Bild.de berichtet: Feuerwehr kam 140 000 Mal zu spät!

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    • Rettungsopa schrieb:

      wir haben zuimnindest die nicht ganz optimalen "selbstfahrenden Hausärzte"....

      die Verordnung zur Ausführung des Bayerischen Rettungsdienstgesetzes (AVBayRDG) vom 30. November 2010 sagt in § 6 (Besetzung der Einsatzfahrzeuge):

      (1) 1Der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung kann in begründeten Ausnahmefällen von dem Erfordernis, das Notarzt-Einsatzfahrzeug mit einer Fahrerin oder einem Fahrer zu besetzen, absehen.

      Dann hat Bayern scheinbar flächendeckend begründete Ausnahmefälle ?!? :S
    • wer sich hier auf "das hatten wir früher auch nicht und die Leute habens geschafft" besinnt der lasse bitte auch seinen nächsten Infarktpatienten zu Hause, kläre ihn über 6 Wochen strenge Bettruhe auf und weise die Familie in Pürieren und Anreichen seines salzarmen Essens ein ....

      Mein Gott, die Medizin und damit der RD, entwickeln sich ständig fort.

      Was gestern toll war kann morgen der größte Mißt sein !

      Wer im RD als ewig gestriger stehen bleiben will darf sich nun wirklich nicht wundern wenn er von der Ärzteschaft als Barrenträger mit möglichst wenig zugestandenen Kompetenzen abgestempelt wird !

      Natürlich sehe es im Einzelfall ein dass nicht unbedingt alle Technik nötig ist:
      Kapnometrie als Beispiel ist toll, aber man muss sie auch richtig deuten können und die Fehlerquellen kennen.
      Mancheiner mit einer guten Ausbildung und Grips im Hirn kommt auch ohne diese Technik aus und weiß wie man die Tubuslage auch anders verifizieren kann.

      Wer die Kapnometrie einsetzt kann neben den Alarmfunktionen bei zB Diskonnektion aber auch Rückschlüsse auf das Vent/Perf-Verhältnis ziehen (LE ? Kreislaufsituation) oder eine iatrogene Hypo-/Hyperventilation vermeiden.

      Früher war es klar dass der RD die Patienten mit 100% Sauerstoff beatmet und am Gerät irgendwelche Erwachsenenwerte eingestellt werden. Wenn der Spritzendruck dann bei 50 war dann musste es wohl so sein um eine vernünftige Beatmung sicher zu stellen, wenn der pO2 in der BGA 400 war dann musste dass eben so sein weil der RD das ja nicht kontrollieren kann usw.

      Mittlerweile weiß man aber dass zu hohe Spitzendrücke (bzw Scherkräfte) der Lunge schaden und auch dass eine zu hohe Sauerstoffkonzentration der Lunge schadet. Das weiß man doch, oder ?

      Und da wir verpflichtet sind weiteren Schaden vom Patienten abzuwenden müssen wir uns mitunter einen "anderen Weg nach Rom" suchen und dabei kann das "mehr" an Technik durchaus hilfreich sein. Und das hat nichts mit stay-and-play zu tun, das geht während der Fahrt.

      Das war nur ein Beispiel, es finden sich sicher noch andere ...
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Hi,

      kellern schrieb:


      Mein Gott, die Medizin und damit der RD, entwickeln sich ständig fort.
      Was gestern toll war kann morgen der größte Mist sein !


      Das ist richtig, aber man muss nicht immer sofort der aktuellsten Mode hinterherrennen wenn der einzig wirkliche Grund ist "das ist ganz toll neu" oder "die Anderen haben es auch schon".

      Mit richtigem Augenmass und Vernunft werden Neuerungen nicht blockiert und Sinnvolles wird damit schnell zum Standard. Sicher muss es Leute geben, die auch "den letzten Schrei" ausprobieren, aber sowas sei bitte Denen überlassen, die auch die Rahmenbedingungewn dafür haben (Finanzmittel, gr. Zahl der Einsätze/Anwendungen, Möglichkeit einer standartisierten "Studie" usw.) Wenn sich eine Rettungswache in Hinterkleinpieselbach irgendein $neues Zeug anschafft, dann muss man in Frage stellen, weas die damit wollen. 3 Einsätze/Tag, das "neue Zeug" kommt vielleicht 1x/Quartal zum Einsatz..... Die HiOrG "x", die im Grosstadtbereich pro Auto am Tag 15 Einsätze fährt, das "neue Zeug" min. 1x/Tag verwendet - DAS gibt mehr Aussagekraft darüber, ob man das "Neue" brauchen kann oder nicht.

      Und dennoch müssen lokale Besonderheiten berücksichtigt werden. EIn AEd auf einem Berliner RTW muss man anders betrachten, als einen AED auf einem Landrettungs-RTW. In der Grosstadt ist z.B. der NAW/NEF in vielleicht 5 Minuten nach dem RTW da, der RTW in 5 Minuten in einer Klinik. Auf´m Land kann das schon mal deutlich länger dauern....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Rettungsopa schrieb:



      Und dennoch müssen lokale Besonderheiten berücksichtigt werden. EIn AEd auf einem Berliner RTW muss man anders betrachten, als einen AED auf einem Landrettungs-RTW. In der Grosstadt ist z.B. der NAW/NEF in vielleicht 5 Minuten nach dem RTW da, der RTW in 5 Minuten in einer Klinik. Auf´m Land kann das schon mal deutlich länger dauern....
      Ja, das ist es, was man aus der Ferne oft sagt: In der Großstadt ist ja das NEF nach 5 Minuten da. Ich wage aber mal ganz dreist zu mutmaßen, dass Du das ohne konkreten Bezug auf Berlin gemeint hast. Grundsätzlich stimme ich voll zu, dass die lokalen Gegebenheiten in dieser Hinsicht zu berücksichten sind. Und in vielen Großstädten sind die Anfahrzeiten tatsächlich kürzer.
      Nun ist es in Berlin eben leider nicht so, dass das NEF 5 Minuten, sondern in der Regel erst 15, oft aber auch 20 oder 30 Minuten nach dem RTW da ist.
      Bevor ich nach Berlin kam, war ich auf dem platten Land, mit nur einem Notarztstandort im ganzen Landkreis. Ich weiß also, wie es auf dem Land aussehen kann. Und ich stelle fest: Im Hinblick auf die Anfahrtszeiten des Notarztes ist es in Berlin nicht viel anders.

      Ich stimme Dir auch zu, dass man seine Fahrzeuge mit Augenmaß zu bestücken hat. Die DIN ist nicht in Stein gemeißelt. M.E. ist aber ein EKG etwas, was -unabhängig von der DIN- auf einen RTW draufgehört. Und wenn man sich dagegen entscheidet, dann muss man das irgendwie kompensieren, damit die Qualität des Rettungsdienstes nicht leidet. Und das ist in Berlin nicht so. Es fängt ja schon bei der Notrufmeldung an, wenn Du ersteinmal 3 - 10 Minuten in der Warteschleife hängst, bis Du zur Leitstelle durchgestellt wirst.
      Wie gesagt, ein einzelner Makel wäre nicht schlimm. Es ist die Kombination verschiedener Mängel, die die Qualität der Notfallrettung in Berlin leiden lässt:
      - Gnadenlose Unterbesetzung der Leitstelle
      - Schlechte Rettungsmittelstruktur, insbesondere nachts und am WE
      - Ineffizientes Management
      - Schlechte Ausstattung
      - Geringe Notarztdichte
      - Schlechte Einbindung von Strukturen außerhalb der Feuerwehr.

      Aber was hilft das Jammern. Irgendwie klappt es ja auch. Es ist nur nicht "schön". Vielleicht aber ist es Jammern auf hohem Niveau.

      :)
    • kwazulu schrieb:



      Ich stimme Dir auch zu, dass man seine Fahrzeuge mit Augenmaß zu bestücken hat. Die DIN ist nicht in Stein gemeißelt. M.E. ist aber ein EKG etwas, was -unabhängig von der DIN- auf einen RTW draufgehört. Und wenn man sich dagegen entscheidet, dann muss man das irgendwie kompensieren, damit die Qualität des Rettungsdienstes nicht leidet.


      In der DIN ist ein EKG-Sichtgerät vorgeschrieben - das erfüllt ein AED mit EKG-Monitor und 3K-Ableitung. Nicht erfüllt ist damit der nach Norm geforderte Schrittmacher.



      Und das ist in Berlin nicht so. Es fängt ja schon bei der Notrufmeldung an, wenn Du ersteinmal 3 - 10 Minuten in der Warteschleife hängst, bis Du zur Leitstelle durchgestellt wirst.
      Wie gesagt, ein einzelner Makel wäre nicht schlimm. Es ist die Kombination verschiedener Mängel, die die Qualität der Notfallrettung in Berlin leiden lässt:
      - Gnadenlose Unterbesetzung der Leitstelle
      - Schlechte Rettungsmittelstruktur, insbesondere nachts und am WE
      - Ineffizientes Management
      - Schlechte Ausstattung
      - Geringe Notarztdichte
      - Schlechte Einbindung von Strukturen außerhalb der Feuerwehr.


      Das ist eben ein Systemfehler, den kann man alleine mit einer Top-Ausstattung auf den RTW nicht ändern. Rein theoretisch könnte man mit fast leeren KTW fahren, wenn die in max. 2 Minuten nach Alarm da sind und nur max. 5 Minuten in ein KH brauchen. Da das aber nicht so ist, muss das System ansich angepasst werden.

      Das beginnt in der Leitstelle. Schnelle Notrufannahme, schnelle und exkate Ermittlung des Meldebildes und Alarmierung der passenden Fahrzeuge. Sowas spart insgesamt schon mal viel Geld, denn wenn die Rea erst mal 5 Minuten in der Telefonwarteschleife hängt, kannst du hinterher garnicht mehr so schnell und gut sein, um daraus noch etwas "Erfolgreiches" zu machen.

      Ich weis nicht, wie Berlin das macht, aber "normalerweise" wird die Vorhaltung von Rettungsmitteln auf Basis von Gutachten festgelegt. Diese Gutachten mögen dem Praktiker zwar alle "seltsam" erscheinen, aber immerhin rechnerisch nachvollziehbar - auch wenn damit ein Patient einfach mal Pech hat, weil er als dritter zeitgleicher Patient nachts um 03:00 Uhr statistisch garnicht bzw. als 2. Stelle hinter´m Komma der Wahrscheinlichkeitsprozente existiert ;(

      Die Ausstattung der RTW hängt mit dem "Darfschein" der Besatzungen zusammen. Das tollste Zeug hilft nix, wenn die Besatzung "nix darf" und - wie in manchen Gegenden in .de - sich selbst bei/für einen i.V.-Zugang einen NA holen muss.

      Die NA-Dichte ist relativ zu Ausstattung und "Darfschein" der RTW. Habe ich fitte RTW-Besatzungen mit entspr. Ausstattung, brauche ich nicht für jeden verklemmten Pfurz einen NA.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hallo,

      schaut euch doch mal die Autos an und dann die Leute, die draufsitzen. Vielleicht kapieren die Leute einfach so komplizierte 12-Kanal-EKG einfach nicht und können auch mit anderer Technik wie CPAP-Beatmung usw. nichts anfangen. Lieber hab ich doch einen AED als ein Gerät, bei dem die Leute erst 5 Minuten nach den richtigen Knöpfen suchen müssen und mit dem, was beim Ausdruck unter AvL, AvR usw. rauskommt nix anfangen können.

      Es gibt auch bei den HiOs manche Schnelleinsatzgruppen usw., die auf ihrem RTW z.B. einen Corpuls S3 in Vollausstatung und einen Medumat Transport haben. Wow, Schwan*verlängerung! Für das Geld hätte man auch 10 AED und 20 Oxilator kaufen können, die viel einfacher zu bedienen sind und vorallem nicht nur in der "heiligen Kuh" sondern auch zum Beispiel in jedem simplen MTW oder Kat-Schutz 4-Trager mitgeführt werden können.