Tragestuhl 250kg?

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    • Tragestuhl 250kg?

      Hallo,

      ein Anbieter rettungstechnik-klein.de/?ct=m…vc45vnnaqpqe0olhv3k5fgpc3 bietet einen Tragestuhl an, der bis zu 250kg Gewicht belastbar ist.

      Welchen Sinn macht das? Ein Patient mit mehr als 180kg kann - egal mit was - kaum noch ergonomisch von einer normalen RTW/KTW-Besatzung getragen werden. Wozu dieser Stuhl, der 250kg möglich macht? Und (gilt auch für z.B. Stryker-Tragen mit 228kg Belastbarkeit): Ein Patient mit annähernd diesem Gewicht ist nicht nur schwer, sondern auch breit und dafür sind die Dinger nicht ausgelegt. 250kg in einem "normal-breitem" Stuhl ist also eh nicht möglich.... Und was die Belastbarkeit angeht - die gilt wohl nur für den "Norm-Fall", d.h. mir ist auch schon mal eine Rückenlehne einer Trage heruntergekracht (irgendwas gebrochen), als sich ein sehr adipösoer Patient (aber vom Gewicht her noch deutlich innerhab der Tragfähigkeit der Trage) mal etwas abgestützt hat (wollte etwas nach oben rutschen) ....
    • Solch einen Patienten tragen macht gar keinen Sinn. Selbst 90 kg Patienten die Trittstufen eines RTW hochtragen kann schon ein unsicheres Unterfangen sein.

      Der Stuhl kann aber dennoch Sinn machen. Mit 87 cm Breite ist er 31 cm breiter als z.B. ein Utila-Tragestuhl (56 cm). Auch solche Patienten müssen nicht immer liegen, Luft bekommen sie evtl deutlich leichter im Sitzen. Allerdings gibt es immer mehr Fahrzeuge mit Hubbühnen, gerade im Bereich der Schwerlast-RTW. Und da kann so ein Tragestuhl durchaus Sinn machen. Was soll man dort mit einem normalen Tragestuhl mit einer Belastbarkeit bis 150 kg.

      Adipöse Patienten durchs Treppenhaus mehrere Etagen tragen? Nein! Aber in den Fahrstuhl rollen? Durchaus.
      Also einen Nutzen kann man durchaus sehen.
    • kurvenfahrer schrieb:

      Was willst du mit einer Tragehilfe in einem Altbau? Da haben ja gerade mal zwei Mann kaum Platz.
      Man macht halt ein Päuschen und weiter gehts.

      Nun gut, es gibt sicherlich Gebäude in denen es eng wird, aber im Treppenhaus haben wir bisher immer ausreichend Platz gehabt ;) Abgesehen davon gibt es bei uns reichlich Altbauten. Sollte es dennoch aus irgendwelchen Gründen nicht möglich sein, verfügt ein HLF oder spätestens die DLK über Mittel den Patieten nach unten zu bekommen.

      Kai Mertsch schrieb:

      Dann kommt die DLK der Feuerwehr...
      Eigenschutz geht vor... auch einmal ein paar Jahre weiter gedacht... wir werden alle leider nicht jünger...

      Ganz meine Meinung. Health and Safety first. :klugscheiss:
    • Hi,

      Kai Mertsch schrieb:


      Dann kommt die DLK der Feuerwehr...
      Eigenschutz geht vor... auch einmal ein paar Jahre weiter gedacht... wir werden alle leider nicht jünger...


      Nur - die kann sich auch nicht überall aufstellen und der Korb ist auch nicht "unendlich" belastbar.

      Bei mir gegenüber hat die BF 3x versucht, einen Pat. mittels DL nach unten zu bekommen und 3x aufgegeben, da Strassenbahn-Oberleitung und die Strassenbeleuchtugn im Weg waren. Letztendlich war´s dann immer ein Gezerre durchs Treppenhaus.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Erich Kirchmayer schrieb:

      Hi,
      Nur - die kann sich auch nicht überall aufstellen und der Korb ist auch nicht "unendlich" belastbar.

      Bei mir gegenüber hat die BF 3x versucht, einen Pat. mittels DL nach unten zu bekommen und 3x aufgegeben, da Strassenbahn-Oberleitung und die Strassenbeleuchtugn im Weg waren. Letztendlich war´s dann immer ein Gezerre durchs Treppenhaus.


      Keine Frage...es gibt Situationen wo einer DLK Grenzen gesetzt sind, aber letztlich hat die Feuerwehr immer Möglichkeiten zu helfen und sei es nur durch blanke Manpower. Es mag jetzt ein extremes Beispiel sein, aber wir haben z.B. über die Jahre mehrfach ganze Fenster entfernt und Pat. per Kran aus dem Fenster geholt oder sie im Treppenhaus abgeseilt. Möglich ist letztlich vieles.
    • "Dann kommt die DLK der Feuerwehr...
      Eigenschutz geht vor... auch einmal ein paar Jahre weiter gedacht... wir werden alle leider nicht jünger..."

      Das ist eine zwar nachvollziehbare Einstellung aber in vielen Bereichen weltfremd. Hier hast du unzählige Altbauten und täglich Patienten mit der Konstellation Altbau/hohes Gewicht. Einen KTW als Tragehilfe lässt sich vielleicht noch bezahlen aber für jeden KTW-Patienten eine DLK bezahlen ruiniert auch die größte Organisation im Eiltempo.

      Solang es hier immer noch widersprüchliche Gerichtsurteile gibt ein Wunschtraum also..
      "Wir wissen zwar nicht wo es hingeht, wollen aber als erste dort sein"
      "Lassen sie mich mal vor, das geht hier nach Kompetenz"
    • Hi,

      Fishki schrieb:


      Keine Frage...es gibt Situationen wo einer DLK Grenzen gesetzt sind, aber letztlich hat die Feuerwehr immer Möglichkeiten zu helfen und sei es nur durch blanke Manpower. Es mag jetzt ein extremes Beispiel sein, aber wir haben z.B. über die Jahre mehrfach ganze Fenster entfernt und Pat. per Kran aus dem Fenster geholt oder sie im Treppenhaus abgeseilt. Möglich ist letztlich vieles.


      Solange es um einen Notfall geht, ist eine derartige Hilfe der roten Manpower- und Technik-Autos meistens kein Problem. Was aber bei einem planmässigem Krankentransport? Hier liegt kein Notfall vor und eine technische Unterstützung wird sich die Feuerwehr bezahlen lassen - und zwar vom Auftraggeber, also dem Rettungsdienst bzw. dem jeweiligen KTP-Unternehmen, das die FW angefordert hat.

      Aber es ging ja um den 250kg-Stuhl und dieses Gewicht (+Stuhl!) zu tragen, ist in der Praxis IMHO nicht möglich. Wie das Leben so ist, befinden sich die "unmöglichen" Patienten eigentlich nie ebenerdig im Erdgeschoss sondern eher im 3.OG in Altbauten ohne ausreichend grossen oder ganz ohne Lift und engem Treppenhaus, in verwinkelten Reihenhäuschen mit Wendeltreppe usw. - da spielt das Gewicht manchmal schon keine Rolle mehr denn selbst mit "Leichtgewichten" <70kg kann sowas mal zur besonderen Aufgabe werden....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Erich Kirchmayer schrieb:


      Was aber bei einem planmässigem Krankentransport? Hier liegt kein Notfall vor und eine technische Unterstützung wird sich die Feuerwehr bezahlen lassen - und zwar vom Auftraggeber, also dem Rettungsdienst bzw. dem jeweiligen KTP-Unternehmen, das die FW angefordert hat.


      Zwei dieser Fensterentfernungen waren bei regulären KTP. Allerdings muss man dazu auch sagen, dass die Pat. schlicht nicht mehr durch die Türen passten. Im Rahmen der Amtshilfe bei besonderer Lage können die verrechenbaren Kosten reduziert oder ganz erlassen werden.

      Aber es ging ja um den 250kg-Stuhl und dieses Gewicht (+Stuhl!) zu tragen, ist in der Praxis IMHO nicht möglich.


      Ganz meine Meinung. Solche Gewichte kann und sollte niemand alleine bewegen. Allerdings haben solche technischen Entwicklungen im Schwerlastbereich durchaus ihre Berechtigung. So kann man den Stuhl sicher zum reinen Rollen des Patienten nutzen...vorausgesetzt die Patientenkonturen erlauben das.
    • Hi,

      Fishki schrieb:


      Ganz meine Meinung. Solche Gewichte kann und sollte niemand alleine bewegen. Allerdings haben solche technischen Entwicklungen im Schwerlastbereich durchaus ihre Berechtigung. So kann man den Stuhl sicher zum reinen Rollen des Patienten nutzen...vorausgesetzt die Patientenkonturen erlauben das.


      Vorrausgesetzt, der "Untergrund" erlaubt das. In der Praxis erlebt man es eher selten, dass ein Patient komplett "gerollt" werden kann. Und wenn es nur 1-2 Stufen zum Eingang oder ein Randstein ist - Heben ist angesagt....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst