Einsatzfahrzeug: Etterbeek - Gendarmerie - Groupement Mobile - GruKw (a.D.)

Etterbeek - Gendarmerie - Groupement Mobile - GruKw (a.D.)
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Einsatzfahrzeug-ID: V225077 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Etterbeek - Gendarmerie - Groupement Mobile - GruKw (a.D.) Kennzeichen HDE-745
Standort Europa (Europe)Belgien (Belgium)Brussel-Hoofdstad/Bruxelles-Capitale (Region Brüssel-Hauptstadt)
Wache k.A. Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Polizei Organisation Bundespolizei
Klassifizierung Gruppenkraftwagen Hersteller Fabrique Nationale
Modell 4RM 62 Auf-/Ausbauhersteller Sonstige
Baujahr 1963 Erstzulassung 1963
Indienststellung 1963 Außerdienststellung Ja, aber Jahr unbekannt
Beschreibung

Ehemaliger Gruppenkraftwagen (GruKw - Staffcar) der früheren belgischen Gendarmerie (Rijkswacht), eingesetzt beim Groupement Mobile (Mobiele Groepering) in Etterbeek in der Region Brüssel-Hauptstadt.

Hersteller: Fabrique Nationale (FN)
Modell:
4RM 62
Baujahr: 1963
Ausbau: La Brugeoise et Nivelles (BN) - Fabrique Nationale (FN)

Eingesetzt wurden die Staffcars zum Transport der Hundertschaften der Gendarmerie (Rijkswacht) zu ihren Einsatzorten.

Ausstattung:

  • 3 Sitzreihen
  • 1 Arbeitsplatte im Mannschaftsraum
  • 1 Funkgerät
  • 2 Obervationslucken
  • Anhängerkupplung

Beladung:

  • 4 Benzinkanister à 20 Liter
  • Schlagstöcke
  • Schutzschilder
  • Einsatzhelme mit Visier

Das Fahrzeug wurde Anfang der 1990er-Jahre mit der Beschaffung modernerer Gruppenkraftwagen auf Basis des Iveco 40.10 WM bei der Gendarmerie außer Dienst gestellt.

Das Fahrzeug befindet sich heute in Privatbesitz und ist Teil der Sammlung des belgischen Belgian Emergency Vehicles Club.

Fabrique Nationale (FN) 4RM 62 – Fahrzeuge 100 % Made in Belgium:

Gegen Anfang der 1960er-Jahre und mit der Neuausrichtung der Gendarmerie (Rijkswacht) werden insgesamt sechs sogenannte Groupement Mobile (Mobiele Groepering) als Bereitschaftspolizei gegründet. Vier dieser Groupement Mobile werden in den Großstädten Antwerpen, Charleroi, Gent und Liège angesiedelt, die beiden letzten in der Landeshauptstadt Bruxelles. Die Gendarmerie, zu diesem Zeitpunkt noch als vierte Teilstreitkraft der belgischen Streitkräfte organisiert, ist militärisch aufgebaut und strukturiert sowie in ihrer Ausrüstung stark standardisiert. Mit der Schaffung der Groupement Mobile muss die Gendarmerie daher neue Fahrzeuge anschaffen.

Um Personal und Material landesweit schnell und zuverlässig transportieren zu können, müssen neue Truppentransporter und Gruppenkraftwagen beschafft werden. Das belgische Heer und die Gendarmerie übernehmen dabei die Planungs- und Konzeptionsarbeit selbst und erstellen binnen weniger Monate ein auf die Bedürfnisse der Groupement Mobile maßgeschneidertes Fahrzeugkonzept in Form eines Lastenheftes. Nach der Validierung der Lastenhefte erfolgt 1962 die öffentliche Ausschreibung für die neuen Fahrzeuge. Brisant und gewagt ist dabei die Tatsache, dass diese Ausschreibung ausschließlich dem belgischen Markt gewidmet ist und externe Anbieter davon ausgeschlossen werden.

Die Ausschreibung kann die Fabrique Nationale d’Armes de Guerre, kurz FN, für sich entscheiden. Fabrique Nationale ist zu diesem Zeitpunkt eines der bedeutendsten Industrieunternehmen Belgiens und produziert eigene Fahrzeuge. Angesichts des großen Umfangs der Beschaffung und weil Fabrique Nationale mit diesen Fahrzeugen absolutes Neuland betritt, sucht sich das Unternehmen einen Partner für die Herstellung der Fahrzeuge. Fündig wird Fabrique Nationale bei La Brugeoise et Nivelles, kurz BN. La Brugeoise et Nivelles ist zu dieser Zeit ein belgisches Metallbauunternehmen und Hersteller von Schienenfahrzeugen. Die Zusammenarbeit zwischen FN und BN ist kein Zufall, da beide Unternehmen bereits gemeinsam gepanzerte Fahrzeuge für die belgischen Streitkräfte produziert hatten.

Nach Absprache beider Unternehmen wird festgelegt, dass Fabrique Nationale für den Bau der Chassis mitsamt Geländefahrwerk, des Motors sowie für die „Hochzeit“ von Chassis und Karosserie zuständig ist. La Brugeoise et Nivelles übernimmt ihrerseits die Fertigung der einteiligen Karosserie sowie des Innenausbaus der Fahrzeuge. Beide Unternehmen produzieren in ihren Stammwerken in Herstal (FN) und Bruges (BN). Der Zusammenbau der Fahrzeuge erfolgt jedoch außerhalb beider Werke auf einem unbekannten Militärstützpunkt.

Das von Fabrique Nationale gewählte Chassis basiert auf dem Radpanzer 4RM „Ardennes“ aus eigener Produktion. Das hochgeländegängige Chassis besitzt sowohl auf der Straße als auch im Gelände sehr gute Eigenschaften und wird quasi in Serie gefertigt. Beim Motor wählt FN ebenfalls ein eigenes Aggregat aus eigener Produktion. Alle Fahrzeuge werden mit einem 4,8-Liter-Benzinmotor mit 130 PS ausgestattet. Die Motoren erweisen sich jedoch aufgrund ihres hohen Verbrauchs als kostenintensiv. Nicht ohne Grund werden die Fahrzeuge serienmäßig mit zwei Halterungen für insgesamt vier Benzinkanister ausgerüstet. Daher tauscht die Gendarmerie einen Teil der Motoren noch vor der Außerdienststellung gegen Dieselmotoren aus.

La Brugeoise et Nivelles fertigt ihrerseits eine eigens konzipierte Karosserie an. Sie wirkt in ihrer Form und Konzeption ungewöhnlich, ist jedoch äußerst zweckdienlich und benutzerfreundlich und bietet den Einsatzkräften sehr viel Platz. Im Dachbereich werden zwei Beobachtungs- und Schießluken eingebaut – eine auf Höhe des Kommandanten und eine im Mannschaftsraum. Im Mannschaftsraum befinden sich zwei Sitzreihen in Fahrtrichtung. Davor wird eine Tischplatte verbaut, um das schwere Funkgerät aufnehmen zu können. Diese Tischplatte befindet sich mittig im Aufbau und ist sowohl vom Mannschaftsraum als auch vom Fahrerbereich aus bedienbar. Ein großer Kofferraum ergänzt das Platzangebot für mitgeführtes Material und Gepäck. Der Mannschaftsraum ist zudem beidseitig mit zwei großen Klapptüren ausgestattet.

Die Gendarmerie beschafft von diesem Fahrzeugtyp rund 86 Fahrzeuge, die zwischen 1962 und 1964 ausgeliefert werden. Eine ähnliche Version mit Pritschenaufbau als mittlerer Mannschaftskraftwagen wird ebenfalls 1963 durch die Gendarmerie beschafft. Diese Fahrzeuge sind vorrangig für die Ecole Royale de Gendarmerie vorgesehen. Ihre Stückzahl liegt bei 21 Fahrzeugen.

Die vollständig in Belgien produzierten Fahrzeuge sind ihrer Zeit deutlich voraus. Die Konzeption und Robustheit der Fahrzeuge gelten für ihre Zeit als nahezu unschlagbar. Erst nach mehr als 30 Dienstjahren werden die Fahrzeuge ersetzt und später vielfach schmerzlich vermisst.

Die Gendarmerie stellt die Fahrzeuge Anfang der 1990er-Jahre nach und nach außer Dienst. Die Fahrzeuge bleiben zunächst noch als eiserne Reserve bestehen, bevor sie schrittweise versteigert oder verschrottet werden. Heute existieren nur noch sehr wenige Fahrzeuge im Originalzustand. Die Rede ist von weniger als fünf Exemplaren, wobei sich ein Fahrzeug im Bestand des Musée de la Police Intégrée (Museum van de geïntegreerde politie) befindet und die übrigen in Privatbesitz sind. Das hier gezeigte Fahrzeug scheint bis heute das einzige Exemplar zu sein, das einer Generalüberholung unterzogen und in den Ursprungszustand zurückversetzt wurde.

Gendarmerie - Rijkswacht:

Die Gendarmerie, auf flämisch Rijkswacht, war eine der beiden grossen Polizeimächte Belgiens. Sie war eine eigene Teilstreitkraft der belgischen Armée, welche mit zivilen Polizeiaufgaben versehen wurde und wurde im Jahre 2001 entgültig aufgelöst.

Gegründet wurde die Gendarmerie im Jahre 1795 unter der französischen Herrschaft. Eine erste Umänderung der Gendarmerie erfolgte 1814 unter der neuen niederländischen Herrschaft, wo die Gendarmerie zur Marechausse umgetauft wurde. Diese erste Umstrukturierung sollte jedoch nicht lange weilen, denn sofort nach der Unabhängigkeitserklärung von Belgien im Jahre 1830, wurde die Marechaussee wieder zur Gendarmerie umbenannt. Nach dem zweiten Weltkrieg erfuhr die Gendarmerie eine erste tiefgreifende Reform, wobei neue spezialisierte Einheiten gegründet wurden. Im Jahre 1957 wurde die Gendarmerie schlussendlich eine eigenständige Behörde in Belgien, zwar immer noch als Teilstreitkraft dem Verteidigungsministerium unterstellt, dafür aber mit zivilen Aufgaben vertraut. Anfang der 1990er Jahre, dies nachdem grosse kriminelle Wellen und Verbrechensserien das Image der Gendarmerie in Belgien geschädigt hatten, wurde die Gendarmerie dem Innenministerium zugeschrieben und neu organisiert. Im gleichen Zuge der Reorganisation der Gendarmerie wurden sogenannte Einheiten der "Police spéciale" der Gendarmerie zugegliedert darunter unter Anderem die Bahnpolizei, die Wasserschutzpolizei und die Flughafenpolizei.

Im Jahre 1998 beschloss die belgische Regierung, die Gendarmerie und alle weiteren Polizeiinstanzen definitiv aufzulösen und zur "Police Intégrée" zusammen zu führen, welche auf zwei Ebenen agiert nämlich eine föderale Polizei und die Gemeindepolizeien. Der grösste Teil des Personals wurde auf den lokalen Polizeieinheiten in den einzelnen Polizeizonen verteilt. Die spezialisierten Kräfte dagegen wurden den föderalen Einheiten zugeordnet. Bis es jedoch so weit war, vergingen nochmals drei Jahre, so dass die Gendarmerie am 01. Januar 2001 endgültig aufgelöst wurde.

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Ancien Transport de Troupes (TP) de la Gendarmerie (Rijkswacht) basé auprès du Groupement Mobile (Gp Mob) à Etterbeek sur base d'un Fabrique Nationale FN 4RM 62 équipé par La Brugeoise et Nivelles (BN) et Fabrique Nationale (FN).

Ausrüster k.A.
Sondersignalanlage
  • 1 Drehspiegelkennleuchte Hella KLJ 6
  • 1 Pressluftanlage Fiamm TA/0 Serie 2000
Besatzung 1/8 Leistung 96 kW / 130 PS / 128 hp
Hubraum (cm³) 4.750 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) k.A.
Tags
jbm
Eingestellt am 16.05.2026 Hinzugefügt von Jérôme Biondi
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