ILS in Bayern katastrophal - Anonymer Leserbrief

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    • Schulsani schrieb:

      Die von Rettungsopa beschriebenen Probleme sind zum Teil mangelnde Kompetenz
      Kombiniert mit einem persönlichen Unwillen, diese aktuellen Regelungen anzuerkennen ...
      Daher sehe ich diese Probleme nicht bei der ILS sondern wenn nur bei Einzelpersonen.

      Eben ... die ILS ist grundsätzlich die richtige Entscheidung, es muss halt sichergestellt werden, dass
      das dort arbeitende Personal sich auch mit der eigenen Tätigkeit identifiziert. macht es das nicht und
      arbeitet möglicherweise noch gegen die ILS, dann gehört dieses Personal von der ILS wieder zurück
      in den Fahrdienst versetzt.

      Wie gesagt ... das system der ILS ist in sehr vieeln Bundesländern erfolgreich, warum soll das nicht
      auch in Bayern klappen? Genug Zeit, das vernünftig umzusetzen gab es ja.

      Und ja ... in meinen Augen gehört auch die Leitstelle der Polizei mit in raumliche Nähe der ILS, not-
      falls kann man das durch eien Glaswand trennen wenn es denn wirklich Datenschutzgründe gibt.
      Andererseits denke ich, dass man die auch anderweitig beheben kann.
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      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
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    • Seit 1968 gibt es in Nordamerika die 911 für alle Notrufe. Da klappt das komischwerweise auch!
      Die Blockaden sind im Kopf Einzelner, das sollte nun bekannt sein!

      Wovon wir aber nun immer weiter wegkommen ist, dass die Auslastung der ILS-Disponenten ein derartiges Ausmaß angenommen hat, dass es für Einige unzumutbar ist. Das hat meiner Meinung nach weniger mit den unterschiedlichen Kapazitäten der ILS zu tun, sondern eher damit, dass das Personal von jetzt auf gleich entsprechend geschult werden soll!

      Also... bitte back to the Roots!!
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski 8|
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • Hi,

      Rüdiger Barth schrieb:


      Rettungsopa schrieb:

      btw. Alarmschreiben: Die Örtlichkeit war eine grosse, durchaus gut bekannte Gaststätte. Die kennt man i.d.R. mit ihrem Namen, weniger mit der postalischen Anschrift. Wäre auf dem Schreiben "im Gasthof Zur Post" gestanden, wäre sofort klar gewesen, wo die Örtlichkeit ist....
      Eine postalische Anschrift kann ich aber eher in das Navi eingeben. Bei manchen hippen Lokalitäten wechselt der Besitzer und damit evtl auch der Name des Lokals in 2 Jahren fünf Mal. Was nützt mir dann die Kenntnis "Gasthof zur Post", wenn das Ding mittlerweile "Pizzeria Brisini" heisst. Die postalische Adresse ist aber die gleiche geblieben. Eine Strasse kann ich nach Hausnummern auch runterfahren und absuchen.


      Die postalische Anschrift ist ja auch nicht das Problem, die muss eh sein (wenn es eine gibt). Der Vorwurf ist hier eher "Adresse "X" und "auf der Toilette". Klar findet das Navi die Adresse, auch im Stadtplan findet man die Strasse und klappert eben die Hausnummern ab. Und dann? Ich weis nicht, wieviel Toiletten es an der genannten Hausnummer gibt, immerhin ist dort neben einer Gaststätte auch noch ein Anbau mit div. Firmen und ein paar Personal(?)wohnungen. Wer oft und lange genug RD gefahren ist, der weis, dass man nicht einfach zu einem Haus fahren kann und man sieht sofort , wo der Patient ist. Bei einem Zimmerbrand, "Baum-auf-Haus" etc. ist das "etwas" einfacher zu erkennen, wo´s (ggf. im Wortsinn) brennt.....



      Beispiel Zoo: das ist schlechte Abfragequalität oder schlechte Datenpflege des ELR, evtl auch schlechte Organisation der Notfallwege durch den Betreiber. Hier sind die Torzufahrten des Zoo z.B. durchnummeriert. Das kann die aber in jeder Art der Leitstelle passieren 0der eben auch, wenn der Notruf bei der Polizei ankommt, nicht durchgeschaltet wird, sondern die Daten im "Stille Post Verfahren" weitergegeben werden. DAs hat aber nichts mit der Einrichtung einer ILS zu tun.


      Indirekt schon, wenn diese ILst. von einer Feuerwehr betrieben wird und diese die entsprechenden "Marker" nach ihren FW-Bedürfnissen anlegt oder aus ihren Beständen übernimmt. Was an Information für die Feuerwehr sehr wichtig und nützlich ist, muss nicht gleichzeitig auch für den RD ausreichen. Es macht z.B. keinen Sinn, als Adresse bzw. Zufahrt nur eine Stelle im ELR zu hinterlegen, an der auch ein ganzer Löschzug reinpasst, wenn es noch mehrere "Nebeneinfahrten" gibt, die für einen RTW oder kl. LKW passierbar sind.

      Oder auch "Brand in Schule" - lt. AAO kommt da auch eine ganze Menge "in weiss". Naja, mir ist ja egal, wieviel rote Autos da dann herumstehen, vielleicht hat es ja seinen Sinn - aber in den Sommerferien ist normalerweise in einer Schule nicht soviel los, dass man gleich "gross" den RD benötigt.... Dagegen kommt bei einem Zimmerbrand von Seiten des RD lt. AAO nichts, garnichts. Auch nicht nachts um drei, wo in einem Mehrparteien-Mietshaus "vielleicht" ein paar Leute vom Rauch oder Feuer betroffen sind. Erst wenn es heisst "Person (vom Feuer) eingeschlossen" kommt der rD - udn dann "bischen gross", d.h. 1 NEF, 3 RTW (oder 1 NAW, 2 RTW) und der EL-RD. Die BF/ILSt. hat es aber auch schon geschafft, rund 1 Stunde nach FW-Alarm dann doch mal einen RTW zum Einsatzort zu schicken. Die Männer mit Helm waren gerade dabei, das Fenster der Brandwohnung zu verschalen als es urplötzlich und völlig unerwartet aufgefallen ist, dass oberhalb der Brandwohnung ja vielleicht noch Menschen sein könnten, die die Hilfe des RD benötigen.....

      Oder: Meldung (auf Funk) "XY-Strasse, U-Bahnhof, Reanimation". Alarmiert wurde ein halbwegs (ca. 8 Minuten) weit entfernter RTW+NAW sowie ein HLF. RTW (auf Status 3 zu einem KTP ohne SoSi unterwegs) meldet sich "wir stehen 100m von dem U-Bahnabgang entfernt, sollen wir hinfahren?" Antwort von der ILSt.: "nein, sie fahren weiter ihren Krankentransporteinsatz, zum U-Bahnhof sind die Kräfte bereits unterwegs"


      Sorry, aber bei solchen Fällen fällt es mir halt schwer, an die "Allheiligkeit" der Feuerwehr und der von ihr betriebenen ILSt. zu glauben, auch wenn es (inzwischen- also nach 10 Jahren und mehr - eigentlich ganz gut klappt....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Wie gesagt ... das system der ILS ist in sehr vieeln Bundesländern erfolgreich, warum soll das nicht
      auch in Bayern klappen? Genug Zeit, das vernünftig umzusetzen gab es ja.


      "Genug Zeit"... viele Standorte der "neuen" Leitstellen wurden bisher von Freiwilligen Feuerwehren abgedeckt, machmal auch von einer kleineren BF. Und woher will diese FF/kleine BF nun die RA herbekommen, die neben ihrer (ggf. freiwilligen) FW-Ausbildung auch noch 2 Jahre Ausbildung als RA UND eine in diesem Beruf ausreichende Erfahrung haben UND auch noch für den Dienst in einer leitstelle geeigent sind bzw. das auch wollen?
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • und wieder einmal sage ich (ich komme mir langsam wie ein Tonbandgerät vor):

      Das die ILS kommen, war nicht erst seit gestern bekannt, warum also warten bis auf den letzten Drücker? Die Leute könnten schon alle fertig ausgebildet sein.

      Rede ich Suaheli oder was?
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski 8|
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • Hi,

      Patrik Kalinowski schrieb:


      Das die ILS kommen, war nicht erst seit gestern bekannt, warum also warten bis auf den letzten Drücker? Die Leute könnten schon alle fertig ausgebildet sein.
      Rede ich Suaheli oder was?


      Und wie willst du das vor einer Betreiberentscheidung hinbekommen? Hätte das z.B. BRK eine ganze Menge RA zu FW-Leuten ausbilden sollen oder viele BF/HA-FF´s ihre Leute zu RA - ohne zu wissen, ob sie diese Leute jemals brauchen und ob diese Leute dann später auch wirklich in einer ILSt. arbeiten wollen? Hätte gar das Land Bayern oder die Kreise/Rettungszweckverbände diese Ausbildung anbieten und bezahlen sollen?

      Und Ausbildung zum z.B. RA ist ja nicht Alles - meiner Ansicht nach gehört dazu auch eine gehörige Portion Erfahrung "draussen" mit dazu - und zwar mit Verantwortung, d.h. nicht nur als Zuschauer (=Dritter) auf dem RTW/NEF/KTW (bzw. umgekehrt auf den Fahrzeugen einer FW). Und mal ganz ehrlich, würde z.B. das BRK auf seinen RTW FW-RA´s als Beifahrer fahren lassen, damit diese Leute dann später die BF in eine bessere Ausgangslage bringen, wenn es um die Betreiberschaft einer ILSt. geht?

      Und was ist, wenn der Betreiber dann der Zweckverband/Kreis wird und FW sowie HiOrG haben für viel Geld Leute ausgebildet, die dann zum Kreis/Zweckverband wechseln? Wie erkläre ich es dem Vorstand, Controller, Gemeinderat, Rechnungshof etc., dass ich über Jahre für mein komplettes RLSt.- oder "Stamm"-FW- Personal (inkl. Reserven und "Backup") eine Ausbildung zum FW-Gruppenführer bzw. RA bezahlt habe, aber dann die Ausschreibung für den Betrieb der ILS nicht bekommen habe?

      Wir haben hier eine BF mit einer ganzen Menge RA aber nur einer beschränkten Zahl von Fahrzeugen (NEF/NAW), die im tägl. RD auch eingesetzt werden (=Erfahrung). Wer als BF-RA vielleicht 2x/Monat auf dem BF-Zug-RTW sitzt, 1x/Monat vielleicht auf dem NEF - welche Erfahrung hat so ein Mitarbeiter in dem Fachbereich "RD" dann? In einer 8-Std.-Schicht habe ich ggf. mehr RD-Einsätze aller Art, als ein BF-Zug-RTW in zwei 24 Stunden-Schichten...

      Du hast schon Recht, das ILSG als definitive Basis für weitere Entscheidungen und Planungen gibt es seit 2002 und das sind bis heute schon mal 8 Jahre - aber einige ILS gingen viel früher in Betrieb. Es ist nunmal in einem Bundesland, in dem FW und RD "schon immer und ewig" strikt getrennt waren auch mit irgendwelchen im Vorgriff vorgenommen Ausbildungen usw. nicht leicht, perfektes Personal für eine ILS zu finden. In z.B. NRW sieht das wahrscheinlich anders aus. Da zähle ich beim morgendlichen Wachappell einer BF einfach mal durch und hab sofort wohl rund 10 Leute, die prinzipiell (was RD und FW-Ausbildung und FW-Dienstrang betrifft) für eine ILS geeignet wären. Und warum? Weil es dort eben seit "immer und ewig" selbstverständlich war und ist, dass die FW auch den RD durchführt.

      btw. interessanterweise ziehen sich in manchen "klassischen" BF-RD-Städten die BF mehr und mehr aus dem RD wieder zurück und binden dafür die HiOrG mehr ein. Dort wird es sehr langfristig dann auch zu dem Problem kommen, dass die BF nicht mehr genug RD-erfahrene Leute hat, die sie in ihrer ILS einsetzen kann. Auch wird die Motivation der BF-Leute schwinden, eine RA-Ausbildung zu machen "wir fahren eh fast nix mehr im RD" usw.


      Für mich ist das Modell "min. FW-Gruppenführer UND RA - beides mit Erfahrung" eh noch nie sinnvoll gewesen. Meine Idee ist eher der Beruf eines LeitstellenDisponenten und LeitstellenTelefonisten. Spezielisierte Leute mit eben besonders auf ihr Einsatzgebiet abgestimmte Ausbildung. Gerne mit "Blick über den Tellerrand", aber eben mit einer fest zugewiesenen Aufgabe. Ich hätte lieber jemanden, der 3 Sprachen fliessend spricht und jeden Anrufer am Telefon in Bezug auf Gesprächsführung ruhig und kompetent "übernehmen kann" und sein Abfrageprotokoll abarbeitet aber dafür wenig Ahnung hat, was nach dem Telefonanruf passiert. "Am anderen Ende der Leitstelle" sitzt dann ein Disponent, der seinen Fachbereich in- und auswendig kennt, höchst flexibel und eigenverantwortlich reagieren kann (und darf!) . Ein Multi-funktioneller "Disponent", der FW-Führugnsausbildung (TF/GF/ZF) hat, dazu noch RA mit Erfahrung ist und EDV, Fremdsprachen (min. eine) sowie PC/"10-Finger-System" und Gesprächsführung, Ortskenntnis etc. perfekt beherrscht ist nunmal so selten wie ein 6er im Lotto. Solange wir an diesem Schema festhalten, wird es auch nix werden mit jeder ILS. Da kann mir jeder erzählen "bei uns läuft das super" - ich glaub es schlichtweg nicht.


      Das "All-in-One" war schon Mist, als die ersten "Kompakt-Stereoanlagen" auf dem Markt kamen. Irgendwo hatten die immer ihre Schwächen und waren insgesamt nur unterer Durchschnitt. Und - da wir auch ein bischen "Foto sind" - kauft sich jemand eine Kamera, die "Alles" kann? Email, Touchscreen, GPS, unheimlich viele Megapixel, Video, 12-fach-Zoom, Gesichtserkennung und dabei noch handlich klein und billig ist? Nein, ganz sicher nicht, wenn man einen höheren Anspruch hat, als die werbungs-hörige Durchschnittsmasse.... Bei Aufgabenfeldern für Menschen ist das schlichtweg genauso.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hi,

      Patrik Kalinowski schrieb:

      Seit 1968 gibt es in Nordamerika die 911 für alle Notrufe. Da klappt das komischwerweise auch!


      Die Frage ist nur, wie es klappt. Die "112" ging bisher in Bayern in sehr vielen Gegenden zur Polizei(!), die dann entweder zur RTLSt. verbunden hat bzw. den Einsatz aufgenommen und "rübergegeben" hat. FW-Einsätze wurden angenommen und in BASIS dann auf "Alarmieren" gedrückt. Hat auch funktioniert, auch seit vielen, vielen Jahren. Im Landkreis München hatten wir sogar die tolle "Notrufnummer" 662023 für die Leitstelle der Feuerwehren München-Land, die bis heute getrennt von der Münchner ILS im Landratsamt München sitzt und weiterhin eigenständig ist. Hat auch funktioniert und funktioniert bis heute.

      "Funktionieren" ist also nicht das Kriterium, auf das es ankommt. Eine "112" kann man auch in einer Taxizentrale auflaufen lassen, irgendwie werden die roten und weissen Autos dann schon alarmiert und es "funktioniert".... Immerhin war es in grauer Vorzeit garnicht unüblich, direkt auf der lokalen Feuer- oder Rettungswache anzurufen. Wir erhalten auf manchen Wachen teilweise heute noch Anrufe von Bürgern, die die Hilfe des RD benötigen, ab und zu kommt "der Bürger" auch persönlich vorbei, um uns zu "alarmieren".... (nicht umsonst gibt es z.B. an vielen Feuerwachen am Eingang/Tor einen Feuermelder/Notrufsäule....)



      Wovon wir aber nun immer weiter wegkommen ist, dass die Auslastung der ILS-Disponenten ein derartiges Ausmaß angenommen hat, dass es für Einige unzumutbar ist. Das hat meiner Meinung nach weniger mit den unterschiedlichen Kapazitäten der ILS zu tun, sondern eher damit, dass das Personal von jetzt auf gleich entsprechend geschult werden soll!


      So wie sich das liest, hat der Betreiber (BRK) einfach den Mehraufwand an Ausbildung und Personal schlichtweg unterschätzt. Ein "das bisserl Feuerwehr machen wir auch noch mit" ist eben die falsche Einstellung....

      Und was die "von jetzt auf gleich"-Schulung betrifft - auch wenn das ILSG seit 2002 existiert, die Betreiberentscheidungen fielen weitaus kurzfristiger. Und dann bring mal innerhalb 2-3 Jahren die Leute auf den Level, den sie gem. ILSG haben sollen.... Und nicht vergessen - die "Altlasten" in Form von älteren Mitarbeitern, die sich nicht mehr umstellen können oder wollen - einfach vor die Tür setzen geht nicht, dafür sorgt schon der Personal-/Betriebsrat.....



      Also... bitte back to the Roots!!


      Back to FW und RD und nicht FW=RD.....

      Ich bin seit 1989 im RD und habe die Umstellung auf ILSt. und "112" in München verfolgt und "live" mitbekommen. Das Ganze gipfelte dann in solchen Dingen wie Anrufe von HiOrG-Besatzungen, die unseren NA wollten, weil sie seit Minuten am Funk oder per Telefon in der ILSt. nicht durchkommen. Auch der Bürger rief plötzlich auffallend häufig an "auf der 112/19222 geht niemand hin" hörte man öfters. Von der Öffentloichkeit unbemerkt ging es "intern" dann weiter. RTW A rückt aus in das Gebiet des RTW B, RTW B kommt ihm auf den Weg ins Wachgebiet des RTW A entgegen, RTW A fährt "vor das Haus" des RTW B, der wundert sich, wer da vor seiner Haustür rettet.... RTW A steht an seinem zugewiesenen Abrufplatzt, RTW B kommt mit tatü, hält 50m weiter und "rettet"... Sicher, das ist Vergangenheit, aber so war es nunmal, als die hochgelobte "ILSt" unter FW-Führung das Feld übernahm....

      Wer bei Facebook "mein Freund" ist bzw. "Freund von Freunden", der kann vermutlich mit dem Link
      facebook.com/photo.php?fbid=16…7422.2677.100000923135787
      was anfangen. Ist nur ein(!) Scan eines Presseberichtes von "damals". Stichworte: EDV-System abgeschaltet weil unbrauchbar, stundenlange Wartezeiten im KTP, angeblich (ich glaube real!) verschwundene Notfalleinsätze usw.


      btw. - auffällig in München (ILSt=BF) bis heute: "HiOrg/priv. RTW "Krankentransport XY" und Sekunden später im gleichen Wachgebiet "BF-RTW Notfalleinsatz". Oder (manche RD haben ihre RTW auf einer FW stehen) Gong und Durchsage "der Zug-RTW Wache x, Notfalleinsatz" und bevor man sich wundern kann, geht der Piepser des RD-RTW dieser Wache, auf dem Alarmschreiben steht "Krankentransport"... Die BF-RTW fahren hier nur zur sog. "Spitzenabdeckung" und sind nicht Teil des Rettungsdienstes. Die BF kassiert für den Einsatz ihrer eigenen, nicht vom RD finanzierten Fahrzeuge gutes Geld (aka "X1-Abrechnung") Ähnlich z.B. auf einer Wache im Landkreis. Da fährt der Werks-RTW einer Werks-FW schon mal raus und der eigentlich zuständige RD-RTW steht sich in seiner Wache die Reifen platt. Auch der Werks-RTW rechnet "X1" ab, kassiert also direkt Geld vom RD... Ein Schelm, der Böses dabei denkt ;) ILSt-Problem? Nein, eher Betreiber-Problem.....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Rettungsopa schrieb:



      Also... bitte back to the Roots!!


      Back to FW und RD und nicht FW=RD.....

      Ich bin seit 1989 im RD und habe die Umstellung auf ILSt. und "112" in München verfolgt und "live" mitbekommen. Das Ganze gipfelte dann in solchen Dingen wie Anrufe von HiOrG-Besatzungen, die unseren NA wollten, weil sie seit Minuten am Funk oder per Telefon in der ILSt. nicht durchkommen. Auch der Bürger rief plötzlich auffallend häufig an "auf der 112/19222 geht niemand hin" hörte man öfters. Von der Öffentloichkeit unbemerkt ging es "intern" dann weiter. RTW A rückt aus in das Gebiet des RTW B, RTW B kommt ihm auf den Weg ins Wachgebiet des RTW A entgegen, RTW A fährt "vor das Haus" des RTW B, der wundert sich, wer da vor seiner Haustür rettet.... RTW A steht an seinem zugewiesenen Abrufplatzt, RTW B kommt mit tatü, hält 50m weiter und "rettet"... Sicher, das ist Vergangenheit, aber so war es nunmal, als die hochgelobte "ILSt" unter FW-Führung das Feld übernahm....


      GENAU DAS SELBE (und damit meine ich wirklich EXAKT DAS GLEICHE!) machen wir gerade hier in Nürnberg durch!!! Es ist mehr als Wahnsinn, dass man aus den Fehlern und Problemen, die es in München gab, nicht lernen kann, denn wenn wirklich genau das Selbe in der ILS Nürnberg passiert, frage ich mich, was die Planer und Verantwortlichen die ganze Zeit gemacht haben! Übergut bezahlt von 11 bis 15 Uhr im Büro gesessen, die ganze Zeit Kaffe geschlürft, bezahlte Mittagspause von 12 bis 2 incl. 3-Gänge-Menü und die restliche Zeit entweder mal ganz wichtige geschäftliche (private) E-Mails gelesen und beantwortet oder mit den Kollegen fachlich wichtige Unterhaltungen geführt (Wo gehst du heute zum Abendessen hin?) - das typische Beamtenbild dürfte sich hier real abgespielt haben, denn mehr als zusätzliche [IMG:http://www.one-man-power.de/forum/images/smilies/Smiley_Scheisse.gif] haben die nun wirklich nicht produziert, das münchener Konzept konnte man 1:1 übernehmen und die Verbesserungen in der Software haben sowieso die Österreicher vorgenommen (u.a. GPRS-Fähigkeit, ohne, dass überhaupt in irgendeinem nürnberger Blaulicht-Fahrzeug das Zeig verbaut ist), mehr ist nicht passiert! Ich bin wirklich offen für jede Art von Neuerungen und Änderungen - aber dann bitte auch gescheit und nicht so ein [IMG:http://www.one-man-power.de/forum/images/smilies/Smiley_Scheisse.gif], der natürlich mal wieder den Patienten leiden lässt!
    • Ich kann nicht anders, ich kenne als NRWler nur ziemlich gute Seiten eine Leitstelle,mir stellt sich oft die Frage, ob es zu BRK-Zeiten der Rettungsleitstellen in Bayern alles optimal gelaufen ist?
      *Kopfschüttel, oder nicht?*

      Wieder mal als Beispiel Köln, hier fahren seit 1975 HIO (ASB, MHD, DRK und JUH) im städtischen Rettungsdienst mit, hier interessiert es heute überhaupt niemanden, ob beispielsweise der RTW 5.4(ASB), oder der RTW 5.1(Feuerwehr), oder der RTW 5.2(MHD) den Rettungsdiensteinsatz übernimmt. Es wird das zuständige bzw nächststehende Fahrzeug umgehend alarmiert und gut ist.
      Sicherlich wird es auch mal Einsätze geben, an denen Rettungsmittel aneinander vorbeifahren, aber das ist nun mal einer Großstadt und deren Einsatzhäufigkeit geschuldet.
      Das gibt es nicht nur in NRW oder bei ILST in Bayern und das hat es vor vor Einführung der ILST in München bzw in Bayern mit Sicherheit auch gegeben.

      Mich lässt manchmal das Gefühl nicht los, dass es gewisse Stammesdünkel von Hilfsorganistionen sind, die eine vernünftige Arbeit der integrierten Leitstelle torpedieren.
      Mir stellt sich immer wieder die Frage, wie war es in München vor Einführung der ILST mit dem Bayerischen Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen und beispielsweise dem privaten Anbieter MKT?
      Das war sicherlich kein freundschaftliches Verhältnis!

      Abschliessend muss ich mal einen Spruch der vergangenen Jahre nach vorne holen.
      .....Wenn es keine Veränderungen gegeben hätte, würden wir heute noch mit der Pferdekutsche ausrücken........

      Beispiel Notarztdienst: Um Mitte der 60er von einigen HIO verteufelt, in Köln schon fast 10 Jahre erfolgreich praktiziert und in München (1966) gerade eingeführt
    • ... genau !

      du findest auch heute noch Beispiele für ein komisches Geschmäckle wo man sich fragt ob bestimmte RTW-Besatzungen tatsächlich immer nur im echten Notfall alarmiert werden, mit KTs lahm gelegt werden und warum man, wenn man nach stundenlangem Warten in der Wache mal ne Bewegungsfahrt zur Maßnahme V macht, benachbarte RTW im eigenen Gebiet retten sieht ...

      immer isses der Faktor Mensch ... und das auch bei alt-eingessenen Leitstellen,
      das immer nur auf neue Leitstellen zu schieben, dass die ihre Arbeit nicht richtig machen, ist etwas zu kurz gedacht.

      und selbst wenn: machen denn alle am Ende der Kette ihre Arbeit richtig ?
      Wissen auf dem Auto denn alle wo sie langfahren müssen und welches Krankenhaus welche Disziplinen vorhält ?



      aber wenn eine neu eingerichtete ILS Startschwierigkeiten hat dann ist das der ultimative Beleg dafür dass es der größte Mist ist !
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Hi,

      Hoff schrieb:


      Wieder mal als Beispiel Köln, hier fahren seit 1975 HIO (ASB, MHD, DRK und JUH) im städtischen Rettungsdienst mit, hier interessiert es heute überhaupt niemanden, ob beispielsweise der RTW 5.4(ASB), oder der RTW 5.1(Feuerwehr), oder der RTW 5.2(MHD) den Rettungsdiensteinsatz übernimmt. Es wird das zuständige bzw nächststehende Fahrzeug umgehend alarmiert und gut ist.


      Wenn es so läuft - ja, klar, so sollte es sein.


      Sicherlich wird es auch mal Einsätze geben, an denen Rettungsmittel aneinander vorbeifahren, aber das ist nun mal einer Großstadt und deren Einsatzhäufigkeit geschuldet.


      Was hat Einsatzhäufigkeit und Fehler bei der Disposition miteinander zu tun?



      Mir stellt sich immer wieder die Frage, wie war es in München vor Einführung der ILST mit dem Bayerischen Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen und beispielsweise dem privaten Anbieter MKT? Das war sicherlich kein freundschaftliches Verhältnis!


      Freundschaftlich nicht ganz ;) aber "es hat funktioniert" Und dass 3 oder 4 RTW verschiedener Firmen + öff. RD zum gleichen Notfall kommen, war sogar sehr selten und beschränkte sich allenfalls auf Einsatzorte "auf öffentlichem Grund" (z.B. VU etc.), wo die Chance hoch ist, dass verschiedene Alarmierer auch verschiedene Notrufnummern wählen.

      Ich weis nur, dass uns (=RTW oder NEF) viele Patienten gelobt haben, weil wir "so schnell da waren" 1998 - da wurden die priv. RD dann in den öff. RD "integriert" - hörte ich von den Patienten oft das genaue Gegenteil "wir warten schon eine halbe Stunde" usw. - sicher ist "halbe Stunde" übertrieben, jeder weis, wie lange eine Zeit einem vorkommt, wenn dringend man auf etwas wartet - aber jedenfalls war es nicht mehr gefühlt "schnell"..... Das sind dann schon Dinge, bei denen man sich fragen muss, ob das neue System besser ist als das Alte....

      Und Leute, die sagen "ich kenne nur Gutes..." muss man fragen, ob sie es denn auch anders kennen, d.h. wie z.B. der RD in der gleichen Stadt/RD-Bereich ohne das System, das sie kennen, laufen würde oder gelaufen ist.
      Ich kannte und kenne hier in München:
      BRK-RLst. + FW-EZ
      BRK-RLst. +FW-EZ + 2 (später 4) priv. Leitstellen
      BF-ILst. + 4 priv. Leitstellen
      BF-ILst.

      Leute, die z.B. erst nach 1998 im Münchner RD tätig sind, kennen nur eine Version (BF-ILst.) und würden vermutlich auch sagen, dass es "gut" läuft.


      Abschliessend muss ich mal einen Spruch der vergangenen Jahre nach vorne holen.
      .....Wenn es keine Veränderungen gegeben hätte, würden wir heute noch mit der Pferdekutsche ausrücken........


      Aber nicht immer ist das Neue besser. (siehe in Polizei-Sachthemen - Wiedereinführung des Zug-Drehschalters in Hamburg, siehe Ursprungsposting mit überlasteten ILS-Mitarbeitern usw. )

      Siehe auch orh.bayern.de/index.php?option…trag&catid=119&Itemid=252
      Stichpunkte: Mehrkosten statt Einsparung, anfällige, instabile Technik, keine Qualitätssicherung.....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hoff schrieb:

      Ich kann nicht anders, ich kenne als NRWler nur ziemlich gute Seiten eine Leitstelle,mir stellt sich oft die Frage, ob es zu BRK-Zeiten der Rettungsleitstellen in Bayern alles optimal gelaufen ist?
      *Kopfschüttel, oder nicht?*


      Das System der alten Leitstelle war zwar nicht mehr das neueste, aber man konnte arbeiten, unzwar gescheit! Die Notrufe wurden alle zeitnah angenommen (ich kann mich nicht erinnern irgendwann länger als ein Klingeln gewartet haben zu müssen, auch bei totaler Auslastung), die Einsätze wurden ALLE bearbeitet und sind NICHT im System wie durch Zauberhand verschwunden, die im voraus bestellten KTW sind zu 98% pünktlich da gewesen und selbst bei einem bestellten KTW zum Transport einer "Blessur" war spätestens eine halbe Stunde nach Anforderung ein Fahrzeug da. Gut, dass es hin und wieder Mal zu einem Fehler gekommen ist, aber das war maximal einmal täglich (i.d.R. noch seltener), aber das ist ja normal. Es ist aber nicht Normal, dass eine Wartezeit am Notruftelefon von über einer Minute von der Leitstelle als normal bezeichnet werden (passiert bei jedem 3. Anruf)! Ebenso wenig ist es normal, dass fast jeder zweite Einsatz verschwindet aus welchem Grund auch immer im System verschwindet - wohlgemerkt, fast jeder Zweite!!! Schlimmer ist es da noch beim Krankentransport, entweder kommt das Fahrzeug (egal, ob mehrere Tage im voraus bestellt oder zu einer "Blessur" gerufen) gar nicht oder mit Verspätungen von mindestens 2 bis maximal 11 Stunden - wobei letzteres kein Einzelfall, sondern schon mehrmals passiert ist! Und Fehler von Seiten der Leitstelle gibt es bei jedem Zweiten, das müsste mir als ILS-Verantwortlicher nach zwei Monaten und unzähligen Beschwerden von allen Seiten doch mal wirklich zu Denken geben...
      Kurz noch angemerkt: das ist nicht schlichte Schlechtrederei, wie ihr es sicher bezeichnen würdet, sondern Fakt, das ist der tägliche Wahnsinn, mit dem wir uns hier rumschlagen müssen!!!


      Hoff schrieb:

      Wieder mal als Beispiel Köln, hier fahren seit 1975 HIO (ASB, MHD, DRK und JUH) im städtischen Rettungsdienst mit, hier interessiert es heute überhaupt niemanden, ob beispielsweise der RTW 5.4(ASB), oder der RTW 5.1(Feuerwehr), oder der RTW 5.2(MHD) den Rettungsdiensteinsatz übernimmt. Es wird das zuständige bzw nächststehende Fahrzeug umgehend alarmiert und gut ist.
      Sicherlich wird es auch mal Einsätze geben, an denen Rettungsmittel aneinander vorbeifahren, aber das ist nun mal einer Großstadt und deren Einsatzhäufigkeit geschuldet.
      Das gibt es nicht nur in NRW oder bei ILST in Bayern und das hat es vor vor Einführung der ILST in München bzw in Bayern mit Sicherheit auch gegeben.


      Ja, schön wäre es, wenn das wirklich nächstliegende Fahrzeug alarmiert werden würde... Ich schildere euch mal einen Fall, geschehen hier in Nürnberg bei der DGB-Großkundgebung: wir sind mir unserem SanDienst-RTW neben unserem ELW in der Nähe der Haupttribüne zur Absicherung gestanden. Der erste Einsatz war eine gestürzte Person, hat sich vermutlich was an der Schulter kaputt gemacht. KTW haben wir um 11:00 Uhr bestellt, nach einer Stunde hatte sie die Schnauze voll und zog es vor, ein Taxi zu bestellen. Parallel haben wir den KTW abbestellt. Gegen 13:00 Uhr haben wir dann Tatütata gehört, das sich uns nähert, war ein RTW. Wir haben nachgefragt, wo und was für einen Einsatz sie haben. Antwort: "Ja, dort in dem Bürogebäude einmal bewusstlos." Da sind wir fast vom guten Glauben abgefahren, weil wir als RTW exakt 30 Meter von dem Bürogebäude stationiert waren, die Leitstelle hatte den Status 1 drin und wir haben über Funk noch mal explizit mitgeteilt, dass wir dort Standort bezogen haben. Ferner war das mitten im Veranstaltungsgelände, die Leitstelle hat das sehr gut gewusst, doch sie zog es vor, einen RTW vom anderen Stadtende in die Innenstadt zu jagen, der sich zudem durch 20 Absperrungen und riesigen Menschenmassen durchkämpfen musste und laut eigenen Angaben über 20 Minuten für die Anfahrt gebraucht hat. Unseren Einsatzleiter hat da die Wut gepackt, er hat die ILS angerufen, erst 21 Ruftöne gewartet und hat dann dem Schichtleiter den Kopf abgerissen, was das denn sein soll - dass bei einem Bewusstlosen jede Sekunde entscheidend sein kann, dürfte euch allen bekannt sein. Aussage vom SchichtL war: "Ja, tut uns leid, wir sind a weng im Stress, sollte ja eigentlich nicht so sein... Wir schauen mal, dass des net nochmal passiert, können aber nix garantieren..." Kurz danach ist die RTW-Besatzung wieder aus dem Gebäude gekommen und haben das NEF abbestellt, weil es sich nur um einen kleinen Schwächeanfall gehandelt hat und es dem Patienten wieder gut ging. Sie sind im 1er noch ein bisschen bei uns geblieben, haben auf eine Anweisung der Leitstelle gewartet und noch einen Kaffee mit uns geschlürft. Und siehe da, eine viertel Stunde nachdem der Notarzt abbestellt wurde, ist der mir Tatütata vorgefahren. Muss ich noch was sagen? Als Spitze des Eisberges noch eine Bemerkung am Rande: es war ein NEF, das direkt aus Fürth in die Nürnberger Innenstadt gejagt wurde. Und zum Einsatzende, genau in dem Moment, an dem wir gesammelt abrücken wollten, kam dann der Brüller des Tages: der um 11 Uhr bestellte und 12 Uhr abbestellte KTW war kurz nach 3 in Form eines RTW vor Ort - da haben wir wirklich aus tiefstem Herzen das Lachen angefangen, im Nachhinein tut mir die Besatzung wirklich leid. Würdet ihr das als normalen Wahnsinn bezeichnen? Wohl eher nicht...
      Das mal nur als kleine Geschichte zum Thema "das nächstgelegene Fahrzeug wird alarmiert", die wirklich exakt so stattgefunden hat. Dass die Fahrzeuge aneinander vorbeifahren, ist tatsächlich nicht zu verhindern, dass es hin und wieder mal passiert, aber doch nicht bitte bei jedem zweiten Mal!!! Zurückzuführen ist das Ganze auf eine Sache, die programmiert, aber nicht umgesetzt wurde: die GPRS-Fähigkeit! Wir haben hier im LST-Bereich Nürnberg kein einziges Fahrzeug, das mit GPRS ausgestattet ist, das Leitstellensystem ist jedoch darauf programmiert und funktioniert nur dann richtig, wenn ein GPRS-Signal empfangen wird. Im alten System gab es zwar überhaupt kein GPRS, dafür hatten wir aber Zieltasten und Disponenten, die auch mal nachgefragt haben, wo man sich gerade rumtreibt. Diese Alternative hat man im neuen System aber, aus welchem Grund auch immer, nicht gelassen, lediglich für die Transportzieleingabe (also Kliniken) können wir Ortscodes eingeben. Beispiel: wenn sich ein Fahrzeug am Klinikum Nord frei meldet, bleibt es für das System so lange am Klinikum, bis nicht die 2 im Nürnberger Süden gedrückt wird oder an einem Einsatzort die 4. Das, dass die Fahrzeuge stündlich und ständig aneinander vorbeifahren, und das jeweils an das ganz andere Ende der Stadt, ist eine logische Konsequenz.


      Hoff schrieb:

      Mich lässt manchmal das Gefühl nicht los, dass es gewisse Stammesdünkel von Hilfsorganistionen sind, die eine vernünftige Arbeit der integrierten Leitstelle torpedieren.
      Mir stellt sich immer wieder die Frage, wie war es in München vor Einführung der ILST mit dem Bayerischen Roten Kreuz und anderen Hilfsorganisationen und beispielsweise dem privaten Anbieter MKT?
      Das war sicherlich kein freundschaftliches Verhältnis!

      Abschliessend muss ich mal einen Spruch der vergangenen Jahre nach vorne holen.
      .....Wenn es keine Veränderungen gegeben hätte, würden wir heute noch mit der Pferdekutsche ausrücken........

      Beispiel Notarztdienst: Um Mitte der 60er von einigen HIO verteufelt, in Köln schon fast 10 Jahre erfolgreich praktiziert und in München (1966) gerade eingeführt


      Ich habe bereits in meinem Beitrag vorher geschrieben, dass ich wirklich für jede Art von Veränderungen offen bin, aber völlig undurchdacht und ungeplant in einer solch blöden Form? Ich bitte euch, das muss nicht sein! Ihr sagt, in anderen Städten funktioniert es problemlos, das wünsche ich mir hier auch, dann nenne ich die ILS unsere Erlösung. Solange das aber nicht der Fall ist, ist und bleibt die ILS Nürnberg meiner Meinung nach der größte und gefährlichste Schwachsinn seit langem!


      kellern schrieb:

      ... genau !

      du findest auch heute noch Beispiele für ein komisches Geschmäckle wo man sich fragt ob bestimmte RTW-Besatzungen tatsächlich immer nur im echten Notfall alarmiert werden, mit KTs lahm gelegt werden und warum man, wenn man nach stundenlangem Warten in der Wache mal ne Bewegungsfahrt zur Maßnahme V macht, benachbarte RTW im eigenen Gebiet retten sieht ...

      immer isses der Faktor Mensch ... und das auch bei alt-eingessenen Leitstellen,
      das immer nur auf neue Leitstellen zu schieben, dass die ihre Arbeit nicht richtig machen, ist etwas zu kurz gedacht.

      und selbst wenn: machen denn alle am Ende der Kette ihre Arbeit richtig ?
      Wissen auf dem Auto denn alle wo sie langfahren müssen und welches Krankenhaus welche Disziplinen vorhält ?



      aber wenn eine neu eingerichtete ILS Startschwierigkeiten hat dann ist das der ultimative Beleg dafür dass es der größte Mist ist !


      Der Faktor Mensch spielt natürlich eine große Rolle, das beste System nützt nichts, wenn der Mensch Schwachsinn produziert. Umgekehrt ist es aber auch das gleiche: der beste Disponent (der genannte 6er im Lotto) nützt nichts, wenn das System Schwachsinn produziert.

      Und bzgl. dem Schlechtreden der Neuerungen: siehe oben!
    • Tomamos schrieb:

      Ich habe bereits in meinem Beitrag vorher geschrieben, dass ich wirklich für jede Art von Veränderungen offen bin, aber völlig undurchdacht und ungeplant in einer solch blöden Form? Ich bitte euch, das muss nicht sein! Ihr sagt, in anderen Städten funktioniert es problemlos, das wünsche ich mir hier auch, dann nenne ich die ILS unsere Erlösung. Solange das aber nicht der Fall ist, ist und bleibt die ILS Nürnberg meiner Meinung nach der größte und gefährlichste Schwachsinn seit langem!

      Dann stellt sich mir aber die Frage, warum man sich nicht bereits vor der Einrichtung der ILS
      um eine aktive Mitarbeit in der Planung gekümmert hat. Das wäre deutlich besser gewesen als
      im Nachhinein über den Müll zu schimpfen, der da produziert wird.
      Der Fehler ist also nicht die ILS, sondern das dort arbeitende Personal und die fehlende Beteili-
      gung des aktiven Personals im Vorlauf. Andererseits gibt es ja auch in Bayern ILS, wo die Arbeit
      funktioniert, oder hab ich da Kalli falsch verstanden?

      Ein System, was in fast allen Bundesländern sehr erfolgreich arbeitet, aber pauschal als Unsinn
      zu bezeichnen ist schon ein wenig komisch und zeugt in meinen Augen von einer fehlenden Be-
      reitschaft etwas im Sinner aller zu verbessern.

      Fehler in der Startphase können vorkommen, auch wenn es nicht passieren solte. Aber nach der
      ersten Zeit sollte der Betreiber die Probleme in den Griff bekommen. Schafft er das nicht, so ist
      er in meinen Augen mit dem Betrieb der ILS überfordert ...
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      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
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    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Dann stellt sich mir aber die Frage, warum man sich nicht bereits vor der Einrichtung der ILS
      um eine aktive Mitarbeit in der Planung gekümmert hat. Das wäre deutlich besser gewesen als
      im Nachhinein über den Müll zu schimpfen, der da produziert wird.


      In welcher Phase der Planung? Während des Angebots? Da wird sich niemand von der "Konkurrenz" in seine Planungen reinschauen und erst recht nicht reinreden lassen. Nach der Betreiberentscheidung? Da wird sich der "Gewinner" der Ausschreibung auch nicht mehr reinreden lassen, denn sein Konzept steht, damit hat er die Ausschreibung gewonnen.

      Bleibt noch die Phase zur Erstellung der Ausschreibung selbst. Daran arbeiten eine Menge Leute mit "Dipl.Ing" etc. vor dem Namen - k.A., wie die "mitreden" lassen.


      Fehler in der Startphase können vorkommen, auch wenn es nicht passieren sollte.




      Nein, sollte nicht passieren, denn jeder Fehler kann ein Menschenleben bedeuten.

      [edit] - was nun passiert ist. lt. Pressemeldungen gab es nun den ersten Toten, dessen Tod in Verbindung mit einem möglichen Versagen der ILS gebracht wird.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst

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    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Ein System, was in fast allen Bundesländern sehr erfolgreich arbeitet, aber pauschal als Unsinn
      zu bezeichnen ist schon ein wenig komisch und zeugt in meinen Augen von einer fehlenden Be-
      reitschaft etwas im Sinner aller zu verbessern.


      a.) pauschal richtig

      b.) Die Frage ist, ob eine ILS wirklich in allen Bereichen die sie abdeckt/berührt eine Verbesserung darstellt. Wie dem Thread zu entnehmen ist, hängt das vorallem von der Ausgangslage ab, die bisher vorhanden ist/war (RD und FW getrennt ./. "RD schon immer bei der FW")

      Und was du als "sehr erfolgreich arbeitet" bezeichnest, dem fehlt in vielen Bundesländern einfach der Vergleich zu einer Alternative. Und mit Blick auf Bayern - ausgenommen von tollen Presseberichten und schönen Bildern von wichtigen Leuten - ist im bay. " RD-Fussvolk" eigentlich niemand davon begeistert, unter einer FW- oder Zweckverband-geführten ILS zu arbeiten. Sicher, ein grosser Teil ist schlichtweg Antipathie "i mog de Feuerpatschn ned", der Rest ist aber wohl sowas wie Wahrheit..... Und wenn selbst in einer BRK-geführten ILS nun das Personal aufmuckt (siehe OP), dann ist das für mich ein Zeichen, dass eine "integrierte Leitstelle" eben richtig Probleme hat und damit das gesamte System für und in diesem Bundesland in Frage gestellt werden muss.


      Rein theoretisch könnte ich mir schon eine optimale ILS vorstellen - ein Servicezentrum für den Bürger, bei dem er jederzeit kompetente Hilfe bei allen Notfällen erhält. Doch davon sind wir in ganz Deutschland noch meilenweit entfernt. Und das wird sich so schnell auch nicht ändern. ILS sind nunmal "hoheitlich" und haben damit per Defintion schon ein Problem, Leistungen privatwirtschaftlicher Anbieter mit zu erledigen (z.B. Vermittlung Bereitschaftsarzt, priv. KTP usw.) Auch die Polizeigesetze der Länder sehen i.d.R. nicht vor, dass ein Feuerwehrmann oder/und "Sanitäter" polizeiliche Aufgaben übernimmt....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Lest euch mal den Artikel durch: abendzeitung.de/nuernberg/lokales/229815

      Ich weiß, dass unsere Abendzeitung gerne mal ein bisschen übertreibt, Fakt ist aber, dass das Chaos in der ILS mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Das dürfte eigentlich für sich sprechen...

      Übrigens: mir sind ein paar Klinik-Stationen hier in Nürnberg bekannt, die es vorziehen, einen Patientenfahrdienst oder privaten Krankentransportunternehmen zu beauftragen, weil sie seit September die Erfahrung gemacht haben, dass diese wesentlich zuverlässiger und pünktlicher sind als der öffentlich-rechtliche Krankentransport.

      Zwei Fragen habe ich aber noch: arbeiten im restlichen Deutschland (also außerhalb von Bayern) noch irgendwelche ILS mit dem ELDIS-System? Mich täte mal interessieren, wie das ganze dort umgesetzt wurde und wie es funktioniert - natürlich vorausgesetzt, dass es eine solche Leitstelle gibt. Mit welchem System arbeiten denn Frankfurt am Main, Köln, Berlin und Hamburg? Da läuft ja auch alles wie am Schnürchen...
    • Hi,

      Tomamos schrieb:

      Lest euch mal den Artikel durch: abendzeitung.de/nuernberg/lokales/229815
      Ich weiß, dass unsere Abendzeitung gerne mal ein bisschen übertreibt, Fakt ist aber, dass das Chaos in der ILS mittlerweile auch die Staatsanwaltschaft beschäftigt. Das dürfte eigentlich für sich sprechen...


      Interessant ist, dass das angeblich dringend notwendige GPS so häufig erwähnt wird. Das gab es in der BRK-RLSt. auch nicht und trotzdem wussten die Disponenten, wo die Autos waren. Auf "2" sowieso und auf "1" weis der gute Disponent "ah, der RK xx/yy/zz ist vor 5 Minuten am Klinikum Süd Richtung Wache losgefahren, da fährt er wohl über die X-STrasse und müsste ungefähr jetzt $da sein...." Sooo gross und unüberschaubar ist Nürnberg nun auch wieder nicht....

      ELDIS3 kenne ich nicht, aber im ElDIS1 und ELDIS2 liessen sich definitiv Wachen, Krankenhäuser, Stellplätze usw. verpflegen und dort auch Autos auf Status 2 setzen. Ist der RTW an einem Ort, der nicht als mögliche Wache/Stellplatz/etc. hinterlegt ist (z.B. ein beliebtes Schnellrestaurant), verlegt man ihn zum nächsten bekannten Standort, der RTW geht auf die "2" und gut is. Ich kann mir nicht vorstellen, dass ELDIS3 da sooviel anders ist - zudem gäbe es solche Probleme dann ja bei allen ILS in Bayern, da alle einheitlich damit arbeiten. Zudem ist Eurofunk Kappacher (=Hersteller) keine Hinterhofwerkstatt - die hätten europaweit massive Probleme, wenn ihr Produkt wirklich sooo schlecht wäre......

      Ich sehe das Problem eher daran, dass der Betreiber der ILS Nürnberg und das Personal dort schlichtweg keine Ahnung vom RD hatten und bis heute haben. Komischerweise hört man in Nürnberg nichts davon, dass auch FW-Fahrzeuge zu spät (oder garnicht) zum Einsatz kommen...

      Fahrzeuge und Einsätze ordentlich disponieren konnte die BRK-RLSt. in München schon vor über 20 Jahren - und ganz ohne Computer! Da lief das noch mit DIN-A6-Zetteln, die mit einem Laufband vom Telefonisten zum Funkdisponenten kamen und einer handgeschrieben Funkliste.... "Notfallzettel" waren etwas grösser und haben eine Lichtschranke ausgelöst, die dann ein "Bing" erzeugte um dem Disponenten zu sagen "jetzt kommt was Eiliges".... Und wenn´s ganz eilig war, rief der Telefonist aus den hinteren Reihen eben durch den Raum nach vorne zum Disponenten "NAW zum Isartor, schnell" und der NAW war schon alarmiert bzw. fuhr schon, bevor "der Zettel" per Laufband den Disponenten erreicht hat..... Das ist Steinzeit, klar - aber hat funktioniert und wohl besser, als die nigelnagelneue ILS in Nürnberg....

      Ich weis nicht, was in Nürnberg das Problem ist, in München war das mit Abstand grösste Problem, dass gem. Vorgabe der ILSt.-Führung jeder Disponent Alles machen und können sollte und vorallem "seinen" Einsatz komplett selbst abwickelt. d.h. er nimmt den Einsatz am Telefon an, alarmiert die passenden Kräfte und führt diese auch bzw. steht für Nachfragen, Nachforderungen usw. exclusiv zur Verfügung. Und wenn dieser Disponent mal auf´m Klo war, dann hatten alle Anfragen, Nachforderungen usw. eben solange zu warten. Dieses Schema wurde relativ schnell (=innerhalb einiger Monate) bzgl. des RD wieder komplett aufgegeben, da die Disponenten damit hoffnungslos überfordert waren. Bis heute greift ein System, das ansich seit "ewig" auch schon bei der BRK-RLSt. verwendet wurde: "Telefonisten" nehmen den RD-Einsatz auf und schicken diesen zum RD-Disponenten (2 Plätze). Statt Laufband gibt es heute eben den ELR (ist noch ELDIS2 soweit ich weis) und die RD-Disponenten machen dort nur RD-Dispo und sonst nix. Sie gehen im Normalfall auch nie an der "112" ans Telefon. Und siehe da - es funktioniert - wenn man mal von den manchmal haarsträubenden Abfragen und Meldebildern der Telefonisten absieht.....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst

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    • Hi,

      Patrik Kalinowski schrieb:

      Seit 1968 gibt es in Nordamerika die 911 für alle Notrufe. Da klappt das komischwerweise auch!


      Es "klappt" wie? Welche (besseren) Alternativen gäbe es? Hat man in den USA multifunktionelles Personal, d.h. in diesem Fall einen ausgebildeten Polizisten+FW-Mann+Paramedic am Telefon und Funk sitzen?
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst

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    • Hallo zusammen,

      ich jetzt in diesem Thread schon eine ganze Weile mitgelesen, klar als "Betroffener" interessiert mich dieses Thema.

      Ich finde den Thread-Titel allerdings unglücklich gewählt.

      Zunächst ging es um die arbeitsrechtlichen Zustände auf einer BRK ILS, jetzt wird über die ILS Nbg. diskutiert.

      Grundsätzlich ist an einem ILS Konzept ja nichts auszusetzen, auch die Frage der Betreiberschaft ist eher zweitrangig.

      Wenn aber über die ILS Nbg. diskutiert werden soll, so sollte dies in einem getrennten Thread gemacht werden. Als Teilnehmer einer solchen Diskussion ist aber gefährlich, schnell ist man dabei gegen die (absolut sinnvollen!) Geheimhaltungsrichtlinien zu verstossen.

      Gerade bei der ILS Nbg. finde ich das die Außendarstellung, nicht zu den Ärgernissen im täglichen Dienstbetrieb passen. Am Personal der ILS kann es imho aber nicht liegen, denn das sind im Großen und Ganzen die Selben, aus der alten BRK LST. Vielleicht hat der ein oder andere Schwierigkeiten mit der Bedienung der neuen Software, das dürfte sich aber im Lauf der Zeit einschleifen. Gravierender sind die Systemschwächen mit den ich, als Softwareentwickler, eine neue Software keinesfalls in Betrieb genommen hätte.

      Grüße
      Bernd
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      Das letzte mal morgen um 12h.
    • Hi,

      herrmann030700 schrieb:


      Ich finde den Thread-Titel allerdings unglücklich gewählt.
      Zunächst ging es um die arbeitsrechtlichen Zustände auf einer BRK ILS, jetzt wird über die ILS Nbg. diskutiert.


      Prinzipiell richtig, Nürnberg ist OT unter diesem Subjekt. Aber das Thema "ILS" ist in Bayern aber immer noch "heiss".....


      Grundsätzlich ist an einem ILS Konzept ja nichts auszusetzen, auch die Frage der Betreiberschaft ist eher zweitrangig.


      Jein. Von den bayrischen BRK-ILS hört man wenig. Das liegt vermutlich daran, dass die Hauptarbeit einer ILS der RD ist und das kann das BRK und hat das auch seit Jahrzehnten bewiesen.


      Am Personal der ILS kann es imho aber nicht liegen, denn das sind im Großen und Ganzen die Selben, aus der alten BRK LST.


      Aber die Chefs sind Andere. Hier in München gab es mal eine schöne Geschichte. Von der Führung wurde angewiesen, nur dann einen RTW mit SoSi zu schicken, wenn alle Vorraussetzungen gem. StVO (also akute Gefahr für Leben und Gesundheit) vorliegen. Ein paar Leute haben das dann so ausgelegt, dass Vorraussetzung gem. StVO ("akute Gefahr...") ja im RD eine NA-Indikation sein muss. Also: RTW mit Blau gibt es nur mit einem NEF/NAW dazu. Und innerhalb weniger Minuten nach Schichtbeginn waren alle NA ausgebucht.... Die Anweisung "RTW mit Blau nur wenn...." wurde dann auch bald wieder zurückgezogen ;) "Die Führung" hatte noch mehr solche tollen Ideen, z.B. Krankentransporte in die umliegenden Kur- und Reha-Kliniken nicht mit vielen KTW, sondern mit einem GRTW durchzuführen. Der GRTW fuhr genau zweimal, dann wurde auch diese Idee wieder in die Schublade "Schwachsinnsideen" gelegt.... Naja, 1x/Jahr öffnet man die Schublade wieder und die Krankenhäuser freuen sich zur Oktoberfestzeit dann auf "20x sitzend, ambulant zum Nähen" oder so.

      "Denkenden" Disponenten wurde auch die Arbeit erschwert. Für jede Disposition, die vom Vorschlag des ELR abgewichen hat, musste eine schriftliche Stellungnahme erstellt werden.... Und mir ist wie wenn es gestern wäre noch die Aussage eines Disponenten (heute oberste Führungskraft einer anderen FW) im Ohr "Gottseidank ist der blöde ELR abgeschaltet, da kann man wenigstens wieder so arbeiten, wie es wirklich sinnvoll ist...."

      Sowas lässt schon massive Zweifel am System "ILS" und am Betreiber aufkommen.....



      Vielleicht hat der ein oder andere Schwierigkeiten mit der Bedienung der neuen Software, das dürfte sich aber im Lauf der Zeit einschleifen. Gravierender sind die Systemschwächen mit den ich, als Softwareentwickler, eine neue Software keinesfalls in Betrieb genommen hätte.


      Ja, die "Systemschwächen"... Es ist ganz offensichtlich nicht so leicht, die Belange von FW und RD in einem System unterzubringen. die FW hat komplexe Anforderungen, der RD aber auch. Und irgendwie geht immer ein "All-in-One" Kompromisse ein, die insgesamt zwar "funktionieren", aber eher selten das jeweilige Optimum für den einzelnen (Fach-)Bereich darstellen. Mein Lieblingsvergleich ist da immer die Kompakt-.Stereoanlage. Funktioniert, reicht vielen Leuten, ist aber in den Einzelkomponenten nur Mittelmass....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst