Kommentar des N24-Reporters zum Bus-Unglück bei Münchberg

    • Kommentar des N24-Reporters zum Bus-Unglück bei Münchberg

      Hallo miteinander,

      nun ist es schon wieder drei Tage her, als ein Reisebus mit einem LKW kollidierte und Feuer fing. 18 Tote und 30 Verletzte sind das traurige Ergebnis.
      In Zeiten des Internets und der Social Media verbreiten sich solche Ereignisse recht zügig, salopp und drastisch könnte man sagen, dass der Brand noch am Entstehen war, als die ersten Fotos und Videos um die Welt gingen.

      Eine Berichterstattung lies die Gemüter in Deutschland besonders hochkochen, nämlich die eines N24-Reporters, der relativ zügig einen Überblick über die Lage geben wollte und davon sprach, dass ja "nur" freiwillige Helfer vor Ort waren und keine Profis... so, oder so ähnlich.
      Schnell konnte man wieder bemerken, dass sehr viele Spekulationen und Füllworte in den Berichterstattungen zu finden waren, von wirklich guter Recherche keine Spur.
      Und sind wir einmal ehrlich, die letzten Jahre sind voll von Ereignissen, wo zunächst spekulative Meldungen die Runde machten und in den Social Media die virtuellen Mistgabeln und Fackeln umhergingen und alle wie die Calvinisten und Jacobiner aus den Schützengräben sprangen, um irgendwelche Zeigefinger und Anfeindungen zu verteilen oder gar sämliche Ethnien, Berufs, Bevölkerungs- und Religionsgruppen über einen Kamm scherten.

      Nach dieser Berichterstattung lies das natürlich ebenfalls nicht lange auf sich warten!
      Und ich gebe offen und ehrlich zu, auch ich war über diesen unqualifizierten Kommentar sehr verärgert und kann den entsprechenden Unmut durchaus verstehen, aber rechtfertigt dies in irgendeiner Art und Weise sich zu benehmen wie eine offene Hose?
      Bei manchen Kommentaren in Facebook kamen mir ad hoc die wahren Worte des ehemaligen IG-Metallvorsitzenden Franz Steinkühler in den Sinn, welcher einmal sagte:

      "Manchmal ist es besser seine Inkompetenz durch Schweigen zu verbergen, als durch Reden jeglichen Zweifel zu beseitigen!"

      Viele von denen, die als Profis bezeichnet und angesehen werden möchte, haben sich derart unprofessionell verhalten, dass es jeglicher weiteren Beschreibung spottet.

      Umso erfreuter zeige ich mich daher über einen Kommentar von den Kollegen von wiesbaden112.de, wo Michael Ehresmann sehr deutlich seine Wahrnehmung zu der ganzen Sache darstellt... und weil ich der Auffassung bin, dass dies exorbitant geteilt werden muss, möchte ich es Euch hier ebenfalls verlinken, denn es gibt ja noch genug User, die kein Facebook haben :)

      wiesbaden112.de/kommentar-ein-…-feuerwehr-und-die-profis

      Für mich steht schlussendlich ebenfalls fest, dass dieser Reporter zumindest die Chuzpe hatte, sich offen und ehrlich zu entschuldigen. Damit hat er sehr viel Courage bewiesen, im Gegensatz zu vielen seiner Kollegen!

      Wenn wir doch die Profis seien wollen, für die wir uns selbst halten... dann ist es auch an der Zeit, dass wir dahingehend an Verbesserungen arbeiten.
      Dialog und Verbesserungen sind keine Einbahnstraße... das sollte uns allen bewusst sein!
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • Ich fand die Entschuldigung auch sehr groß. Die Pöbeldichte ist insbesondere bei Facebook schon sehr hoch. Was sonst untergehen würde oder wohl nur den wenigsten Konsumenten einen Leser-/Zuschauerbrief wert gewesen wäre, hat eine Plattform in Echtzeit. Einigen Kameraden_innen ist dabei nicht bewusst, dass sich ihr auftreten auf die bzw. ihre Feuerwehr/HiO... projeziert und die Souverenität schnell flöten geht. Das schadet dem Ansehen und dem in die Organisation durch den Bürger gesetzte Vertrauen.
    • Ich konnte die Reaktionen auch nicht verstehen. Natürlich passt der Begriff "Profi" da nicht. Aber allein schon seine Absicht war doch durchaus positiv. Hier weist mal jemand hin, dass für solch dramatische Einsätze Menschen ihre Freizeit opfern.
      Wer sich bei einer leicht daneben gegangenen Moderation gleich so sehr auf die Füße getreten fühlt, sollte sich Gedanken über sein Selbstbild in Verbindung mit seinem Ehrenamt machen.