Kündigungen und Insolvenz bei einem Hamburger Privaten

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    • Hmm ...

      ich bezweifel, dass ein einfacher Zeitungsbericht wirklich so aussagekräftig ist. Das wäre
      ja fast so, als würde man Pro7, RTL & Co mit der Aufklärung eines Mordes beauftragen.

      Unabhängig davon ... es gibt in Deutschland Rechte, die die Arbeitnehmer durchsetzen
      dürfen und dazu zählt auch die Bildung eines Betriebsrates. Dass der aber vielen Firmen
      ein Dorn im Auge ist, ist ja leider nichts neues ... ich sag nur Schlecker, KIK und Co.

      Ohne jetzt die Diskussion zwischen Privaten und HiOrgs wieder aufleben zu lassen, ich bin
      der Meinung, dass das ein Vorgehen ist, was sich im Gesundheitswesen durchsetzen wird,
      denn nur wer billig anbietet wird auch im Markt bestehen können.

      Mit ein Punkt, der meine Ansicht bestätigt, dass Rettungsdienst und Krankentransport eine
      hoheitliche Aufgabe sind, die in Verantwortung durch den Kreis oder besser das Land durch-
      geführt werden sollten.

      Viele Grüße
      Tobias
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    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Ohne jetzt die Diskussion zwischen Privaten und HiOrgs wieder aufleben zu lassen, ich bin
      der Meinung, dass das ein Vorgehen ist, was sich im Gesundheitswesen durchsetzen wird,
      denn nur wer billig anbietet wird auch im Markt bestehen können.


      Und ein Betriebsrat kostet Geld, ggf. sogar sehr viel Geld. Diese Kosten können eine Firma, die "Spitz auf Knopf rechnet" durchaus gegen die Wand fahren, auch wenn genau das nicht Sinn und Zweck eines Betriebsrates ist (sondern eben das exakte Gegenteil)

      Beispiel (fiktiv, aber nahe an der Realität)
      Ein RD-Unternehmen betriebt seit Jahren ein kleinere Wache in einem sehr günstigen Mietobjekt. So ungefähr garnichts entspricht den entspr. Vorschriften. Zu steile Treppen, keine getrennten Toiletten für Männlein und Weiblein, keine getrennten Schlafräume, keine getrennten Umkleidräume u.v.m. Die Mitarbeiter arrangieren sich seit Jahren mit dem Mangel, wenn z.B. "Weibchen" sich umziehen will, dann passiert das im (einzigen) Schalfraum, "Männchen" geht derzeit eben raus. "Mann" schläft auf der Couch im Aufenthaltsraum, wenn "Frau" ihn nicht im Schlafraum (Einzelbetten) haben will. Eigentlich so gesehen alles prima.

      Ein Betriebsrat kann mit vollem Recht eine entsprechende Trennung von Umkleide, Schlafraum und Toiletten/Duschen etc. fordern und durchsetzen. Der Arbeitgeber muss das umsetzen und das bedeutet Kosten. Das bedeutet bauliche Veränderungen oder - wenn diese nicht möglich sind - Umzug in wesentlich grössere (und vorallem teurere) Räume. Verdient die Firma dann mehr Geld? Kann sie diese Mehrkosten irgendwie umlegen auf ihre Auftraggeber? Wohl kaum.....

      Ein Betriebsrat kann für beide Seiten, also Arbeitnehmer UND Arbeitgeber eine gute und wertvolle Sache sein - aber nur, wenn sich beide auf sachlicher Ebene gut verstehen und auch zusammenarbeiten. Ein "Krieg" zwischen Betriebsrat und Arbeitgeber schadet letztendlich allen Beteiligten, vorallem auch den Arbeitnehmern, die im schlimmsten Fall bei einer Insolvenz dann auf der Strasse stehen. Es gibt sicher "Ausbeuterbetriebe", deren Inhaber nur auf persönlichen Maximalgewinn ausgerichtet sind und das ohne Rücksicht auf das Personal. Aber das sind dann auch die Leute, die locker mal eben eine Firma gegen die Wand fahren, um sich der Mitrarbeiter udn vorallem des Betreibsrates mal eben schnell entledigen. 5 Minuten späte rsteht die "neue" Firma - gleicher Geschäftsinhalt, gleiche Leute - nur eben "neu" und noch ohne Betriebsrat oder unliebsame Mitarbeiter (die man sonst nicht so einfach losgeworden wäre)....

      Im RD bzw. KTP haben wir zudem das Problem, dass der "Preis" nicht von Angebot und Nachfrage bestimmt wird, sondern von den Krankenkassen. Währen dder öff. RD da noch ein relativ etnspanntes Auskommen hat (gesetzliche Vorhaltung, zugesicherte Kostendeckung usw.) sieht es in der hochgelobten "freien Wirtschaft" oft anders aus. Es gibt Bundesländer (wie z.B. Bayern) , in denen die Kassen für eine KTW-Stadtfahrt rund 50EUR zahlen - selbst ein Taxi ist auf manche Stadtstrecken teurer als ein KTW mit 2(!) qualifizierten Leuten, einigermassen aufwändiger tech. Ausstattung usw.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Rettungsopa schrieb:

      Ein RD-Unternehmen betriebt seit Jahren ein kleinere Wache in einem sehr günstigen Mietobjekt. So ungefähr garnichts entspricht den entspr. Vorschriften. Zu steile Treppen, keine getrennten Toiletten für Männlein und Weiblein, keine getrennten Schlafräume, keine getrennten Umkleidräume u.v.m. Die Mitarbeiter arrangieren sich seit Jahren mit dem Mangel, wenn z.B. "Weibchen" sich umziehen will, dann passiert das im (einzigen) Schalfraum, "Männchen" geht derzeit eben raus. "Mann" schläft auf der Couch im Aufenthaltsraum, wenn "Frau" ihn nicht im Schlafraum (Einzelbetten) haben will. Eigentlich so gesehen alles prima.



      Sorry, aber bei Deinem Beispiel ist absolut nichts prima ...

      Das was Du dort beschreibst ist ein Verstoß gegen so ziemlich alle gesetzlichen Vorgaben und
      mittlerweile wird sowas auch von den Aufsichtsbehörden überprüft. Und das ist auch verdammt
      gut so, denn zumindest im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst ist das in meinen Augen das
      Erschleichen von Leistungen, für die es keine Gegenleistung gibt.

      Bekommt Wache A, die gerade vom Betreiber auf die gesetzlichen Vorschriften umgebaut wurde
      das selbe Geld, wie Wache B, wo alles eher nicht den Vorschriften entspricht, dann hat Wache B
      (oder der Betreiber) eien deutlichen Kostenvorteil. Das ist im Prinzip das Gleiche, wie wenn der
      Betreiber C das gleiche Geld bekommt und sein Personal zu 50 % aus ehrenamtlich arbeitenden
      Personal stellt.

      Man hat sich bei der Einführung gewissen Vorschriften schon Gedanken gemacht, und wir sollten
      nicht vergessen, dass wir uns hier im kommerziellen und nicht privaten Bereich bewegen. Und
      da gibt es nun einmal ein paar Gesetze zu befolgen ... auch wenn das viele nicht begreifen ...

      Von daher ist ein Betriebsrat in meinen Augen eine Einrichtung, die im Sinne von Unternehmer
      und Mitarbeiter agiert, auch wenn der Unternehmer das oft nicht sehen wird. Denn nur zufriedene
      Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter.
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    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Das was Du dort beschreibst ist ein Verstoß gegen so ziemlich alle gesetzlichen Vorgaben und
      mittlerweile wird sowas auch von den Aufsichtsbehörden überprüft. Und das ist auch verdammt
      gut so, denn zumindest im öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst ist das in meinen Augen das
      Erschleichen von Leistungen, für die es keine Gegenleistung gibt.


      Kommt darauf an, wie eine solche "Wache" gesehen wird. Es gibt z.B. hier auch den Begriff "Stellplatz" - d.h. dort steht ein RTW. Mit etwas Glück unter einem Dach, mit noch mehr Glück gibt es einen Aufenthaltsraum, das war´s. Eine gr. HiOrG hatte hier lange einen solchen "Stellplatz" betrieben - unter einer Brücke, Aufenthaltsraum war ein Baucontainer und daneben stand ein Dixi-Klo, Vorhaltung 24/7.....


      Von daher ist ein Betriebsrat in meinen Augen eine Einrichtung, die im Sinne von Unternehmer
      und Mitarbeiter agiert, auch wenn der Unternehmer das oft nicht sehen wird. Denn nur zufriedene
      Mitarbeiter sind gute Mitarbeiter.


      Ich hab nix gegen einen Betriebsrat, kommt nur darauf an, aus welchen Gründen er gegründet wurde. Es gibt schon Mitarbeiter, die über den Weg einer Gründung eines Betriebsrates versuchen, "es dem Chef mal richtig zu zeigen". Das Gemeine dabei ist, dass selbst wenn die absolut überwiegende Mehrheit der Beschäftigten keinen Betriebsrat will - er kommt, wenn ihn nur 1(!!) Mitarbeiter haben will und dieser zudem in einer Gewerkschaft organisiert ist. Damit ist die Gewerkschaft "im Betrieb vertreten" und das reicht. "Demokratisch" geht es hier absolut nicht zu, das ist schon eher Diktat einer Minderheit.

      Was die Firma im OP betrifft - genau so geht es eben. 1 oder 2 Mitarbeiter treten "heimlich" einer Gewerkschaft (z.B. verdi) bei und wollen dann einen Betriebsrat. verdi etc. macht den Rest, denn die sind immer daran interessiert, in Betrieben vertreten zu sein.

      Bei Firmen, die nicht gut bei Kasse sind, ist eine Betriebsratsgründung aber gut zu überlegen. Ein Betriebsrat kostet dem Arbeitgeber eine Menge Geld. So z.B. je nach Mitarbeiterzahl 1-x freigestellte Betriebsräte die bei vollem Gehalt weiterarbeiten - nur eben als Betriebsrat und nicht mehr "produktiv". Bei Betriebsversammlungen muss der Arbeitgeber alle anwesenden Mitarbeiter und auch deren Reisekosten bezahlen. Der Betriebsrat darf (und muss) auf Forbildungen, die der Arbeitgeber bezahlen muss, es braucht einen Raum/Büro mit Telefon und PC usw. für den Betriebsrat etc. Und das sind nur die "Fixkosten" - da hat der Betriebsrat noch keine einzige Forderung/Änderung von irgendetwas eingebracht oder durchgesetzt. Und s.o. mein fiktives Beispiel einer "Wache" - wenn der Betriebsrat mit voller gesetzlicher Rückendeckung fordert, dann kostet das auch wieder viel Geld... Sowas kann eine Firma schnell in den finanziellen Abgrund drängen.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Ich glaube, dass kein AG, der mit seinen Leuten und seinem Material vernünftig umgeht, die Gründung eines BR zu fürchten hat. In aller Regel wird dann nämlich auf beiden Seiten genug Verstand vorhanden sein, dies zum Wohle des Betriebes - das Wohl, die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist nämlich ein Teil des Gesamtwohls und trägt in nicht zu unterschätzendem Maße zum Gesamtwohl bei - umzusetzen.

      Und auch hier ist es wie in dem genannten Beispiel: wenn alle Betriebe die geforderten Minimalvoraussetzungen erbringen, hat niemand einen Vor- oder Nachteil. Haben alle Betriebe einen solchen BR, hat auch hier niemand einen Vor- oder Nachteil. Der Vorteil entsteht dann, wenn so ein BR mit aller Macht verhindert wird, weil man dann a) natürlich die Kosten des BR spart und b) schalten und walten kann, wie man lustig ist. Und das geht immer auf Kosten der Mitarbeiter.

      Was ist denn die Vorgeschichte, die hinter der Intention, "es dem Chef mal zu zeigen", steht? Weil vorher alles Friede-Freude-Eierkuchen war und er Betrieb sich in vorbildlicher Art und Weise um seine Mitarbeiter gekümmert hat?! Ich glaube nicht...
      Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
    • Hi,

      Brian Peschke schrieb:

      Ich glaube, dass kein AG, der mit seinen Leuten und seinem Material vernünftig umgeht, die Gründung eines BR zu fürchten hat. In aller Regel wird dann nämlich auf beiden Seiten genug Verstand vorhanden sein, dies zum Wohle des Betriebes - das Wohl, die Zufriedenheit der Mitarbeiter ist nämlich ein Teil des Gesamtwohls und trägt in nicht zu unterschätzendem Maße zum Gesamtwohl bei - umzusetzen.


      Wenn alles prima läuft, dann braucht ein Betrieb auch keinen Betriebsrat. Ein Betriebsrat ist eine Mitarbeitervertretung - nur wofür oder wogegen sollten sich Mitarbeiter vertreten lassen, wenn sie mit ihren Vorgesetzten auch ohne Dritte wunderbar auskommen, für Probleme, Anliegen und Wünsche stets ein offenes Ohr finden und arbeitsrechtliche Vorschriften immer eingehalten werden? Was kann oder sollte ein Betriebsrat hier tun, damit er sein Geld wert ist?


      Der Vorteil entsteht dann, wenn so ein BR mit aller Macht verhindert wird, weil man dann a) natürlich die Kosten des BR spart und b) schalten und walten kann, wie man lustig ist. Und das geht immer auf Kosten der Mitarbeiter.


      Ein Betriebsrat ist auch kein Allheilmittel für ein Wohlfühlklima der Arbeitnehmer. Wenn in einem Betrieb z.B. allgemein wenig Lohn/Gehalt bezahlt wird, kann auch ein BR nicht dafür sorgen, dass ab nächsten Monat alle Mitarbeiter mehr Geld in der Tasche haben - es sei denn, ein gesetzlich festgelegter Mindestlohn wird unterschritten oder gesetzliche/tarifvertragliche Zuschläge (z.B. Nachtarbeit) werden nicht gezahlt.

      Und "auf Kosten der Mitarbeiter".... Ich kenne eine Firma, deren Chef zur Fussball-WM 2006 bei jedem deutschen Spiel am Hauptsitz der Firma Beamer und Leinwand aufgestellt hat und für alle Mitarbeiter gab es Grillfleisch und Getränke "for free" Bei Spielen am Nachmittag gab es sogar (soweit möglich) dafür früher frei für die Mitarbeiter. Da hat sich der Betriebsrat beschwert, dass diese "WM-Party" nur an einem Standort abgehalten wurde und die Mitarbeiter der anderen Filialen leer ausgingen. Der Betriebsrat hat gewonnen - bei der WM 2010 gab es solche "WM-Partys" nicht mehr und auch bei Nachmittagsspielen der deutschen Mannschaft hatten alle Arbeitnehmer brav bis pünktlich zum Feierabend an ihrem Schreibtisch zu sitzen, TV, Radio und Internet-Stream wurden verboten. (Personen an Arbeitsplätzen ohne Internet-PC, Radio etc. wären ja dann benachteiligt worden....)
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Rettungsopa schrieb:

      Ich hab nix gegen einen Betriebsrat, kommt nur darauf an, aus welchen Gründen er gegründet wurde. Es gibt schon Mitarbeiter, die über den Weg einer Gründung eines Betriebsrates versuchen, "es dem Chef mal richtig zu zeigen". Das Gemeine dabei ist, dass selbst wenn die absolut überwiegende Mehrheit der Beschäftigten keinen Betriebsrat will - er kommt, wenn ihn nur 1(!!) Mitarbeiter haben will und dieser zudem in einer Gewerkschaft organisiert ist. Damit ist die Gewerkschaft "im Betrieb vertreten" und das reicht. "Demokratisch" geht es hier absolut nicht zu, das ist schon eher Diktat einer Minderheit.
      Ja und?

      wenn die Mehrheit keinen Betriebsrat will, dann sollen sich die Kollegen aufstellen lassen,
      die das sos ehen und dann dafür sorgen, dass der Kollege, der unbedingt da rein wollte,
      eben nicht gewählt wird. Nicht fair aber sicherlich praktikabel.

      Und die Umsetzung eines geltenden Gesetzes (hier das BVerfG) ist nun einmal in den
      seltensten Fällen demokratisch ...

      Ansonsten, wenn das Betriebsklima stimmt, dann wird ein Arbeitgeber von einem BR
      nichts zu befürchten haben ... und hat er von dem BR etwas zu befürchten, ist es doch
      eh nur eine Frage der Zeit, bis es entsprechende Informationen bei´den Aufsichtsbe-
      hörden gibt, oder? Und dann stell ich mir die Frage was besser ist ...
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    • Um mal bei diesem Fußball-Beispiel zu bleiben: Findest du das denn in Ordnung, dass der Arbeitgeber hier einige Mitarbeiter bevorzugt behandelt und andere leer ausgehen - evtl. sogar die Arbeit der anderen Mitarbeiter mitmachen muss? Man muss das auch mal aus der Perspektive der Solidarität sehen. Ich kann da nix Verwerfliches daran finden, wenn der BR diese Vorteile für alle Mitarbeiter, also eine Gleichbehandlung einfordert. Und wenn der AG dann beleidigt reagiert und den Hintergrund nicht sehen will, sorry - das ist ja nicht Schuld des BR, der berechtigte Interessen seiner und vor allem aller Kollegen vertritt. Ganz im Gegenteil, mit dieser Argumentation gegen den BR Stimmung zu machen ist im höchsten Maße unfair und verkennt den Sinn und Zweck eines BR völlig. Denn hier hätte es ganz sicher eine annehmbare Kompromisslösung gegeben (jeder darf bei Deutschland-Spielen früher Schluss machen, an allen Standorten - oder es dürfen Fernseher mitgebracht werden statt Großleinwand, es werden überall kleine Snacks gereicht etc.).

      Und was ein BR in einer Firma tun kann, in der alles gut läuft? Sicher stellen, dass dies auch in Zukunft und in schwierigen Zeiten so läuft. Dass bestimmte Dinge eingehalten werden, von denen der Chef und die Mitarbeiter bisher nix wussten. Wer kennt sich denn im Arbeitsrecht wirklich gut aus? Warum haben die die BR Anspruch auf Fortbildungen und so - das ist eben nix, was man mal so nebenbei nach einem X-Stunden-Tag noch stemmt. Wir brauchen uns doch nix vorzumachen, die Zeiten der starken Arbeitnehmer und AN-Vertretungen sind vorbei, da ist es dann wichtig, dass die Reste, die uns noch geblieben sind, dann auch adäquat vertreten werden.
      Gott gebe mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      wenn die Mehrheit keinen Betriebsrat will, dann sollen sich die Kollegen aufstellen lassen,
      die das sos ehen und dann dafür sorgen, dass der Kollege, der unbedingt da rein wollte,
      eben nicht gewählt wird. Nicht fair aber sicherlich praktikabel.


      Und wo liegt der Sinn in einer Person "Betriebsrat", die keine Betriebsratsarbeit machen will? Und wer will gar den bei einer Betriebsgrösse ab 200 Mitarbeitern den freigestellten Betriebsrat machen? Nicht mehr seinem Beruf (oder Berufung) nachgehen, sondern denganzen Tag in einem Büro sitzen und eine Arbeit machen, die in seinen Augen garnicht nötig ist? Udn schliesslich hat ein Betriebsrat auch Pflichten, denen er nachkommen muss. Ein "ich-lass-mich-wählen-weil-ich-keinen-BR-will"-Betriebsrat wird also Gegenwind von den Leuten (und/oder Gewerkschaft) bekommen, die den ("ihren") BR durchsetzen wollten.



      Ansonsten, wenn das Betriebsklima stimmt, dann wird ein Arbeitgeber von einem BR
      nichts zu befürchten haben ...


      Ausser einen mehr oder weniger grossen Rechnungsposten in der Buchhaltung. Alleine ein freigestellter Betriebsrat, der ab 200 MA vorgeschrieben ist, kostet dem AG einen 5-stelligen Betrag im Jahr, denn für die Planstelle, die durch den freigestellten BR wegfällt, muss eine neuer Mitarbeiter gesucht und bezahlt werden. Selbst der absolut AG-freundliche BR in einer Ponyhof-Kuschel-Firma, der auch niemals die Stimme gegen seinen AG erheben würde, kostet eine Stange Geld..... Und ab 200 MA ist der freigestellte BR ja nicht alleine, er hat noch 6 Betriebsratskollegen die bezahlt werden müssen, wenn sie nicht "produktiv", sondern als BR tätig sind.


      und hat er von dem BR etwas zu befürchten, ist es doch
      eh nur eine Frage der Zeit, bis es entsprechende Informationen bei´den Aufsichtsbe-
      hörden gibt, oder? Und dann stell ich mir die Frage was besser ist ...


      Ist die Frage, welchen BR man hat. Um auf das fiktive Beispiel der Wache zurückzukommen - ein "guter" BR vertritt die Interessen seiner Kollegen und die könnten durchaus sein, das "Hexenhäuschen" als Wache zu erhalten "weil´s Tradition hat", "so kuschelig ist" etc. Auch Verkehrsanbindung, Nähe zum Badesee etc. können Argumente für die Mitarbeiter sein, dafür freiwillig und gerne auf manche gesetzlichen Vorschriften wie z.B. getrennte Umkleide/Schlafräume zu verzichten und sich eben "zu arrangieren". Der korrekte (oder besser "böse") BR wird auf die Vorschriften pochen und eine Umsetzung verlangen und durchsetzen - auch wenn das für die Mitarbeiter insgesamt dann "gefühlte" Nachteile hat, weil damit ein anderer Standort gesucht werden muss (z.B. kein Badesee mehr um´s Eck, S-Bahnhof weit weg, ungemütliches Industriegebiet statt Häuschen mit Garten usw.

      Man weis eben nie, was oder wen man als BR bekommt. Das Wahlprozedere der BR-Wahl legt nämlich auch fest, dass selbst absolute Minderheiten eine Chance bekommen, in den BR gewählt zu werden. Wenn diese Minderheit aus der Gruppe der "bösen" BR-Leute kommt, dann können die durchaus so manche gut-gewollten Entscheidungen des BR blockieren oder anfechten.

      Der BR ansich ist eine sinnvolle Einrichtung, Die Regularien dazu sind aber etwas "zweifelhaft" wenn im Extremfall 1 (ein!) Mitarbeiter fordern kann, dass ein BR sein muss und 999 Leute einen BR garnicht haben wollen und - es geht ja noch weiter - wenn sich ausser dieser einen Person (vielleicht ja nicht einmal diese Person) niemand zur Wahl stellt, dann wird per Gesetz ein externer BR eingesetzt. Der "externe Betriebsrat" kommt dann meistens aus den Reihen der Gewerkschaften und die haben in der Vergangenheit schon öfters gezeigt, dass es ihnen mehr um ihre eigene Existenz geht, als um das (langfristige) Wohl der Mitarbeiter, des "Wirtschaftstandort Deutschland" etc. Die Crux ist nämlich, dass die Gewerkschaften auch gewissermassen gewinnorientierte Betriebe sind, die Geld verdienen wollen, um ihr "Produkt" besser an den Mann bringen zu können, Chefsessel zu bezahlen usw.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Ist die Frage, welchen BR man hat. Um auf das fiktive Beispiel der Wache zurückzukommen - ein "guter" BR vertritt die Interessen seiner Kollegen und die könnten durchaus sein, das "Hexenhäuschen" als Wache zu erhalten "weil´s Tradition hat", "so kuschelig ist" etc. Auch Verkehrsanbindung, Nähe zum Badesee etc. können Argumente für die Mitarbeiter sein, dafür freiwillig und gerne auf manche gesetzlichen Vorschriften wie z.B. getrennte Umkleide/Schlafräume zu verzichten und sich eben "zu arrangieren". Der korrekte (oder besser "böse") BR wird auf die Vorschriften pochen und eine Umsetzung verlangen und durchsetzen - auch wenn das für die Mitarbeiter insgesamt dann "gefühlte" Nachteile hat, weil damit ein anderer Standort gesucht werden muss (z.B. kein Badesee mehr um´s Eck, S-Bahnhof weit weg, ungemütliches Industriegebiet statt Häuschen mit Garten usw.
      Nun ...

      auch ein "guter" Betriebsrat wird sich um die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben kümmern müssen,
      denn ansonsten reicht nämlich ein Mitarbeiter, der sich nicht gut behandelt fühlt und schon ist die
      Gewerbeaufsicht und das Gesundheitsamt vor Ort und dann muss die Firma etwas machen, weil man
      ihr sonst den Laden berechtigterweise dicht macht.
      Man weis eben nie, was oder wen man als
      BR bekommt. Das Wahlprozedere der BR-Wahl legt nämlich auch fest, dass
      selbst absolute Minderheiten eine Chance bekommen, in den BR gewählt zu
      werden. Wenn diese Minderheit aus der Gruppe der "bösen" BR-Leute kommt,
      dann können die durchaus so manche gut-gewollten Entscheidungen des BR
      blockieren oder anfechten.

      Es gibt keine guten oder bösen Betriebsratmitglieder ... es gibt nur welche, die im Sinne der Mitarbeiter
      UND des Unternehmens oder eben gegen die Mitarbeiter und das Unternehmen arbeiten. Und um es
      noch einmal ganz deutlich zu machen ... Das Pochen auf die Einhaltung gesetzlicher Vorschläge ist für
      micht die Aufgabe eines Betriebsrates, denn er ist für die Mitarbeiter auch mitverantwortlich.
      Der BR ansich ist eine sinnvolle
      Einrichtung, Die Regularien dazu sind aber etwas "zweifelhaft" wenn im
      Extremfall 1 (ein!) Mitarbeiter fordern kann, dass ein BR sein muss und
      999 Leute einen BR garnicht haben wollen und - es geht ja noch weiter -
      wenn sich ausser dieser einen Person (vielleicht ja nicht einmal diese
      Person) niemand zur Wahl stellt, dann wird per Gesetz ein externer BR
      eingesetzt. Der "externe Betriebsrat" kommt dann meistens aus den Reihen
      der Gewerkschaften und die haben in der Vergangenheit schon öfters
      gezeigt, dass es ihnen mehr um ihre eigene Existenz geht, als um das
      (langfristige) Wohl der Mitarbeiter, des "Wirtschaftstandort
      Deutschland" etc. Die Crux ist nämlich, dass die Gewerkschaften auch
      gewissermassen gewinnorientierte Betriebe sind, die Geld verdienen
      wollen, um ihr "Produkt" besser an den Mann bringen zu können,
      Chefsessel zu bezahlen usw.

      Nun ... wenn sich keiner für den Betriebsrat einsetzt, dann haben die Kollegen eben nicht begriffen,
      was auch die Aufgaben des BR sind. Und die Regularien, wie es zu einem BR kommt, sind eben im
      BVerfG ganz deutlich festgelegt.

      Ich bleibe dabei, wenn ein Arbeitgeber Angst vor einem aktiven Betriebsrat hat, dann hat er ganz
      deutlich etwas zu verstecken ... und spätestens wenn es um Kündigungen von Mitarbeitern geht,
      wünschen sich alle, dass es doch einen Betriebsrat gegeben hätte.

      Und wenn man die Gewerkschaften als externen BR nicht haben will, dann sollen sich die Mitarbeiter
      eben verdammt noch einmal auf den eigenen Arsch setzen und sich engagieren, denn um den BR
      kommt man eben nicht rum, wenn der Wunsch danach ist.
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