Berlin - "Notfalltransport"

    • Zunächst mal sind sehr viele BF'ler RettAss oder auch schon NotSan. Anscheinend haben hier sehr viele das Bild, dass nur RS auf den RTW gesessen haben?!
      Bis zum Inkrafttreten des NotSanG gab es in Berlin die Regelung, dass eine Rettungsdienstverantwortlichkeit auch Kollegen zugestanden werden kann, die bis zu einem Stichtag ende der 90er Jahre als RS2000 eingestuft werden konnten. Viele haben auch danach noch die Fortbildung zum RettAss gemacht. Ausbildung sparen ist die eine Sache, Mitarbeiter dazu zu motivieren eine andere...

      Im Zuge des Inkrafttreten vom NotSanG wurde das RDG Berlin dahingehend angepasst, dass ich eine neue Unterkategorie schaffe - Notfalltransport und Notfalltransport Dringend. Es geht dabei den Wegfall von rund 300 Rettungsdienstverantwortlichen zu kompensieren.
      Fortbildungen zum RettAss konnten nicht mehr in dieser Masse gestemmt werden und die ersten NotSan haben zu dem Zeitpunkt in der Masse noch gefehlt. Bedenkt bitte, es können sich nur Assistenten zum Schamanen fortbilden lassen, keine RS2000!
      Jetzt muss ich allerdings meine RTW besetzen und noch weitere RTW in Dienst nehmen um die gestiegene Zahl der Alarme zu bedienen. Wir reden hier von Durchschnittlich 1.500 Alarmen pro Tag für ganz Berlin (RD + FW).

      In Berlin hatte sich halt ein eigener Rettungsdienst entwickelt, als es noch die Mauer gab, sicherlich ist dort auch einiges danach verschlafen worden, aber es ist immernoch Patientenorientiert...
    • Tobias Voss schrieb:

      Na ja ... diese "riesigen" NAW gab es unter anderem auch in Frankfurt, Offenbach und Hamburg. Das
      ist in meinen Augen kein "seltsamer" Weg, nur das Streben nach etwas mehr Platz.
      ...wenn man die RTW "schon immer" klein gehalten hat. Ein DB 6xx, DB5xx etc. bot "damals" auch schon viel Platz, nur die RTW waren - vor Allem bei den BF und gr. HiOrg - nur DB3xx Bei einem RTW DB 609 brauche ich nicht unbedingt einen NAW auf DB711 lang oder Atego...

      Und ein NEF soll schnell und wendig sein, ein Sprinter ist das nicht, schon gar nicht in Form "Essen".

      Der Weg, spezielle Autos für spezielle Notfälle aufzustellen, halte ich für falsch, denn jede Spezialisierung geht auch einher mit einer geringeren Anzahl universell verwendbarer Einsatzmittel. Für das Geld, was z.B. ein "STEMO" kostet, könnte man wohl locker 2-3 zusätzliche RTW in Dienst stellen, die dann eine schnelle Versorgung und Transport von Schlaganfallpatienten gewährleisten.

      Für ein paar "B-RTW" gäbe es mit wenig Aufpreis (Geräte) auch vollwertige C-RTW, die für alle(!) Einsatzlagen - von "isch hab seit 3 Tagen Rücken" bis zum Polytrauma geeignet wären.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • STEMO ist ne ganz andere Baustelle... da habe ich auch ne eigene Meinung zu. Sicherlich kann ich massenweise RTW kaufen, aber wer Fährt die bitteschön? Und mal ganz nebenbei werden nurnoch C-RTW beschafft, der B-RTW ist in erster Linie eine Frage der Besatzung.

      Und jetzt nochmal laaangsaaam: Die B-RTW sind keine Neufahrzeuge, es wurden lediglich Fahrzeuge aus dem Bestand genommen! Es wurde weder auf- noch abgerüstet! Als beispiel meine Wache: Hier stehen zur Zeit drei Baugleiche RTW - außen wie innen - gleiche Ausstattung! Einer fährt als B-RTW, auch mit Assistenten. Die anderen beiden werden als C-RTW alarmiert.



      Das System hat sicherlich nicht nur Vorteile, besonders im Hinblick der Eintreffzeiten. Aber man muss auch das Gesamtsystem sehen, ich kann nicht ganze Stadtteile nackig machen nur weil alle die Rotze oder rücken haben, denn dann fahre ich mit dem nächsten freien RTW wirklich 15 minuten zur Rea.

      Und was den Sprinter als NEF betrifft, bist du den so schonmal gefahren? Besonders im Stadtgebiet. Essen will ich mal ausklammern, weil das ist wirklich ein wenig übertrieben.
    • Wenzel Matzdorf schrieb:

      Das System hat sicherlich nicht nur Vorteile, besonders im Hinblick der Eintreffzeiten. Aber man muss auch das Gesamtsystem sehen, ich kann nicht ganze Stadtteile nackig machen nur weil alle die Rotze oder rücken haben, denn dann fahre ich mit dem nächsten freien RTW wirklich 15 minuten zur Rea.
      Ich sehe das Hauptproblem bei der Notrufabfrage und Entscheidung, welches Rettungsmittel nun das Richtige ist. Funktioniert - wie wir alle wissen - oft schon bei der Entscheidung für RTW und RTW+NEF nicht immer. Und nun noch zusätzlich eine weitere Kategorie eines "B-isschen-RTW"??

      Wenn es ein Notfall ist, dann gehört dort ein "echter" RTW mit Blaulicht hin. Wenn Berlin das als "RTW" bezeichnet (hat), was woanders vom Material her (AED usw.) allenfalls als KTW fährt - o.k. Wenn es kein Notfall ist, ist auch kein Blaulicht gerechtfertigt.
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