REBEL-Sets Bayern

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    • REBEL-Sets Bayern

      Hallo,

      auf den bay. RTW wird ab sofort jeweils ein sog. "REBEL-Set" (REBEL = RettungsdienstEinsätze bei Besonderen EinsatzLagen) standardmässig vorgehalten.

      Es umfasst:

      BlutungsstillungMATResponder
      Tourniquet
      4
      BlutungsstillungQuikClot
      Z-Folded Gauze
      2
      ThoraxpunktionsnadelPneumothorax-Kanüle
      Gr. 2
      2
      BeckenschlingeSAM
      Pelvic Sling II
      1
      SchieneSAM SPLINT3
      ThoraxverschlusspflasterSAM CHEST SEAL2
      Introssärer ZugangEZ-IO Bohrer1





      Die genannte Menge der einzelnen Komponenten kann je nach Wache/Fahrzeug abweichen und stellt nur eine Handlungsempfehlung des bayerischen Innenministeriums dar. Auch die Unterbringung des Sets geschieht individuell (Fahrzeugschubladen, Notfallrucksack, eigene Tasche/Koffer/Rucksack)


      Unabhängig von der Handlungsempfehlungen des bayerischen Innenministeriums haben einige Wachen/HiOrG/Firmen einzelne Komponenten (EZ-IO, Tourniquet, Beckenschlinge etc.) schon früher selbst beschafft und auf ihren Fahrzeugen verlastet. Nun sind diese o.g. Sets Standard und werden vom RD Bayern beschafft.

      Damit sind standardmässig alle bay. RTW für REBEL-Fälle sehr gut ausgestattet (auch für das "Tagesgeschäft"), IMHO ist das bundesweit einzigartig. Bayern reagiert damit auf die in letzter Zeit geänderte Sicherheitslage (2 Terroranschläge in Bayern (Axt, Bombe), 1 grosser Amoklauf (Tote/Schussverletzte)

      Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Rescue-M ()

    • Schöne Ansätze und toll, das man entsprechende Ausrüstung nun vorhält.

      Irgendwie fehlt mir aber sowas wie die iTClamp, welche in meinen Augen in der Handhabung einfach und schnell ist und zudem vor allem für Schrapnell-Verletzungen das Mittel der Wahl wäre. Ich hab die Dinger mehrfach in Österreich und der Schweiz in Aktion gesehen und fand die super.
      Grüße, Manuel

      Habe ich ein "J" geschickt, weil Du mich so von der Seite anlaberst? ;)
    • fein fein,
      aber werden die Sachen in der Praxis auch wirklich für das normale Tagesgeschäft genutzt ?

      Analog zum Schock- oder Kinderkoffer,
      den man normalerweise auch nicht plündert sondern für den bestimmungsgemäßen Notfall vorhält.

      Ich kann mir vorstellen dass hier ebenso eine Vorhaltung für den Ernstfall vorgesehen ist
      und das teure Material eben nicht zu Hauf auf der Wache in Reserve liegt sodass man
      die Einsatzschwelle abseits von Terror doch recht hoch ansiedelt ...


      Werden eigentlich auch die Einsatzkräfte schon flächendeckend geschult ?
      Bei solchen Lagen gibts doch Einiges zu bedenken ... einfach drauf lso zu retten kann böse Folgen haben ...
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • kellern schrieb:



      Ich kann mir vorstellen dass hier ebenso eine Vorhaltung für den Ernstfall vorgesehen ist
      und das teure Material eben nicht zu Hauf auf der Wache in Reserve liegt sodass man
      die Einsatzschwelle abseits von Terror doch recht hoch ansiedelt ...
      Bei uns ist das komplette Set in einer extra dafür beschafften, verplombten Notfalltasche auf den RTW. Damit ist sichergestellt, dass "das Zeug" immer komplett und zusammen aufbewahrt wird und niemand auf die Idee kommt, dort was rein, raus- oder umzuräumen.

      Wie bei unseren Ampullarien haben wir einen Tausch-Kreislauf, d.h. wird ein Teil verbraucht, geht die komplette Tasche auf die Hauptwache, wird dort von einem Verantwortlichem kontrolliert und befüllt und kommt verplombt wieder in den Kreislauf.

      Natürlich steht das Material auch für das "Tagesgeschäft" zur Verfügung.
    • Ich persönlich finde es ja immer bedauerlich, wenn bewährte (aus dem militärischen Sektor) Mittel erst relativ spät Einzug in den Rettungsdienst bekommen.

      Ein paar Anmerkungen meinerseits:

      • Wenn das Material vorgehalten wird, ist klar, für welchen Fall es da ist. Dennoch wird/sollte sich kein Rettungsdienstler den Schuh anziehen und das Zeug in der sauberen Tasche belassen, wenn es dazu dienlich ist, weiteren Schaden vom Patienten wegzuhalten, respektive wenn es dazu dienlich ist, ihn zu retten. Ich persönlich bin der Auffassung, wenn da jemand läger als 1,5 Sekunden darüber nachdenken muss, dann sollte er seinen moralischen und beruflichen Kompass neu justieren. Wenn mich mein Chef für sowas anmachen oder gar abmahnen würde... nun, diesem Sachverhalt würde ich juristisch wie auch moralisch sehr gelassen entgegensehen!


      • iTClamp ist zwar eine nette Sache... aber Blut drin behalten und Blut drin behalten sind zweierlei Geschichten! Ich habe nach lesen des Topics gestern mit einem Freund kurz darüber diskutiert... und wir sind uns beide einig, dass eine iTClamp kein Leben rettet, ein Tourniquet oder eine Israeli-Bandage aber schon!Ich möchte die iTC keinesfalls kleinreden, Gott bewahre, sie hat durchaus ihre Daseinsberechtigung... dennoch gibt es bessere und vor allem effektivere Systeme. Und nur damit ich das ein klein wenig unterfüttern kann... das sage ich in meiner Eigenschaft als ehemaliger Combat-Medic ;)


      • Ausbildungen gibt es mit Sicherheit zu Hauf und vor allem auch Gute! Gerade in unserer heutigen Zeit und mit der aktuellen Sicherheitslage, sollten wir dazu übergehen, unserer Rettungsdienstler eindringlicher auf solche Szenarien zu schulen, denn hier herrscht wirklich nachholbedarf. Das sehe ich allein schon immer bei 98% der Kollegen, wenn ich mir anschaue wie sie an einer Tür stehen oder eine Wohnung betreten!


      Ja, das war mal auf die Schnelle meine Diarrhoe cerebralis zu dem Ganzen...
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • ... Tourniquet am Kopf oder Thorax ? :)

      ist doch immer schöner wenn man Alternativen hat

      bzw mehrere Verletzte vor Ort sind und dafür mehrere Behandlungsoptionen existieren.


      Und was Eigensicherung angeht: genau.
      Das halten viele selbst im Alltag für übertrieben ....
      und dann wundern sie sich wenn am taghellen Firmament plötzlich Sterne auftauchen :)

      Aber es ging mir auch nicht nur um Eigensicherung.



      Man soll ja zB durch eigenes unreflektiertes Herumtrampeln nicht den Erfolg der polizeilichen Maßnahmen schmälern oder gar den Strolchen unbewusst zuarbeiten

      und es braucht zB auch etwas Überwindung sich nicht gleich helfend auf ein Opfer zu stürzen
      sondern erst die Lage zu checken oder ggf auf weitere Anweisung zu warten.

      Ausbildung und eine Handlungsanweisung in der Richtung schafft auch Sicherheit für den Rettungsdienstleister der sich ansonsten schnell zumindest mit einer unterlassenen Hilfeleistung konfrontiert sieht.
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Interessant finde ich, dass in Bayern im Jahr 2016 ein Rebel-Set eingeführt, welches aus Mitteln besteht, die auf den meisten RTW außerhalb von Bayern schon lange zur Standartbeladung gehört...zumindest um größten Teil.

      Torniquet: wird schon länger für nicht beherrschbare Blutung empfohlen
      Thoraxpunktionsnadeln: s. Pyramidenprozess für den NotSan
      Beckenschlinge: wird ebenfalls schon lange im Rahmen der Traumaversorgung empfohlen
      SamSplint: sollte ja auch wohl schon lange vorhanden sein
      Iz.Io-Bohrer: Nicht nur im Rahmen der Traumaversorgung schon lange in der Empfehlung, sondern auch im Rahmen der Rea und s.ebenfalls Pyramidenprozess für NotSan

      Ich kann wirklich nicht glauben, dass diese Ausrüstungsgegenstände erst jetzt auf bayrischen RTW Einzug halten. Ich hoffe nur, dass die Gegenstände auch regelmäßig im Rahmen der Empfehlungen genutzt werden und nicht nur für die Sonderlagen zurück gehalten werden.
    • grisu112 schrieb:

      Interessant finde ich, dass in Bayern im Jahr 2016 ein Rebel-Set eingeführt, welches aus Mitteln besteht, die auf den meisten RTW außerhalb von Bayern schon lange zur Standartbeladung gehört...zumindest um größten Teil.
      Beckenschlinge, EZ-IO, Thoraxpunktion usw. wurden auch bisher schon im bay. RD vorgehalten. Nur eben nicht flächendeckend und einheitlich, da hier jede HiOrg/Firma bzw. lokale Gliederung "ihr eigenes Süppchen gekocht" hat. (z.B. EZ-IO nur auf NEF/NAW oder dergl.)

      Ich bezweifle, dass Chest-Seal, Quick-Clot, Torniquet, EZ-IO etc. auch wirklich "zum grössten Teil" auf allen RTW der Republik zu finden ist. (vor Allem nicht bei den RD der Städte/Kreise, die sich i.d.R. strikt an die Norm halten und kein Fuzzelchen mehr (aber auch nicht weniger) auf´s Auto räumen als in der Norm drinsteht)
    • grisu112 schrieb:


      Ich kann wirklich nicht glauben, dass diese Ausrüstungsgegenstände erst jetzt auf bayrischen RTW Einzug halten. Ich hoffe nur, dass die Gegenstände auch regelmäßig im Rahmen der Empfehlungen genutzt werden und nicht nur für die Sonderlagen zurück gehalten werden.
      Bayern ist nicht Bayern. Es gibt genügend RTW's, die dieses Material bereits vorhalten.
    • Patrik Kalinowski schrieb:

      Ich persönlich finde es ja immer bedauerlich, wenn bewährte (aus dem militärischen Sektor) Mittel erst relativ spät Einzug in den Rettungsdienst bekommen.
      Je mehr man sich Kriegsbedingungen annähert, desto mehr braucht man auch "Kriegsmaterial"

      Ansonsten haben div. mil-med.-Dinge zwar durchaus ihren Sinn im Feld, aber nicht zwingend auch immer im RD, da es im RD eben auch andere Möglichkeiten gibt (z.B. 15 Min. bis zum Schockraum - inkl. med. Endversorgung (OP usw.)
    • Rescue-M schrieb:

      Je mehr man sich Kriegsbedingungen annähert, desto mehr braucht man auch "Kriegsmaterial"
      Damit machst Du es Dir schon etwas einfach und überziehst in meinen Augen absolut. Das hört sich glatt so an, als ob wir uns in Deutschland ständig in einer Konfliktsituation bzw. unter Bürgerkriegsbedingungen befinden.

      Nur, weil entsprechende Ausrüstungsgegenstände aus der Militärmedizin kommen, sind sie nicht ausschließlich nur bei entsprechenden Lagen nützlich. Terror- und Amoklagen gibt es nicht erst seit gestern auf der Welt. Entsprechend hätte man solche Sets schon lange als Standard einführen können. Angefangen bei der Terrorlage '72, über das Oktoberfestattentat 1980, die Anschläge zu 9/11 oder die Amoklagen in Erfurt (2002) und Winnenden (2009).

      Auch, wenn das Set vielleicht nicht in dieser Kombination in anderen, deutschen RD. Allerdings werden Bandschlingen, TQ und dergleichen in äußerst vielen Bereichen bereits über Jahre angewandt.

      In Bayern wurde das Ganze halt öffentlichkeitswirksam bekannt gemacht und entsprechend das Sicherheitsempfinden in der Bevölkerung gesteigert. Gleichzeitig befeuert man natürlich wieder die Angst vor einer asymmetrischen Konfliktlage - aber dafür ist die Politik hierzulande ja bekannt.

      Übrigens; In Österreich trainiert man die Wundversorgung von Patienten in vielen Bereichen mit speziellen, realitätsnahen Dummies - ganz ohne "militärische Bedrohungslage".

      Ich wünsche mir, dass man weniger auf Bayern "eindrischt" und sich freut, dass man nun entprechendes Material jetzt als Standard zur Verfügung hat. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass man nicht permanent auf die Populismus-Schiene der Politik aufspringt und das Ganze etwas neutraler betrachtet.
      Grüße, Manuel

      Habe ich ein "J" geschickt, weil Du mich so von der Seite anlaberst? ;)
    • dieses "militärisch" hört sich immer ein bisschen martialisch an,
      ich verstehe es jedoch nur als bloßen HInweis auf den Ursprung.


      Bei anderen Dingen die, zumindest zeitweise, im RD benutzt wurden
      macht sich auch niemand Gedanken über dessen Entwicklung,
      nur wenn man sagt dass es ursprünglich aus israelischen Kriegsgebieten kommt,
      wird die Sache irgendwie anrüchig.

      Dabei muss ich innerlich immer den Hut davor ziehen,
      wenn ich sehe, was die Jungs da entwickeln.

      Traurig nur, dass sie in einer Situationn stecken,
      in der sie sowas entwickeln MÜSSEN !



      Aber das ist ein anderes Thema.
      Auch wenn wir hier von Kriegszenarien noch weit entfernt sind,
      so schadet es doch nicht, in der rettungsdienstlichen Entwicklung einen Schritt vorraus zu sein.

      Wir wissen nicht was uns die Zukunft bringt,
      aber wollen wir dann, wie eigentlich immer, sagen,
      dass wir besser hätten vorbereitet sein sollen ?
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Schwarzenberger schrieb:

      Rescue-M schrieb:

      Je mehr man sich Kriegsbedingungen annähert, desto mehr braucht man auch "Kriegsmaterial"
      Damit machst Du es Dir schon etwas einfach und überziehst in meinen Augen absolut. Das hört sich glatt so an, als ob wir uns in Deutschland ständig in einer Konfliktsituation bzw. unter Bürgerkriegsbedingungen befinden.
      Nur, weil entsprechende Ausrüstungsgegenstände aus der Militärmedizin kommen, sind sie nicht ausschließlich nur bei entsprechenden Lagen nützlich. Terror- und Amoklagen gibt es nicht erst seit gestern auf der Welt.
      Stimmt, aber heute reagiert man (im RD) darauf. Und das nicht nur beim Material. Auch MANV-Übungen/Fortbildungen gab es schon immer, ebenso div. Konzepte dazu (Sichtung etc.), aber in letzter Zeit nimmt das doch ziemlich deutlich zu.

      Und das mit Recht, denn das BMI geht von rund 520 bekannten islamistischen "Gefährdern" aus, zudem gibt es eine unbekannt hohe Zahl von - eben unbekannten - Gefährdern/Terroristen, die sich in Deutschland oder in unseren Nachbarländern aufhalten.

      Und das sind in meinen Augen eben "Kriegsbedingungen", denen wir uns da nähern. 520 "Gefährder" sind ein ganzes Bataillon, das, wenn es koordiniert vorgehen könnte - eine entsprechende kriegerische Schlagkraft entwickeln kann.

      Dazu kommt eine leider auch schon einige Zeit zu beobachtende Roheit und Härte gegenüber Einsatzkräften von RD/FW und insbes. der Polizei. Bei Letzterem Personal ist da inzwischen durchaus mit Spreng- und Splitterverletzungen durch sog. "Polenböller" etc. zu rechnen (und diese dann zu versorgen!) Sowas sind dann keine "Demos" mehr, das ist schon eher Bürgerkrieg!
    • Rescue-M schrieb:

      Und das mit Recht, denn das BMI geht von rund 520 bekannten islamistischen "Gefährdern" aus, zudem gibt es eine unbekannt hohe Zahl von - eben unbekannten - Gefährdern/Terroristen, die sich in Deutschland oder in unseren Nachbarländern aufhalten.


      Und das mit Recht, denn das BMI geht von rund 520 bekannten islamistischen "Gefährdern" aus, zudem gibt es eine unbekannt hohe Zahl von - eben unbekannten - Gefährdern/Terroristen, die sich in Deutschland oder in unseren Nachbarländern aufhalten.
      Sicher gibt es Gefahren, aber so unterschiedlich bezeichnen es die Menschen. Ich sehe hier eher eine abstrakte Gefährdungslage, wie wir sie verstärkt eigentlich permanent seit 2001 im Lande haben.
      Grüße, Manuel

      Habe ich ein "J" geschickt, weil Du mich so von der Seite anlaberst? ;)
    • darum muss man sich ja nicht streiten.

      man kann es sehen wie man will - und jeder hat Recht:

      postiv: das Glas ist halb voll - oder negativ: das Glas ist halb leer

      aber wie wir es auch drehen:
      wir denken drüber nach und sind damit ein bisschen mehr vorbereitet als zuvor.

      Egal ob es medienwirksam inzensiert wird (REBEL-Set) oder nicht
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Rescue-M schrieb:

      Und das sind in meinen Augen eben "Kriegsbedingungen", denen wir uns da nähern. 520 "Gefährder" sind ein ganzes Bataillon, das, wenn es koordiniert vorgehen könnte - eine entsprechende kriegerische Schlagkraft entwickeln kann.
      Na ja, bleib ruhig auf dem Boden der Tatsachen, das hilf die Diskussion etwas entspannter anzugehen. Ich persönlich halte die 520 islamistischen Gefährder für weit aus weniger gefährlich als die ganzen linksextremistischen Berufs-Steinewerfer auf Demonstrationen. Die sind nämlich auch im Zweifel deutlich besser vernetzt als islamistischen "Gefährder", von denen ja auch eine recht große Anzahl permanent überwacht wird oder eh in einem Gefängnis auf ihren Prozess wartet.

      Schwarzenberger schrieb:

      Nur, weil entsprechende Ausrüstungsgegenstände aus der Militärmedizin kommen, sind sie nicht ausschließlich nur bei entsprechenden Lagen nützlich. Terror- und Amoklagen gibt es nicht erst seit gestern auf der Welt. Entsprechend hätte man solche Sets schon lange als Standard einführen können. Angefangen bei der Terrorlage '72, über das Oktoberfestattentat 1980, die Anschläge zu 9/11 oder die Amoklagen in Erfurt (2002) und Winnenden (2009).
      Eine sehr große Menge der heute im Rettungsdienst standardmäßig verwendeten Produkte wurden durch die verschiedenen militärischen Einheiten entwickelt und getestet. Das bedeutet für mich erst einmal nur, dass die ihre Praxistauglichkeit schon bewiesen haben. Bei denen reitet heute keiner mehr darauf herum, dass das mal eine militärische Ausstattung war. Warum wird das also hier gemacht? Nur weil das "Zeugs" noch neu und ungewohnt ist?

      Schwarzenberger schrieb:

      Übrigens; In Österreich trainiert man die Wundversorgung von Patienten in vielen Bereichen mit speziellen, realitätsnahen Dummies - ganz ohne "militärische Bedrohungslage".
      Warum sollte man auch keine speziellen Dummies zum üben einsetzen? Es gibt für jeden internistischen "Scheiß" mindestens einen hochtechnisierten Dummy, warum also nicht auch für chirurgische Notfälle? Gerade auch, weil man dann endlich auch mal sowas realitätsnah üben kann und nicht sich die "stark blutende Verletzung" vorstellen muss. Nur wenn man wirklich dreckig wird, weiß man auch auch was man achten muss ... und wenn die Teile dann öfters gekauft werden, dann werden sie vieleicht auch günstiger, so dass sie sich noch mehr verbreiten können.

      Schwarzenberger schrieb:

      Ich wünsche mir, dass man weniger auf Bayern "eindrischt" und sich freut, dass man nun entprechendes Material jetzt als Standard zur Verfügung hat. Darüber hinaus wünsche ich mir, dass man nicht permanent auf die Populismus-Schiene der Politik aufspringt und das Ganze etwas neutraler betrachtet.
      Das einzige was ich an dieser ganzen Sache kritisieren kann, ist der Hinweis auf die "militärische Ausstattung des Rettungsdienst", liest man dann nicht weiter könnte man auf die Idee kommen, dass man RTW jetzt mit G36 und Nebelwerfern ausstatten will ... ok, manchmal wäre auch das sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung. Die landesweite Ausstattung mit zusätzlichen Notfallkits finde ich eigentlich sehr gut, so kann man nämlich sicherstellen, dass bei einer entsprechenden Lage wirklich alle die gleiche Ausstattung haben und sich dann auch hoffentlich damit auskennen. OK, zusätzlich sollte auch das persönliche Verhalten trainiert werden, aber das kann man vermutlich nicht mehr von "oben" vorschreiben.
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      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
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    • Das einzige was ich an dieser ganzen Sache kritisieren kann, ist der Hinweis auf die "militärische Ausstattung des Rettungsdienst", liest man dann nicht weiter könnte man auf die Idee kommen, dass man RTW jetzt mit G36 und Nebelwerfern ausstatten will ... ok, manchmal wäre auch das sicherlich nicht die schlechteste Entscheidung.
      Tja, hm, .... Immerhin haben die Bayern-RTW im Pat.-Raum einen eigenen Schalter für die Zentralverriegelung, den ich inzwischen auch ganz gerne mal betätige. Steinwurfsichere Polycarbonatscheiben im Pat.Raum wären noch schön.....


      Die landesweite Ausstattung mit zusätzlichen Notfallkits finde ich eigentlich sehr gut, so kann man nämlich sicherstellen, dass bei einer entsprechenden Lage wirklich alle die gleiche Ausstattung haben

      Auf alle Fälle, ja. Während andere RD (ggf. mit Ausnahme von Stadtstaaten) sowas allenfalls begrenzt auf lokale HiOrG/FW oder kreisweit haben, hat´s Bayern eben nun landesweit einheitlich. Das macht ja auch Sinn, denn wie der Amoklauf in München zeigte, werden da sehr schnell auch Rettungsmittel auch aus anderen RD-Bereichen zusammengezogen und so kann man eben auch sicher sein, dass der RTW des Nachabar-RDB eben die gleiche Ausstattung bzgl. "REBEL-Fälle" hat. Da sistz in Regionen, wo jede Stadt oder Kreis jeweils ihren eigenen RD haben i.d.R. nicht der Fall.

      Was "militärische Medizin" betrifft, orientiert sich diese einerseits an den zivilen Standards, entwickelt andererseits aber auch eigene Vorgehensweisen und Produkte, die eben "im Gefechtsfeld" zwingend nötig sind. Für Letzteres steht auch viel Geld zur Verfügung, das der "normale RD" bzgl. Entwicklung und Ausstattung nie bekommen würde. Ich kann mich noch gut an meine Ausbildung erinnern, wo es bzgl. Thoraxverletzungen hies, man müsse eine offene Thoraxwunde eben intermittierend mit der Hand abdecken, damit Luft raus, aber nicht rein kommt. Heute pappt man da ein "militärisches" Chest-Seal mit Ventil drauf.....
    • Rescue-M schrieb:

      Ich kann mich noch gut an meine Ausbildung erinnern, wo es bzgl. Thoraxverletzungen hies, man müsse eine offene Thoraxwunde eben intermittierend mit der Hand abdecken, damit Luft raus, aber nicht rein kommt.
      das hab ich ja noch nie gehört ...

      entweder Folie drüber und drei Seiten abkleben oder beatmen :)
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Ich muss irgendwie ein wenig "schmunzeln", dass Bayern das aufgelistete Material jetzt fürspezielle Lagen einführt. Tourniquet, T-POD, IO-Bohrer und Samsplint sind bei uns "lose" auf dem RTW für das Alltagsgeschäft. Denn man muss nicht erst auf den großen Bumms warten, sowas kann immer wieder mal im alltag passieren, wo man das alles sehr gut gebrauchen kann.
      In meiner Ausbildung wurde schon zu den Drahtleiterschienen gesagt, dass es Kriegsmedizin ist, aber das ist einfach, effektiv und schnell.
      Und bei so manchem Unfall sieht es halt buchstäblich aus wie auf dem Schlachtfeld.
      Einen Großteil der oben aufgeführten Dinge verwenden wir regelmäßig bei Fensterstürzen oder auch bei Person unter Zug. Und ich finde nicht unbedingt, dass das jetzt "besondere Einsatzlagen" sind. Sicherlich nicht tagtäglich, aber halt oft genug, dass es (leider) nichts besonderes mehr ist.