Angepinnt Luxemburg: Reform der Rettungsdienste

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    • Luxemburg: Reform der Rettungsdienste

      Hallo!

      In Luxemburg ist seit einigen Monaten bereits die Rede von einer Reform der Retungsdienste. Dabei geht es vor allem, um die Neugliederung und Neugestaltung der Aufgaben zwischen Freiwilligen Feuerwehren und Zivilschutz um einen flächendeckenden und einheitlichen Rettungsdienst für das Grossherzogtum zu bilden. Ein erster, wichtiger Schritt wurde bereits getätigt und zwar wurde das Land in 6 Regionen eingeteilt. Damit fallen die sogenannten Feuerwehrkantone, zu ihrer Anzahl 13, sozusagen weg. Die Regionen sind wie folgt eingeteilt:

      - Region 1 (Kantone Clervaux (Clerf), Vianden und Wiltz)
      - Region 2 (Kantone Capellen und Rédange (Redingen))
      - Region 3 (Kantone Diekirch und Mersch sowie die FF Steinsel und die FF Walferdange)
      - Region 4 (Kantone Echternach, Grevenmacher und Remich)
      - Region 5 (Kantone Luxembourg-Campagne (Luxemburg-Land) und Luxembourg-Ville (Luxemburg-Stadt))
      - Region 6 (Kanton Esch/Alzette)

      Zur Info: Diese Änderungen wurden bereits in der Galerie vollzogen. Bitte beim posten von neuen Datensätzen und Fotos also beachten!

      Weitere Änderungen werden sicherlich noch kommen, dies sind jedoch momentan die bekannten und offiziellen Infos, die vorliegen!
    • staubererik schrieb:

      Na endlich, Luxemburg möchte als endlich rettungsdienstlich den Anschluss an Resteuropa wagen. Besetzte Wachen wären doch schon mal ein Anfang

      Wie ist´s denn eigentlich möglich, dass ein derart wohlhabendes Land einen überwiegend unprofessionellen Rettungsdienst mit Hobby-Rettern betreibt?
      ist sich die Gesellschaft des Problems etwa gar nicht bewusst oder vielleicht völlig gleichgültig?
    • "unprofessionelle Hobbyretter" ?

      sind unsere Ehrenamtlichen auch alle blöd und die Hauptamtlichen haben den Stein der Weisen gefunden ?

      Verallgemeinerungen bringen niemanden weiter,
      oder hast du eine Ahung, wie die Luxenburger ausgebildet sind ?

      Äussere Umstände sind ein bisschen wenig um auf den Arbeitseifer und Qualifikation des Einzelnen zu schliessen
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • @ staubererik: Das Problem liegt und lag alleine in den Händen der Regierung, nicht in den Händen der freiwilligen Helfer! Das solle mal gesagt sein! Hauptamtlich besetzte Wachen gibt es seit Dezember 2009 in Dudelange, Esch/Alzette, Ettelbruck, Mertert-Wasserbillig und Lintgen. Dort stehen mittlerweile 12 Hauptamtliche zur Verfügung, für Dezember 2010 ist geplant, nochmals 10 Hauptamtliche einzustellen. Dass man nicht von einem Tag zum anderen 10 Hauptamtliche pro Wache stellen kann, ist auch für ein "wohlhabendes" Land wie Luxemburg finanziell nicht tragbar!

      @ KaMu: Dein Statement nehme ich mal ein wenig als Freschheit an... Laut dir wird in Luxemburg seit mehr als 50 Jahren nur Hobbygebastel betrieben... Ohnenhin hat es Luxemburg jedoch fertig gebracht, 50 jahre ohne Hauptamtliche und nur auf der Basis des Ehrenamtes geschafft, seinen Rettungsdienst aufrecht zu erhalten und dies nicht so schlecht wie er immer verkauft wird! Das soll mal einer nachmachen! Klar gab und gibt es immer wieder schwarze Schafe, aber die gibt es auch bei den Hauptamtlichen und in ganz Europa! Das Hauptstandfuss des Rettungsdienstes und der Feuerwehr in Luxemburg ist und wird auch noch weiter das Ehrenamt sein, es wird lediglich mit Hauptamtlichen verstärkt und ergänzt! T'ja zum Standpunkt der Gesellschaft, da kann ich dir nur eins auf den Weg geben, warum sollen die sich Gedanken machen, wenn man einen RTW ruft, kommt doch immer einer, also warum solle man sich Gedanken machen... Na weil es immer Deppen wie mich und allen Ehrenamtlichen gibt, die in ihrer Freizeit alles fallen und sausen lassen wenn der Melder geht... Und um es dann auch ein wenig sarkastisch zu gestalten hätte das wohlhabende Land Luxemburg seine Millionen während der Krise nicht in deutsche Banken sondern in seinen Rettungsdienst gepumpt, würdet ihr jetzt Barkas wieder ans rollen bringen... :kichern:

      @kellern: Danke dir, da geb ich dir Recht! Man kann nicht immer auf das Äussere schliessen... Denn nicht alles was glänzt ist auch aus Gold!
    • Hallo,
      wie ich hörte gab es ja in den letzten Jahren immer wieder Probleme, Ehrenamtliche zu finden die den Dienst am Tag ausrichten wollten / konnten. Ich glaub in der heutigen Zeit ist es einfach nicht mehr möglich, am Tag ganz auf Freiwillige zu bauen. Dies geht von der FF bis zur RD und die Situation wir immer schwieriger, denn immer mehr Arbeitgeber, können und lassen Ihre Leute nicht mehr gehen.

      Wie ist das jetzt bei euch so gelaufen, haben die Freiwilligen einen Melder bekommen und sind dann an die Wache gekommen oder haben sie diese dann am Tag/ in der Nacht besetzt? Bei uns, in Südtirol, ist das so, das am Tag die Hauptamtlichen arbeiten und Nacht- und Feiertagsdienste übernehmen dann Freiwillige.

      Grüße Philipp
    • kellern schrieb:

      "unprofessionelle Hobbyretter" ?

      sind unsere Ehrenamtlichen auch alle blöd und die Hauptamtlichen haben den Stein der Weisen gefunden ?

      Verallgemeinerungen bringen niemanden weiter,
      oder hast du eine Ahung, wie die Luxenburger ausgebildet sind ?

      Äussere Umstände sind ein bisschen wenig um auf den Arbeitseifer und Qualifikation des Einzelnen zu schliessen

      Die Interpretation "unprofessionell" mit "blöd" gleichzusetzen stammt nun in erster Linie von Dir.

      Mal abgesehen davon: vielen Rettungsdienst-Mitarbeitern erschließt sich bis heute nicht, dass ihr Job auch mal nebenbei von jemand erledigt werden kann, der dass sporadisch bis selten mal am Wochenende oder wann auch immer macht. Und ich wage mal zu behaupten, dass Dir das auch merkwürdig anmuten würde, wenn demnächst neben Dir jemand sitzt, der Deinen Job zum Billig-Lohn im Kleid der Ehrenamtlichkeit verrichtet...

      Um die Motive von Ehrenamt im Rettungsdienst zu ergründen, sei mal dieser Artikel empfohlen:

      http://www.zeit.de/2010/11/A-Tirol

      Ein nettes Zitat daraus lautet:
      »Kein Freiwilliger macht nur Essen auf Rädern. Er will mit Blaulicht fahren«

      Und zur Lage in Luxemburg: es ist ja nett darauf zu verweisen, dass das System sich ja seit 50 Jahren wunderbar bewährt.
      Aber vielleicht gibt´s auch eine Anzahl von Fällen, in denen rechtzeitige Hilfe nicht gewährleistet war, weil professionell organisierte Kräfte nicht zur Verfügung standen?
      Und was würden alle, die jetzt hier schimpfen, denn wohl sagen, wenn sie in diesem Fall selbst betroffen gewesen wären? Hmmm....
    • KaMü schrieb:

      Mal abgesehen davon: vielen Rettungsdienst-Mitarbeitern erschließt sich bis heute nicht, dass ihr Job auch mal nebenbei von jemand erledigt werden kann, der dass sporadisch bis selten mal am Wochenende oder wann auch immer macht.
      Und das sagt jemand, der aus einem Bundesland kommt, wo der Rettungsdienst fast
      ausschließlich von den Hilfsorganisationen durchgeführt werden, die alle mehr oder
      weniger ehrenamtliches Personal beschäftigen.

      Übrigens gibt es viele andere Länder auch, wo man sich auf ehrenamtliches Personal
      verlässt oder einfach verlassen muss.

      KaMü schrieb:

      Ein nettes Zitat daraus lautet: »Kein Freiwilliger macht nur Essen auf Rädern. Er will mit Blaulicht fahren«
      Und wenn man sich mal manche hauptamtliche Kollegen anschaut, dann fällt auch da
      auf, dass sie nur mit Blaulicht heizen wollen. Schwarze Schafe gibt es überall.

      Aber wenn ich Deine Argumentation mir so anschau, dann stell ich mir schon die Frage,
      wann die Forderung nach ausschließlich hauptamtlich arbeitenden Feuerwehren kommt,
      denn das ist ja definitiv die gleiche Baustelle.

      KaMü schrieb:

      Aber vielleicht gibt´s auch eine Anzahl von Fällen, in denen rechtzeitige Hilfe nicht gewährleistet war, weil professionell organisierte Kräfte nicht zur Verfügung standen?
      Hmm ... kann es sein, dass Du gerade einen großen Denkfehler machst? Professionell or-
      ganisiert heisst nun wirklich nicht hauptamtlich beschäftigt, oder?
      Und wenn ich mir die Organisation von so manchen professionell organisierten deutschen
      Rettungsdienst anschau, dann stell ich mir schon die Frage, ob da wirklich alles Gold ist,
      was glänzt.

      KaMü schrieb:

      Und was würden alle, die jetzt hier schimpfen, denn wohl sagen, wenn sie in diesem Fall selbst betroffen gewesen wären?
      Vermutlich genau das gleiche, wie wenn der doch als so perfekt gelobte Rettungsdienst aus
      Deutschland mal wieder nicht in der Lage war, seine anfallenden Notfälle schnell und zügig
      abzuarbeiten ... und aus eigener Erfahrung sind mir da so manche Einsätze bekannt, nach-
      denen man sich fragt, ob das "Hobbyretter" nicht besser organisert bekommen hätten ...
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      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
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    • Freilich ist das so, dass in vielen (allen?) Bundesländern auch Ehrenamtliche im Rettungsdienst tätig sind.
      Das klärt aber nicht die Frage, ob das so sein muss und schon gar nicht die Frage, ob die Art und Weise in welchem Umfang ehrenamtliche Mitwirkung oftmals erfolgt, das Wesen des Ehrenamtes nicht schon überstrapaziert.
      Aber die Diskussion um Ehrenamtliche im Rettungsdienst ist schon seit jeher der Streit um des Kaisers Bart...

      @Tobias:
      Du hast in der Tat Recht: Professionell organisiert heisst nicht automatisch auch hauptamtlich beschäftigt.

      Aber ein Rettungsdienst mit hauptamtlichen Kräften muss nun auch nicht zwangsläufig unter der Regie einer Berufsfeuerwehr stehen.
      Es gibt eine Reihe von Rettungsdiensten, die unmittelbar durch eine Gebietskörperschaft getragen werden und keine Organisationseinheit einer Feuerwehr sind.

      Wie ist es denn hier? rettungsdienst.nordfriesland.de/
      Gibt es in NF Ehrenamtliche auf regulär besetzten Rettungsmitteln ?

      Im Falle von Luxemburg ist´s mir vielleicht auch nur schwerlich nachvollziehbar, dass man an einem System festhält, das Angestellte nur unterstützend vorsieht.
      Aber das mag mein persönliches Problem sein - denn abgesehen von der Diskussion um das Ehrenamt ist mein Eindruck schon, dass man in Luxemburg eine (insbesondere polizeiliche) Gefahrenabwehr auf hohem Niveau betriebt.
    • Als kleiner Einwurf: Frankreich setzt im Rettungsdienst in der Masse auch freiwillige/ ehrenamtliche Helfer ein. Und wenn wir die Situation mit Luxembourg vergleichen haben wir teilweise eine wesentlich geringere Dichte an Rettungsmitteln die von der Ausstattung auch unter den Fahrzeugen in Luxembourg liegt. Ein Notarztsystem ist in Frankreich zwar vorhanden, ist aber noch dünner besetzt als das "normale" Rettungsdienstnetz. Deshalb werden viele Fälle durch die Ehrenamtlichen ganz alleine erledigt und dabei teilweise noch heute Load-and-Go angewendet.

      Beschwert hat sich darüber aber noch keiner und das französische System finde ich dabei eher renovierungsbedürftig wie das System in Luxembourg, welches sich auch noch deutlich an unserem eigentlich guten deutschen System orientiert.
    • KaMü schrieb:

      Freilich ist das so, dass in vielen (allen?) Bundesländern auch Ehrenamtliche im Rettungsdienst tätig sind.
      Stimmt, wobei ich der Meinung bin, dass zumindest in Deutschland das ehrenamtliche
      Personal im Rettungsdienst auf einem eher rückläufigen Weg ist. In Kiel gab es 1997
      noch 4 HiOrgs, die auch ehrenamtliches Personal eingesetzt haben, davon ist heute
      eine einzige übriggeblieben, die das abseits von Großveranstaltungen macht.

      KaMü schrieb:

      Wie ist es denn hier? rettungsdienst.nordfriesland.de/
      Gibt es in NF Ehrenamtliche auf regulär besetzten Rettungsmitteln ?
      Also wie es in Nordfriesland genau ist, weiß ich nicht, aber im Kreis Rendsburg sah
      es ja nicht anders aus und dort gab es keine ehrenamtlichen Kräfte. Der Kreis RD
      hatte einen Pool von Aushilfen, die ganz normal nach BAT (oder am Ende TVöD)
      bezahlt wurden.
      Letztlich ist es aber in meinen Augen kein Unterschied, ob Du eine Aushilfe oder
      einen ehrenamtlichen Kollegen hast, der nur einen Dienst imMonat fährt. Beide
      haben das Problem, dass ihnen die eigentlich notwendige Routine fehlt. Auch wenn
      beide Gruppen das vermutlich abstreiten werden ...

      KaMü schrieb:

      Im Falle von Luxemburg ist´s mir vielleicht auch nur schwerlich nachvollziehbar, dass man an einem System festhält, das Angestellte nur unterstützend vorsieht.
      Aber das mag mein persönliches Problem sein - denn abgesehen von der Diskussion um das Ehrenamt ist mein Eindruck schon, dass man in Luxemburg eine (insbesondere polizeiliche) Gefahrenabwehr auf hohem Niveau betriebt.
      Wie gesagt ... mann kann sicherlich den Rettungsdienst auch mit ehrenamtlichem
      Personal aufbauen, ob es sinnvoll ist, das ist eine ganz andere Baustelle.

      Und was die Diskussion um die Steiermark (?) angeht ... der private Anbieter ist
      natürlich nicht zum Zuge gekommen, denn das ÖRK hat da mal wieder ganze
      Pressearbeit geleistet, natürlich im Sinne der Rettungsdienst wird schlechter. Aber
      das ist ja nichts neues ... mit ähnlichen Argumenten wurde ja auch das DRK im
      Müritzkreis vor längerer Zeit zurück in den Retungsdienst gehoben ...
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      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
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    • kellern schrieb:

      @ Jérôme Biondi oder andere:

      kannst du mir sagen, warum die NEF in Lux (zumindest die neuen) zwei baugleiche EKG/Defi an Bord haben ?

      Bei der NEF Dichte und den damit verbundenen wahrscheinlichen Eintreffzeiten möchte man vielleicht damit wieder was gut machen. Wenn man schon später kommt, dann aber mit geballter Kraft ;)

      Lieber Jerome, jetzt bitte nicht gleich wieder böse werden. Ich mag Luxemburg wirklich gerne, fahre mindestens pro jahr 2x hin weil es tolle Gegenden dort gibt und lecker essen. Aber euer Rettungssystem fand ich in den letzten Jahren recht zweifelhaft ( z.B. strikte Aufteilung der Bezirke usw. ) und habe in den letzten Jahren die Fachpresse zu diesem Thema verfolgt. Es scheint sich aber nun wirklich was zu bewegen, was ich sehr begrüße ( siehe neue RTW / NEF und Eintritt in die Berufsrettung analog LU-Stadt )

      Bei den zwei Defis würde ich zu eigenen Luxemburger Überlegungen bezüglich MANV tendieren. Die NEF Dichte ist ja wirklich recht dünn, im Falle eines Großschadens hätte man wenigstens mehr Material zum nutzen. Ähnliche Überlegungen werden ja momentan auch in einigen Bundesländern angestellt, die NEF Ausstattung quantitativ aufzustocken.

      Und wie gesagt, ich möchte nicht provozieren oder ähnliches, es sind aber Defizite da, die man offen ansprechen sollte. Übrigens gibt es die auch in Deutschland. Vergleich wäre hier Hessen/Rheinland-Pfalz
      Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch. Goethe
    • Die Besatzung der NEF setzt sich aus dem Notarzt sowie einen Fachpfleger für Anästhesie und Intensivmedizin zusammen. Somit können beide getrennte Patienten gleichzeitig behandeln. Dies führt zur doppelten Bestückung. Also für den kleine MANV :)
      Es gibt viele Menschen, die sich einbilden, was sie erfahren, verstünden sie auch. Goethe