Der Feuerwehrkran - noch eine zeitgemäße Vorhaltung?

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    • Der Feuerwehrkran - noch eine zeitgemäße Vorhaltung?

      Hallo miteinander,

      aktuell ist ja bekannt, dass die Berufsfeuerwehr Frankfurt am Main sich einen neuen Kranwagen anschaffen will.
      Die Berufsfeuerwehr Offenbach hingegen (also die BF in der Nachbarstadt) wird dies voraussichtlich nicht mehr tun, weil der FWK kaum noch dringlich zum Einsatz gerufen wird und quasi nur noch als Reserve zum FWK aus Frankfurt vorgehalten wird.
      Die Politik in diesem Bereich scheint von Ort zu Ort unterschiedlich zu sein... einge Feuerwehren halten ihre FWK weiter vor und schaffen auch Ersatz an, andere hingegen stampfen das System bei sich ein und verlassen sich dabei eher auf andere Feuerwehren, bzw. auf Privatanbieter.

      Wie seht Ihr das Ganze?
      Ist der Kranwagen heute noch zeitgemäß oder handelt es sich dabei um teure Prestigeobjekte stolzer Feuerwehren?

      Lasst die Diskussion beginnen... ;)
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • natürlich ein 'teures prestigeobjekt' - ist es denn nicht so dass prestigeobjekte immer teuer sein müssen, denn sonst hätte sie ja jeder ? ;)

      ich komme gebürtig aus einer stadt wo vor sehr sehr vielen (30) jahren der kranwagen nach auswertung der letzten einsatzjahre abgeschafft wurde.
      einerseits zu wenig tatsächliche primäreinsätze - andererseits die kran größe die man sich noch leisten hätte können, zu klein bzw. nicht mehr
      angemessen für die zu erwartenden einsatzmässig anzuhebenden lasten.

      zunächst wurde dann ein vertrag mit einem gewerblichen kranunternehmen für kurzfristige bereitstellungen von mobilteleskopkränen geschlossen,
      aber mir ist nicht bekannt, dass diese option dann einsatzmässig jemals gezogen worden wäre. ...

      seit vielen (20) jahren wohne ich jetzt in einer stadt wo auch feuerwehrkräne zum oben genannten prestige bzw. zum guten ton gehören, so dass
      regelmässig (rund alle 10 jahre) ein neues fahrzeug beschafft wird. derzeit ein (fwk) kw60 faun und ein (fwk) kw70 liebherr. meine beobachtung ist,
      wenn man solche fahrzeuge hat, schafft man sich auch die einsätze dafür - wenn es denn das einsatzaufkommen allgemein hergibt. zusätzliche
      einsatzoptionen als arbeitskorb, zum schwerlastpatiententransport und als löscharm bringen dann auch höhere einsatzzahlen. ... da wir in der region
      extrem viele unfälle mit schwerlastverkehr haben (vermutlich mehr als überall anders in deutschland), macht hier der feuerwehrkran der schon nach
      15 minuten vor ort sein kann und nicht erst von einem bergungs- oder kranunternehmen herangeführt werden muss (was kaum unter einer stunde geht)
      auch in der menschenrettung sinn. aber natürlich bedeutet dass auch nachbarschaftliche hilfe ausserhalb der eigenen kommunalen grenzen.

      letztendlich kann in sachen feuerwehrkran die rechnung 'wieviel menschen muss ich rettern oder sachwerte schützen damit sich das rentiert' genau so
      wenig aufmachen wie bei den anderen großgeräten bei der feuerwehr. wie sieht es aus mit großen teleskopmastbühnen, mit wasserfördersystemen, mit
      löschunterstützungsfahrzeugen, mit großtanklöschfahrzeugen ... alles geräte die tatsächlich gebraucht oft nur 1x im jahr oder weniger zum einsatz kommen.

      wenn man einen oder mehrere kräne hat kommen die auch öfter zum einsatz (und erledigen aus den einsätzen heraus ggf. auch wirtschaftliche (technische)
      hilfeleistungen, was ja eigentlich nicht sein soll. wenn man keine hat, wird man die meist nicht so oft vermissen (es sei denn man hat sehr sehr viel mit
      zusammengeschobenen lkw zu tun - was aber in großstädten seltener der fall sein würde. ggf. fallen mir noch gebäudeschäden und unfälle auf dem bau als
      dringende einsatzoptionen ein, aber dort ist auch oft die frage a) war der kran bestimmungsgemäß eingesetzt b) wäre andere hebetechnik sinnvoller gewesen.

      in bezug auf die verkehrsunfälle kann ich noch aus einer eigenen selbst durchgeführten studie, die sich auf die jahre 1990 - 1994 bezieht, zitieren. damals habe
      ich in einer statistischen stichprobe 311 verkehrsunfälle mit 389 eigeklemmten personen untersucht. die verfügbarkeit von feuerwehrkränen war damals auch
      schon = 2 (in einem teil des erhebungsgebietes) ... zur rettung/befreiiung der 389 personen wurde ein feuerwehrkran insgesamt 9x tatsächlich eingesetzt (das
      ganze bei 7 unfällen). zusätzlich kamen feuerwehrkräne bei zwei weiteren unfällen lediglich zur fahrzeugbergung zum einsatz. bei zwei weiteren unfällen kam
      darüber hinaus ein gewerblicher kran eines bergungsunternehmens zur befreiung von personen (ob rettung oder bergung kann ich nicht mehr sagen) zum
      einsatz. ... natürlich hat sich das unfallaufkommen in bezug auf schwerverkehr in der region im vergleich zu damals verzehntfacht. dennoch können die
      zahlen einen anhalt geben.

      große feuerwehrkräne machen natürlich (abgesehen vom prestige) spass beim anschaun aber auch viel arbeit in der ausbildung und viel aufwand in unterhalt
      und betrieb. ich denke sinnvollerweise muss man heute als hilfeleistungsunternehmen schon in die 60t-klasse vorpreschen, wenn man an der einsatzstelle
      tatsächlich was 'bewegen' will. nicht das oft 60t zu bewegen wären (unsere kräne sind auch gar nicht in dieser gewichtsklasse eingeschert), aber man benötig
      meistens die ausladung wenn man tatsächlich mit einem mobilkran an einer einsatzstelle wirken will.

      soweit was mir zu dem thema einfällt
      gruß börne
    • Ich sehe das Thema gespalten. Es kommt halt immer darauf an, ob eine Vorhaltung weiter Sinn macht und wie weit die Anfahrten kommunaler Unternehmen sind.

      Gibt es beispielsweise - wie in BaWü bei einigen Feuerwehren - eine Kooperation mit einem Privatunternehmen, welches vertraglich zugesichert hat, einen Kran in der Zeit X zur Verfügung stellen zu können, braucht es keine Vorhaltung auf BOS-Ebene.

      Ist aber der Bedarf durch eine hohe Einsatzzahl (beispielsweise viele Lkw-Unfälle in einem Gebiet, in dem dadurch Hauptverkehrsstrecken lange blockiert sind) und dem Fehlen eines in annehmbarer Zeit verfügbaren Unternehmens gerechtfertigt, sollte eine Vorhaltung erfolgen.

      Nicht abzustreiten ist auch die Tatsache, dass Feuerwehrleute meist mit einer Einsatzsituation routinierter und damit ruhiger umgehen als "Zivilisten", die zwar unter schwierigen Bedingungen, aber dennoch auf Kran-tauglichem Terrain arbeiten. Ein Einsatz unter schwierigen Bedingungen wird bei der FW/dem THW regelmäßig beübt.

      Auch kann eine Großstadt durchaus eine Kran-Vorhaltung rechtfertigen (Zug-, Tram-, Busunfälle - ich erinnere hier nur an die entgleiste Trambahn, die in München im letzten Jahr in einem Geschäftshaus landete.)
      Grüße, Manuel

      Habe ich ein "J" geschickt, weil Du mich so von der Seite anlaberst? ;)
    • Zum Thema Kran in Ludwigshafen wurde ja vor ein paar Jahren der RW-Kran genau aus diesem Grund beschafft es geht nicht mehr ohne Kran in gewissen Lagen zwar ist man in der glücklichen Lage einen vernünftigen THW-Kran zu haben welcher mit einem Feuerwehrkran FwK 40 mithalten kann allerdings eben ehrenamtlich auf THW-Seite also mehr ein Arbeits- denn Rettungsgerät und für gewisse schnelle Lagen ist es eine Sinnvolle Alternative anstatt den FwK der benachbarten Berufsfeuerwehr aus Mannheim holen zu lassen zumal in Ludwigshafen bis vor ein paar Jahren alle 4 WLF noch einen Kran hatten - heute hat nur einer einen.

      Heutzutage ist ja ein FwK kein reiner Kranwagen mehr, Löschmonitor an der Kranspitze (5.000l/min bei den mir bekannten in Ulm/Mannheim) Arbeitskorb (tlw. 500 kg Traglast) für Einsätze der Höhenrettung oder bei schwergewichtigen Personen. Alles im allem ein sehr Sinnvolles Fahrzeug es muss sich aber auch einfach überörtlich Lohnen in BaWü gilt der Landesweite Planungswert ein FwK pro Regierungsbezirk. Die neusten Fahrzeuge stehen in Reutlingen (2015) und Freiburg (2013) Ulm (2006) Mannheim (2002) Karlsruhe (FwK 45 - 2002) Flughafen Stuttgart (FwK 25 - 1999 / 2007) Stuttgart (FwK 40 1991 / 1992) Pforzheim (1991) Heilbronn(1986)
      Wobei hier muss man auch sagen das der Großteil einfach kleinere Fahrzeuge auf 2 oder 3 Achs-Basis ersetzt hat. Bei welchen wo zum Baujahr noch eine Größe steht handelt es sich um 3-Achs-Fahrzeuge der Rest sind alles 4-Achser.

      Ich denke gerade wenn man einen FwK beschafft sollte das Einsatzgebiet überörtlich sein und es sich lohnen und das Fahrzeug sollte dementsprechend auch ausgestattet sein. Mit dem Löschmonitor z.B. spare ich mir eine DLK an der Einsatzstelle ein und kann auch aus größeren Höhen lösche als dies mit einer DLK möglich ist, und mit deutlich mehr Wasser. In Stuttgart wird die Kombination von 2 kleinen Fahrzeugen gefahren so ist einer immer Verfügbar und bei größeren Einsätzen werden beide Gemeinsam eingesetzt was auch schon mal geschah (12. Juli 2007 - hier zu gibt es einen Bericht im Feuerwehrmagazin mit entsprechendem Bild von beiden FwK).

      Es gibt durchaus Einsätze wo ein FwK dringend gebraucht wird, ein Bergungsunternehmen oder ein allg. Kranunternehmer muss erstmal ein Fahrzeug mit Fachkraft stellen und das ganze dann zur Einsatzstelle das dauert natürlich. Gutes Beispiel ist der Busunfall in Mainz dort wurde der Bus mittels WLF gesichert bis ein Kran verfügbar war bzw. vorhanden ist. Zeitkritische Situation und müssen es immer Neufahrzeuge sein? Die Kasseler-Lösung finde ich auch sehr Interessant einen guten gebrauchten zu Kaufen. Alternative Varianten sind natürlich RW-Kran oder ein WLF 32-Kran wo man im Prinzip von Gewicht und Länge einfach ein WLF26/6900 hat und die zusätzlichen Gewichtsreserven nenne ich sie mal für einen großen Kran benutz (wie z.B. in Kiel), wäre auch eine gute Alternative.
      Frohe Ostern
    • Die Berufsfeuerwehr Bern hat sich bei ihrem aktuellen Kranwagen beispielsweise gegen einen teuren und komplexen Mobilkran entschieden und stattdessen ein schweres Standard-LKW-Chassis mit einem leistungsstarken Ladekran beschafft:

      bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/128470/B

      Der Kranwagen ist in seiner Leistungsfähigkeit auf die Bedürfnisse in und um Bern herum abgestimmt. Er war zudem günstiger in der Anschaffung und ist günstiger im Unterhalt wie ein Mobilkran. Auch Wartung und Ausbildung fallen einfacher aus wie bei einem komplexen Mobilkran.
    • Ich denke, ein Feuerwehrkran macht schon Sinn.

      Natürlich nicht mehr wie früher, wo "nur Heben" angesagt war, sondern - wie Beispiele zeigen - auch mit Arbeits-/Rettungskorb, Monitor usw. Sinnvoll ist auch eine Zusammenarbeit/"Car-Sharing" mit dem THW.

      Sich auf private Kranfirmen zu verlassen ist nicht so prickelnd. Privatunternehmen müssen ihre Arbeitsmittel so gut wie möglich auslasten, die Vorhaltung von stets einem Kran für die Feuerwehr ist teuer, denn ein Kranunternehmen hat am Liebsten alle Fahrzeuge ständig irgendwo im Einsatz. Dazu kommt, dass eine (Berufs-)Feuerwehr ihren Kran genau kennt, alle Wege und Plätze erfasst hat, die genau dieses Fahrzeug befahren kann. Beim Privatunternehmer weis man nie, welchen Kran er schicken kann - 30t, 40t, 60t? FwK haben zudem - anders als bei kommerziellen Kränen - oft die Möglichkeit, mit Last auch zu verfahren und sind für den Einsatz auch üblicherweise schon in der Halle mit Gegengewichten etc. aufgerüstet.
    • In Berlin sind 24/7 zwei FWK 30 im Dienst und auf 2 Standorte verteilt. Der eine ist fest besetzt, der andere wird im Springerbetrieb mit dem Teleskopmast 50 besetzt. Weitehrin existiert ein drittes Fahrzeug als technische Reserve.
      Die Alarmschwelle ist inzwischen relativ gering, da die zwei Mann Besatzung die verköpfige Besatzung der beiden RW 3 zur Staffel komplettieren. Beide Kranstandorte haben im Jahr dreistellige Alarmzahlen. Wirklich zeitkritische Einsätze sind selten, vorallem nach Verkehrsunfallszenarien - da kamen die FWK in den letzten Jahren aber auch vereinzelt überörtlich im Bundesland Brandenburg zum Einsatz. Was in den letzten Jahren spürbar mehr wird sind die Kraneinsätze bei Rettungsdiensteinsätzen. Oft liegt dies an überschweren Patienten, vereinzelt aber eröffnen sich bei bestimmten Krankheitsbilden mit dem FWK auch schonendere Rettungsmöglichkeiten als der Transport über die DLK oder das Treppenhaus.

      Über die Sinnhaftigkeit der Krangröße (bis hin zum FWK 70) existiert bereits an anderer Stelle im Forum ein Thread.

      Bei der garantierten Vorhaltung bzw. Bereitstellung von Privatunternehmen ist davon auszugehen, dass diese sich das fürstlich entlohnen lassen. Dass das letztendlich teurer ist als ein eigener Kran glaube ich nicht - aber der eigene entspricht auch den eigenen Bedürfnissen (ggf. mit Steigleitung, Monitor, Berge-/Abschleppeinrichtung etc.). Wenn also mit Privatunternehmen Verträge geschlossen werden, dass z. B. ein Kran innerhalb von 60 Minuten an der Einsatzstelle bereit steht, ist ein scharfer Blick auf die Vor- und Nachteile notwendig - das kann örtlich auch variieren.
    • Christopher Benkert schrieb:

      Die Berufsfeuerwehr Bern hat sich bei ihrem aktuellen Kranwagen beispielsweise gegen einen teuren und komplexen Mobilkran entschieden und stattdessen ein schweres Standard-LKW-Chassis mit einem leistungsstarken Ladekran beschafft:

      bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/128470/B

      Der Kranwagen ist in seiner Leistungsfähigkeit auf die Bedürfnisse in und um Bern herum abgestimmt. Er war zudem günstiger in der Anschaffung und ist günstiger im Unterhalt wie ein Mobilkran. Auch Wartung und Ausbildung fallen einfacher aus wie bei einem komplexen Mobilkran.
      Diesen Weg ist die BF Basel ebenfalls gegangen, nur dort in Kombination mit einem WLF: rettung.bs.ch/feuerwehr/ausrue…e/pionierfahrzeug-42.html
      Siehe auch den Vorgänger: flickr.com/photos/bruno_hotz/9683477371
    • Die BF Augsburg ging ja bei der Ersatzbeschaffung vom Kran den gleichen Weg. bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/47781

      Und ich persönlich finde es gar nicht so dumm, einen Kran durch ein WLF-K zu ersetzen.
      auf einem vierachsigen WLF bekommt man einen relativ großen Kran verbaut. In Augsburg zum Beispiel den Palfinger PK60002 G. Dieser hat eine maximale Hubkraft von 21.500 kg, wenn man den kürzesten Arm nimmt. Dann hat er bei maximal 7,4 m Ausladung noch eine Hubkraft von 7.740 kg. Nimmt man den Kran mit einer maximalen Ausladung von 20,3 m, hebt er dort immer noch 1.950 kg, eingefahren aber nur maximal 17.500 kg.

      Mit etwas gesundem Menschenverstand bin ich der Meinung, das man selbst bei einem 40 Tonner kaum mehr Hubkraft bei der Feuerwehr brauchen wird.
      Ober hebt so ein Kran alleine einen vollbeladenen Glieder-/Sattelzug vollständig aus den Federn?

      Meiner Meinung nach, muss ein Feuerwehrkran eine Zugmaschine oder einen Auflieger sichern können, dafür sollten in aller Regel 20 Tonnen Hubkraft völlig ausreichen.

      Und auch wenn ich das WLF-Kran toll finde, beim RW-Kran bin ich schon wieder anderer Meinung!

      Die RW-K haben zu 99% den Kran am Heck, das ganze Gewicht ruht also hinter der Hinterachse. Entsprechend kann ich da keinen so leistungstarken, weil schweren Kran verbauen. Als Hausnummer wiegt zum Beispiel der Augsburger Kran zirka 5 Tonnen.
      Und in Waldaschaff hängen gut 3,5 Tonnen hinten dran. bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/99720
    • Kraneinrichtungen an anderen Fahrzeugen außerhalb der FWK müssen konzeptionell schon durchdacht sein um Sinn zu machen. Wenig Sinn ergeben Kraneinrichtungen zwsichen Fahrerhaus/Aufbau oder am Heck eines Gerätekoffers. Der Arbeitsradius wird sehr arg eingeschränkt, sodass ich ich bei suoptimaler Positierung (was an Einsatzstellen halt passiert oder sogar nicht anders möglich ist) schnell zur Kastration des Krans führen kann. Hinzu kommt die mitunter ungünstige Gewichtsverteilung. Mit das jüngste Beispiel vom Einsatz eines WLF-Kran als Kranersatz dürfte Potsdam sein: bos-fahrzeuge.info/einsatzfahr…7/Florian_Potsdam_0165-04 In Potsdam wurde allerdings auch "nur" ein Korkenzieher ersetzt.

      Mir persönlich gefällt die Idee der "Ladekräne", ohne die oben genannten Nachteile: bos-fahrzeuge.info/einsatzfahr…2070/Heros_Hamburg_025345
    • Timbo schrieb:

      Wenig Sinn ergeben Kraneinrichtungen zwsichen Fahrerhaus/Aufbau oder am Heck eines Gerätekoffers.
      Wenn nicht vorne und nicht hinten, wo denn dann? ?(
      Dann bleibt ja nur noch die Variante, wie sie auch das von dir verlinkte THW-Fahrzeug hat und dann kann ich auch fast schon wieder einen normalen Kran kaufen.
    • Steffen Kauschke schrieb:

      Wenn nicht vorne und nicht hinten, wo denn dann? ?( Dann bleibt ja nur noch die Variante, wie sie auch das von dir verlinkte THW-Fahrzeug hat und dann kann ich auch fast schon wieder einen normalen Kran kaufen.
      Die Zwecke und die Leistungen unterscheiden sich, da muss der Bedarf analysiert werden. Kombinationsfahrzeug (LKW mit Kran oder WLF mit Kran) bedeutet wie anderswo immer Kompromisse. Wenn mir das ausreicht, ist das so.
      Sinnvolle Kompromisse können sein:
      • WLF-Kran (den AB werde ich schnell los)
      • LKW mit Heckkran (Ladefläche ohne Plane) über der HA


      Was ich meine, was in meinen Augen wenig Sinn macht, ist der von dir angesprochene RW in Waldaschaff oder sowas. Bei letzterem hab ich selbst den Zweck des Ladekrans mitunter arg eingegrenzt.
    • xaviberlin schrieb:

      Sobald du nach AGBF-/DFV-Pflichtenheft ausschreibst, reden wir hier von (teilweise mehrfach) sechsstelligen Zusatzkosten zum "Normalprodukt".
      Was unterscheidet aus der Farbe der Pötte auf dem Dach einen Kran der Feuerwehr von einem "baugleichen" Kran einer Baufirma?
      Außer der kurzen Gittermastspitze zum Feuer löschen.
    • Steffen Kauschke schrieb:

      Die BF Augsburg ging ja bei der Ersatzbeschaffung vom Kran den gleichen Weg. bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeuge/47781

      Und ich persönlich finde es gar nicht so dumm, einen Kran durch ein WLF-K zu ersetzen.
      auf einem vierachsigen WLF bekommt man einen relativ großen Kran verbaut. In Augsburg zum Beispiel den Palfinger PK60002 G. Dieser hat eine maximale Hubkraft von 21.500 kg, wenn man den kürzesten Arm nimmt. Dann hat er bei maximal 7,4 m Ausladung noch eine Hubkraft von 7.740 kg. Nimmt man den Kran mit einer maximalen Ausladung von 20,3 m, hebt er dort immer noch 1.950 kg, eingefahren aber nur maximal 17.500 kg.


      Ein Kran ist ja mehr als nur "heben". Die immer mehr verbreiteten "Ladekräne" haben ihren Sinn, ja. Aber ein "echter" Kran kann auch noch "hoch" und schwer! Wenn ich einen PKW aus dem Graben heben muss - o.k., "Ladekran" ausreichend. Hier in München hatten wir vor ein paar Jahren einen Fall, wo ein Kamin nach Sturm abzustürzen drohte. FWK kommt und Alles ist gut, denn der kam locker auf das Hausdach und hatte dann noch genug Leistung, um diesen Kamin/Lüftungsturm zu sichern bzw. abzuheben.

      Und wenn ein 40t-Tank-LKW (inkl. Fahrer) blöd im Graben liegt, reicht ein "Ladekran" auch nicht mehr und da kann man auch nicht 1-2 Stunden auf einen gewerblichen Unternehmer warten.
    • Zum Thema Feuerwehrkran und 40-Tonner fällt mir dieser Unfall in Brandenburg (Sattelauflieger mit See-Kühlcontainer auf BMW mit fünf Insassen) ein.
      Dort war einer der Berliner FWK im Einsatz, konnte aber den auf der Seite liegenden Auflieger mit Container von der Straße aus nicht anheben. Es wurde dann zusätzlich noch ein privater Kran alarmiert und der einzige überlebende Autoinsasse konnte erst nach Stunden befreit werden.
    • kellern schrieb:

      es wird immer Szenarien geben bei denen das Material nicht ausreicht.

      Shit happens.
      Man kann nicht auf alles ausgerichtet sein.
      Nicht Alles, aber möglichst viel sollten die BOS selbst bewältigen können.

      Bzgl. "Kran" haben andere Länder (z.B. Österreich) ja schon lange die SRF, die mit ihrem "Ladekran" schon viel mehr Alltagsgeschäft "erschlagen" können, als FF und BF bei uns.

      Ein Mobilkran mit 30t und mehr kann dadurch aber nicht vollständig ersetzt werden.

      In München ist die "Hauptaufgabe" der beiden(!) KW50 das Anheben und wieder Eingleisen von Strassenbahnen, 1x/Jahr kümmert sich der Kran um den Christbaum auf dem Marienplatz.

      Sowas hier abendzeitung-muenchen.de/inhal…13-ad45-c3b9ec47e11f.html würe - beim 1.OG auch mit einem Ladekran oder ggf. DL/GM gehen, im 3.OG oder höher wird es dann eher schwierig bis nicht mehr möglich. Es gab auch schon mal einen Einsatz, bei dem mittels FWK der Absetzcontainer des damaligen "Schwerlast-RTW" auf ein Flachdach gehoben wurde, um einen übergewichtigen Patienten abzutransportieren. Für den KW50 kein Problem....

      Sicher, die "geht nicht anders"-Einsatzzahlen eines FWK sind sehr gering, die Anschaffungs- und Unterhaltskosten sehr hoch.

      Die Kosten treten aber auch bei vertraglich gebundenen Privatunternehmen auf. Eine 24/7-Vorhaltung (inkl. festgelegter Ausrückzeit) eines privaten Krans wird sich auch ein Privatunternehmen gut bezahlen lassen, denn das Unternehmen muss ja dann immer einen seiner Kräne "unter Dampf" und am Standort haben (inkl. Personal in Bereitschaft). Dazu kommt, dass ein Privatunternehmen zwar vertraglich einen Kran mit einer Mindestanforderung (z.B. KW40) vorhalten wird, aber der KW40 kann auch mal ein KW60 sein (oder mehr), wenn eben dieser gerade auf dem Hof herumsteht. Da kann es bei Anfahrts-/Zufahrtswegen schon mal knapp werden, wenn heute der KW40 kommt und morgen aber ein KW70. Bei FW/THW kann man - auf Grund der "statischen" Fahrzeugbeschaffenheit (z.B. München 2x KW50) entspr. Anfahrt/Aufstellung der bekannten Kräne fix festlegen.

      Was möglicherweise hilft, ist eine Art "Kran-Netzwerk", an dem Privatunternehmen, FF/BF und THW beteiligt sind und so flächendeckend Ressourcen vorhalten.