Digitalfunk und die Problematik der Funkrufnamen

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    • Digitalfunk und die Problematik der Funkrufnamen

      Hallo zusammen!



      Bei uns (DRK in NRW) läuft mal wieder die Gerüchteküche auf Hochtouren. Nachdem offizielle Dokumente seit langem ausbleiben, wird nun hinter der Hand behauptet, dass im "demnächst" einzuführenden Digitalfunk jetzt doch wieder Klartext gesprochen werden soll. Also statt (willkürliches Beispiel) Rotkreuz Ennepe 4/83/3 dann demnächst "Rotkreuz Schwelm RTW 3". noch skurriler z.B. beim Rotkreuz Bonn 16/89/2, der dann den "wohlklingenden" Namen Rotkreuz Bonn-Endenich GW-San 2 tragen müsste. Dass das nicht grade zu mehr Informativität bei den Rufnamen führen wird, dürfte doch klar sein. Die Frage ist aber, ob dies wirklich so vorgesehen ist? Wer hat mehr Informationen? Offiziell bzw. über Google ist nichts zu erfahren, die Internetseite des Institutes der Feuerwehr zu dem Thema ist mit Stand 03.05.2011 auch nicht mehr grade aktuell.

      Dass die Helfer hier so im Dunkeln gelassen werden, ist nun wirklich nicht mehr nett. Deswegen wäre ich dankbar, wenn jemand neue Informationen hätte!



      Danke im Voraus!
    • ich habe keine Informationen,

      nur einen Rat:

      selbst wenn es keinen FuRn in der heute bekannten Zahlenform (FMS) geben sollte,

      muss man noch lange nicht zu solchen 30ziffrigen Zungenbrechern greifen.

      Man könnte es auch einfach so machen, wie vor der Einführung des FMS (oder noch heute im 2m-Funk):

      HiOrgs bekommen einen Namen (Rot-Kreuz, Johannes, Akkon, Florian, usw)

      und es werden Zahlenberiche festgelegt (RTW = 20-29, KTW 50-59, BTW 60-69, NEF 30-39, TLF 10-19, LF 20-29 usw)

      und dann ergibt sich:

      Rot-Kreuz 30 (NEF)

      Johannes 20 (RTW)

      Akkon 22 (RTW)

      Rettung 51 (KTW)

      Florian 12 (TLF)

      usw.

      ist meiner Meinung nach nicht weniger Praktikabel als "30-30" oder "10-12" auszusprechen.



      Von der technischen Seite betrachtet muss es allerdings Zuordnungen (Kennungen) geben, damit das System auch weiß, welches Endgerät welche Funktion abbildet, denn:

      Im TETRA-Netz sollen Gruppen zusammengeschaltet werden können bzw. ein oder mehrere Teilnehmer können sich gegenseitig "anrufen" und untereinander sprechen ohne das andere mithören.

      Und sowas setzt nunmal eindeutige Adressen vorraus.

      Welches Format diese Adressen haben werden (ob so wie heute im FMS) oder sowas wie ³98&§$"/)=(/(/%&*'*Ü weiß ich auch nicht
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Hi,

      Rev Bem schrieb:


      Bei uns (DRK in NRW) läuft mal wieder die Gerüchteküche auf Hochtouren. Nachdem offizielle Dokumente seit langem ausbleiben, wird nun hinter der Hand behauptet, dass im "demnächst" einzuführenden Digitalfunk jetzt doch wieder Klartext gesprochen werden soll. Also statt (willkürliches Beispiel) Rotkreuz Ennepe 4/83/3 dann demnächst "Rotkreuz Schwelm RTW 3". noch skurriler z.B. beim Rotkreuz Bonn 16/89/2, der dann den "wohlklingenden" Namen Rotkreuz Bonn-Endenich GW-San 2 tragen müsste. Dass das nicht grade zu mehr Informativität bei den Rufnamen führen wird, dürfte doch klar sein. Die Frage ist aber, ob dies wirklich so vorgesehen ist?


      Ja, leide rist das so vorgesehen. In München hatten wir einen Probebetrieb der neuen Rufnamen für die RD-Fahrzeuge, die auf dem Münchner Oktoberfest eingesetzt waren. Doret wurde dann auch ein "Fl. 2/76/2" zum "NEF 1" oder ein Rettung München 42/71/8" zum "Rettung RTW 1". Und es gab eine ganze Menge Verständigungsprobleme! Alle (bis auf die BF) hatten einen "RTW 1" nur das "Sama", "Rettung" oder "Johannes" etc. davor machte den Unterschied.

      Für München existiert(e) eine Liste, die noch weiter ging und zwischen Sprechfunk innerhalb des RD-Bereichs und Sprechfunk ausserhalb des RD-Bereichs München unterschieden hat. Für München sollte das Wort "München" nicht mitgesprochen werden, in fremden RD-Bereichen jedoch schon. Angedacht war/ist auch, z.B. das Kinder-NEF als "KND" und den Neugeborenen-NAW als "NND" zu bezeichnen.

      Es ist bei Einführung von Tetra davon auszugehen, dass es genug technische Probleme geben wird, mit neuen Funkrufnamen kommen dann aber sicher weitere Probleme dazu.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • naja,

      ob man heute nun drei-und-[kratzverstehichnicht]-ein-und-vierzig sagt

      ("was hat der gesagt ? 33-41 ? 23-41 ? 53-41 ?)

      oder [kratzverstehichnicht]-20 (was hat der gesagt ? Akkon 20 ? Johannes 20 ?)

      oder [kratzverstehichnicht]-RTW 1 (was hat der gesagt ? Sama RTW 1 ? Akkon RTW 1 ?)

      macht doch gar keinen Unterschied.

      Verständigungsprobleme gab es früher, die gibt es heute und die wird es in Zukunft geben.

      Dem geht man nur aus dem Weg wenn man die Fahrzeuge direkt technisch "anfunkt", also so wie früher per 5-ton alarmiert oder heute per DME.

      Auch das FMS wird ja nicht konsequent ausgereizt - statt die Fahrzeuge wörtlich anzusprechen könnte man denen auch einen Buchstaben schicken und sie somit nur das gewünschte Fahrzeug unmissverständlich zur Kommunikation auffordern, stattdessen wird was in den Äther geblubbert und mehrere fühlen sich angesprochen.

      solange aber irgendwas gesprochen wird, gibt es immer wieder Fehlerquellen, und da isses auch egal ob der Rufname kurz oder lang ist.
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • kellern schrieb:

      Dem geht man nur aus dem Weg wenn man die Fahrzeuge direkt technisch "anfunkt", also so wie früher per 5-ton alarmiert oder heute per DME.
      Das hatte früher im Betriebsfunk übrigens wunderbar und mit einer deutlich höheren Reichweite
      als im BOS-4m-Netz funktioniert. Dazu kam noch, dass das direkte Ansprechen nur vom ange-
      sprochenen Fahrzeug zu hören war.

      Ansonsten, das was für München gilt (oder galt) muss noch lange nicht in NRW gelten. Ich würde
      daher vorschlagen, dass sich die aktiven aus den HiOrgs sich einfach mal an ihre Führungskräfte
      wenden und denen auf die Füße treten. Nur so kann es funktionieren ...
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      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
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    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Ansonsten, das was für München gilt (oder galt) muss noch lange nicht in NRW gelten.


      Sagen wir es mal so - bei einem neuen, bundeseinheitlichem Funksystem würde es wenig Sinn machen, wieder auf die vielen unterschiedlichen, landesbezogenen Funkkennungen zurückzugreifen. Damit wäre dann auch ein-für-allemal klar, dass ein x/82/y ein RTW und eben kein (aus bay. Sicht) Kipper ist, wenn er über die Landesgrenze nach Bayern rollt.

      Bin aber mal gespannt, was sich die Tetra-Jungs und Behörden für die Feuerwehren ausgedacht haben. Die haben ja weit mehr Fahrzeugtypen....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hi,

      kellern schrieb:

      naja,
      ob man heute nun drei-und-[kratzverstehichnicht]-ein-und-vierzig sagt
      ("was hat der gesagt ? 33-41 ? 23-41 ? 53-41 ?)
      oder [kratzverstehichnicht]-20 (was hat der gesagt ? Akkon 20 ? Johannes 20 ?)
      oder [kratzverstehichnicht]-RTW 1 (was hat der gesagt ? Sama RTW 1 ? Akkon RTW 1 ?)
      macht doch gar keinen Unterschied.


      Nun, für uns in Bayern ist das im RD eh alles noch recht neu und neu daher auch die Probleme bei der Verständigung.

      Früher "RK Bayern 14/01" - im ganzen RD-Bereich der Lst. München gab es keinen zweiten "Null-Eins", so dass sehr oft sowohl "RotKreuz" (das "Bayern" sowieso immer) als auch "14" einfach weggelassen wurde. Ein "Null-Eins, Standort?" war also klar und unmissverständlich und für Sprechfunk besser geeignet, als endlose Org- und Ortsnamen vor einem 71/1.... Nach der aktuellen FRN-Regelung (die München aber bis heute nicht umgesetzt hat) müsste der RTW wohl "RK München-Mitte 71/1" heissen - zusammen mit rund 10 weiteren "RK [kratzrausch] 71/1 und vielen anderen 71/1er der anderen Organisationen.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Statt München-Mitte und so, könnte man auch einfach sagen Rotkreuz München 1/71/1 für die nächste Rotkreuzwache 2/71/1 usw.

      Mir persönlich gefällt das System was in Nürnberg gefahren wird aber da auch deutlich besser, es gibt nunmal im ganzen Leitstellenbereich nur einen 71/56. Gut es gibt nen 72/56, also minimalst mitdenken und zuhören muss man trotzdem noch, aber trotzdem funktioniert das eigentlich sehr gut. Das Rotkreuz Erlangen brauch ich davor eigentlich nicht sagen und der Disponent weiss trotzdem was fürn Auto gerade spricht.
    • fetty schrieb:

      Statt München-Mitte und so, könnte man auch einfach sagen Rotkreuz München 1/71/1 für die nächste Rotkreuzwache 2/71/1 usw.


      Was auch nicht wirklich viel Verbesserung bringen würde....
      "Wir Privaten" in München sind auch durchnummerirert Rettung 41/71/x MKT, 42/71/x Aicher, 43/71/x H&P, 44/71/x City. Zumindest bei den "Einsern" gibt es da (obwohl seit 1998 so in Betrieb) bis heute noch Verständiggungsprobleme/Missverständnisse und die Nachfrage "wurde 42/71/1 gerufen?" hört man häufig....

      Alles, was auf Sprechfunk ähnlich klingt, sollte man ansich vermeiden, denn egal welche Technik man beim Sprechfunk einsetzt, "Aussetzer" werden immer vorkommen. Und von einer effektiven GPS-Ortung und GPS-gestützter Dispo (und damit rein textbasierter EInsatzvergabe ins Fahrzeug) sind wir auch mit Tetra noch weit entfernt, vorallem wenn man das machen will, was "alte Hasen" kennen und schätzen (z.B. RTW auf "3" umdisponieren, weil ein anderer Notfall plözlich näher dringender ist usw.) Bring das mal einem Computer bei.....
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    • Hi,

      hamstermann schrieb:

      Bei uns gibt es selten Verwechslungen. Du bekommst ja eh im Regelfall einen Status auf das Funkgerät geschickt und weißt, dass Du angesprochen wirst...


      Das geht, wenn ein Fahrzeug direkt einen Einsatz bzw. Alarm bekommt. Sowas ist auch nicht weiter schwierig, wenn man nur wenige "freie" RTW hat, die RTW sich grundsätzlich innerhalb des Wachgebietes bewegen oder alle Fahrzeuge via GPS geortet werden..

      Wenn man aber - so wie hier - schon mal 3-4 "passende" RTW vermutet und den genauen (und nächsten) Standort erfahren will, dann wird gesprochen ("81 Standort genau?") Mit 3-4x "C" schicken würde das Prozedere länger dauern....
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    • Um auf die Eingangsfrage einzugehen... Ja, es gibt einen aktuellen Erlass des IM NRW, der im Grunde aussagt, was Du geschrieben hast.
      Jedoch wird es bei den GW SAN etwas anders sein, da sie den Einsatzeinheiten zugeschlagen sind und diese benannt werden, oder so ähnlich. Den Inhalt des Rundschreibens habe ich nicht im Detail im Kopf.
      Für NRW ist die Umstellung auf die Funkrufnamensystematik für das nächste Jahr anvisiert. Auch noch im analogen Funknetz.
    • Ich habe jetzt weitere Infos ermitteln können, danach ist der generelle Aufbau wohl folgender:

      [Org] [Gemeinde/Stadt] [Standortnummer] [Typ] [Zähler]

      damit also z.B. (fiktive Fahrzeuge)

      Florian Nachrodt-Wiblingwerde 2 HLF 20 2
      oder
      Rotkreuz Übach-Palenberg 1 ELW 1 1

      Fahrzeuge der Einsatzeinheiten werden nach Einsatzname bezeichnet, Aufbau ist dieser:

      Einsatzeinheit [Kreis/kreisfreie Stadt] [Nummer der EE] [Typ] [Zähler]

      damit also z.B. (fiktive Fahrzeuge)

      Einsatzeinheit Kreis Coesfeld 2 GW-San 1
      oder
      Einsatzeinheit Kreis Recklinghausen 3 LKW Betreuung 1
      oder
      Einsatzeinheit Kreis Mettmann 1 KTW 2 2

      Super, wird ja echt immer besser. Das Chaos am Funk kann ich mir schon bildlich vorstellen.

      Einführung soll (zumindest in NRW) zum 1.10.2012 erfolgen.

      Die Benennung nach Gemeinde- statt Kreisnamen ist doch eigentlich ein Rückschritt. Den Scheiß gab es doch schon mal, in Hessen ist er dieses Jahr erst abgeschafft worden!
    • Also ich sehe zumindest in Niedersachsen gar kein Problem.
      Laut des vor kurzem veröffentlichten Erlasses des zuständigen Minesteriums wird ganz klar zwischen der OPTA und dem tatsächlich auszusprechenden FRN unterschieden.
      Es ändert sich im Prinzip nur die FRN-Systematik.

      Angabegemäß wird dann aus dem Sama Haland 62-41 (RTW Pattensen) der Sama Hannover-Land 66-83-1 (vermutlich wird dann umgangssprachlich sowieso wieder "Haland" draus).

      Also außer ein paar neuen Zahlen ist da kein Klartext zu sprechen.

      Es wird mal wieder alles nicht so heiß gegessen... ich leg mich wieder hin.
    • Hi,

      Kreuzritter schrieb:

      Also ich sehe zumindest in Niedersachsen gar kein Problem.
      Angabegemäß wird dann aus dem Sama Haland 62-41 (RTW Pattensen) der Sama Hannover-Land 66-83-1 (vermutlich wird dann umgangssprachlich sowieso wieder "Haland" draus).
      Also außer ein paar neuen Zahlen ist da kein Klartext zu sprechen.


      Nach derzeitiger Lage wird sich in Bayern Alles ändern. Ein RTW "Rettung München 42/71/1" wird z.B. zum "Rettung RTW Sendling 3", ein NEF Fl. München 1/76/1 (Kinder-NEF) zu "Fl. München KND" (Kinder-Notarzt-Dienst) etc. Dazu kommt, dass innerhalb des eigenen RD-Bereichs bestimmte Ortsnamen etc. beim Sprechen weggelassen werden können, in Nachbar-RD-Bereichen jedoch der volle Name gesprochen werden muss. Was bei der hierzustadt so genauen und perfekten Funkdisziplin dann dabei in der Praxis herauskommt, wird noch "interessant" ;) (z.B. "Sendling 3"....)
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • JA in NRW wird es ähnlich wie in Bayern laufen.
      Doch kann man hier sogenannte "alias-Namen" beantragen.
      Dann werden die Fahrzeuge nur im System nach dem neuen System benannt, wenn ich es richtig verstanden habe.
      Und dann wird wahrscheinlich für jedes Fahrzeug so ein Alias Name beantragt um den alten FRN zu behalten könnte ich mir vorstellen. :D
    • KaMü schrieb:

      Womöglich habe ich etwas überlesen oder ich habe es schlichtweg noch nicht kapiert:
      Weshalb muss denn im Zuge der Digifunk-Einführung auch das Funkrufnamensystem umgestellt werden?
      Die Beispiele aus Bayern klingeln ja gruselig....
      Glaube mir ... die Beispiele aus NRW klingen noch grausamer :-(

      Rev Bem schrieb:

      Um das Thema nochmal aufzugreifen: In Hessen wurde, in Niedersachsen wird zur Zeit auf das bekannte dreiteilige System umgestellt, dies wird ausdrücklich mit der Einführung des Digitalfunkes begründet. Warum geht NRW dann wieder davon weg? Muss man das verstehen?
      Nein, das muss man nicht verstehen ... Alle haben sie es geschafft und das System
      zumindest nicht verschlimmert, nur NRW macht da eine unrühmliche Ausnahme. In
      meinen Augen ist da eine Chance vertan worden ...
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