Einsatzfahrzeug: Florian Prignitz 30/52-01 (a.D.)

Florian Prignitz 30/52-01 (a.D.)
Florian Prignitz 30/52-01 (a.D.)

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Einsatzfahrzeug-ID: V17701 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Florian Prignitz 30/52-01 (a.D.) Kennzeichen PR-SW 90
Standort Europa (Europe)Deutschland (Germany)BrandenburgPrignitz (PR)
Wache FF Wittenberge Zuständige Leitstelle Leitstelle Nordwest (HVL, OPR, P, PR)
Obergruppe Feuerwehr Organisation Freiwillige Feuerwehr (FF)
Klassifizierung Rüstwagen Hersteller Iveco
Modell 120-25 AW Auf-/Ausbauhersteller Magirus
Baujahr 1993 Erstzulassung 1993
Indienststellung 1998 Außerdienststellung 2015
Beschreibung

Rüstwagen (RW 2) der Freiwilligen Feuerwehr Wittenberge.

Fahrgestell: Iveco 120-25 AW
Aufbau: Magirus


Bei diesem Fahrzeug handelt es sich um einen ehemaligen RW 2-G der Bahnfeuerwehr Wittenberge.

Neue Einsatzfahrzeuge für die neuen Schwerpunkte der Bahnfeuerwehren

Auf einer Tagung des Bundesbahn-Zentralamtes (BZW) München im Sommer 1986 in Mainz verständigten sich die Direktionssprecher der Bahnfeuerwehren auf die Erarbeitung eines neuen Brandschutzkonzeptes. Zu sehr war das bisherige Konzept auf die Brandbekämpfung fokussiert und hatte damit den falschen Schwerpunkt für die Einsatzrealität der Feuerwehren der Deutschen Bundesbahn (DB) zu dieser Zeit. Im Zeitraum von 1977 bis 1987 verzeichneten die Bahnfeuerwehren lediglich 87 Brände, dafür aber 1.239 Hilfeleistungen unterschiedlichster Art. In einem eigenen Arbeitskreis wurde daher ein deutlich stärker auf Hilfeleistungen ausgerichtetes Brandschutzkonzept von den Verantwortlichen der Bahnfeuerwehren erarbeitet.

Teil des neuen Brandschutzkonzeptes war auch die Entwicklung und Einführung neuer Fahrzeugtypen für die Bahnfeuerwehren. Gemäß dem alten Schwerpunkt auf der Brandbekämpfung setzte sich die erste ab 1960 beschaffte Fahrzeuggeneration aus zwei Löschfahrzeugtypen zusammen: Dem Löschgruppenfahrzeug (LF) 16, bzw. dem LF 16-Löschpulver (LP) und dem Tanklöschfahrzeug (TLF) 16. Ergänzt wurden diese durch Pulverlöschanhänger (PLA) und Ölschadensanhänger (ÖSA). An die Stelle der beiden alten Löschfahrzeugtypen trat das neu entwickelte Hilfeleistungslöschgruppenfahrzeug (HLF) 24. Es basierte auf dem in einer Vornorm definierten LF 24 und deckte neben der Brandbekämpfung auch Hilfeleistungen und Gefahrguteinsätze mit ab. Ergänzt wurde das HLF 24 durch den von der Bahnfeuerwehr aus dem Rüstwagen (RW) 2 abgeleiteten Rüstwagen-Gefahrgut (RW-G). Das neue Brandschutzkonzept sah die Beschaffung von 75 HLF 24 und 49 RW-G ab Ende der 1980er Jahre vor. Wie auch schon die erste Fahrzeuggeneration der Bahnfeuerwehr sollte auch die zweite bei Magirus entstehen. Für die Erprobung der neuen Fahrzeugtypen baute Magirus drei HLF 24 und zwei RW-G auf hauseigenen Iveco-Fahrgestellen als Prototypen auf. Die HLF 24 wurden ab 1988 bei den Bahnfeuerwehren Freiburg, Kempten und Nürnberg erprobt. Im Jahr darauf gingen die RW-G in Freiburg und Nürnberg in den Testbetrieb. Die Auslieferung der Serienfahrzeuge lief nach Abschluss der Erprobung im Jahr 1990 an.

Das HLF 24 der Bahnfeuerwehr

Die HLF 24 baute Magirus für die Bahnfeuerwehr auf Iveco 120-25 AW in Anlehnung an das LF 24 im damals noch neuen Aufbaukonzept AluFire auf. Sie wurden mit einer Feuerlöschkreiselpumpe FP 24/8 mit einer Leistung von 2.400 Litern pro Minute bei acht bar, einem 1.900 Liter großen Wasser- und einem 100 Liter Schaummitteltank ausgestattet. Weitere 100 Liter Schaummittel wurden in klassischen Kanistern à 20 Liter mitgeführt. Die Bahn verzichtete damit auf den in der Vornorm für das LF 24 vorgesehenen 200-Liter-Schaummitteltank. Gänzlich entfiel bei den Bahn-HLF 24 der für das LF 24 obligatorische fest verbaute Stromerzeuger. Zu ihrer Ausstattung gehörten aber eine Seilwinde Rotzler Treibmatic mit 50 Kilonewton Zugkraft und ein Kurbel-Lichtmast am Heck. Die Gruppenkabine stattete Magirus mit zwei Sitzhalterungen für Pressluftatmer aus.

Neben der üblichen Ausrüstung für die Brandbekämpfung führten die HLF 24 auch einen tragbaren Stromerzeuger, Rüstsatz, Hebekissen und Trennschleifer mit. Für Gefahrguteinsätze ergänzten Chemikalienschutzanzüge, Auffangbehälter und Dichtmittel die Beladung.

Magirus gab bei den HLF 24 der Bahnfeuerwehr auf dem Typschild als Fahrzeugtyp teilweise „LF 24 BZA“ und teilweise auch „LF 1612 BZA“ an. Warum und wann sich die Typangabe änderte ist nicht bekannt.

Die RW-G der Bahnfeuerwehr

Wie auch die HLF 24 baute Magirus die RW-G der Bahnfeuerwehr auf Iveco 120-25 AW im AluFire-System auf. In den RW-G verbaute Magirus die gleiche Rotzler-Seilwinde wie im HLF 24 sowie einen fest verbauten Stromerzeuger mit einer Leistung von 20 Kilovoltampere. Auch die RW-G verfügten über einen Kurbel-Lichtmast. Den Großteil der Beladung der RW-G machte die Beladung nach Norm für einen RW 2 aus. Ergänzt wurde sie durch weitere Komponenten für die Abwicklung von Gefahrguteinsätzen. Diese bestand aus Umfüllpumpen für Gefahrgüter und Auffangbehältern, Pressluftatmern und Chemikalienschutzanzügen sowie Messgeräten.

Wiedervereinigung, Bahnreform und Ende der Bahnfeuerwehren

Die vollumfängliche Umsetzung des neuen Brandschutzkonzeptes verhinderte die Deutsche Wiedervereinigung 1990 mit ihren Folgen. Mit der Wiedervereinigung zeichnete sich ein Zusammenschluss der DB mit der Deutschen Reichsbahn (DR) aus der ehemaligen Deutschen Demokratischen Republik (DDR) ab. Damit war auch das rein auf Westdeutschland ausgelegte Brandschutzkonzept obsolet. Eine Ausweitung des Konzeptes auf die neu hinzugekommenen Bahnfeuerwehren der DR in Ostdeutschland wurde zwar geplant, aber nur in Teilen umgesetzt. Mit der Bahnreform fusionierten 1994 schließlich die Behörden DB und DR zum Unternehmen Deutsche Bahn (DB) AG. Kurz vor der Fusion hatte die DB noch 1993 die Beschaffung weiterer neuer Fahrzeuge für die Bahnfeuerwehren gestoppt. Bis dahin hatte Magirus 24 HLF 24 und 25 RW-G ausgeliefert. Davon waren ein HLF 24 und zehn RW-G bei den Feuerwehren der DR in Dienst gegangen.

Mit der Überführung der Staatseisenbahnen DB und DR in die zwar in Staatsbesitz befindliche, aber privatwirtschaftlich geführte DB AG wurde das noch von der DB entwickelte und in Teilen eingeführte Brandschutzkonzept nicht mehr aufgegriffen. Anders als die DB war die DB AG nicht mehr an verschiedene strenge Sicherheitsauflagen aus dem Bundesbahngesetz von 1951 gebunden. Dazu gehörte auch die Notwendigkeit flächendeckender Bahnfeuerwehren. Die DB AG drängte auf die weitgehende Übernahme des Brandschutzes auf den Bahnliegenschaften durch die öffentlichen Feuerwehren. Schon 1995 begann die DB AG damit ihre Bahnfeuerwehren Schritt für Schritt aufzulösen. Bis 1998 waren alle 32 Bahnfeuerwehren der ehemaligen DR aufgelöst und fast alle 50 der DB. Nur vier der alten Bahnfeuerwehren blieben als Betriebs- (Krefeld-Oppum und Kassel) oder Werkfeuerwehren (Maschen und Nürnberg) erhalten. Zwischen 1998 und 2002 verkaufte die DB AG insgesamt 82 ihrer Feuerwehrfahrzeuge im Wert von 5,2 Millionen Deutsche Mark über die Auktionsplattform VEBEG – viele davon an öffentliche Feuerwehren in Deutschland. Veräußert wurden von der DB AG insgesamt 19 HLF 24 und 22 RW-G, aber auch noch 41 ältere Fahrzeuge der Bahnfeuerwehren der DB sowie der Bahnfeuerwehren der DR. 

Edit Carsten Ruthe:
Das Fahrzeug stand im Januar 2015 zum Verkauf.

Ausrüster k.A.
Sondersignalanlage
  • 2 Rundumkennleuchten Bosch RKLE 200
  • Martin-Horn 2297 GM
  • Frontblitzer Hella BSX-Micro
  • Rundumkennleuchte Bosch RKLE 110 am Heck
Besatzung 1/2 Leistung 194 kW / 264 PS / 260 hp
Hubraum (cm³) 13.383 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 13.500
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Eingestellt am 11.08.2009 Hinzugefügt von LarsKy
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