RD Hamburg (Bericht im NDR)

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    • RD Hamburg (Bericht im NDR)

      Wenn man den Beitrag des NDR ndr.de/nachrichten/hamburg/Spa…hr-,rettungswagen258.html ansieht, dann wundert man sich in anderen Gefilden der Rettungslandschaft in Deutschland.

      Ich kann es auch kaum glauben - lt. Bericht musste der RTW der HiOrg auf Anfahrt dann auf Anweisung der BF das Blaulicht ausschalten und war dennoch 5 Minuten schneller vor Ort als die RTW der BF???

      Was geht denn da ab?

      Klar, die HiOrG hätten auch gerne etwas vom Kuchen, aber um des Geldes willen einen Patienten um einige Minuten mehr leiden zu lassen (oder gar sterben zu lassen), blos damit die BF den Einsatz fährt (und kassiert)?

      Auf der ganzen Welt sorgt man sich um Respondersysteme, öff. AED, EH-Breitenausbildung usw. - also um jede sprichwörtliche Sekunde, in der Hilfe schneller eintreffen und geleistet werden kann und in HH wird das planmässig verhindert???

      Mit welchem Recht (und da sind wir im Strafrecht, nicht bei Landesrecht!!) kann scheinbar problemlos die BF HH eine schnelle Hilfe (HiOrg-RTW darf nicht mit Blau weiterfahren) untersagen? Wie kann es sein, (StVO), dass dem nahem Auto das Blaulicht "verboten" wird, ein weiter entferntes Auto aber mit Blaulicht anfahren darf?

      Wo ist der immer gerne genommen "kleines Dienstweg wie "ich hab einen Notfall in A-Strasse, mein RTW von Wache X rollt schon" "o.k., ich komme mit meinem RTW aus der Wache Y, da bist du näher!" oder "mein Auto steht um´s Eck in der Z-Wache, lass Deinen mal wieder abdrehen..."
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Na ja ...

      per Gesetz ist die BF Hamburg nun einmal mit dem öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst beauftragt
      und die Hilfsorganisationen machen ausschließlich den kommerziellen Krankentransport und werden
      (von wenigen Ausnahmen) über eine eigene Leitstelle disponiert.

      Von daher ist ein RTW einer HiOrg grundsätzlich erst einmal nicht dafür da, Notfälle abzuarbeiten.

      Ich möchte auch mal behaupten, dass es in Bayern genauso abgelaufen wäre, wenn sich ein Taxiun-
      ternehmer irgendwo einen RTW kaufen und diesen besetzen würde. Selbst wenn er sich telefonisch
      bei der Leitstelle anmeldet, wird er selbst bei einem Notfall vor der eigenen Dienststelle wenn über-
      haupt als First-Responder eingesetzt werden, aber selbst das wage ich zu bezweifeln.

      Es ist also verdammt leicht, über die Zustände in Hamburg zu meckern, wenn man nicht weiß, wie es
      dort in der Realität aussieht und was die Gesetze vorgeben. Und wenn es wirlich strafrechtlich rele-
      vant wäre, dann hätte sich das DRK nicht an den NDR sondern an die Staatsanwaltschaft gewendet.

      In meinen Augen ist das einfach nur ein nach Aufmerksamkeit schreien und die ganz deutliche Aus-
      sage, dass man sebst im Rettungsdienst mitspielen will ...

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass vieles in Hamburg alles andere als optimal läuft, aber wenn man so
      was wirklich ändern will, dann sollte man das ganze kommunikativ und nicht pressewirksam machen.
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    • Man sollte immer im Hinterkopf haben, warum so etwas in der Presse landet und welche (wirtschaftliche) Interessen dahinterstecken.
      Solche und ähnliche Artikel erscheinen regelmäßig in der Hamburger Presse und in der Regel tauchen darin herzzerreißende Geschichten mit ASB und DRK Beteiligung auf.
      Der NDR Bericht ist schon beim ersten Lesen völlig unglaubwürdig. Der ASB RTW benötigt um 5 Uhr morgens 10 Minuten zu einem Patienten im Stadtgebiet und der BF RTW nochmal 5 Minuten länger?
      Die Rechtslage hierzu ist eindeutig, der ASB hätte den Einsatz umgehend der Rettungsleitstelle melden müssen. Haben sie offensichtlich nicht getan, sondern deren gängige Praxis genutzt, ein eigenes Fahrzeug zu entsenden und kurz vor Eintreffen zu melden, der eigene Wagen sei schon fast vor Orr.
      Was ist eigentlich mit dem NEF? Atemnot ist ja nun NEF pflichtig, offenkundig war es dem ASB aber wichtiger ein eigenes Fahrzeug zu entsenden, als schnellstmöglich einen NA anzufordern. Oder eben, der Sachverhalt ist tatsächlich ein ganz anderer...
      Ich vermute um diese Uhrzeit hätte die BF selbst einen RTW aus der 3. Alarmfolge in 10 Minuten an die Einsatzstelle bekommen...
      Was nun folgt ist das übliche Gequatschte, die Hiorg RTW sind besser und schneller und das Personal auch so viel cooler... Feuerwehr Bashing hat halt Tradition, wenn es um Geld und Aufträge geht.
      Für Nichthamburger als Hintergrund: der ASB ist auch schon vor Jahren aus der gemeinsamen Leitstelle für KBF der Hiorg ausgestiegen und disponiert seine 3 Wachen selbst. Hintergrund, wie sollte es sein, Streit um Geld und Aufträge...
      Zudem gehört die ASB GmbH zum Falck Konzern (wie auch die Firma GARD).Hier wurde munter ausgegliedert, um schlechter bezahlen zu können.
      Um die Interessen eines Patienten geht hier gar nichts..,

      Also, Presse und Sommerloch, ASB/DRK Geld...
    • Heiner Lahmann schrieb:

      Es geht den HIORG´s in dem Fall eh nur ums Geldverdienen.
      Es geht sicher nicht NUR den HiOrgs ums Geld verdienen, sondern der Feuerwehr auch. Mit dem Rettungsdienst wird gutes Geld verdient, mit dem man andere Bereiche querfinanzieren kann. Das ist nicht nur in Hamburg so. Warum wohl werden in anderen Städten die Rollstunden der HiOrg-RTW immer weiter reduziert und dafür Feuerwehr-RTW weiter aufgestockt.
    • Wenn das Geld in die Ausstattung der Feuerwehr als Querfinanzierung geht, von mir aus.
      Kann ich mir allerdings nicht vorstellen, da die RTW ja von den Kassen finanziert werden.
      @Str 1k3r: Die Hiorg werden bei Bedarf auch eingesetzt und mehrere Wachen DRK Harburg, MHD Steilshoop, JUH Winterhude fahren auch in der Regelrettung mit. Für eine tatsächliche Verkürzung der Hilfsfristen, liegen die Hiorg Wachen aber einfach nicht günstig genug. Es ist fast überall eine FuRW um die Ecke...
    • Tobias Voss schrieb:

      Ich möchte auch mal behaupten, dass es in Bayern genauso abgelaufen wäre, wenn sich ein Taxiun-
      ternehmer irgendwo einen RTW kaufen und diesen besetzen würde.
      Die priv. RD in München sind seit 1998 "integriert", d.h. mit ihrer Notfallrettung Teil des öff. RD. Dennoch würden die Privaten ein eigenes Fahrzeug (z.B. KTW, ELW oder auch RTW/ITW) als First Responder schicken, wenn in ihren Leitstellen ein Notruf einläuft UND eben gerade zufällig eines ihrer Autos "um die Ecke steht". Eine entspr. "Erstversorgung" ist sogar abrechnungsfähig.

      Im Bereich Rosenheim alarmiert die dortig ILSt. sogar rein private RTW/ITW, die sich auf einem im RD-Bereich befindlichem, privatem Übungsgelände aufhalten (sofern in der Ilst. bekannt ist, dass das Übungsgelände besetzt ist) Bei Übungen bzw. Ausbildungen ist dort i.d.R. immer ein privater "Realfall-RTW", der eigentlich nur zur Absicherung der Übung dort steht, einsatzklar)

      Das Thema "blos nicht die Anderen" kenne ich aus der Vergangenheit auch in München. Obwohl die Wachen der Privaten der öff. Lst. sehr wohl bekannt waren, wurde oft genug nicht einmal angefragt, ob der Private RD aushelfen bzw. als Responder einen Einsatz übernehmen könnte. Ein "Highlight" im negativem Sinn war mal ein Einsatz des RTH direkt gegenüber einer privaten Rettungswache. Da guckt man schon ein bisschen doof, wenn man vor der Wache auf der Bank sitzt und der RTH landet und ins Haus gegenüber läuft....

      Wir konnten schon immer per Telefonaufzeichnung nachweisen, wann ein Notruf bei uns einging und wann (oder ob) wir den öff. RD informiert haben oder nicht. Früher wurde auch der Funkverkehr zu unseren Fahrzeugen mit aufgezeichnet, d.h. jederzeit beweisbar, wer wann alarmiert wurde.

      Wenn dem ASB in HH vorgeworfen wird, er würd die BF zu spät von einem Notfall in Kenntnis setzen - voila, Aufzeichnung besorgen und da hat man es dann "schwarz auf weis" (bzw. eben digital) Und wenn es in den Leitstellen der HiOrg sowas nicht gibt, dann einfach vorschreiben als Genehmigungsbehörde und gut is.

      Gleiches gilt für die seit langer Zeit mögliche GPS-Ortung der EInsatzfahrzeuge. Wer im RD (auch ausnahmsweise oder selten) "mitspielen will", muss sich eben orten lassen, fertig. Aber da wird der "Platzhirsch" BF halt auch was dagegen haben, denn damit könnte man nachweisen, dass ein RTW einer HiOrg, die nicht regulär am RD teilnimmt, mal näher gestanden hätte.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Heiner Lahmann schrieb:

      Es geht den HIORG´s in dem Fall eh nur ums Geldverdienen.

      Punkt.
      Darum geht es der Feuerwehr doch auch!

      Wenn es um die Menschen ginge, würde man ja alle Möglichkeiten ausschöpfen, um schneller helfen zu können. Auch wenn man dann z.B. mal den Spiess umdrehen müsste und einen BF-RTW wieder "einbremst", weil eine parallel angefragte HiOrG näher steht/schneller ist (auch wenn diese HiOrg nicht bzw. nicht plan-/regelmässig am RD teilnimmt)

      Man könnte die Fahrzeuge der HiOrG (bzw. GARD etc.) auch als "First Responder" alarmieren. Sind die dann wirklich "First", transportieren die eben auch (wenn fachlich geeignet, d.h. wirklich RTW mit RA/NFS) und der BF-RTW fährt wieder. Die Möglichkeit, die HiOrg einsetzen zu können(!) gibt es ja im RD-Gesetz von HH. (und so ähnlich bzgl. Privater RD usw. auch in anderen Bundesländern)

      Die Platzhirsche (= "öff. RD") müssen halt auch mal von ihrem hohem Ross absteigen und z.B. dann, wenn sie die gesetzl. Hilfsfrist gar nicht einhalten können, parallel dazu andere Alternativen suchen. Diese Alternativen gibt es in gr. Städten ja häufig. Selbst ein priv. KTW eines "Taxiunternehmens" kann mit einer qual. Ersthelfer-Rea Leben retten, wenn er bei einer gemeldeten Reanimation "um´s Eck steht". Auch wenn NEF/RTW des öff. RD nur 5-8 Minuten brauchen würden.

      Dabei spielt auch die heute verfügbare Technik eine Rolle. Selbst viele priv. KTP-Firmen verfügen heute über GPS-Ortung ihrer Autos. Auch wenn die öff. Leitstelle da keinen Zugriff hat - ein Screenshot oder dergl. als "Beweis", dass das priv. - bzw- HiOrg-Fahrzeug wirklich näher ist, könnte man innerhalb von Sekunden per Mail an die Leitstelle schicken.

      (Möglicher Ablauf: ILSt. ruft bei HiOrG/Privatem an, der seine Wache im "Wachgebiet" der Notfalladresse hat: "Notfall in X-Strasse, wo stehst du?" "Priv. "Ich stehe in der A-Strasse, 2 Blocks weiter" Ilst. "zeig mal!" Priv. "Mail ist raus". "ILst. "o.k.,ich sehe... dann fährst du (alleine, als Responder), X-Strasse 25 bei Huber, Krampfanfall. Ich komm mit dem NEF. Einsatzauftrag per Mail ist raus!" )

      Klar, geht auch umgekehrt. So könnte es beim vom NDR geschildertem Fall auch laufen. ASB: "Habe Notfall in X-Strasse, mein RTW rollt, Mail mit GPS-Ortung hast du?" BF: "Ja, ich sehe. Aber da ist unser RTW von Wache 12 nun wirklich näher dran, o.k.? Mail/Fax mit unserer Ortung geht raus, bis später dann mal..."


      Wir haben das vor über 20 Jahren noch mit "Statusfax" Priv. -> öff. RLSt. gemacht. Und dann ruft die RLSt. eben an "Dein RTW auf der Wache, ist der noch da wie´s auf dem Fax steht?" "Ja, ist er" "o.k., dann fährst du A-Strasse....." Bei unseren Wachen im Landkreis hat die RLst. fast immer angerufen, wenn dort ein Notfalleinsatz war, denn ihre eigenen RTW waren da nicht "so dick" gesäät.... Naja, "fast immer" - kam schon auch auf die Person an, die am Disponieren war. Manche hassten die Privaten, manche ignorierten sie oft mal und Manche eben nicht.

      Wenn man WILL, geht Alles.....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Mein lieber Erich aus dem schönen Süden!
      Gerade das BRK ist dafür bekannt, Konkurrenten wegzubeißen, also tu nicht so, als sei das in Bayern ein Ort der glücklichen Vereintheit von Privaten und Hiorg.
      In SH, nur um ein Beispiel zu nennen, sind auch Private in öffentlichen Rettungsdienst. KBA und ASG soweit mir bekannt ist.
      Aber das ist auch egal. Jeder kann theoretisch in den öffentlichen Rettungsdienst aufgenommen, bzw. damit beauftragt werden.
      In Hamburg ist halt die Feuerwehr damit beauftragt und es läuft sehr gut, auch wenn einige Misepeter immer ein schlechtes Bild davon zeichnen.
      Das 8 Minuten mitunter unterschritten werden, liegt zu großen Teilen an ländlichen Randgebieten, zu denen dann aber bei jedem Notfall eine First Responder Einheit mit entsprechender Ausstattung und Ausbildung der FF alarmiert wird und nach 5-6 Minuten vor Ort ist. Diese Zeit wird jedoch statistisch nicht gewertet. Es gilt die Eintreffzeit des RTW. Von unversorgten Patienten kann hier also nicht die Rede sein. Zusätzlich werden die Anrufer von der Rettungsleitstelle zur Ersten Hilfe angeleitet.
      Wie gut die Rettung in HH klappt, wurde gestern beim Messeranschlag in Barmbek wieder bewiesen. Innerhalb kürzester Zeit waren diverse Rettungskräfte für MANV10 vom Regelrettungsdienst vor Ort und haben die Lage bewältigt.

      Es ist auch völlig selbstverständlich, dass nicht jeder Private einen RTW auf seinen Hof stellen kann und sagt, BF, setze den doch bitte von 8-18 Uhr ein. Damit wird einer neuen Verdienstmöglichkeit für Private natürlich die Tür geöffnet, aber so lässt sich kein verlässlicher RD aufbauen.
      Ob nun Hiorg und Private mehr Rettung fahren, ist eine völlig andere Diskussion.
      Hier geht es darum, dass der ASB Notrufe annimmt und dann einen RTW entsendet, der mit 10 Minuten nicht mal die Vorgaben erfüllt und dann sagt, mein Fahrzeug war schon fast vor Ort.
      Die Hiorg und die BF haben übrigens mit HELS das gleiche Leitsystem und sitzen direkt nebeneinander. Leider ohne die ASB GmbH, die ihr eigenes Ding macht.
      Bandaufnahmen brauchst du in der Regel auch nicht, da jedes Einsatzleitsystem die Zeiten Notrufannahme, Einsatzeröffnung, Alarmierung, etc. auf die Sekunde genau festhält.
      Und wenn für einen kleinen VU, wie in dem DRK Beispiel des NDR, ein RTW der 400 Meter entfernten FuRW entsandt wird, brauche ich dafür ganz sicher kein First Responder alarmieren.
      Die Feuerwehr macht die Rettung, die Hiorg KBF und Rettung im Auftrag der Feuerwehr und die Privaten KBF in ihrem Geschäftsbereich. So einfach ist das oder eben auch nicht...
    • Erich Kirchmayer schrieb:

      Die Platzhirsche (= "öff. RD") müssen halt auch mal von ihrem hohem Ross absteigen und z.B. dann, wenn sie die gesetzl. Hilfsfrist gar nicht einhalten können, parallel dazu andere Alternativen suchen.
      Nein, das müssen sie nicht, denn der öffentliche Rettungsdienst ist mit dem Rettungsdienst beauftragt.
      Das einzige, was er machen muss, ist die Vorhaltung anzupassen, wenn die Hilfsfristen nicht eingehalten
      werden können. Und das müssen sie definitiv nicht mit "fremden" Rettungsmitteln machen.

      Ich bin mir ziemlich sicher, dass in Hamburg nicht alles perfekt läuft, aber im Vergleich zu so manch an-
      deren Bundesländern ist die Abdeckung noch immer deutlich besser, selbst wenn der RTW mal etwas län-
      ger braucht.

      Und wenn ich mir mal die Hilfsfristen im Rettungsdienst anschaue, dann liegt Hamburg mit seinen 8 bis
      10 Minuten deutlich besser dar als alle anderen Bundesländer in Deutschland, einzig NRW gibt mit 8 Mi-
      nuten im städtischen Bereich eine noch etwas knackigere Vorgabe. Bayern hingegen schreibt etwas von
      "maximal 12 Minuten

      Erich Kirchmayer schrieb:

      Selbst ein priv. KTW eines "Taxiunternehmens" kann mit einer qual. Ersthelfer-Rea Leben retten, wenn er bei einer gemeldeten Reanimation "um´s Eck steht"
      Ja klar kann die Rettungsleitstelle bei allen möglichen Firmen anrufen und nachfragen, ob eventuell da
      jemand in der Nähe ist der helfen kann, aber wie viel Zeit vergeht da bis es eventuell eine Zusage gibt?
      Wenn man sowas will, dann muss man die entsprechenden technischen Möglichkeiten installiert haben
      und eine altmodische Telefonkette ist da sicherlich nicht der richtige Weg.

      In einigen schwedischen Großstädten werden bei einer bestätigten Rea sogar die Polizei und Postler mit
      zur Unterstützung alarmiert. Aber ist sowas auch realistisch in Deutschland umsetzbar? Ich denke nein.

      Hamburger Löschknecht schrieb:

      Es ist auch völlig selbstverständlich, dass nicht jeder Private einen RTW auf seinen Hof stellen kann und sagt, BF, setze den doch bitte von 8-18 Uhr ein. Damit wird einer neuen Verdienstmöglichkeit für Private natürlich die Tür geöffnet, aber so lässt sich kein verlässlicher RD aufbauen.
      So manche Wünsche erinnern mich fatal an so manche private Rettungsdienstunternehmen, die der
      Ansicht waren, eine BO 105 als reinen Arzt-Zubringer in Dienst zu stellen und jetzt am heulen sind, dass
      deren Vertrag nicht verlängert wurde und dagegen sogar klagen wollen ...

      Es gibt nicht ohne Grund Gutachten und regelmäßige Überprüfungen. Hat einer der Hamburger Kollegen
      eine Ahnung mit welcher Quote die vorgegebene Hilfsfrist der Feuerwehr eingehalten wird?

      Auch die Feuerwehr hat finanzielle Interessen, den Rettungsdienst zu betreiben, aber dafür sollte man
      auch nicht vergessen, dass sie sich dafür auch nicht die Rosinen rauspicken wie es so manche andere
      Anbieter machen ...
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    • Hamburger Löschknecht schrieb:

      Mein lieber Erich aus dem schönen Süden!
      Gerade das BRK ist dafür bekannt, Konkurrenten wegzubeißen, also tu nicht so, als sei das in Bayern ein Ort der glücklichen Vereintheit von Privaten und Hiorg.
      Stimmt schon, aber man hat sich "zusammengerauft" (auch mal wörtlich - in den Anfängen in München haben sich die Retter auch schon mal verbal und körperlich am Einsatzort gegenseitig angegangen....)

      Am Ende stand dann "wer in der Notfallrettung mitspielen will, muss eben im öff. RD sein". Und das sind in Bayern nun einige (grosse und kleine) Private. Und dadurch hat sich auch das Verhältnis BF/BRK/HiOrg und Private insgesamt massiv gebessert. Die ILst. München frägt z.B. öfter mal an, ob wir ihnen KTP abnehmen, weitere RTW kurzfristig besetzen können etc. Auch im Kat-S Bereich sind wir offiziell mit 2 SEG Transport dabei, unser GW-San und GRTW sind noch nicht "offiziell", wurden aber 2016 beim Amoklauf in M auch schon angefordert und eingesetzt. Man hat eben erkannt, dass "Die Privaten" durchaus in der Lage sind, so Einiges aufzustellen, wenn man sie darum bittet ;)

      Und was "fremde RTW" betrifft - in vielen Gegenden werden auch RTW einer Werkfeuerwehr "nach Draussen" alarmiert. Ist im Prinzip ja nix Anderes, als wenn man einen RTW einer HiOrG alarmieren würde, die - ebenso wie die Werkfeuerwehr - nicht am Regel-RD teilnimmt.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • @Tobias: Das dürften so um die 70 % sein. Ist natürlich zu wenig, aber wie gesagt, ein Großteil von der Fehlquote wird durch First Responder abgedeckt, welche nicht in der Statistik auftauchen.
      Im Normalfall wartest du auf einen RTW im Stadtbereich zwischen 5-8 Minuten, kommt immer auf den Ort an.
      Und wie gesagt, der Vorteil bei der BF ist, dass du mitunter 6 RTW an einer FuRW im Dienst hast + ein oder zwei HLF mit mit 6 RA/RS/NotSan drauf, welche als EV fahren können. Daher lassen sich so eben auch Lagen bewältigen, wo anderenorts schon längst SEG hätten alarmiert werden müssen.
    • Hamburger Löschknecht schrieb:

      Das dürften so um die 70 % sein
      NEIN! nicht um die 70%, sondern deutlich unter 70%!
      2013 -> 70,8 %
      2014 -> 68,7 %
      2015 -> 67,4 %
      Anfang 2016 -> 66,4 %

      So kann man es den öffentlich zugänglichen Zahlen einer Senatsanfrage aus 2016 entnehmen. Und scheinbar bekommt man das Problem trotz jährlich schlechter werdender Zahlen nicht in den Griff... oder sieht kein Problem...
    • Oh Pardon! Da habe ich mich doch glatt um 3,6 % für 2016 vertan, daher auch die Formulierung "um die..."
      Aber ich bitte vielmals um Entschuldigung!

      Woran könnte der Abstieg der Zahlen liegen?
      Wachsende Stadt? Flüchtlingskrise? Neubaugebiete in Randgebieten, die schlechter abgedeckt sind? Wahrscheinlich von allem etwas.

      Die BF hat mit der Indienstnahme diverser weiterer RTW, Verlängerung von RTW auf 24h Besetzung und zwei Tages NEF (15/C und 33/C) gegengesteuert.
      In Lemsahl wurde eine 12 h Außenstelle in Dienst genommen. Eine Verlängerung auf 24 h dürfte in dem Bereich eine deutliche Verbesserung der Zahlen bringen. Wird aber vom Kostenträger wegen zu geringer Einsatzzahlen abgelehnt. Eine Außenstelle auf den Dörfern hinter Bergedorf aus selbigem Grund abgelehnt. Da bleibt nur die First Responder Lösung.
      Hiorg und GARD haben in diesen kritischen Bereichen keine Wachen und die Kostenträger finanzieren dort auch keinen Wachbetrieb, weshalb sich eine Diskussion erledigt...

      Andere Bundesländer machen es sich da einfacher und sagen einfach: Hilfsfrist 15 Minuten. Und da klappt selbst so etwas auf dem Lande nicht...
    • Hamburger Löschknecht schrieb:

      Wird aber vom Kostenträger wegen zu geringer Einsatzzahlen abgelehnt. Eine Außenstelle auf den Dörfern hinter Bergedorf aus selbigem Grund abgelehnt.
      Und da haben wir in meinen Augen mit einen der Hauptverursacher an der ganzen Situation. Solange
      die Rettungsdienstbedarfspläne von den Kassen gekippt oder zumindest torpediert werden, müssen
      wir uns nicht über nicht eingehaltene gesetzliche Vorgaben unterhalten.

      Hamburger Löschknecht schrieb:

      Hiorg und GARD haben in diesen kritischen Bereichen keine Wachen und die Kostenträger finanzieren dort auch keinen Wachbetrieb, weshalb sich eine Diskussion erledigt...
      Natürlich haben die HiOrgs und kommerziellen Anbieter dort keine Wachen, immerhin müssen sie sich
      selbst mit den durchgeführten Touren finanzieren. Das erinnert mich an die Diskussion um zwei neue
      Rettungswachen in einem anderen Rettungsdienstbereich, da kam von einer interessierten HiOrg die
      Aussage, dass der kommunale Anbieter ja die neuen Wachen übernehmen können und man selbst würde
      quasi als Tausch die "Hauptwache" übernehmen ...

      Hamburger Löschknecht schrieb:

      Die BF hat mit der Indienstnahme (...) gegengesteuert.
      Ich denke, dass das mit die entscheidenede Aussage ist ... unter der blockierenden Haltung der Kosten-
      träger sowie des mittlerweile eher schlechten Angebotes an RettAss und NotSan hat die Stadt im Rahmen
      ihrer Möglichkeiten agiert.
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    • Hamburger Löschknecht schrieb:

      Und wie gesagt, der Vorteil bei der BF ist, dass du mitunter 6 RTW an einer FuRW im Dienst hast
      Und wenn die Alle rollen, macht die "rote Komponente" was? Nicht mehr einsatzklar als Zug sein? HLF, Dl etc. Ausser Dienst nehmen, weil keine Besatzung mehr da? Oder hat HH immer so um die 12 Leute auf jeder Wache "herumlungern", die bei Bedarf alle RTW besetzen können (was wohl nur selten nötig ist)???
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Tobias Voss schrieb:

      Natürlich haben die HiOrgs und kommerziellen Anbieter dort keine Wachen, immerhin müssen sie sich
      selbst mit den durchgeführten Touren finanzieren.
      Hier in Bayern läuft das anders. Da gibt es - mehr oder weniger - unabhängige Gutachten, die recht exakt berechnen, wann und wo rein statistisch ein RTW zu stehen hat um die gesetzl, Vorgaben von Hilfsfrist usw. zu erfüllen. Und die Kassen haben das dann zu bezahlen, basta.

      Hängt natürlich auch vom jeweiligem Finanzierungsmodell ab. In Bayern werden Vorhaltestunden gefordert und auch bezahlt. Egal ob das Auto fährt oder nicht, die Kostendeckung ist gesichert. RTW/NEF haben eben "irgendwo" zu stehen, damit statistisch die Hilfsfristen eingehalten werden können. Und die Kassen haben das zu bezahlen. Autos, die "viel" fahren, sind dabei für den Betreiber eher unlukrativ, denn mit "viel" geht auch viel Spritverbrauch, viel Materialverbrauch usw. einher, der gemittelt dann eher in Richtung Minus-Geschäft geht.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Erich Kirchmayer schrieb:

      Ausser Dienst nehmen, weil keine Besatzung mehr da?
      Es gibt in NRW hauptamtlich besetzte Feuerwehren, da gibt es festes Personal für das HLF, den 1. RTW
      und das NEF. Der zweite RTW sowie die DLK werden wechselweise besetzt. Das was weg ist, übernimmt
      dann halt die Nachbarkommune. Auch wenn Du es nicht glauben magst, aber das funktioniert.

      Erich Kirchmayer schrieb:

      Hier in Bayern läuft das anders. Da gibt es - mehr oder weniger - unabhängige Gutachten, die recht exakt berechnen, wann und wo rein statistisch ein RTW zu stehen hat um die gesetzl, Vorgaben von Hilfsfrist usw. zu erfüllen. Und die Kassen haben das dann zu bezahlen, basta.
      Amüsant ... so läuft es grundsätzlich überall, nur interessiert das die Kassen nicht wirklich. Auch in Bayern
      wird da versucht zu strechen, scheinbar aber mit weniger Erfolg oder es dringt einfach nicht bis zu den ak-
      tiven Helfern auf den Fahrzeugen durch ...

      Grundsätzlich finde ich dieses Bashing aber ziemlich sinnfrei, denn letztlich ist die Versorgung in Hamburg
      sicher nicht schlechter als irgendwo im tiefsten Bayerischen Wald ... und nur weil G.A.R.D mal wieder ver-
      sucht seine Wünsche durchzusetzen bedeutet das ja nicht, dass man die auch erfüllen muss, oder?
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