Rettungsdienst in Bayern

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    • HamburgerJungchen schrieb:

      der Bayern-RTW ist absolut durchschnittliches und uninnovatives Fahrzeug von einem Mittelklasse-Hersteller.

      Und die tollen "Neuerungen" wie ein Bedienfeld an der Seite hätte man auch schon vor 10 Jahren bei WAS ordern können.
      Frage:
      Schon einmal mit dem Fahrzeug gearbeitet?
      Ich meine auch richtig gearbeitet, nicht nur angeschaut oder auf Bildchen bewundert!
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski 8|
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • Rescue-M schrieb:

      Bayern ist das Bundesland, dass die grösste Zahl einheitlicher(!) Rettungswagen beschafft. Wenn die neuen RTW überall laufen, dann kann jeder(!) RTW in Bayern dank Airline-Schienen z.B. eine ECMO transportieren, jeder RTW kann z.B. Heimbeatmungsgeräte mit 230V-Anschluss betreiben usw. In anderen Bundesländern "kann man auch", aber dort eben ggf. nur mit 2 Autos von HiOrG A in X-Stadt, dann kommt lange nix und 3 Kreise weiter hat eine BF auch noch mal 3 RTW, die diese Ausrüstung haben.
      Warum sollte ich in einem RTW eine ECMO transportieren?
      Schienen haben wir auch, und auch das nicht erst seit gestern.

      Das ist jetzt wirklich nicht innovativ, das Gegenteil ist der Fall: Wer das nicht hat, hat in den letzten Jahren geschlafen!

      Rescue-M schrieb:

      HamburgerJungchen schrieb:

      der Bayern-RTW ist absolut durchschnittliches und uninnovatives Fahrzeug von einem Mittelklasse-Hersteller.

      Und die tollen "Neuerungen" wie ein Bedienfeld an der Seite hätte man auch schon vor 10 Jahren bei WAS ordern können.
      Hätte man ordern können, stimmt. Hat man aber nicht, wie in unzähligen anderen RTW in Deutschland ebenfalls nicht.
      Es gibt lokal(!) in D sicherlich RTW, die "innovativer" sind, aber die eben nur lokal begrenzt (z.B. Kreis, HiOrG/BF)

      In Bayern gibt es im gesamten Bundesland diese RTW - einheitlich und was Kosten betrifft eben nicht "mal 5 Autos in Stadt/Kreis", sondern "mal 100 Autos pro Jahr im Land" Da kostet dann eben jeder zusätzliche Schalter, jedes Fach usw. 100x



      Unabhängig von HiOrG/Firma unabhängig von Stadt oder Landkreis, RD-Bereich etc. gibt es dann diese einheitlichen RTW und das ist schon eine enorme Leistung, hinter der viel Planung und Koordination steckt. Deutlich mehr jedenfalls, als wenn eine HiOrG oder ein Kreis eine Handvoll RTW für sich beschafft und im Nachbar-Kreis sehen die Dinger schon wieder ganz anders aus.

      Dass ein Bundesland einheitlich Fahrzeuge beschafft finde ich bewundernswert und wirklich klasse.
      Die Fahrzeuge und die Ausstattung an sich sind aber wie gesagt unteres Mittelmaß.
      Und darum ging es in meinem Beitrag.
      Das Wort "innovativ" fällt immer wieder mit den Bayern-RTW, dabei haben sich seit 2003 höchstens kleine und mittlere Details geändert.

      Patrik Kalinowski schrieb:

      HamburgerJungchen schrieb:

      der Bayern-RTW ist absolut durchschnittliches und uninnovatives Fahrzeug von einem Mittelklasse-Hersteller.

      Und die tollen "Neuerungen" wie ein Bedienfeld an der Seite hätte man auch schon vor 10 Jahren bei WAS ordern können.
      Frage:Schon einmal mit dem Fahrzeug gearbeitet?
      Ich meine auch richtig gearbeitet, nicht nur angeschaut oder auf Bildchen bewundert!

      Mit der vorletzten und davorigen Generationen, ja.
      War jetzt nicht besonders begeistert, eben ein solides Auto mit ein paar Schwächen und ohne besondere Stärken.
    • Wo und was fehlt dir denn genau an Innovationen?

      Innovationen kann man in den wenigsten Fällen auf einer breiten Eben durchsetzten, zudem kosten Innovationen Geld. Und das Geld wird auch in Bayern nicht mehr, eher weniger.
      Sich auf der Anwenderseite hinzusetzen und dies und das zu bemängeln ist leicht. Sich auf die Beschafferseite aber zu begeben und Veränderungen anzustoßen und umzusetzen, ist mehr als nur ein Spießrutenlauf. Ganz davon abgesehen, dass man sich mit jeder Änderungen nicht nur Freunde sondern auch jede Menge Angriffsfläche schafft, ist die Weiterentwicklung eines Konzept in dieser Größe sehr delikat. Jede Stellschraube die man dreht, dreht eine andere Stellschraube mit - ganz davon abgesehen, dass mit jeder umfassenden Änderung auch der Schulungsaufwand steigt.

      Frei von Kritik bin ich aber auch nicht:
      • Aufgrund der zahlreichen Motorschäden verwendet man nun den in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich teureren V6 - ohne wirklich zu wissen, ob der länger hält. Für mich eine riskante Wette. Da hätte man lieber mal ein anderes Fahrgestell ausprobieren sollen.
      • Die Dopplung der Tonfolgeanlage aus elektrischer und pneumatischer Variante ist für mich Unsinn. Wenn Hänsch mit der 624 nicht ausreichend Krawall produzieren kann, muss ich mich nach einem anderen Anbieter umschauen - Federal Signal hat mit der EKS200 ein sehr potentes Produkt im Sortiment, dass an eine pneumatische Anlage sehr nah ran kommt. Die Martin-Anlage ist sicherlich laut, toll, oldschool und geil, aber in Punkto Kosten und Wartungsaufwand (regelmäßiges Ölen des Kompressors, jährliche Montage und Demontage der Schneeschutzkappen und Stimmung der Hörner ca. alle drei Jahre) bei solch einem kostensensiblen Gesamtprodukt fehl am Platz.
      • Das BRK ist mehr oder weniger von WAS abhängig, kein anderer Ausbauer mit Ausnahme von Baus ist in der Lage, die entsprechenden Stückzahlen in der gewünschten Zeit zu fertigen.
      • Bei der Medizintechnik ist im generellen sicherlich ein wenig mehr möglich


      Im Grunde hat - wie HamburgerJungchen schon schrieb - das BRK ein solides und erprobtes RTW-Konzept, in dem aus meiner Sicht nicht unbedingt die letzte Innovation stecken muss.
    • ich glaube es ging dem Hamburger nicht so sehr um das Fahrzeug an sich,
      sondern darum wie es "verkauft" wird.

      Das das Neueste, Schönste, Beste, voll mit Innovationen.

      Wenn man es mit etwas mehr Abstand und ohne weiß-blaue Brille betrachtet
      dann hat der Hamburger sicher nicht Unrecht,

      es aber derart zu zerreissen ist auch gemein.
      Die Bayern freu'n sich halt ... ist doch wie immer wenn sie was entdeckt haben ...

      Ist doch auch irgendwie drollig, oder ?
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • kurvenfahrer schrieb:

      Frei von Kritik bin ich aber auch nicht:

      • Aufgrund der zahlreichen Motorschäden verwendet man nun den in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich teureren V6 - ohne wirklich zu wissen, ob der länger hält. Für mich eine riskante Wette. Da hätte man lieber mal ein anderes Fahrgestell ausprobieren sollen.
      • Die Dopplung der Tonfolgeanlage aus elektrischer und pneumatischer Variante ist für mich Unsinn. Wenn Hänsch mit der 624 nicht ausreichend Krawall produzieren kann, muss ich mich nach einem anderen Anbieter umschauen - Federal Signal hat mit der EKS200 ein sehr potentes Produkt im Sortiment, dass an eine pneumatische Anlage sehr nah ran kommt. Die Martin-Anlage ist sicherlich laut, toll, oldschool und geil, aber in Punkto Kosten und Wartungsaufwand (regelmäßiges Ölen des Kompressors, jährliche Montage und Demontage der Schneeschutzkappen und Stimmung der Hörner ca. alle drei Jahre) bei solch einem kostensensiblen Gesamtprodukt fehl am Platz.
      • Das BRK ist mehr oder weniger von WAS abhängig, kein anderer Ausbauer mit Ausnahme von Baus ist in der Lage, die entsprechenden Stückzahlen in der gewünschten Zeit zu fertigen.
      • Bei der Medizintechnik ist im generellen sicherlich ein wenig mehr möglich

      Zu 1.:
      Ja darüber habe ich auch schon nachgedacht. Wie Hamburg es macht, ein Iveco Daily zum Test hätte mir mal gefallen ;)
      Soll wohl gewichtstechnisch und mit deren Motoren um einiges besser als Transporter sein als die Sprinter. Bin mal gespannt wie Hamburg sich dazu irgendwann mal äußert. Mir gefällt der Daily sehr gut und viel anders als der Sprinter ist er auch nicht.

      2.:
      Würde ich jetzt so nicht sagen. Die 620/624 ist soweit in Ordnung, zumindest das Stadthorn und Landhorn. Wer das elektronische Kompressorhorn nutzt ist selbst schuld, wenn ihm kein Platz gemacht wird. Selbst das BRK selbst rät vom Elektropress ab.
      Aber es gibt nur einwas wahres, und das ist nunmal Max Martin Pressluft und deshalb ist man auch so froh, dass man es wieder hat. Die EKS ist auch nicht soo super. Und zwecks Aufwand: Glaube es gibt mittlerweile Daueröler.

      3.:
      Da gibt's nichts zuzufügen, wobei ich/wir die WAS eigentlich echt gut finde(n).

      4.:
      Naja, immer mehr und mehr und mehr schleppen. In der USA und Ungarn klappt es auch ohne große Medizintechnik.
      Im letzten Urlaub in Ungarn hab ich eine Rettungswache besucht.
      Aufm RTW war eine Sauerstoffeinheit ohne Beatmung, ein Rucksack nur mit LT-Intubation (ohne endotrachial), ein LP1000 AED mit 4er-Ableitung und eine Absaugpumpe. Mehr war an Medizintechnik nicht drauf. Und das reicht Ihnen laut eigener Aussage aus.
      https://www.youtube.com/user/BayernModder

      Schaut doch mal vorbei ;)
    • @ Jonas Müller

      ich fand deinen Beitrag ganz gut ... bis du den deutschen RD mit dem Ungarischen verglichen hast


      wir sollen angeblichen einen der besten RD der Welt haben ...
      warum willst du uns in die Steinzeit zurück katapultieren ?

      Dann bräuchten wir konsequenterweise auch weder Daily noch Sprinter,
      ein einfacher Hoch-Lang würde reichen ... oder Isuzu oder ...
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • kurvenfahrer schrieb:

      Wo und was fehlt dir denn genau an Innovationen?

      Ich zähl mal ein paar Sachen auf (die natürlich auch tausenden anderen RTW in Deutschland fehlen), wo man viel experimentieren in verbessern könnte:

      Schrankanordnung/Arbeitsfläche: Nur die Stirnwand finde ich immer unpraktisch, mit einer intelligenten Schrankanordnung können 2-3 Personen effektiv Sachen aufziehen und Anreichen ohne dem Menschen am Kopfende im Weg rum zu stehen. Insbesondere bei der Intubation finde ich das Konzept mit einer Schrankwand an der Stirnseite unpraktisch.
      Ich persönlich bin großer Fan von offen einsehbaren Plastikfächern für Verbrauchsmaterialien wie Spritzen, Kanülen oder Braunülen, aber das ist sicherlich Geschmackssache.
      Der Apothekerschrank finde ich grundsätzlich furchtbar, auch das gilt für alle Hersteller.

      Sitzplätze: Ich muss mich weiterhin während der Fahrt für ALLES abschnallen. Ich kann in der neuen Generation entweder das PAD oder die Medizintechnik bedienen, ich komme nicht an die Fächer mit z.B. Brechbeuteln, Infusionen oder an das Flowmeter für den O2, ich habe keine Ablagefläche für aufgezogene Medikamente usw.
      Spannend fände ich Sitze wie in englischen oder amerikanischen RTW, die auf einer Schiene laufen und so ihre Position verändern können.

      Trage: elektrohydraulische Tragen sind mittlerweile auf jeden Fall serienreif und eine unfassbare Verbesserung im Arbeitsalltag. Auch bei den Tragestühlen gibt es bessere und anwenderfreundlichere Modelle.

      Medizintechnik/Anordnung: ich bin der Meinung Corpuls 3 >> LP15, aber selbst mit dem Gerät könnte man sich eine bessere Lösung überlegen.
      Von beiden Betreuersitzen in Fahrtrichtung habe ich keinen freien Blick auf den Monitor und kann nichts am Beatmungsgerät verstellen.
      Die Geräte hängen weiterhin im Patientenraum, so wird der Zugriff verzögert und ich muss sie regelmäßig aufwändig desinfizieren oder alternativ ungesichert im Fußraum transportieren.
      Selbst wenn man sich für eine Lagerung im Patientenraum entscheidet gibt es z.B. von GSF schöne Modelle, wo die Geräte auf einer Extra-Tür befestigt sind und von der Fahrerseite entnommen werden können.
      Der riesige und schwere Rucksack ist eine Zumutung.
      Moderne Technik wie EZIO, Videolaryngoskopie und Mittel zur Blutstillung sind die Ausnahme oder erst jetzt im Zulauf.

      Licht: sanfte Lichtfarben, dimmbare Beleuchtung, fokussierbare Lampen z.B. für die Wundversorgung?


      kurvenfahrer schrieb:

      Die Dopplung der Tonfolgeanlage aus elektrischer und pneumatischer Variante ist für mich Unsinn. Wenn Hänsch mit der 624 nicht ausreichend Krawall produzieren kann, muss ich mich nach einem anderen Anbieter umschauen - Federal Signal hat mit der EKS200 ein sehr potentes Produkt im Sortiment, dass an eine pneumatische Anlage sehr nah ran kommt. Die Martin-Anlage ist sicherlich laut, toll, oldschool und geil, aber in Punkto Kosten und Wartungsaufwand (regelmäßiges Ölen des Kompressors, jährliche Montage und Demontage der Schneeschutzkappen und Stimmung der Hörner ca. alle drei Jahre) bei solch einem kostensensiblen Gesamtprodukt fehl am Platz.
      Nichts außer einer pneumatischen Anlage kommt an eine pneumatische Anlage heran.
      3 Tropfen Öl alle 14 Tage sind doch kein Wartungsaufwand?
      Schneeschutzkappen können auch einfach ganzjährig montiert bleiben, schadet nicht und spart der Gebastel.
      Stimmung der Hörner ist bei uns alle Jubeljahre mal nötig, grundsätzlich laufen die Anlagen ohne große Kosten und ohne hohen Wartungsaufwand.
      Das Presslufthorn ist neben der (in Deutschland) innovativen Beklebung im Battenburg-Design das einzige große Plus der neuen Modellreihe, in meinen Augen :)

      kurvenfahrer schrieb:

      Das BRK ist mehr oder weniger von WAS abhängig, kein anderer Ausbauer mit Ausnahme von Baus ist in der Lage, die entsprechenden Stückzahlen in der gewünschten Zeit zu fertigen.
      Das stimmt natürlich und ist für mich auch ein Problem. WAS baut in meinen Augen nicht gerade hochwertige Koffer, die Optik ist schon bescheiden (überall offene verlaufende Kabel, schlechte Haptik und ein sehr klappriger Fahreindruck insgesamt.
      Dazu kommen regelmäßig schwerste Schäden nach relativ harmlosen Unfällen.
      Aber jeder Zeit lieber WAS als BAUS.

      Der Gewinn einer Serie Bayern-RTW für eine andere Firma könnte ein erheblicher Wachstumsschub für eben diese Firma sein, aber ich stimme dir völlig zu, derzeit kann kein anderer Hersteller das leisten.

      Diese Homogenität ist in meinen Augen Fluch und Segen zugleich, auf der Pro-Seite finde ich mich als Hauptamtlicher sofort in der SEG-Kiste von 2003 zurecht (und umgekehrt), auf der anderen Seite verhindert natürlich die Einheitlichkeit über mittlerweile fast 15 Jahre auch wirkliche Innovationen, denn die würden mit erheblichen Umstellungen einher gehen.
      Ich will das Auto auch gar nicht schlecht reden, ist wie gesagt ein grundsolider RTW mit vielen pfiffigen und erprobten Details, aber eben auch nicht mehr.
      Es gibt viele schlechtere Rettungswagen und einige sehr durchdachte und wirklich innovative Fahrzeuge, und der Bayern-RTW bietet solides Mittelmaß ohne erhebliche Ausreißer.

      Was mich stört ist, dass es immer dargestellt wird, als hätte man sonstwas erfunden und entwickelt und wäre an der Spitze von Deutschland.

      kurvenfahrer schrieb:

      Bei der Medizintechnik ist im generellen sicherlich ein wenig mehr möglich
      Sicher sicher, nicht nur da.
      Aber wenn ich an die armen Landkreise denke, die mit irgendwelchen China-Importen oder noch dem 08/16 retten müssen, da kann man wirklich nicht so meckern in Bayern.

      kellern schrieb:

      ich glaube es ging dem Hamburger nicht so sehr um das Fahrzeug an sich,
      sondern darum wie es "verkauft" wird.

      Das das Neueste, Schönste, Beste, voll mit Innovationen.

      Wenn man es mit etwas mehr Abstand und ohne weiß-blaue Brille betrachtet
      dann hat der Hamburger sicher nicht Unrecht,

      es aber derart zu zerreissen ist auch gemein.
      Die Bayern freu'n sich halt ... ist doch wie immer wenn sie was entdeckt haben ...

      Ist doch auch irgendwie drollig, oder ?
      wenigstens einer hier, der mich versteht :D

      Jonas Müller schrieb:

      4.:
      Naja, immer mehr und mehr und mehr schleppen. In der USA und Ungarn klappt es auch ohne große Medizintechnik.
      Im letzten Urlaub in Ungarn hab ich eine Rettungswache besucht.
      Aufm RTW war eine Sauerstoffeinheit ohne Beatmung, ein Rucksack nur mit LT-Intubation (ohne endotrachial), ein LP1000 AED mit 4er-Ableitung und eine Absaugpumpe. Mehr war an Medizintechnik nicht drauf. Und das reicht Ihnen laut eigener Aussage aus.

      Sorry, aber wenn du mit der Einstellung Rettungsdienst fährst, dann lass es bitte.
      Spätestens mit dem Notfallsanitäter und der Fähigkeit zur NIV-Beatmung braucht jeder RTW ein Beatumungsgerät.
      Der Larynxtubus ist zwar ein nettes Device für die Erstangriffsphase durch nichtärztliches Personal, sollte aber unbedingt zeitnah durch einen Endotubus ersetzt werden. Gerade in der Kombination mit einem Videolaryngoskop könnte man auch Notfallsanitätern die endotracheale Intubation im Rahmen der Reanimation zugestehen.
      Der alleinige Einsatz von Larynxtuben entspricht nicht medizinischen Standards.

      Ein AED hat keine Möglichkeit, eine pVT zu Schocken, verzögert die Schockabgabe jedes Mal erheblich und erhöht die No-Flow-Time signifikant, da er zur Analyse um die 10 Sekunden benötigt. Für Laien und nicht-professionelle Hilfe ist ein AED eine tolle Lösung, für einen Rettungsdienst auf ALS-Niveau ganz sicher nicht.

      Ein 6-Kanal-EKG kann ich genau zum Monitoring und zur einfachen Rhythmusdiagnostik verwenden. Ich kann weder einen Herzinfarkt sicher diagnostizieren, noch fundierte Rhythmusanalysen durchführen. Der LP1000 kann nichtmal drucken und ist damit für ALS wertlos. Ganz zu schweigen von der Kardioversion oder dem Pacing.

      Wenn ich nichts kann und darf, dann reicht das sicher aus. Wenn ich fundierte Notfallmedizin machen möchte und vielleicht auch als Notfallsanitäter entsprechende Kompetenzen bekomme, dann muss man auch entsprechende Geräte und Devices mitführen.

      Das Schleppen könnte man minimieren, wenn man z.B. den 3kg leichteren C3 genommen hätte, einen halb so schweren Rucksack und eine elektrohydraulische Trage.
      Das Beatmungsgerät kann man ja auch nachholen, der Oxybag ist schon leicht und die Accuvac ist ja wohl kein Problem.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von HamburgerJungchen ()

    • Jonas Müller schrieb:

      kurvenfahrer schrieb:

      Frei von Kritik bin ich aber auch nicht:

      • Aufgrund der zahlreichen Motorschäden verwendet man nun den in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich teureren V6 - ohne wirklich zu wissen, ob der länger hält. Für mich eine riskante Wette. Da hätte man lieber mal ein anderes Fahrgestell ausprobieren sollen.
      • Die Dopplung der Tonfolgeanlage aus elektrischer und pneumatischer Variante ist für mich Unsinn. Wenn Hänsch mit der 624 nicht ausreichend Krawall produzieren kann, muss ich mich nach einem anderen Anbieter umschauen - Federal Signal hat mit der EKS200 ein sehr potentes Produkt im Sortiment, dass an eine pneumatische Anlage sehr nah ran kommt. Die Martin-Anlage ist sicherlich laut, toll, oldschool und geil, aber in Punkto Kosten und Wartungsaufwand (regelmäßiges Ölen des Kompressors, jährliche Montage und Demontage der Schneeschutzkappen und Stimmung der Hörner ca. alle drei Jahre) bei solch einem kostensensiblen Gesamtprodukt fehl am Platz.
      • Das BRK ist mehr oder weniger von WAS abhängig, kein anderer Ausbauer mit Ausnahme von Baus ist in der Lage, die entsprechenden Stückzahlen in der gewünschten Zeit zu fertigen.
      • Bei der Medizintechnik ist im generellen sicherlich ein wenig mehr möglich

      Zu 1.:Ja darüber habe ich auch schon nachgedacht. Wie Hamburg es macht, ein Iveco Daily zum Test hätte mir mal gefallen ;)
      Soll wohl gewichtstechnisch und mit deren Motoren um einiges besser als Transporter sein als die Sprinter. Bin mal gespannt wie Hamburg sich dazu irgendwann mal äußert. Mir gefällt der Daily sehr gut und viel anders als der Sprinter ist er auch nicht.

      2.:
      Würde ich jetzt so nicht sagen. Die 620/624 ist soweit in Ordnung, zumindest das Stadthorn und Landhorn. Wer das elektronische Kompressorhorn nutzt ist selbst schuld, wenn ihm kein Platz gemacht wird. Selbst das BRK selbst rät vom Elektropress ab.
      Aber es gibt nur einwas wahres, und das ist nunmal Max Martin Pressluft und deshalb ist man auch so froh, dass man es wieder hat. Die EKS ist auch nicht soo super. Und zwecks Aufwand: Glaube es gibt mittlerweile Daueröler.

      3.:
      Da gibt's nichts zuzufügen, wobei ich/wir die WAS eigentlich echt gut finde(n).

      4.:
      Naja, immer mehr und mehr und mehr schleppen. In der USA und Ungarn klappt es auch ohne große Medizintechnik.
      Im letzten Urlaub in Ungarn hab ich eine Rettungswache besucht.
      Aufm RTW war eine Sauerstoffeinheit ohne Beatmung, ein Rucksack nur mit LT-Intubation (ohne endotrachial), ein LP1000 AED mit 4er-Ableitung und eine Absaugpumpe. Mehr war an Medizintechnik nicht drauf. Und das reicht Ihnen laut eigener Aussage aus.

      2. Das ist deine subjektive Meinung zur Martin, ich habe eine andere ;) Das Video ist auch subjektiv,es läßt aber ein bißchen erahnen: . Gemessen habe ich, mit einem geeichten Phonometer, persönlich folgendes in 1m Abstand: EKS200 132 dB, Martin 130 dB - beide Anlagen in einer ähnlichen Höhe und Position verbaut und am selben Tage gemessen. Die Betreiber, die ich kenne, sind mit der EKS200 überaus zufrieden - auch was die Haltbarkeit der Lautsprecher angeht - und erwägen keine Martin mehr.

      3. WAS ist ja auch kein schlechter Hersteller. Es ist nur blöd, wenn man als Kunde nicht ein wenig Druck auf diesen ausüben kann.

      4. Die Ungarn fahren dann einen Typ B als RTW - was nach der Originalversion der EN 1789 auch ausreicht. In Deutschland ist aber ein Typ C als RTW vorgesehen, da liegt die Crux und somit Äpfel und Birnen. Trotzdem sind leichtere Gerätschaften zu haben, das Thema Koffer vs. Rucksack nicht angesprochen.
    • HamburgerJungchen schrieb:

      kurvenfahrer schrieb:

      Wo und was fehlt dir denn genau an Innovationen?
      Ich zähl mal ein paar Sachen auf (die natürlich auch tausenden anderen RTW in Deutschland fehlen), wo man viel experimentieren in verbessern könnte:

      Schrankanordnung/Arbeitsfläche: Nur die Stirnwand finde ich immer unpraktisch, mit einer intelligenten Schrankanordnung können 2-3 Personen effektiv Sachen aufziehen und Anreichen ohne dem Menschen am Kopfende im Weg rum zu stehen. Insbesondere bei der Intubation finde ich das Konzept mit einer Schrankwand an der Stirnseite unpraktisch.
      Ich persönlich bin großer Fan von offen einsehbaren Plastikfächern für Verbrauchsmaterialien wie Spritzen, Kanülen oder Braunülen, aber das ist sicherlich Geschmackssache.
      Der Apothekerschrank finde ich grundsätzlich furchtbar, auch das gilt für alle Hersteller.

      Sitzplätze: Ich muss mich weiterhin während der Fahrt für ALLES abschnallen. Ich kann in der neuen Generation entweder das PAD oder die Medizintechnik bedienen, ich komme nicht an die Fächer mit z.B. Brechbeuteln, Infusionen oder an das Flowmeter für den O2, ich habe keine Ablagefläche für aufgezogene Medikamente usw.
      Spannend fände ich Sitze wie in englischen oder amerikanischen RTW, die auf einer Schiene laufen und so ihre Position verändern können.

      Trage: elektrohydraulische Tragen sind mittlerweile auf jeden Fall serienreif und eine unfassbare Verbesserung im Arbeitsalltag. Auch bei den Tragestühlen gibt es bessere und anwenderfreundlichere Modelle.

      Medizintechnik/Anordnung: ich bin der Meinung Corpuls 3 >> LP15, aber selbst mit dem Gerät könnte man sich eine bessere Lösung überlegen.
      Von beiden Betreuersitzen in Fahrtrichtung habe ich keinen freien Blick auf den Monitor und kann nichts am Beatmungsgerät verstellen.
      Die Geräte hängen weiterhin im Patientenraum, so wird der Zugriff verzögert und ich muss sie regelmäßig aufwändig desinfizieren oder alternativ ungesichert im Fußraum transportieren.
      Selbst wenn man sich für eine Lagerung im Patientenraum entscheidet gibt es z.B. von GSF schöne Modelle, wo die Geräte auf einer Extra-Tür befestigt sind und von der Fahrerseite entnommen werden können.
      Der riesige und schwere Rucksack ist eine Zumutung.
      Moderne Technik wie EZIO, Videolaryngoskopie und Mittel zur Blutstillung sind die Ausnahme oder erst jetzt im Zulauf.

      Licht: sanfte Lichtfarben, dimmbare Beleuchtung, fokussierbare Lampen z.B. für die Wundversorgung?


      kurvenfahrer schrieb:

      Die Dopplung der Tonfolgeanlage aus elektrischer und pneumatischer Variante ist für mich Unsinn. Wenn Hänsch mit der 624 nicht ausreichend Krawall produzieren kann, muss ich mich nach einem anderen Anbieter umschauen - Federal Signal hat mit der EKS200 ein sehr potentes Produkt im Sortiment, dass an eine pneumatische Anlage sehr nah ran kommt. Die Martin-Anlage ist sicherlich laut, toll, oldschool und geil, aber in Punkto Kosten und Wartungsaufwand (regelmäßiges Ölen des Kompressors, jährliche Montage und Demontage der Schneeschutzkappen und Stimmung der Hörner ca. alle drei Jahre) bei solch einem kostensensiblen Gesamtprodukt fehl am Platz.
      Nichts außer einer pneumatischen Anlage kommt an eine pneumatische Anlage heran.

      3 Tropfen Öl alle 14 Tage sind doch kein Wartungsaufwand?
      Schneeschutzkappen können auch einfach ganzjährig montiert bleiben, schadet nicht und spart der Gebastel.
      Stimmung der Hörner ist bei uns alle Jubeljahre mal nötig, grundsätzlich laufen die Anlagen ohne große Kosten und ohne hohen Wartungsaufwand.
      Das Presslufthorn ist neben der (in Deutschland) innovativen Beklebung im Battenburg-Design das einzige große Plus der neuen Modellreihe, in meinen Augen :)

      kurvenfahrer schrieb:

      Das BRK ist mehr oder weniger von WAS abhängig, kein anderer Ausbauer mit Ausnahme von Baus ist in der Lage, die entsprechenden Stückzahlen in der gewünschten Zeit zu fertigen.
      Das stimmt natürlich und ist für mich auch ein Problem. WAS baut in meinen Augen nicht gerade hochwertige Koffer, die Optik ist schon bescheiden (überall offene verlaufende Kabel, schlechte Haptik und ein sehr klappriger Fahreindruck insgesamt.

      Dazu kommen regelmäßig schwerste Schäden nach relativ harmlosen Unfällen.
      Aber jeder Zeit lieber WAS als BAUS.

      Der Gewinn einer Serie Bayern-RTW für eine andere Firma könnte ein erheblicher Wachstumsschub für eben diese Firma sein, aber ich stimme dir völlig zu, derzeit kann kein anderer Hersteller das leisten.

      Diese Homogenität ist in meinen Augen Fluch und Segen zugleich, auf der Pro-Seite finde ich mich als Hauptamtlicher sofort in der SEG-Kiste von 2003 zurecht (und umgekehrt), auf der anderen Seite verhindert natürlich die Einheitlichkeit über mittlerweile fast 15 Jahre auch wirkliche Innovationen, denn die würden mit erheblichen Umstellungen einher gehen.
      Ich will das Auto auch gar nicht schlecht reden, ist wie gesagt ein grundsolider RTW mit vielen pfiffigen und erprobten Details, aber eben auch nicht mehr.
      Es gibt viele schlechtere Rettungswagen und einige sehr durchdachte und wirklich innovative Fahrzeuge, und der Bayern-RTW bietet solides Mittelmaß ohne erhebliche Ausreißer.

      Was mich stört ist, dass es immer dargestellt wird, als hätte man sonstwas erfunden und entwickelt und wäre an der Spitze von Deutschland.
      Das Thema Schrankanordnung ist halt auch sehr subjektiv. Die Jungs und Mädels in Bayern arbeiten schon seit Jahren mit diesem Layout, sind daran gewöhnt und können sicherlich deine Einwände nicht gänzlich nachempfinden. Aber du hast sicherlich recht, bzgl. der Medizintechnik das ist irgendwo weder Fisch noch Fleisch. Deine Idee mit den Sitzschienen kostet aber Geld, was nicht da ist. WAS verbaut in den Bayern ja auch andere Sitze, als in den restlichen Fahrzeugen.

      Du weißt, was das Stryker-System mehr kostet? Das geht bei 75.000,- einfach nicht. Auch nicht bei 100 Fahrzeugen im Jahr.

      Das Thema Anordnung der Medizintechnik und Möbellayout ist ein schwieriges Thema - das auch mit der Trage einher geht. Wenn man sich konsequent an dem Thema Arbeitssicherheit orientiert, MUSS man alles so platzieren, dass aus dem Sitzen gearbeitet werden kann. Hier muss man vor allem nach Skandinavien schauen. Der Wunsch eines Ballsaals ist nicht mit dem Wunsch des sitzenden Arbeiten kombinierbar, entweder das eine oder das andere.

      Die sog. Sladek-Türe :kichern: Leidiges Thema. In Köln hat diese Tür ja ihre erste massive Verbreitung gehabt und sie wurde gehasst - zu Recht. Zum einen wegen der Unfähigkeit des damaligen Ausbauers hinsichtlich Anordnung der Medizintechnik im Inneren. Zum anderen wegen der latenten Gefahr, auf der dem Verkehr zugewandten Seiten über den Haufen gefahren zu werden.

      Gerichtete Leuchten brauchst du in heutigen LED-Zeiten eigentlich nicht mehr - wenn man mal von den Funzeln bei Ambulanzmobile absieht. Verwendet der Ausbauer die gängigen Leuchten von DutchElectro (Avenue oder Canal28) hast du eine sehr sehr gute Lichtausbeute. Ok, bei WAS ist die Positionierung der Leuchten in den Ecken nicht das Optimum.

      Martin ist halt ein sehr emotionales Thema ... :klugscheiss:

      Es wir auch niemanden anderes außer WAS geben. Fahrtec und GSF haben weder die Infrastruktur noch den Willen, solche Aufträge abzuarbeiten. Strobel ist eh raus, der hat keinen Bock mehr auf das BRK und alle anderen mit Ausnahme von Baus beziehen ihre Koffer bei Dülmer Fahrzeugbau - und die zusätzlichen Speditionskosten (Dülmer -> Sonderfahrzeubauer) bricht dir das Genick.

      Das ist halt Marketing, Klappern gehört zum Geschäft.

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von kurvenfahrer ()

    • wahrscheinlich muss man die Bayern-RTW-NEF-KTW auch deshalb mit stolz geschwellter Brust
      in die Welt tragen damit innerhalb des Zirkels ein Wir-Gefühl besteht / bestehen bleibt

      und kein KV auf die Idee kommt sich abzusetzen und sein eigenes Süppchen zu kochen.

      Da schadet es nicht ein bisschen dick aufzutragen und einen gewissen Stolz zu generieren.

      Dass Norddeutsche das wieder kühl und abgeklärt zereden und das Haar in der Suppe finden
      war ja wieder klar :)


      Wenn ein einzelner KV so eine Bayernkiste in Dienst gestellt hätte würde das
      wahrscheinlich -keine Sau- lange interessieren.

      Redet heute noch jemand von diesem "Innovations-RTW" aus der Region Hannover ?
      siehste ...
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Ich arbeite nicht mit dieser Einstellung, ich finde die Ungarn haben zu wenig drauf, aber es ging mir drum, dass die es auch schaffen, die Leute lebend ans Klinikum zu übergeben.

      Und ich finde nunmal, das was wir in Bayern drauf haben, reicht vollkommen aus. Bisher haben wir jeden Notfallpatienten genauso gut versorgen und stabilisieren können, wie mit anderen/mehreren Geräten auch. In Bayern ist man zufrieden. Und arbeitet seit Jahren damit. Also wieso groß was ändern oder sinnlos vermehren?
      https://www.youtube.com/user/BayernModder

      Schaut doch mal vorbei ;)
    • Jonas Müller schrieb:

      Also wieso groß was ändern oder sinnlos vermehren?
      warum musste dann ein neues Berufsbild im RD geschaffen werden
      und die Ansprüche an diesen bzw dessen Kompetenzen sinnlos erweitert werden ?

      Ich habe verstanden dass die med. Ausstattung des Bayern RTW besser ginge
      (kleiner, leichter, einfacher) - wenn man es schon so an die große Glocke hängt,
      aber es hat ja keiner gesagt dass man damit nicht adäquat versorgen könnte.
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Meckern auf hohem Niveau...

      Als priv. RD können wir uns für unsere eigenen Zwecke (Rückholung mit RTW, NAW, ITW) selbst beschaffen was wir wollen und wir haben da einen Binz, einen Tigis und 2 Strobel-RTW. Die beiden Strobel sind "Vorführfahrzeuge", bei denen man nix mehr ändern konnte. Dennoch nicht schlecht und gänzlich anders innen aufgebaut als die Bayern-RTW. Der Tigis und der Binz sind "Einzelstücke" mit nach Vorgabe individuell umgesetzten Schrankanordnugnen bzw. Ergänzungen.

      Beim "Bayern-RTW" muss man stets bedenken, dass Bayern in dieser Grösse (=Stückzahl) das einzige Bundesland ist, das einheitliche RTW in dieser Menge beschafft. Der "Bayern-RTW" muss also ein Auto sein, das von den Alpen über Grossstädte bis zu weitläufigen, dünn besiedelten, ländlichen Gebieten einsetzbar ist.

      Anders als in nur einem Kreis, einem Stadtstaat oder auch nur einer einzelnen lokalen HiOrG oder FW muss man eben "global" denken. Landesweit, alle Regionen. Den einzigen Unterscheid, den Bayern bei der Beschaffung macht, ist die Auswahl Strassen- oder Allradfahrgestell. Das war es dann aber auch schon.

      Der Rest? Nun, wieder einmal geht es um eine in einem gesamten Bundesland einheitliche Ausrüstung/(Anordnung/Bestückung. EZ-IO, 12K-EKG, Torniquets, Kapno, Spineboard plus Schaufeltrage, Raupenstuhl Martin-Horn u.v.m. - da werden sich Manche wundern, warum wir uns in Bayern darüber freuen. Aber gibt es das flächendeckend bei allen(!) RD in Deutschland? Eben. Eben nicht.

      Und nun die neuen Features: Generell 230V-Spannungswandler (nun auch in allen neuen Bayern-KTW!) für Heimbeatmungsgeräte usw. Generell "Airline-Schienen" für Fixierung von "exotischem" Med-Equipment wie z.B. ECMO etc. Generell Montagemöglichkeiten (lange "Intensiv-Schiene" an Trage und im Pat.-Raum) plus zugehöriger Steckdosen 12V/230V? Bedienung Licht/Klima vom Sitzplatz aus etc. Ist mir schon klar, dass "andere RTW" das schon längst haben, aber wo ist das flächendeckend(!) im Einsatz?

      Jeder, der einen tollen RTW hat, der hat ihn eben. Ein paar km weiter weg, in einem anderen Kreis oder bei einer anderen HiOrG hat man eben nicht so "tolle RTW" (oder noch "tollere") Macht es nun wirklich Sinn, wenn das Personal und vor Allem der Patient je nach Ort seines Notfalls/Unfalls von einem "tollen" oder "weniger tollem" RTW arbeiten kann bzw. als Patient versorgt und transportiert wird?

      Das Konzept "Bayern-RTW" ist ein Erfolgskonzept. Das sieht man auch daran, dass ausgemusterte "Bayern-RTW" bei HiOrG in ganz Deutschland sehr beliebt sind. Es gibt unzählige SEGen usw. in ganz Deutschland, die sich ganz bewusst für einen alten "Bayern-Retter" entscheiden. Und was den "Billig-Ausbauer" WAS betrifft - auch weit nach der "bayrischen Aussonderungsgrenze" sind bei halbwegs guter Pflege die Koffer noch erstaunlich "gut in Schuss". Auch nach mehr als 4 Jahren oder/und weit mehr als 250.000km.
    • kurvenfahrer schrieb:


      • Aufgrund der zahlreichen Motorschäden verwendet man nun den in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich teureren V6 - ohne wirklich zu wissen, ob der länger hält. Für mich eine riskante Wette. Da hätte man lieber mal ein anderes Fahrgestell ausprobieren sollen.
      • Die Dopplung der Tonfolgeanlage aus elektrischer und pneumatischer Variante ist für mich Unsinn. Wenn Hänsch mit der 624 nicht ausreichend Krawall produzieren kann, muss ich mich nach einem anderen Anbieter umschauen - Federal Signal hat mit der EKS200 ein sehr potentes Produkt im Sortiment, dass an eine pneumatische Anlage sehr nah ran kommt. Die Martin-Anlage ist sicherlich laut, toll, oldschool und geil, aber in Punkto Kosten und Wartungsaufwand (regelmäßiges Ölen des Kompressors, jährliche Montage und Demontage der Schneeschutzkappen und Stimmung der Hörner ca. alle drei Jahre) bei solch einem kostensensiblen Gesamtprodukt fehl am Platz.
      • Das BRK ist mehr oder weniger von WAS abhängig, kein anderer Ausbauer mit Ausnahme von Baus ist in der Lage, die entsprechenden Stückzahlen in der gewünschten Zeit zu fertigen.
      • Bei der Medizintechnik ist im generellen sicherlich ein wenig mehr möglich

      Motor: Ich fahre privat einen Fahrzeugtypen (Diesel), den es mit 4-Zylinder und mit 6-Zylinder gibt. Die 4-Zylinder sind leider richtig "berühmt" für ihr häufigen (und frühen) Motor-Totalschäden bzw. extrem hohen Reparaturkosten. Die 6-Zylinder in diesem Fahrzeugtyp laufen und laufen (bin inzwischen bei 320.000km!) Rein technisch ist es halt so, dass (zu) kleine Motoren schon auf Volllast laufen (und entspr. "gestresst" werden), wo ein grösserer Motor (Hubraum, Leistung) vielleicht gerade mal 2/3 seiner Leistung liefern muss. Ich würde auch weiterhin privat immer zum grösserem (bzw. grösstem) Motor greifen. Nicht weil ich rasen will oder ein "Ampelrennen" gewinnen möchte, sondern weil "der Dicke" eben weitaus lässiger mit meinen Anforderungen (umgehen kann, d.h. selbes "Erlebnis" bei weit weniger Drehzahl, ohne volle Leistung abgeben zu müssen usw.)

      Tonfolgeanlage: Ich hab gerne ein "Backup" und bin es seit meinen Anfangszeiten im RD gewöhnt, dies zu haben. Früher eben "Bosch-Hörnchen" und "Pressluft", später dann WA3 oder RTK4/RTK6 und "Pressluft". Wenn Schnee das eine Horn verdeckt, hat man noch ein Zweites (das vielleicht weniger Scheneanfällig verbaut ist), wenn eine Sicherung "fliegt", Steuergerät/Verstärker versagt oder Motor "frisst" ebenso. Teuer ist eine solche Doppelvorhaltung natürlich, aber es ist auch bei sicherheitsrelevanten Teilen durchaus (nicht nur im BOS-Bereich) üblich, sie redundant auszulegen....

      "WAS-abhängig": Stimmt so nicht ganz, denn mit entspr. Vorgaben kann auch GSF, Fahrtec, BAUS etc. einen identischen Koffer bauen. Genau so eingerichtet, genau so platzierte Bedienelemente usw. Bayern könnte die RTW also druchaus an mehrere Hersteller vergeben. Aber halt nicht zu dem Preis. Aber das gilt dann auch für WAS, die - wenn sie nur einen Teil der Bayern-RTW fertigen würden - keine Grossserie mehr auflegen sondern eine kleinere Individual-Serie. Und Kleinserien kosten eben mehr.

      Medizintechnik: Da gibt es bei EKG, Beatmung usw. sicherlich Besseres, aber eben auch Teureres. Bayern hat ja mal einige Zeit bei der Beatmung Oxylog und Medumat beschafft - war ziemlicher Mist, denn die Fahrzeuge wurden eben "verteilt", d.h. eine Wache bekam einen RTW mit Oxylog, die andere Wache einen RTW mit Medumat. Riesen Aufwand für 2x Schulungen, Vorhaltung von 2x Ersatzgeräten, 2x Verbrauchsmaterial etc.

      Eine landesweite Einheitlichkeit hat sicherlich Nachteile, aber auch ebenso viele Vorteile.

      Ich hab das ja in der "Pre-Bayern-RTW-Ära" miterlebt. Als noch die HiOrg/Firmen selbst mitbestimmen durften, welches Autos sie bekommen. Die Einen hatten Pressluft, die Anderen nicht. Die Einen hatten Schränke für O2/VKM/Schaufeltrage, die Anderen nicht. Die Einen waren weiss, die Anderen elfenbein u.v.m. - und dann steigst du bei Schichtbeginn auf jeder Wache jeweils auf ein "neues" Auto, wo du erst mal suchen musst, wo denn nun was verstaut ist, funktioniert etc. Da guckt man schon mal doof wie ich in der "Übergangszeit", wenn man vom (noch selbst beschafftem) Kasten-RTW mit Strobelausbau, Klimaanlage, Umfeldbeleuchtung, Presslufthorn, Wandlerautomatik etc. auf einen neuen "Bayern-RTW" ohne alle dieses Features umsteigt.....
    • kurvenfahrer schrieb:


      • Aufgrund der zahlreichen Motorschäden verwendet man nun den in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich teureren V6 - ohne wirklich zu wissen, ob der länger hält. Für mich eine riskante Wette. Da hätte man lieber mal ein anderes Fahrgestell ausprobieren sollen.

      Du findest es also weniger riskant, gleich ein ganz anderes Fahrgestell zu nutzen? Also das find ich deutlich riskanter.

      Es ist schon nervig, dass wir bei dem KTW und NEF verschiedene Fahrzeuge in der Vorhaltung haben. Immer wieder neuer Gewöhnungseffekt, andere Werkstätten etc... Das brauchen wir bei den RTW ehrlich gesagt nicht auch noch. Man hat es mit dem VW Crafter versucht und der hat deutlich versagt.
    • Rescue-M schrieb:

      "WAS-abhängig": Stimmt so nicht ganz, denn mit entspr. Vorgaben kann auch GSF, Fahrtec, BAUS etc. einen identischen Koffer bauen. Genau so eingerichtet, genau so platzierte Bedienelemente usw. Bayern könnte die RTW also druchaus an mehrere Hersteller vergeben. Aber halt nicht zu dem Preis. Aber das gilt dann auch für WAS, die - wenn sie nur einen Teil der Bayern-RTW fertigen würden - keine Grossserie mehr auflegen sondern eine kleinere Individual-Serie. Und Kleinserien kosten eben mehr.

      Es gibt aber keine anderen Vorgaben! Mit den geforderten Stückzahlen ist das BRK von WAS abhängig. Punkt. Da braucht man nicht irgendwelche Konstrukte zu erfinden, die nicht existieren.

      hamstermann schrieb:

      kurvenfahrer schrieb:


      • Aufgrund der zahlreichen Motorschäden verwendet man nun den in der Anschaffung und im Unterhalt wesentlich teureren V6 - ohne wirklich zu wissen, ob der länger hält. Für mich eine riskante Wette. Da hätte man lieber mal ein anderes Fahrgestell ausprobieren sollen.

      Du findest es also weniger riskant, gleich ein ganz anderes Fahrgestell zu nutzen? Also das find ich deutlich riskanter.

      Ich finde gar nichts. Ich schrieb "... ein anderes Fahrgestell ausprobieren ..." - das heißt nicht, die komplette Serie von jetzt auf gleich umzustellen.
    • Rescue-M schrieb:

      jeder RTW kann z.B. Heimbeatmungsgeräte mit 230V-Anschluss betreiben usw.
      Im übrigen dann auch jeder bayerische KTW. ;)


      HamburgerJungchen schrieb:

      Mit der vorletzten und davorigen Generationen, ja.

      War jetzt nicht besonders begeistert, eben ein solides Auto mit ein paar Schwächen und ohne besondere Stärken.
      Aber genau deswegen entwickelt man in Bayern doch weiter... Warum sollte man Dinge verbauen und ordern, die sich im Nachhinein als nicht praktikabel und teuer erweisen? Zudem bindet man das Personal des RD super in die Entscheidungsfindung ein. Das soll mal ein anderes Land flächig nachmachen. Von S-H mal abgesehen.
      Grüße, Manuel

      Habe ich ein "J" geschickt, weil Du mich so von der Seite anlaberst? ;)