum durch Öffnen des Rollladens oder alternativ durch Öffnen der Klappe erreicht werden. Die Klappen benötigen zwar mehr Platz beim Öffnen als die Rollläden, bieten aber einen zusätzlichen Witterungsschutz für Mannschaft und Material. Außerdem gibt es zumindest an den beiden seitlichen Geräteräumen zwei die Hinterachse einrahmende ausklappbare Trittbretter zur einfacheren Geräteentnahme. Nur am Heckgeräteraum gibt es kein solches Trittbrett, dafür aber eine Aufstiegsleiter zum Dach. Dieses ist bei beiden SRF jedoch nur spärlich beladen. Auffälliges Ausstattungsmerkmal auf den Dächern der SRF sind die Lichtmastroboter von Teklite, welche die Umfeldbeleuchtung ergänzen. Abgerundet wird die Grundausstattung der SRF-Aufbauten durch eine Rückfahrkamera sowie eine Verkehrswarnanlage Federal Signal Signalmaster am Heck. Zusätzlich zu dieser besitzen die SRF schlanke LED-Zusatzblinker unter den beiden Doppelblitzkennleuchten FG Hänsch Comet-B am Heck. Den Rest der Sondersignalanlage bilden ein Haztech Xpress-Warnbalken auf dem Kabinendach und zwei WL-LED von Hella als Frontblitzer im Kühlergrill.

Die Vielzahl der Gemeinsamkeiten der SRF hören spätestens beim Innenausbau der Aufbauten aufgrund der unterschiedlichen Beladungsschwerpunkte auf. Doch auch im Aufbauinneren gibt es an zwei Stellen Parallelen. So ist in beiden Fahrzeugen im Geräteraum G1 eine Schwenkwand eingebaut, die jeweils die Hälfte des Geräteraums einnimmt. Auch ihre Bestückung ist zumindest auf der Außenseite bei beiden SRF identisch: Eine Löschdecke, zwei Feuerlöscher und zwei 20 l-Kanister. Einzig sind die Kanister beim Löscher mit Schaummittel gefüllt und beim Retter mit Ölbindemittel und Streusalz. Die zweite Parallele ist das Generatordoppelpack im Geräteraum G2. Beide SRF sind mit zwei kleinen Honda-Stromerzeugern und zwei Leitungsrollern für die elektrischen Verbraucher an gleicher Stelle beladen.

Der Retter

Zentrales Beladungselement des SRF Retter ist der Rüstsatz, der auf einem großen Auszug im Geräteraum GR transportiert wird. Den aus einem Hydraulikaggregat mit zwei Schlauchhaspeln, Schere, Spreizer und zwei Rettungszylindern lieferte Lancier. Er ist so auf dem Auszug verladen, dass er direkt nach Öffnen des Geräteraums und auch ohne Ausziehen des Auszugs benutzt werden kann. Der Auszug selbst hat zwei Ebenen. Oben steht das Hydraulikaggregat und darunter sind die Geräte dafür verladen. Direkt einsatzbereit an das Aggregat angeschlossen sind Schere und Spreizer. Soll der Rüstsatz abgesetzt vom Fahrzeug genutzt werden müssen zuerst Schere und Spreizer abgekuppelt werden, denn das Aggregat wird seitlich aus dem Auszug hinausgeschoben und nicht zum Heck hin. Auf dem Auszug finden außerdem zwei Schutzschilde, Ersatzscherblätter für die Schere, ein Kettensatz für den Spreizer, ein Pedalschneider von Lukas und eine Box mit Stofftieren Platz.

Im Geräteraum G1 kommen Unterbaumaterial und hinter der Schwenkwand ein kompletter Hebekissensatz, ein Schwelleraufsatz und unter anderem auch eine Säbelsäge unter. Deutlich umfangreicher fällt die Beladung des Geräteraums G2 aus. Sie besteht aus zwei unterschiedlichen Größen von Stützen zum Stabilisieren von Fahrzeugen, einer Motorkettensäge und einem Motortrennschleifer und einer Sichtschutzwand. Zum Ausleuchten von Einsatzstellen, bzw. vielmehr kleineren Arbeitsbereichen werden ein Akkubeleuchtungsgerät von Peli und zwei kleinere Akkuscheinwerfer mitgeführt. Außerdem gehören Leitkegel, Faltsignale und zwei Scherengitter zur Verkehrsabsicherung zur Beladung. Auf dem Dach wird als einer der wenigen Ausrüstungsgegenstände eine Schleifkorbtrage mitgeführt.

Schwesterfahrzeug:
https://bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/178606/

Ausrüster k.A.
Sondersignalanlage
  • 1 Warnbalken Haztech Xpress mit integrierter Verkehrswarnanlage
  • 2 Frontblitzer Hella WL-LED
  • 2 Doppelblitzkennleuchten FG Hänsch Comet-B am Heck
Besatzung 1/4 Leistung 140 kW / 190 PS / 188 hp
Hubraum (cm³) 2.987 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 5.000
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Eingestellt am 26.03.2022 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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