Rettungsdienst / News Feed: rettungsdienst.de

Herzrhythmusstörungen – was Sie wissen sollten

29.03.2017

Frankfurt/Main (rd_de) – Allein in Deutschland werden jedes Jahr über 400.000 Patienten aufgrund von Herzrhythmusstörungen in Kliniken eingeliefert. Laut dem „Herzbericht 2016“ der Deutschen Gesellschaft für Kardiologie steigt gerade bei der Herzrhythmusstörung die Sterblichkeit weiter an. Die häufigste Herzrhythmusstörung ist das Vorhofflimmern. Etwa 1,8 Millionen Menschen leiden darunter in Deutschland. Hier die wichtigsten Fakten zu Herzrhythmusstörungen.

 

Das Herz:

Es befördert das Blut durch unseren Kreislauf und versorgt damit die Organe unseres Körpers mit Sauerstoff, Nährstoffen und anderen lebensnotwendigen Substanzen. Das Herz ist ein Hohlmuskel, der sich regelmäßig 60- bis 90-mal pro Minute (100.000-mal pro Tag) zusammenzieht und wieder erschlafft. Dabei werden 4 – 6 Liter Blut pro Minute (rund 7.000 Liter am Tag) durch die Blutgefäße gepumpt.

Herzfrequenz:

Normale Herzschlagfolge: 60 – 90 Schläge pro Minute. Bei seelischer oder körperlicher Belastung: 160 bis 180 Schläge pro Minute, Anstieg normal. Nachts sinkt die Herzfrequenz auf 45 – 55 Schläge pro Minute. Als untere Grenze zum krankhaften Befund gelten etwa 40 Schläge pro Minute. Als krankhaft gilt, wenn es zu einem schlagartigen Umspringen von normaler Herzschlagfolge auf sehr hohe/sehr niedrige Herzfrequenz kommt.

Vorhofflimmern:

Blutgerinnsel im linken Vorhof.

Blutgerinnsel im linken Vorhof.

Häufigste Herzrhythmusstörung, etwa 1,8 Million Betroffene in Deutschland, in Europa etwa 9 Millionen, verursacht 30.000 Schlaganfälle pro Jahr in Deutschland.

Das Herz gerät dabei völlig aus dem Takt; es rast mit einem Puls von bis zu 160 Schlägen pro Minute, selten sogar noch schneller. Oft sind Herzstolpern und Herzrasen verbunden mit innerer Unruhe, Angstgefühlen, Abgeschlagenheit, einer Neigung zu schwitzen, Atemnot und einer Einschränkung der körperlichen Leistungsfähigkeit.

Das Risiko, von Vorhofflimmern betroffen zu werden, steigt mit dem Alter. Die Häufigkeit liegt bei Menschen unter 50 Jahren deutlich unter 1%, bei den über 60-Jährigen liegt sie bei 4-6% und bei den über 80-Jährigen bei 9-16%.

Akuter Herzinfarkt:

Ein akuter Herzinfarkt kann durch die entstandene Gewebeschädigung am Herzen eine Ursache für Herzrhythmusstörungen sein. Wenngleich die Sterblichkeit bei Herzrhythmusstörungen weiter zunimmt, geht das Risiko, an einem Herzinfarkt zu sterben, weiter zurück. Zwischen den Jahren 1990 und 2013 ist laut „Herzbericht 2015“ ein Rückgang um rund 40 Prozent festzustellen.

Dazu tragen unter anderem verbesserte therapeutische Maßnahmen wie beispielsweise ein Notfall-Kathetereingriff bei. Ebenso konnte die Zeit im Rettungswagen bis zum Erreichen des Krankenhauses verkürzt und das Notarztsystem in den letzten Jahren ausgebaut werden.

Herzschrittmacher:

Er gibt bei starker Verlangsamung des Herzschlags regelmäßig elektrische Impulse ab und erregt dadurch das Herz so, dass es sich zusammenzuzieht. Der erste Herzschrittmacher wurde im Jahre 1958 implantiert. Im Jahr 2014 wurden in Deutschland 108.193 Herzschrittmacher implantiert (stationär).

Defibrillator:

Mit Hilfe eines Defibrillators wird Kammerflimmern durch elektrische Schocks beendet. Bei Herzrasen und zu langsamen Herzschlagfolgen gibt er die rettenden Impulse. Bei implantierten Defibrillatoren wird ein Langzeit-EKG aufgezeichnet, das kontinuierlich auch alle Herzrhythmusstörungen seines Trägers registriert. Neuere Geräte können sich selbst überwachen. Der erste Defibrillator wurde im Jahre 1980 implantiert. Implantationen (stationär) in Deutschland: 58.677 ICD im Jahr 2014.

Katheterablation:

Hierbei werden Herzzellen mithilfe der Kathetertechnik gezielt durch Hochfrequenzstrom oder Kälte so verödet, dass Herzrhythmusstörungen nicht mehr entstehen können. Weltweit wird dieses Verfahren jährlich bei mehr als 100.000 Patienten durchgeführt.

Reizleitungssystem des Herzens.

Reizleitungssystem des Herzens.

Plötzlicher Herztod:

In Deutschland wird die Zahl der Menschen, die einem plötzlichen Herztod erliegen, je nach Definition mit 65.000 bis 200.000 (pro Jahr) angegeben. In etwa 80% der Fälle wird der Herz-Kreislauf-Stillstand durch eine sehr schnelle Herzrhythmusstörung (Kammertachykardie, Kammerflattern, Kammerflimmern) hervorgerufen. Von 100 Menschen, die einen plötzlichen Herz-Kreislauf-Stillstand erleiden, werden lediglich acht erfolgreich wiederbelebt. In 75% der Fälle liegt dem Plötzlichen Herztod eine koronare Herzkrankheit zugrunde, die durch Verengungen in den Herzkranzgefäßen charakterisiert ist.

Erste Hilfe:

  1. Vergewissern Sie sich, dass die betroffene Person bewusstlos ist, indem sie nicht auf lautes Zurufen, auf Zwicken oder Kneifen reagiert und nicht normal atmet. Wichtig: Schnappen und Röcheln gelten nicht als normale Atmung!
  2. Rufen Sie als nächstes den Rettungsdienst über die Nummer 112.

    Den Rettungsdienst über die Nummer 112 verständigen.

  3. Danach beginnen Sie sofort mit der Wiederbelebung. Verschwenden Sie keine Zeit damit, nach dem Puls zu suchen!
  4. Legen Sie die betroffene Person auf den Rücken auf eine harte Unterlage (am besten auf den Boden).
  5. Greifen Sie mit einer Hand an die Stirn der bewusstlosen Person und heben mit der anderen das Kinn leicht an. Prüfen Sie, ob Speisereste oder etwas anderes im Mund sind und die Atemwege blockieren. Entfernen Sie Fremdkörper.

    Der bewusstlosen Person wird das Kinn leicht angehoben.

    Der bewusstlosen Person wird das Kinn leicht angehoben.

  6. Führen Sie sofort die Herzdruckmassage durch. Dazu knien Sie sich neben die bewusstlose Person. Legen Sie einen Handballen in der Mitte zwischen den Brustwarzen auf das Brustbein. Dann legen Sie den Handballen der anderen Hand auf Ihre erste Hand und strecken die Ellbogen durch. Jetzt drücken Sie mit Unterstützung durch Ihr eigenes Gewicht das Brustbein mindestens 5 cm tief ein und lassen dann den Druck wieder nach, so dass das Brustbein wieder in seine Ausgangslage zu rückkehren kann. Darauf folgt die nächste Herzdruckmassage. Das Tempo ist optimal, wenn Sie das Brustbein pro Minute mindestens 100-mal eindrücken.
    Das Brustbein pro Minute mindestens 100-mal eindrücken.

    Das Brustbein pro Minute mindestens 100-mal eindrücken.

    Das sind fast zwei Kompressionen pro Sekunde. Setzen Sie die Herzdruckmassage fort, bis der Rettungsdienst eintrifft. Sind mehrere Helfer anwesend, wechseln Sie sich alle 2 bis 3 Minuten ab, denn Herzdruckmassage ist anstrengend.

    Das Brustbein wird mindestens 5 cm tief eingedrückt.

    Das Brustbein wird mindestens 5 cm tief eingedrückt.

  7. Wenn Sie in Herz-Lungen-Wiederbelebung ausgebildet sind und die Mund-zu-Mund-Beatmung sicher beherrschen: Beginnen Sie ebenso mit der Herzdruckmassage. Nach 30-maligem Drücken werden dann zwei Atemspenden gegeben. Wiederholen Sie diese beiden Schritte aus 30-mal Herzdruckmassage und 2-mal Atemspenden so lange, bis der Rettungsdienst eintrifft.

(Informationen, Grafiken und Fotos: Deutsche Herz-Stiftung; Titelfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 29.03.2017) 

Mehr ›

Spektakulärer Unfall nach Autowäsche

29.03.2017

Kirchheim (ots) – Auf dem Gelände einer Waschanlage ist es am Dienstagmorgen (28.03.2017) in Kirchheim zu einem ungewöhnlichen Unfall mit zwei Verletzten gekommen.

Kurz nach 09:00 Uhr wollte eine 78-jährige Autofahrerin mit ihrem Wagen eine Waschstraße verlassen. Dabei verwechselte sie nach Angaben der Polizei offenbar das Brems- mit dem Gaspedal. Ihr Wagen beschleunigte dadurch stark und legte auf dem Vorplatz der Waschanlage einen unkontrollierten Rechtsbogen zurück. Dabei fuhr der Pkw zunächst über ein Blumenbeet, dann über einen Findling und prallte nach etwa 30 Metern gegen einen parkenden Wagen. Dieser schleuderte wiederum gegen ein weiteres Fahrzeug, neben dem zu diesem Zeitpunkt ein 64-jähriger Mann stand. Der Mann war dabei, seinen Wagen zu reinigen, als er von dem Pkw getroffen wurde und zu Boden stürzte.

Der 64-Jährige zog sich bei dem Unfall genauso wie die 78-Jährige Unfallverursacherin Verletzungen zu. Die Pkw-Fahrerin wurde zudem in ihrem Fahrzeug eingeklemmt und musste von der Feuerwehr befreit werden.

Der Rettungsdienst übernahm die Versorgung der beiden Verletzten und brachte sie anschließend in ein Krankenhaus. Den Gesamtschaden schätzt die Polizei auf etwa 47.000 Euro.

(29.03.2017; Symbolfoto: murmakova/fotolia.com)

Mehr ›

Blaulicht und Signalhorn: Was bestimmt die Leitstelle?

28.03.2017

Sondersignale_580Bremen (rd_de) – „Einsatz mit Alarm“, teilt die Leitstelle der RTW-Besatzung mit. Automatisch schalten Rettungskräfte daraufhin Blaulicht und Signalhorn ein. Warum? Weil die Weisungsbefugnis der Leitstelle dies vorgibt?

Der Leitstellendisponent ist in fast allen Fällen die erste im Bereich des Rettungsdienstes tätige Person, die von einem Einsatzgeschehen Kenntnis erhält. Dies geschieht in der Regel durch einen Notruf oder die Polizei. Er macht sich ein möglichst genaues Bild von der Einsatzsituation durch telefonische Nachfragen. Dann entscheidet er unter anderem, wie die Einsatzmittel den Einsatzort anfahren – ob mit oder ohne Sondersignale.

„In der Praxis wird dabei zwischen dem auf Paragraf 38 Absatz 1 Straßenverkehrsordnung (StVO) beruhenden Wegerecht und den aus Paragraf 35 Absatz 5a StVO resultierenden Sonderrechten nicht unterschieden“, erläutert die Juristin Nicole Kreutz. Wird vom Leitstellendisponenten angeordnet, die Einsatzstelle mit Sondersignalen anzufahren, heißt das, dass Sonderrechte in Anspruch genommen werden sollen.

Aber ist diese Entscheidung des Disponenten für die Einsatzkräfte bindend? Besteht eine Weisungsbefugnis der Leitstelle gegenüber den Einsatzkräften? Und wie ist die Rechtslage, wenn dann ein Unfall passiert? Haftet ein Disponent für Schäden, die entstanden sind, weil er die Anfahrt mit oder ohne Sondersignale angeordnet hat?

Titel-2_2017_100Mehr zum Thema „Recht für Leitstellenmitarbeiter“ im aktuellen Rettungs-Magazin (2/2017). Jetzt im Handel oder versandkostenfrei in unserem Online-Shop bestellen.

(Text: Nicole Kreutz, Juristin und ehemalige Staatsanwältin; Symbolfoto: AOK Mediendienst; 28.03.2017)

Mehr ›

13-Jähriger von Feuerwerksrakete schwer verletzt

28.03.2017

Paderborn (ots) – Beim Zünden eines Feuerwerkskörpers ist am Samstagabend (25.03.2017) ein 13-Jähriger in Paderborn schwer verletzt worden.

Der Junge hatte eine zu Silvester nicht abgefeuerte Rakete zu einem Spielplatz mitgebracht. Er und seine Freunde zogen den fürs Abfeuern wichtigen Holzstock aus dem Feuerwerkskörper heraus.

Gegen 20.50 Uhr versuchte dann laut Polizei einer der Jungen, die am Boden liegende Rakete zu zünden. Dabei kam es zu einer Explosion, die den Jungen an der Hand schwer verletzte. Ein Finger wurde fast abgerissen.

Der Rettungsdienst übernahm die Erstversorgung des verletzten Jungen. Anschließend wurde der 13-Jährige mit einem Rettungswagen in eine Spezialklinik nach Detmold gebracht.

(28.03.2017; Symbolfoto: ufotopixl10/fotolia.com)

Mehr ›

Psychologische Erste Hilfe: Tipps für die Praxis

27.03.2017

Psychologische Erste Hilfe_580Bremen (rd_de) – Nicht nur Verletzte, auch psychisch traumatisierte Menschen brauchen Hilfe. Freunde oder Angehörige sind jetzt wichtig. Sie stehen aber nicht immer und sofort zur Verfügung. Auch Notfallseelsorger oder das Kriseninterventionsteam benötigen Zeit, um zur Einsatzstelle zu kommen. Jeder Notfallsanitäter, Rettungsassistent und Rettungssanitäter sollte daher auch ohne Ausbildung in Krisenintervention die Grundlagen der psychologischen Ersten Hilfe kennen.

  1. Leisten Sie „psychische Erste Hilfe“: Heutzutage kann es als Qualitätsmerkmal eines ganzheitlich ausgerichteten und professionellen Rettungsdienstes betrachtet werden.
  2. Unterstützung von nahestehenden Menschen: Verwandte und Freunde kommen hier primär in Frage. Da diese an einer Einsatzstelle aber nicht immer zur Verfügung stehen, fällt Mitarbeitern des Rettungsdienstes eine wichtige Rolle zu.
  3. Eigene Ressourcen mobilisieren: Krisenintervention ist größtenteils Hilfe zur Selbsthilfe.
  4. Die Handlungsfähigkeit wieder herstellen: Dabei gilt es abzuwägen, welche Handlungen man einem Betroffenen zumuten kann bzw. welche Handlungen eine Überforderung darstellen würden.
  5. Struktur ins Chaos bringen: Krisenintervention durch Einsatzkräfte kann Betroffene auch darin unterstützen, das gerade Erlebte zu begreifen und das Gedanken- und Gefühlschaos zu strukturieren.
  6. Informieren: Eine Person, der die Todesnachricht eines nahen Verwandten mitgeteilt wurde, möchte die Umstände erfahren. Ihr nach und nach diese Informationen zu geben, hilft, das Geschehene zu begreifen.
  7. Aufmerksamkeit verlagern: Auf unbeschwerte Momente, schöne Erlebnisse in der Beziehung zwischen dem Betroffenen und dem gerade Verstorbenen hinzuweisen, ist kein Ablenken von der Realität, sondern sorgt für Entlastung.
  8. Setting schaffen: Komplexität des Notfallerlebens für den Betroffenen reduzieren, gleichzeitig deutlich machen, dass seine Bedürfnisse berücksichtigt werden. Vorsicht, Bevormundung vermeiden!
  9. Dosierte Informationen: Den Betroffenen mit Details nicht „überfluten“. Nur Relevantes mitteilen. Er kann dann durch Nachfragen selbst bestimmen, wann er weitere Informationen wünscht.
  10. Psychoedukation: Informationen darüber, welche körperlichen und emotionalen Reaktionen in der Zeit nach einem belastenden Ereignis auftreten können.
  11. Individuelles Vorgehen: Die beschriebenen Interventionsformen haben sich in vielen Fällen als hilfreich erwiesen. Eine Garantie, dass sie immer wirksam sind, gibt es nicht.
  12. Effektive Hilfe: Der Rettungsdienst-Mitarbeiter darf darauf vertrauen, dass der Betroffene in der Lage ist zu signalisieren, ob ein Angebot für ihn hilfreich ist.

(Text: Timo Grünbacher, kath. Theologe, Sozialpädagoge, Rettungssanitäter und Mitarbeiter des ASB-Kriseninterventionsteams, München; Symbolfoto: Johanniter; zuletzt aktualisiert: 27.03.2017)

Mehr ›

Krefeld: Mehrere Verletzte durch Kohlenmonoxid

27.03.2017

Krefeld (ots) – In Krefeld kam es am Wochenende zu zwei Einsätzen, bei denen mehrere Menschen Kohlenmonoxid-Vergiftungen erlitten. Insgesamt mussten fünf Patienten in eine Klinik nach Düsseldorf transportiert werden. Unter ihnen befanden sich auch zwei Mitarbeiter des Rettungsdienstes.

Bereits am späten Freitagnachmittag (24.03.2017) wurde der Rettungsdienst zu einem Mehrfamilienhaus gerufen. Hier war eine Bewohnerin aufgrund von Unwohlsein im Badezimmer gestürzt. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte signalisierte der mitgeführte Kohlenmonoxid-Warner eine erhöhte Konzentration des Gases in der Wohnung.

Die Betroffene sowie ein weiterer Bewohner wurden ins Freie geführt und vom Rettungsdienst untersucht. Durch nachalarmierte Feuerwehrkräfte wurden die Wohnung sowie angrenzende Räume mit einem Messgerät kontrolliert. Die Feuerwehr geht davon aus, dass eine defekte Gastherme im Badezimmer die Ursache für die erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration war. Die Bewohnerin wurde in eine Klinik nach Düsseldorf gebracht.

Lesen Sie auch:

Kohlenmonoxid-Melder: Warum ein CO-Messgerät so wertvoll ist

Am darauffolgenden Samstag (25.03.2017) wurde der Rettungsdienst gegen 15:30 Uhr zu einer Person alarmiert, die ebenfalls über Unwohlsein klagte. Es handelte sich um eine Jugendliche, die auch im Badezimmer kollabiert war. Auch hier signalisierte der mitgeführte Kohlenmonoxid-Warner eine stark erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration in der Wohnung.

Alle Anwesenden begaben sich direkt ins Freie und wurden vom Rettungsdienst untersucht. Anschließend brachte man auch sie nach Düsseldorf in eine Klinik. Die beiden ersteintreffenden Rettungskräfte wurden vorsorglich ebenfalls in die Spezialklinik transportiert. Sie konnten das Krankenhaus aber bereits nach kurzer Zeit wieder verlassen.

Messungen der Feuerwehr ergaben auch hier eine erhöhte Konzentration von Kohlenmonoxid im Badezimmer der Wohnung. In den weiteren Wohnungen des Mehrfamilienhauses waren die Messungen negativ. Die genaue Ursache für die erhöhte Kohlenmonoxid-Konzentration in der Wohnung konnte noch nicht abschließend geklärt werden.

(27.03.2017; Symbolfoto: Dräger)

Mehr ›

Krankenhaus-Praktikum: Tipps für die Praxis

24.03.2017

Klinikpraktikum_580Bremen (rd.de) – Jeder, der im Rettungsdienst mitarbeiten möchte, muss ein Krankenhaus-Praktikum absolvieren. Das schreiben alle Ausbildungen vor – vom Rettungshelfer über Rettungssanitäter und Rettungsassistent bis zum Notfallsanitäter. Eine einmalige Chance, Erfahrungen zu sammeln. Vorausgesetzt, der Praktikant beachtet wichtige Punkte.

  1. Auswahl der Klinik für das Krankenhaus-Praktikum: In einem kleineren Krankenhaus wird man vermutlich viele i.v.-Zugänge legen und Intubationen durchführen dürfen. Eine Uni-Klinik bietet hingegen die Chance, anspruchsvollen Notfällen beizuwohnen. Dafür ist hier die Konkurrenz unter den Praktikanten größer.
  2. Gewissenhafte Vorbereitung: Was man während einem Krankenhaus-Praktikum lernen soll, gibt der Ausbildungsplan vor. Der Praktikant sollte diesen Stoff vor Antritt der Praktikumsstelle nochmals theoretisch (Bücher, Videos, Patientensimulator) für sich auffrischen.
  3. Erster Praktikumstag: Der Praktikant sollte sich bei allen Mitarbeitern, mit denen er bei seinem Krankenhaus-Praktikum in Kontakt tritt, vorstellen. Hilfreich ist es, sich interessiert, engagiert und aufgeschlossen zu zeigen.
  4. Praktikums-Tagebuch: Es begleitet einen durch sein Krankenhaus-Praktikum und ist später ein wertvolles Nachschlagewerk. Krankheitsbilder, Operationen und selbstständig durchgeführte Tätigkeiten werden hier festgehalten. Außerdem formuliert der Praktikant alle Tipps, die er aus der Praxis gelernt hat. Fotos und Skizzen illustrieren die Eintragungen.
  5. Vertiefung des Wissens: Das erlernte Wissen wird zur Komplettierung des Ausbildungsabschnitts weitergegeben. Dies geschieht beispielsweise im Rahmen eines Kurzvortrages auf der heimischen Lehrrettungswache vor den anderen Praktikanten.
  6. Dankeschön zum Abschluss: Den Schlusspunkt bei seinem Krankenhaus-Praktikum bilden das Abschlussgespräch und die Aushändigung der Praktikumsbescheinigung. Um sich für die Bemühungen der Klinikmitarbeiter zu bedanken, sollte ein „Dankeschön-Kuchen“ mitgebracht werden.

(Text: Maximilian Kippnich, cand. med. Universitätsklinikum Würzburg, Rettungssanitäter, Zugführer; Symbolfoto: Markus Brändli, zuletzt aktualisiert: 24.03.2017)

eDossier „Krankenhaus-Praktikum“

>>Jetzt hier runterladen!

  • Mit umfangreichen Informationen zum Thema Praktikum im Krankenhaus.
  • Umfang: 5 Seiten
  • Dateigröße: ca. 1,3 MB/PDF-Format
  • Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 3/2015
Mehr ›

Bauchaortenaneurysma und Mesenterialinfarkt: Symptome frühzeitig erkennen

24.03.2017

Bauchaortenaneurysma_580Bremen (rd_de) – Bauchaortenaneurysma, Mesenterialinfarkt und das seltenere Leriche-Syndrom stellen Notfälle dar, die zunächst vielfach als unklares Abdomen interpretiert werden. Dadurch vergeht mitunter viel Zeit, ehe die lebensgefährliche Situation erkannt und behandelt wird.

Bauchaortenaneurysma

Von einer Aortendissektion ist die Rede bei einem lebensgefährlichen Einriss der Gefäßwand mit der daraus folgenden Ausbildung eines zusätzlichen falschen Gefäßlumens. Zu den besonders gefährdeten Personen zählen Patienten mit Arteriosklerose oder Bluthochdruck. Akute Auslöser sind Blutdruckentgleisungen und Traumata. Leitsymptom ist der plötzlich, heftig einschießende, stechende Schmerz.

Rupturiert ein Bauchaortenaneurysma komplett, kommt es rasch zur Ausbildung eines schweren Volumenmangelschocks mit einem häufig tödlichen Ausgang. Bei Verdacht auf eine Aortendissektion muss neben der symptomatischen Therapie und Kreislaufstabilisierung umgehend – am besten nach entsprechender Voranmeldung – der Transport in eine geeignete Klinik erfolgen. Ziel bei der Kreislaufstabilisierung sollte ein Blutdruck im niedrig normalen Bereich sein, um die Blutung nicht durch „unnötig hohe“ Blutdruckwerte zu verstärken.

Skills-Training fuer Notfallsanitaeter_Titel_100

Skills-Training für Notfallsanitäter

Die wichtigsten Fertigkeiten (Skills), die Notfallsanitäter kennen und beherrschen müssen, finden Sie in diesem eDossier.
Dazu zählen beispielsweise ein intraossärer Zugang und Umgang mit einem Perfusor sowie Kenntnisse über gängige Beatmungsformen.

 

Mesenterialinfarkt

Bei einem Mesenterialinfarkt kommt es meist im Rahmen eines Vorhofflimmerns zu einer Minderperfusion von Darmabschnitten. Nachfolgend tritt eine Infarzierung auf. Im weiteren Verlauf nekrotisiert das Gewebe.

Bei dem phasenhaften Krankheitsverlauf treten zunächst stärkste Bauchschmerzen kolikartigen Charakters auf, gefolgt von einer vorübergehenden Besserung der Beschwerden. Im weiteren Verlauf verstärken sich die Schmerzen wieder. Es tritt eine rasch zunehmende Peritonitis auf und ein paralytischer Ileus entsteht.

Leriche-Syndrom

Bei einem Leriche-Syndrom handelt es sich um einen Verschluss der Aorta abdominalis unterhalb des Abganges der Nierenarterien.

Wie bei einer arteriellen Embolie klagen die Patienten beim Leriche-Syndrom über teils massive Schmerzen, Lähmungserscheinungen und Gefühlsstörungen in den Extremitäten. Zusätzlich können blasse Extremitäten, fehlende Fußpulse und Schockzeichen auffallen.

Besteht der Verdacht auf ein (sehr seltenes) Leriche-Syndrom, ist eine adäquate Analgesie, Schockbekämpfung und Kreislaufstabilisierung mit anschließend schnellstmöglichem Kliniktransport vorrangiges Ziel.

(Text: Dr. Philipp Prause, Facharzt für Allgemeinmedizin, Notfallmedizin und Chirotherapie; Symbolfoto: Markus Brändli; 23.03.2017)

Mehr ›

Ein Mann stirbt bei Feuer in Berlin

24.03.2017

Berlin (BF) – Am frühen Donnerstagmorgen (23.03.2017) kam es in Berlin, im Ortsteil Köpenick, zu einem tödlichen Wohnungsbrand in einem Mehrfamilienhaus. Gegen 3.45 Uhr wurde der Brand gemeldet. Mit zwei Lösch- und ... Mehr ›

Luxation: Schulter & Co. richtig versorgen

22.03.2017

Bremen (rd.de) – Luxation: Schulter, Hüfte oder auch Patella (Kniescheibe) sind besonders oft betroffen. Für Rettungsdienst-Mitarbeiter stellt dieses Verletzungsbild insofern keine Seltenheit dar. Doch die Verdachtsdiagnose „Luxation Schulter“ oder „Luxation Hüfte“ ist trotz ihres gehäuften Auftretens keineswegs als Lappalie abzutun. Hier die wichtigsten Maßnahmen.

Gerade die Reposition zum Beispiel einer dislozierten Fraktur mit peripherer Durchblutungsstörung gilt als eine relativ einfache, aber wichtige Maßnahme im Rettungsdienst. Sie ist zwingend notwendig für den weiteren Krankheitsverlauf, beeinflusst maßgeblich die Rehabilitation und letztendlich die Lebensqualität des Patienten. Besonders die Vermeidung von Sekundärschäden und Schonung der Weichteile sind wichtig.

Luxation Schulter

Stichwort „Luxation Schulter“: Hier werden unfallbedingte Schulterluxationen von anlagebedingten unterschieden. Die anlagebedingten Luxationen sind auf schwache Bänder und weiches Bindegewebe zurückzuführen. Bei Menschen mit dieser Veranlagung führen häufig schon einfachste Bewegungen zur Luxation der Schulter.

Ein typischer Unfallmechanismus für die traumatische Gelenkluxation ist eine hebelnde Bewegung des Oberarmes bei gleichzeitiger Abspreizung und Außenrotation, zum Beispiel ein Schlag gegen den Wurfarm beim Handball.

Luxation Hüfte

Und wenn die Verdachtsdiagnose „Luxation Hüfte“ lautet? Eine solche Hüftgelenkluxation wird meist durch eine ausgeprägte Gewalteinwirkung hervorgerufen. Bei älteren Menschen mit künstlichem Hüftgelenk kann bereits eine geringe Krafteinwirkung oder auch eine falsche Bewegung – zum Beispiel das Übereinanderschlagen der Beine – zur Luxation des Hüftgelenks führen.

Wichtige Maßnahmen bei einer Luxation der Hüfte sind:

  • Durchblutung, Motorik und Sensibilität prüfen
  • Liegen Zeichen weiterer Verletzungen vor?
  • Reposition so bald wie möglich in einer Klinik
  • Analgesie und schmerzarme Lagerung

Alles, was Sie sonst noch über Luxationen, deren Symptome und Behandlungen wissen müssen, in unserem eDossier „Luxation – Ursachen, Symptome, Maßnahmen“.

(Text: Dr. Ingo Blank, Chirurg und Notarzt; Symbolfoto: Markus Brändli; zuletzt aktualisiert: 22.03.2017)

eDossier „Luxation – Ursachen, Symptome, Maßnahmen“
•    Umfang: 10 Seiten
•    Dateigröße: ca. 1,7 MB/PDF-Format
•    Ein Beitrag aus Rettungs-Magazin 4/2015

Mehr ›