Koffer, Kasten, T5 - was ist ein RTW?

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    • Hi,

      P.Hilgers schrieb:

      Um nochmal kurz die Typ B und C Klassen anzureisen. Mir ist heute bei der Arbeit aufgefallen, dass die Typ C RTW in Deutschland durchaus Sinn haben. Wir hatten heute insgesamt 3 Notfallverlegungen (natürlich steht nur ein ITW im Kreis), aber ein Notarzt vom Krankenhaus auf den normelen RTW und schon wurde es ein NAW also durchaus vergelichbar zum ITW. Stelle ich mir mal vor wir haben als RTW nur Typ B rum fahren und 2 oder 3 Typ C könnte es schonmal knapp werden, und zu jedem HI oder jeder REA zusätzlich zum Typ B einen Typ C + NEF nachfordern ? :P


      Wir haben einen Delfis-Sprinter als "ITW", d.h. Spezial-KTW für Auslandsrückholungen. Sicher, es ist sch...eng in der Karre, aber es funktioniert. Zwei Beatmungsgeräte, EKG/Defi und zusätzlicher Mulitparameter-Monitor haben ebenso Platz wie 4-6 Perfusoren, zwei Absaugpumpen usw. Natürlich gibt es auch Platz in den Schränklen für das spezielle Verbrauchsmaterial, insbes. einen extrem umfangreichen Vorrat an Medikamenten. UND es gibt rechts und links einen Betreuersitz, da i.d.R. Arzt + RA während der langen Fahrt beim Patienten sein müssen. Und das sind alles keine Fahrten von ein paar Minuten bis zu 1-2 Stunden - da geht es schon mal 12 Stunden oder mehr quer durch Europa - auch Strecken, auf denen man nicht in 30 Minuten im nächsten Maximal-KH ist, wenn mal was schiefgehen sollte (z.B. Kosovo, Montenegro, Rumänien, Polen usw.) Als "Backup" für dieses Fahrzeug haben wir einen T5-Koffer und einen T5-Hochdach.....

      In Österreich gibt es auch einen Anbieter, der Intensivverlegungen mit ´nem Hoch-Lang fährt. Das Auto hat mit Sicherheit deutlich mehr an Ausstattung als ein deutscher RTW, ist aber eben nur ein Hoch-Lang und kein riesiger Koffer-RTW. interhospitaltransfer.com/ihtnoe/nawausstattung.htm Sicher, beim Intensivtransport hat man i.d.R. vorversorgte Patienten, die stabil sind und man allenfalls ein bischen an ein paar Knöpfen drehen muss - nur warum geht bei uns der Trend bei den "ITW" inzwischen zu 7,5t-Fahrgestellen? Noch grösser als der grösste Koffer-RTW, noch viel mehr Platz, noch teuerer usw. Wenn es sie nicht schon gegeben hätte, würde ich jetzt auf Reisebusse als ITW warten.....

      Wenn ich mir 98% meiner Notfallpatienten ansehe, dann könnte ich die auch in einem med-technisch etwas aufgerüstetem T5-KTW adäquat versorgen und transportieren. Gut, liegt auch an meinem Einsatzgebiet "Grossstadt", aber wir leisten uns in Deutschland ja ein System mit starren Einteilungen "RTW" und "KTW" und damit quasi "ganz" oder "garnicht", was die med. Möglichkeiten betrifft. (ja, ich weis, Ausnahme Mehrzweckfahrzeuge). Die Mehrzahl aller Notfallpatienten braucht keinen "Typ C", der EU-vorgesehene "Notfallkrankenwagen"würde für diese Patienten eigentlich (z.T. mehr als) ausreichen...

      Und was die T5-Hochdach in Österreich betrifft - ich war einige Zeit ehrenamtlich (ja, ich, wirklich!) als NEF-Fahrer im Grenzgebiet zu Österreich unterwegs und damit auch öfter mit den Jungs und Fahrzeugen von dort in Kontakt weder ich noch mein NA hatten Probleme, einen Patienten in einem öster. T4-"RTW" zu versorgen. Eng - ja. "Unmöglich" - nein.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hi,

      kurvenfahrer schrieb:


      Und wieso muß man immer an alle vier Ecken eines Pat. kommen? Dieser Glaube ist doch nur der Arbeitweise von 2 RA/RS und nem NA geschuldet. Selbst in britischen Koffer-RTW mit vergleichbaren Maßen ist die Trage nicht mittig platziert und da funktioniert das auch wunderbar - selbst so "raumgreifendes" wie Geburten & Co.


      Stimmt. Auch in den USA, dem "Traumland" vieler Rettungsdienstler in .de. ist die Versorgung von nur einer Seite Standard. Viele US-RTW bieten nicht einmal Stehhöhe - wozu auch, man kann dort auch Alles im Sitzen bzw. kurz aufstehen erreichen/erledigen. Und wenn man es genau nimmt-- in einem deutschen Koffer-RTW kommt man auch nicht ohne Probleme von beiden Seiten an den pateitnen ran, wenn dieser bereits "verkabelt" ist und ggf. noch ´n Schlauch im Hals hat. Die erfoderlichen Leitungen/Schläuche kommen nämlich von einer Wandseite und jedesmal da drübersteigen/darunterkriechen macht in der Praxis ja auch niemand.... Alle "Kabel und Schläuche" zentral vom Deckencenter sind eher selten zu finden, spätestens die Beatmung "stört" dann, denn ein zusätzliches Beatmungsgerät an der Decke leisten sich nur wenige Leute. Und btw. - selbst maximal hochgerüstete ITW speisen von einer Seite ein, d.h. diese Seite ist zur Versorgung nicht mehr "begehbar"

      Der einzige Grund, warum ich auf die "andere Seite" eines Patienten möchte, ist ansich die Anlage einer Thoraxdrainage oder ggf. eines ZVK. Alles Andere geht "einseitig", wenn man daran gewöhnt ist.
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    • ich bin ein verwöhntes Einzelkind und kenne es Gottlob so dass der Patient von beiden Seite zugänglich ist.
      (OK, wir haben auch Deckenableitung und Beatmung)

      Warum "muss" der Patient von beiden Seiten aus zugänglich sein ?

      "Muss" er nicht, erleichtert aber Einiges.

      Angenommen der NA oder der Praktikant sitzen an der Seite des Patienten im seitlichen Betreuerstuhl.
      Sie betreuen den Patienten von dort aus, oder sie gucken von dort in die Weltgeschichte, aus dem Fenster oder auf die Überwachungsanlage.

      Was mache ich ? Wohin mit meinem Alabasterkörper ?
      Ganz klar: auf den Betreuersitz am Kopfende.
      Na Super ! Dann kann ich auch gleich vorne mitfahren.
      Vom Kopfende kann ich den Patienten kaum überwachen, mit Glück kann ich auf die Überwachungsanlage schielen,
      aber ich kann dem Patienten nicht ins Gesicht sehen, keinen Blutdruck messen, keinen Puls fühlen (Basisüberwachung !!!) geschweige denn Artefakte der Überwachungsanlage verifizieren.

      Darum finde ich es gut wenn der Patient von beiden Seiten aus zugänglich ist. Dort wo der andere auf dem Sitz sitzt, komme ich nicht vorbei, und auf der anderen Seite kann ich mich dann entfalten.

      Ich sehe es wenn der Patient blass oder grua wird, ich sehe es wenn er wegnickt, ich sehe es wenn er anfängt zu würgen, ich sehe es wenn ihm Schlaglöcher Schmerzen bereiten oder er sich in Kurvenfahrten ängstlich an der Trage krallt.

      Ich kann die Hand am Puls halten und erkenne damit sofort Veränderungen von Puls und Druck und gebe dem Patienten gleichzeitig nonverbal das Gefühl dass sich jemand um ihn kümmert, während der andere Gegenüber nur Fragen stellt und irgendwas aufschreibt.
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Rescue-M schrieb:

      Was aber immer noch nicht geklärt wurde ist die Frage, warum es andere Länder (auch mit gutem/angesehenem RD) schaffen, in einem RTW auf Basis VW T5, Mercedes/Saab/Volvo "Hoch-Lang" oder dergl. offensichtlich auch sehr gut zu arbeiten und "wir" (aber auch nicht überall in Deutschland) meinen, es müsse ein 4,5-Tonner-Koffer sein.
      Ich denke mal, das hat einfach etwas mit der Entwicklung der einzelnen Rettungsdienstbereiche zu tun. In Deutscland gab und gibt es auch noch Mercedes T2/Vario als RTW und daraus haben sich mit der Zeit die aktuellen Koffergrößen entwickelt. Man darf auch nicht vergessen, dass viele Rettungsdienstbereiche vom NAW-System zum NEF-System gewechselt haben und dort die Koffer-RTW die aufgaben und den Platz des NAW übernommen haben.

      Rescue-M schrieb:

      In z.B. Berlin, wo das nächste KH nie weit weg ist und der RA wenig kann bzw. darf fahren - trotz stets angespannter städt. Finanzlage - nur "dicke" Koffer-RTW herum.

      Es gibt auch bereits "schlanke" Koffer von Fahrtec die, ebenso wie die schmalen Bayern-RTW mit den Serienspiegeln des Sprinters auskommen. Dafür fehlen bei diesen RTW die Halterungen für die Interarterielle Ballonpumpe (IABP) da die Innenraumbreite fehlt.
    • Hi,

      Calimero schrieb:

      Rescue-M schrieb:

      In z.B. Berlin, wo das nächste KH nie weit weg ist und der RA wenig kann bzw. darf fahren - trotz stets angespannter städt. Finanzlage - nur "dicke" Koffer-RTW herum.

      Es gibt auch bereits "schlanke" Koffer von Fahrtec die, ebenso wie die schmalen Bayern-RTW mit den Serienspiegeln des Sprinters auskommen. Dafür fehlen bei diesen RTW die Halterungen für die Interarterielle Ballonpumpe (IABP) da die Innenraumbreite fehlt.


      Die IABP ist ja auch was, das man in jedem RTW braucht ;) Für solche Transporte hält man sich anderenorts eine überschaubare Zahl von ITW, S-RTW oder dergl. vor.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Erich Kirchmayer schrieb:

      Die IABP ist ja auch was, das man in jedem RTW braucht ;) Für solche Transporte hält man sich anderenorts eine überschaubare Zahl von ITW, S-RTW oder dergl. vor.

      Sicherlich, aber das ist auch ein Grund, warum es weiterhin breite Koffer geben wird. Denn nicht immer hat man einen ITW parat. Und wenn ich in einem RD-Bereich bin, wo relativ wenig intensivverlegt wird, muss ich auch nicht extra einen reinen ITW vorhalten, welcher sich dann die Räder eckig steht. Also nutzt man dort den ITW auch als RTW oder umgekehrt, und schon hat man wieder einen breiten Koffer oder einen Vario oder eben noch eine Nummer größer wie die Ategos in Hamburg und vom BRK. Es ist halt alles eine Frage des Kosten-Nutzen-Faktors. Rechnet sich ein eigenständiger ITW für Transporte über eine überschaubare Entfernung (Bsp. Berlin: Innerhalb der Stadtgrenzen) oder kann ich da auch einen geräumigen RTW nehmen, der auf der Rückfahrt bereits wieder zur hilflosen Person alarmiert werden kann.
    • Hi,

      Calimero schrieb:


      Sicherlich, aber das ist auch ein Grund, warum es weiterhin breite Koffer geben wird. Denn nicht immer hat man einen ITW parat.


      Eine IABP ist trotzdem nichts, was auch im Intensivtransport gang&gäbe ist. Und dafür mehrere dutzend RTW in "breit" zu beschaffen und mit entspr. Halterungen auszurüsten ist schon "etwas" seltsam.


      Und wenn ich in einem RD-Bereich bin, wo relativ wenig intensivverlegt wird, muss ich auch nicht extra einen reinen ITW vorhalten, welcher sich dann die Räder eckig steht.


      Zur Info: Bayern kommt mit 6 ITW landesweit aus. Es muss nicht in jedem RD-Bereich, Kreisverband etc. so ´n Ding stehen.

      Und: Ein RTW ist nunmal kein ITW - auch nicht, wenn man einen Arzt und eine IABP reinräumt. Nicht umsonst haben "echte" ITW eine extrem umfangreiche Ausstattung, von mehreren Perfusoren über Intensiv-Beamtungsgerät, Blutgasanalyse, Monitor mit 1-2 invasiven Druckmessungen u.v.m.
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    • Schulsani schrieb:

      Das geht auch per Hand. Muss man ein 12-Kanal EKG auf dem Fahrzeug haben? Ein AED mit EKG-Funktion reicht doch auch. Kann man ewig so weiter führen. Der Raum zwischen "Zwingend notwendig" und "schön zu haben" ist groß und lässt auch Raum für Kompromisse.
      @ Schulsani

      Mal ganz im Ernst... Wirklich Ahnung vom RD hast du nicht, oder?
      Da gibt es nicht wirklich Kompromisse, dass gehört einfach zum professionellen Arbeiten und der Patient hat ein Recht darauf...
    • Sagt mal was ist eigentlich los mit euch ? Ihr schiesst euch jetzt auf SchulSani ein, egal wieviel Erfahrung er haben möchte oder nicht, und argumentiert aber nicht anders. Bei euch sind schon noch alle Synapsen an der richtigen Stelle ? Ihr diskutiert allen ernstes ob man ein Kofferaufbau braucht oder ob zehn Zentimeter mehr oder weniger notwendig sind. Auf der anderen Linie braucht man aber zwingend für profesionelles Arbeiten 12er-EKG und E-Absaugpumpe. Was macht bei euch die Professionalität aus ?
      Bleiben wir doch gleich mal beim legendären 12er-EKG. Wieviele der Anwesenden können wirklich korrekt (!) ein 12 Kanal EKG auswerten und erfreuen sich nicht nur an Zacken, Wellen und Assoziationen mit gesehenem aus Aus- und Fortbildung ? Und damit meine ich fachlich korrekt und nicht einer oft unterlegen Selbstüberschätzung. Möchte ich das missen ? Sicher nicht. Aber kann ich über Fahrzeuggrößen streiten und technische Finessen wie ein 12er EKG als Maßstab für Professionalität anlegen ? Macht es primär für den Mann auf der Straße einen eklatanten Unterschied in EURER Behandlung was für einen HI er hat ? Ehrliche Antworten bitte !

      Brauch ich für professionelles Arbeiten eine elektrische Absaugpumpe ? Sicherlich nicht. Auch das hat Jahrzehnte ganz gut anders funktioniert und auch der qualifizierte Rettungsmensch sollte auch beim Ausfall einer selben noch profesionell arbeiten können.

      Wenn ihr also diskutiert ob man nicht auch dieses oder jenes Fahrzeug nehmen kann dann akzeptiert auch das man dies genauso für die technischen Hilfsmittel und Spielereien anwenden kann. Ist doch auch immer wieder geil wenn der technophile Jung-Retter zwar sämtliche vorhandenen Geräte an einen Patient pflastert aber zu blöd ist mal suffizient den Puls zu tasten als erstes oder dem Patienten einfach ins Gesicht zu schauen. Technic rules da kann der Patient schon über den Jordan sein solange der blinkende Kasten sagt alles ist okay ist es das auch !

      Wir fliegen zum Mond, leisten es uns moderne Kraftwerke für teuren Öko-Strom abzuschalten, gehen selbst auf dem Scheißhaus noch ins Internet aber diskutieren hier allen ernstes ob der Rettungswagen nun doch 13 oder 16 Liter Diesel schluckt. Seltsame, sehr sehr seltsame Welten.
      "Wir wissen zwar nicht wo es hingeht, wollen aber als erste dort sein"
      "Lassen sie mich mal vor, das geht hier nach Kompetenz"
    • @beni1982
      Du hast mich vermutlich nicht richtig verstanden. Ich habe bewusst Beispiele gewählt bei denen jeder sagt "die müssen dabei sein". Auch ohne jahrelange Berufserfahrung gibt jeder an, sie unbedingt zu brauchen. Die haben sich nunmal durchgesetzt und haben die Behandlungsmöglichkeiten definitiv verbessert - dennoch ging es früher ohne (wobei auch ich ihr Vorhandensein begrüße). Genau dieses Argument wurde doch hier genannt. Früher ging es doch auch mit weniger Platz. Ja irgendwie geht das schon. Ist eben nur die Frage ob man auf den Standard von vor ca. 10-20 Jahren zurückgreifen soll weil es damals ja funktionierte. In dem "mehr" an Platz sehe ich einen eindeutigen Vorteil. Ob man jetzt eher einen breiten oder schmalen Koffer nimmt, muss jede Organisation selbst rausfinden. Da mangelt es mir dann doch an Erfahrung ob es im schmalen Bayern-RTW Platzprobleme gibt.

      @Rescue-M
      Ob es möglich ist, kann ich nicht sagen. Bei unserer Fahrzeugkonfiguration würde ein Außenstaufach keinen Sinn machen, da im Innenraum zu viel Platz verloren ginge. Ich habe auch nie einen T5-Koffer mit Außenstaufach gesehen. Ob Strobel wem eins einbaut, wenn man will, weiß ich nicht.
    • Betreff: "früher ging es auch".

      Wer von euch hat noch eine Telefonkarte für ne Telefonzelle bzw Kleingeld in der Tasche und nutzt kein Handy ?

      Wer bazhlt überall bar und nutzt keine EC oder Kreditkarte ?

      Wer schreibt noch Briefe statt eMails ?

      wer brüht den Kaffee noch per Hand auf ?

      Wer informiert sich in der Bücherrei statt im Internet ?

      klar, das ist alles Blödsinn was ich hier schreibe.
      Aber worauf ich hinaus will:

      im Täglichen Leben nehmen wir den Fortschritt gern an,
      worum müssen wir den gleichen Fortschriftt auf der Firma immer wegdiskutieren ?
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • y903211 schrieb:

      Bleiben wir doch gleich mal beim legendären 12er-EKG. Wieviele der Anwesenden können wirklich korrekt (!) ein 12 Kanal EKG auswerten und erfreuen sich nicht nur an Zacken, Wellen und Assoziationen mit gesehenem aus Aus- und Fortbildung ? Und damit meine ich fachlich korrekt und nicht einer oft unterlegen Selbstüberschätzung. Möchte ich das missen ? Sicher nicht. Aber kann ich über Fahrzeuggrößen streiten und technische Finessen wie ein 12er EKG als Maßstab für Professionalität anlegen ? Macht es primär für den Mann auf der Straße einen eklatanten Unterschied in EURER Behandlung was für einen HI er hat ? Ehrliche Antworten bitte !

      Ehrliche Antwort? Wer als Verantwortlicher auf einem RTW sitzt, sollte durchaus in der Lage sein, ein 12-Kanal EKG zu interpretieren, zumindest einen STEMI vom Non-STEMI zu unterscheiden. Ansonsten muss man sich ernsthaft mal fragen, ob man da so richtig sitzt... Außerdem wird es zumindest der NA können. Es macht sehr wohl einen Unterschied, ob ich im KH ein AKS voranmelde, dass zuerst auf der Notaufnahme versorgt wird, oder den STEMI direkt ins HKL fahre, wo evtl. Nachts oder am Wochenende auch von zu Hause alarmiertes Personal auf mich wartet, dass ansonsten erst noch längere Anfahrtzeiten hätte...
    • Hi,

      kellern schrieb:


      im Täglichen Leben nehmen wir den Fortschritt gern an,
      worum müssen wir den gleichen Fortschriftt auf der Firma immer wegdiskutieren ?


      hier geht´s um Fahrzeuge (RTW) und wenn man sich den österr. T5 anschaut, kommen zwangsläufig Vergleiche mit dem deutschen RD - auch den von "früher".

      Wir haben uns ja weiterentwickelt und fahren z.B. statt DB310 nun in Bayern einheitliche, 4,6t-Koffer. Die Frage ist nur, ob das wirklich eine Weiterentwicklung/Fortschritt ist - oder andersherum: Ist Österreich in der Entwicklung und Fortschritt bzgl. Fahrzeugart/Grösse stehengeblieben? Machen wir etwas falsch oder die Anderen? Sind wir fortschrittlicher, weil wir grosse Koffer RTW haben? Oder sind uns die Anderen vorraus, weil sie in kleineren (und billigeren) Fahrzeugen das Gleiche oder Besseres leisten?

      Manche hier kennen noch den 310er-RTW, den es früher sehr verbreitet in Deutschland als RTW gab. War halt eng, aber man konnte darin gut arbeiten - zumindest als "Norm-Mensch" ohne Überbreite und -Höhe. Daneben gab es noch die VW LT und die "grossen" Mercedes (609er etc.), die schon ein ganz anderes Platzangebot hatten und auf die Leute mit ´nem 310er in der Halle schon manchmal etwas neidisch geschielt haben. Inzwischen fahren fast überall Koffer-RTW, die das Platzangebot der alten LT/609er etc. erreichen bzw. übertreffen. So gesehen wäre das eigentlich ein "Fortschritt" - aber was ist dann mit den RD´s in deutschland, die Kasten fahren (Sprinter, Renault etc.)? Sind die "rückständig" oder einfach nur schlauer und stecken evtl. Mehrkosten eines Koffer-Fahrzeugs lieber in Ausbildung und Ausrüstung? Oder ist es doch nur das Geld, das z.B. in Berlin zur Abschaffung der 7,5t- bzw. Vario-Koffer als NAW geführt hat?

      Ich mag "meine Koffer" (=Bayern-RTW), aber ich fühle mich auch in einem Sprinter-Kasten oder einem T5 wohl, wenn die gut aufgeteilt und eingeräumt sind....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Ich denke da kommt man niemals zu einem Ergebnis. Jeder hat dann doch seine eigenen Prioritäten. Während der eine auch im engen Fahrzeug klar kommt ist es für andere eine Zumutung. Für mich ist es extrem angenehm, dass ich im RTW aufrecht stehen kann (mit Sicherheitsschuhen habe ich fast 2m). In Kasten-RTWs aber auch im T5-Koffer kann ich das nicht. Macht für mich einen enormen Unterschied bei der Arbeit.
      Man muss eben einen Kompromiss finden. Wie schwer das ist, sieht man schon an den Transporttechniken, Wenn ein Patient durch ein Treppenhaus getragen werden muss trennt A die Trage vom Fahrgestell, B zieht das Tragetuch vor, C schwört auf Schaufeltragen und D will unbedingt das neue Spineboard ausprobieren...

      Ich denke jeder Mitarbeiter hat seine ganz eigene Vorstellung wie ein RTW aussehen muss und was darin zu finden sein muss. Ein echtes "Notwendig" oder "Überflüssig" wird es also nicht geben.
    • Calimero schrieb:

      Es gibt auch bereits "schlanke" Koffer von Fahrtec die, ebenso wie die schmalen Bayern-RTW mit den Serienspiegeln des Sprinters auskommen. Dafür fehlen bei diesen RTW die Halterungen für die Interarterielle Ballonpumpe (IABP) da die Innenraumbreite fehlt.


      Dazu noch ein Gedanke von mir:

      Die Halterung im RTW für eine IABP, ECMO etc. nützt mir gar nichts - Wenn ich nicht entsprechend qualifiziertes Personal auf dem Fahrzeug habe!!!
      Es kann und es wird immer Situationen geben in denen kein ITH oder ITW zeitnah zur Verfügung steht; dann muss ein RTW die Notfall-Verlegung durchführen. Aber ich habe allergrößte Bedenken regelhaft auf einen 08/15-RTW ohne erweiterte Ausstattung und Qualifikation der Mitarbeiter (DIVI-Intensivtransportkurs, entsprechende MPG-Einweisungen, Praktika auf Intensivstationen etc.) Intensivtransporte durchzuführen.
      Was da von manchen Firmen, HiOrgs und auch Mitarbeitern aus meiner Sicht fahrlässig ausgelebt wird geht unter keine Kuhhaut! Der normale RTW besetzt mit einer durchschnittlichen RTW-Besatzung hat aus meiner Sicht eher einen negativen als einen positiven Einfluss auf die Qualität eines Intensivtransportes!!!
    • Erich Kirchmayer schrieb:

      Ich mag "meine Koffer" (=Bayern-RTW), aber ich fühle mich auch in einem Sprinter-Kasten oder einem T5 wohl, wenn die gut aufgeteilt und eingeräumt sind....


      Ich habe auch kein Problem einen Patienten in einem T5 zu versorgen - Aber in einem Koffer-RTW habe ich Arbeitsoberflächen und dank Schubladen und Schränke wird mir das Material übersichtlich präsentiert und ich kann gut draus arbeiten. Sprich: Das "Handling" stimmt.
      Desweiteren fahren ja auch gerne Praktikanten mit; und wenn dann noch der Notarzt dazu kommt ist man schon froh über den Platz bei der Versorgung und der Begleitung während der Fahrt. Letztens im Fahrtec-Koffer mit 5 Leuten (RTW + Praktikantin, NEF-Fahrer + NA) eine Patientin versorgt und trotzdem unter optimalen Bedingungen intubiert - Streßfrei mit massig Platz. Kurz nachdem der NA und ich dank Zugänglichkeit der Patientin von mehreren Seiten zeitgleich nach einem Zugang suchen konnten.
      Ja, ich kann auch im Kasten arbeiten - Aber nein, vermissen tu ich ihn nicht.
    • Dorsk51 schrieb:

      Die Halterung im RTW für eine IABP, ECMO etc. nützt mir gar nichts - Wenn ich nicht entsprechend qualifiziertes Personal auf dem Fahrzeug habe!!!
      Es kann und es wird immer Situationen geben in denen kein ITH oder ITW zeitnah zur Verfügung steht; dann muss ein RTW die Notfall-Verlegung durchführen. Aber ich habe allergrößte Bedenken regelhaft auf einen 08/15-RTW ohne erweiterte Ausstattung und Qualifikation der Mitarbeiter (DIVI-Intensivtransportkurs, entsprechende MPG-Einweisungen, Praktika auf Intensivstationen etc.) Intensivtransporte durchzuführen.
      Was da von manchen Firmen, HiOrgs und auch Mitarbeitern aus meiner Sicht fahrlässig ausgelebt wird geht unter keine Kuhhaut! Der normale RTW besetzt mit einer durchschnittlichen RTW-Besatzung hat aus meiner Sicht eher einen negativen als einen positiven Einfluss auf die Qualität eines Intensivtransportes!!!
      ich kenne es so dass wenn solche exotischen Sachen wie ECMO oder IABP mit einem RTW/RTH transportiert werden müssen dann begleiten auch Leute die sich damit auskennen (Azrt, Kardiotechniker).

      Die Standart-RTW-Besatzung wird mit den Geräten keinesfalls allein gelassen !
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Hi,

      Dorsk51 schrieb:

      Erich Kirchmayer schrieb:

      Ich mag "meine Koffer" (=Bayern-RTW), aber ich fühle mich auch in einem Sprinter-Kasten oder einem T5 wohl, wenn die gut aufgeteilt und eingeräumt sind....


      Ich habe auch kein Problem einen Patienten in einem T5 zu versorgen - Aber in einem Koffer-RTW habe ich Arbeitsoberflächen und dank Schubladen und Schränke wird mir das Material übersichtlich präsentiert und ich kann gut draus arbeiten. Sprich: Das "Handling" stimmt.


      Man kann viel beim Ausbau vor- aber auch vergeben. Viele Autos haben intelligent verteilt Fächer, Schränke und Schubladen - wenn man die dann auch noch überlegt einräumt, dann kann man in relativ kleinen Autos viel $Zeug in "Armlänge" erreichen, d.h. man muss sich nur selten umdrehen, aufstehen etc. Wir haben z.B. ein paar Dlouhy-T5-KTW. Die haben unter dem Tragentisch eine seitlich ausziehbare, relativ grosse Schublade. Was man da reinräumt, muss jeder selbst entscheiden, fest steht - man kommt an das Fach ran, ohne vom Betreuerstuhl aufstehen zu müssen oder auch nur seinen Sicherheitsgurt abzulegen. Natürlich wird man z.B. in einem T5 nie so eine Schrankwand einbauen können, wie man sie vorne im RTW-Koffer findet.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • kellern schrieb:

      ich kenne es so dass wenn solche exotischen Sachen wie ECMO oder IABP mit einem RTW/RTH transportiert werden müssen dann begleiten auch Leute die sich damit auskennen (Azrt, Kardiotechniker).


      Nur seltsam, dass sowohl der ADAC wie auch die DRF auch für nicht-ärztliches Personal entsprechende MPG-Einweisungen vorsieht.
      Stichwort 4-Augen-Prinzip. Ich bin ein ganz klarer Verfechter dafür, dass sich Rettungsdienst-Personal nicht nur in der Rolle des Taxifahrers beim Intensivtransport sieht - Sondern auch kompetent dem Arzt zur Hand gehen kann und auch falls nötig Maßnahmen diskutieren oder sogar eingreifen kann.

      Dies setzt aber eine gewisse Erfahrung und auch Ausbildung voraus.