Malteser putzen Klinken in Hamburg

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Malteser putzen Klinken in Hamburg

      Heut' Abend klingelte einer vom Malteser Hilfsdienst (MH) an der Wohnungstür und fragte, ob er kurz erklären könne was der MH so macht.
      Ich hab ihn drauf gleich in die Küche gelotst und mir alles angehört. Er erzählte, dass sie auf Spenden angewiesen seien, da der Staat sie nicht unterstütze.
      Im Laufe des Gesprächs kam heraus, dass der MH durch ein ausgefülltes Mitgliedsformula Zuschüsse bekommen würde.

      Er erzählte, dass in der Nachbarschaft die Akzeptanz sehr hoch sei und viele mit kleinen Beiträgen (3-5€ monatlich) ihren Teil dazubeisteurn würden.
      Die Mitgliedschaft könne man auch jederzeit telefonisch kündigen, so dass man keinerlei Verpflichtungen eingehe.
      Nachdem ich ihm dann erklärt hatte, dass ich so auf die Schnelle keinen Antrag ausfüllen würden und mir das gerne nochmal überlegen würde, meinte er, dass die Antrage gescannt und durchnummeriert seien und er keinen da lassen könne.
      Als dann herauskam, dass ich dann nichts spenden würde, packte er ziemlich schnell seine Mappe und verlies die Wohnung. Die Abschiedsworte waren nur "Tschüss".

      Ich habe persönlich nichts dagegen zu Helfen, allerdings möchte ich das dann schon aus freien Stücken und nicht zwischen Tür und Angel.


      Onkel BigBrother spuckte mir noch dies aus: nicht-spurlos.de/grosskotziger-spendensammler/538/
    • Guten Morgen,

      das Problem der professionellen und teilweise mit haarsträubenden Geschichten arbeitenden
      Werbefirmen ist absolut nichts neues und machen eigentlich fast alle Hilfsorganisationen. Das
      Problem ist halt, dass das Spendenaufkommen schon seit langem eher rückläufig ist und dass
      die HiOrgs dagegen etwas machen wollen.

      Dass sich die Hilfsorganisationen mit solchen Methoden leider ins eigene Fleisch schneiden, dass
      scheint bei den meisten Führungsetagen noch nicht angekommen sein.

      Der Vorschlag von Bargst ist sicher nicht verkehrt, aber wenn ich die Reaktion des ASB auf den
      Bericht im Fernsehen mir so anschaue, gehe ich davon aus, das oft vergebene Liebesmüh ist.

      Viele Grüße
      Tobias

      PS: Diese Probleme hatten wir bei meinem Zivi 1993 / 1994 schon gehabt ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Moin,

      es ist durchaus richtig, das das (allgemeine) Spendenaufkommen sehr niedrig ist, wenn wir mal von gezielten Aktionen (aktuell z.B. Haiti, Pakistan, etc) absehen.
      Es ist auch allgemein bekannt, das die HiOrgs - ohne Ausnahme - in erster Linie von den Geldern der Fördermitglieder leben müssen.
      Denn nur mit diesen regelmäßig eingehenden Geldern kann betriebswirtschaftlich einigermaßen zielgerichtet kalkuliert werden.

      Also müssen die Organisationen ihre Bemühungen auf die Gewinnung von langfristig zahlenden Fördermitgliedern legen.
      Dazu werden von Zeit zu Zeit von den lokal arbeitenden Verbandstufen (meist Kreisverband bzw. Regionalverband bzw. Diözesanverband) Fördermitglieder geworben.
      Das dies mit professionellen Agenturen gemacht wird, hängt einfach damit zusammen, das kein Hauptamtlicher oder Ehrenamtlicher der HiOrg bereit wäre, über Tage und Wochen "Klinken zu putzen"; selbst, wenn er dafür einen entsprechenden Obolus bekäme.
      Es gab vor Jahren tatsächlich in verschiedenen HiOrgs diese Versuche - in allen Fällen ohne konkreten Erfolg.
      Professionelle Argenturen mit geschulten Werbern - auch das gibt es! - sind deutlich, sehr deutlich erfolgreicher.

      Das, was - wie üblich - hängen bleibt und durch die Medien geht, sind die wenigen Ausreißer, die unangenehm auffallen.

      @Tobias: Wieso schneiden sich die Hiorgs hier in das eigene Fleisch?
      Wenn du mit deiner Aussage meinst, das eine bessere Kontrolle der Werber stattfinden muss und sollte, gebe ich dir uneingeschränkt recht.
      Und bei den Werbeaktionen, die ich mitbekommen (und teils auch begleitet) habe, hat die Kontrolle funktioniert.
      Grüße, S.O.
    • safety-officer schrieb:

      @Tobias: Wieso schneiden sich die Hiorgs hier in das eigene Fleisch?
      Wenn du mit deiner Aussage meinst, das eine bessere Kontrolle der Werber stattfinden muss und sollte, gebe ich dir uneingeschränkt recht.
      Das Problem ist einfach, dass sagen wir mal 95 % aller Werbeaktionen mit vernünftig
      ausgebildetem und geschultem Personal durchgeführt wird. Von diesen Werbeaktionen
      wird man nie etwas in der Presse lesen oder hören.

      Das Problem sind, wie üblich die unseriösen restlichen rund 5 % der Werbeaktionen, bei
      denen ein Großteil der eingenommenen Werbegelder in den Taschen der Firmen landet
      oder bei dem die möglichen Mitglieder mit Hilfe von falschen Tatsachen und teilweise auch
      mehr oder weniger sanften Druck beschissen werden.

      safety-officer schrieb:

      Und bei den Werbeaktionen, die ich mitbekommen (und teils auch begleitet) habe, hat die Kontrolle funktioniert.

      Wenn so eine Aktion mit entsprechender Kontrolle sauber durchgeführt wird, dann ist da
      auch nichts gegen einzuwenden, allerdings habe ich sehr oft das Gefühl, dass man da in
      einigen Fällen nicht auf die Ausbildung der Werber achtet und das ganze Umfeld sagen
      wir mal nicht optimal ist.

      Interessant wäre es mal zu wissen, wie denn die langfristige Auswirkung dieser Werbe-
      aktionen ist ... bleiben die Mitglieder wirklich länger dem Verein als zahlendes Mitglied
      erhalten oder sind die nach der ersten (meistens für die HiOrg sich nicht lohnenden)
      Zahlung wieder raus aus dem Mitgliederpool?

      Ich befürchte nur, dass es dazu freiwillig keine Angaben einer jeden Hilfsorganisation
      geben wird. Und das finde ich sehr schade ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Tobias Voss schrieb:

      Das Problem sind, wie üblich die unseriösen restlichen rund 5 % der Werbeaktionen, ...
      ... dass man da in einigen Fällen nicht auf die Ausbildung der Werber achtet und das ganze Umfeld sagen wir mal nicht optimal ist.

      FullACK.
      Gute Werbeagenturen mit guten Mitarbeitern sind selten und kosten Geld; Geld, das so mancher Geschäftsführer einsparen möchte.
      Und genau diese Rechnung geht langfristig nicht auf.

      Tobias Voss schrieb:

      Interessant wäre es mal zu wissen, wie denn die langfristige Auswirkung dieser Werbeaktionen ist ... bleiben die Mitglieder wirklich länger dem Verein als zahlendes Mitglied erhalten oder sind die nach der ersten (meistens für die HiOrg sich nicht lohnenden) Zahlung wieder raus aus dem Mitgliederpool?
      Ich befürchte nur, dass es dazu freiwillig keine Angaben einer jeden Hilfsorganisation geben wird. Und das finde ich sehr schade ...

      Es gibt renomierte Untersuchungen (gfK, TNS Infratest u.a.), zum Thema Spenderverhalten, hab ich nur nicht greifbar.
      Es ist tatsächlich so, das gerade aufgrund der geringen Beitraghöhe (ab 18 € im Jahr) die Fördermitglieder längerfristig gebunden werden.

      Übrigens, laut Statistischem Bundesamt beträgt das Spendenvolumen in DE rund 4,1 Mrd €, das tatsächliche Aufkommen, also incl. nicht abzugsfähiger Spenden wird auf mehr als 6 Mrd (McKinsey) geschätzt.
      Grüße, S.O.
    • Icsunonove schrieb:

      Wie wärs einfach mit dem erwirtschafteten Geld aus RD und KTP mal ordentlich zu haushalten bzw. diese Bereiche so zu optimieren, daß Geld verdient wird?
      Ein toller Vorschlag - er zeugt leider von wenig Sachkenntnis.

      Trotzdem eine ernsthafte Antwort darauf:
      Abgesehen, dass die Optimierung gar nicht so einfach ist, wird der Rettungsdienst nicht aus den Zahlungen der so geworbenen Fördermitgliedern finanziert. Er wird durch die Krankenkassen finanziert und Spenden, die dort hinein
      fließen müssen üblicherweise mit deren Finanzierung verrechnet werden. Spendengelder können allenfalls für zusätzliche Geräte über die DIN hinaus eingesetzt werden. Geld, das im RD / KTP verdient wird (wenn überhaupt) darf nicht für andere Bereiche innerhalb der HiOrg verwendet werden, da schauen die Kostenträger genau drauf.
      Die Fördermitglieder, die durch solche Aktionen geworben werden, finanzieren korrekterweise ausschließlich die ehrenamtlichen Aktivitäten oder HiOrgs. Für den Bereich RD gehört da allenfalls ne Unterstützungsgruppe RD dazu, mehr aber auch nicht.
    • Wie wärs einfach mit dem erwirtschafteten Geld aus RD und KTP mal ordentlich zu haushalten bzw. diese Bereiche so zu optimieren, daß Geld verdient wird?
      Ein toller Vorschlag - er zeugt leider von wenig Sachkenntnis.

      Trotzdem eine ernsthafte Antwort darauf:
      Abgesehen, dass die Optimierung gar nicht so einfach ist, wird der Rettungsdienst nicht aus den Zahlungen der so geworbenen Fördermitgliedern finanziert. Er wird durch die Krankenkassen finanziert und Spenden, die dort hinein
      fließen müssen üblicherweise mit deren Finanzierung verrechnet werden. Spendengelder können allenfalls für zusätzliche Geräte über die DIN hinaus eingesetzt werden. Geld, das im RD / KTP verdient wird (wenn überhaupt) darf nicht für andere Bereiche innerhalb der HiOrg verwendet werden, da schauen die Kostenträger genau drauf.
      Die Fördermitglieder, die durch solche Aktionen geworben werden, finanzieren korrekterweise ausschließlich die ehrenamtlichen Aktivitäten oder HiOrgs. Für den Bereich RD gehört da allenfalls ne Unterstützungsgruppe RD dazu, mehr aber auch nicht.

      So die graue Theorie. In der Praxis läuft es in einigen Regionen der Republik leider anders ...
    • Wenn du auf ein südöstliches Bundesland mit einer großen, im Rettungsdienst aktiven HiOrg anspielst, das ist eine K.d.ö.R.
      Da gibt es ein paar andere Spielregeln als in einem e.V. oder einer (ausgegliederten) gGmbH.
      In dem westlich danebenliegenden Bundesland wird sehr wohl seitens der zuständigen Gremien und der Finanzämter auf die Einhaltung der gesetzlichen Bestimmungen geachtet.
      Und die rechtlichen Unterschiede zwischen Notfallrettung und Krankentransport sollten dir ja auch bekannt sein.
      Grüße, S.O.
    • In Berlin stehen regelmäßig die Malteser an öffentlichen und hoch frequentierten Plätzen und sprechen Passanten an, um diese zu Projektspenden zu bringen (nicht mal zur Mitgliedschaft).
      Dabei handelt es sich nicht um MHD- Mitglieder, sondern um Promoter, die in Berlin auch für den Naturschutzbund oder Save the Children Spenden sammeln.

      Das einfachste, was man sagen kann, um die abzuwimmeln: "Ich bin schon Mitglied". Denn MHD- Mitglieder können nicht auf deren Spendenlisten.
    • dispoman schrieb:

      Icsunonove schrieb:

      Wie wärs einfach mit dem erwirtschafteten Geld aus RD und KTP mal ordentlich zu haushalten bzw. diese Bereiche so zu optimieren, daß Geld verdient wird?
      Ein toller Vorschlag - er zeugt leider von wenig Sachkenntnis.

      Trotzdem eine ernsthafte Antwort darauf:
      Abgesehen, dass die Optimierung gar nicht so einfach ist, wird der Rettungsdienst nicht aus den Zahlungen der so geworbenen Fördermitgliedern finanziert. Er wird durch die Krankenkassen finanziert und Spenden, die dort hinein
      fließen müssen üblicherweise mit deren Finanzierung verrechnet werden. Spendengelder können allenfalls für zusätzliche Geräte über die DIN hinaus eingesetzt werden. Geld, das im RD / KTP verdient wird (wenn überhaupt) darf nicht für andere Bereiche innerhalb der HiOrg verwendet werden, da schauen die Kostenträger genau drauf.

      Das ist doch Unfug.
      Im Krankentransport kann sehr wohl Geld verdient werden und dieses kann auch in anderen Geschäftsfeldern der Hilfsorganisation investiert werden.
      Der Krankentransport ist in dem Bundesland, aus dem Du offensichtlich stammst, dem freien Markt geöffnet.
      Und hierbei gibt es für den Krankentransport kein Budgetwesen sondern Tarifvereinbarungen, die eben mehr oder weniger gut und auskömmlich verhandelt sind.
      Freilich kann man dabei Geld verdienen und dies auch nach eigenem Ermessen wieder investieren...
    • Freilich kann man dabei Geld verdienen und dies auch nach eigenem Ermessen wieder investieren...
      Allerdings müssen die HiOrgs bei den nächsten Kostenträgerverhandlungen nachweisen, dass sie mit dem bisher bezahlten Tarif nicht auskommen, wenn sie mehr Geld wollen. Solange bei einer Gewinnerzielung die damit getätigten Investitionen im Bereich KTP statt finden ist alles ok, bei (nachweisbaren) Quersubventionen anderer Tätigkeitsfelder gibts schlicht und einfach keine höheren Transporttarife. Die Profis der Krankenkassen sind durchaus in der Lage, dies nachzuprüfen. Außerdem haben sie natürlich kein Interesse daran, Bereiche außerhalb des gesetzlich definierten Rahmens zu finanzieren. Insofern ist das "eigene Ermessen", wie ein möglicher Gewinn investiert werden kann, sehr eingeschränkt.
    • Hi,

      KaMü schrieb:


      Im Krankentransport kann sehr wohl Geld verdient werden und dieses kann auch in anderen Geschäftsfeldern der Hilfsorganisation investiert werden.
      Der Krankentransport ist in dem Bundesland, aus dem Du offensichtlich stammst, dem freien Markt geöffnet.
      Und hierbei gibt es für den Krankentransport kein Budgetwesen sondern Tarifvereinbarungen, die eben mehr oder weniger gut und auskömmlich verhandelt sind.
      Freilich kann man dabei Geld verdienen und dies auch nach eigenem Ermessen wieder investieren...


      Es gibt eine ganze Menge Geschäftsfelder, in denen Hilfsorganisationen Geld verdienen können. Auch wenn in manchen Gegenden der Krankentransport "öffentlich" ist, Auslandsrückholdienst, Klinik-interne Fahrten usw. unterleigen in aller Regel nicht den Budgetierungen des öff. RD. Bundesweit zeigen Privatunternehmen aber auch HiOrGs, dass man in diesen Geschäftsfeldern leben und auch Geld verdienen kann. Geld, das im Fall einer HiOrG selbstverständlich für die Erweiterung dieser und andere Aufgabengebiete eingesetzt werden kann bzw. (da gGmbH/gem. e.V.) sogar muss.

      Auch fern von 4 Rädern lässt sich was machen. Eine HiOrG hat hier z.B. ein eigenes Handelsunternehmen für RD- und med. Bedarf und dort kaufen nicht nur die eigenen Gruppierungen/Abteilungen ein, sondern auch viele andere Kunden. Die gleiche HiOrG betreibt hier auch einen Bewachungsdienst für öffentliche Parkplätze, kassiert Parkgebühren usw.

      Selbst im Kleinen funktioniert die Geldbeschaffung - manche Orts- oder Kreisverbände vermieten z.B. Geschirr, Felkdküchen usw. für Firmenfeste und dergl.
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst
    • Hi,

      dispoman schrieb:


      Allerdings müssen die HiOrgs bei den nächsten Kostenträgerverhandlungen nachweisen, dass sie mit dem bisher bezahlten Tarif nicht auskommen, wenn sie mehr Geld wollen. Solange bei einer Gewinnerzielung die damit getätigten Investitionen im Bereich KTP statt finden ist alles ok, bei (nachweisbaren) Quersubventionen anderer Tätigkeitsfelder gibts schlicht und einfach keine höheren Transporttarife. Die Profis der Krankenkassen sind durchaus in der Lage, dies nachzuprüfen. Außerdem haben sie natürlich kein Interesse daran, Bereiche außerhalb des gesetzlich definierten Rahmens zu finanzieren.


      Und sie machen es doch ;) Ins Visier geraten ist 2000/2001 das Bayrische Rote Kreuz durch den "berühmten" Prüfungsbericht der bay. Obersten Rechnungshofes (Kurzfassung orh.bayern.de/files/Jahresberichte/2001/Ergebnisse/01-47.pdf) Ich habe den Originalbericht in Papierform noch und was man da liest, ist schon interessant, da ging es insgesamt um Millionen.... Da wurden z.B. Treibstoffkosten von "Essen-auf-Rädern"-Fahrzeugen oder dergl. mal schnell der Kostenstelle Rettungsdienst gebucht, auch eine Feier für Tombola ("Glückshafen")-Mitarbeiter war mal schnell - ach ja - "Kostenstelle Rettungsdienst" Das BRK hat damals umgehend eine Aufarbeitung versprochen und auch zugesichert, dass derartige Vorkommnisse nie wieder geschehen werden. Man hat danach in Bayern auch nichts mehr in dieser Art gehört oder gelesen...

      Nur... wer glaubt wirklich, dass ausschliesslich das BRK bei Buchungen und Rechnungen nicht so genau hingeschaut hat? Als KdöR wird das BRK auch vom ORH geprüft, wie sieht es bei den anderen HiOrG aus? Ist es wirklich so unwahrscheinlich, dass die nicht auch die einen oder anderen Kosten versehentlich falsch verbuchen? Die Crux dabei ist, dass der öRD zwangsweise sehr eng mit anderen Aufgabenbereichen der HiOrG ineinandergreift. Ausbildung und PSA eines RD-Mitarbeiters wird sicherlich nicht neu berechnet/beschafft, wenn eben dieser Mitarbeiter in seiner Freizeit erhrenamtlich einen SAN-Dienst mitmacht und wenn der Kat-S bei einem Hochwasser 50 Einmaldecken vom RD-Lager "ausleiht" und verbraucht - wird das immer richtig gebucht und verrechnet? Was ist, wenn eine SEG bei einem Busunfall 20 Infusionen verbraucht? Ist das noch "Rettungsdienst" oder eher "Privatvergnügen" der HiOrG oder ist es Kat-S? Wie sieht es aus, wenn der HiOrG-RTW dem HiOrG "Helfer-vor-Ort" dessen Verbrauchsmaterial (Defi-Patches, Infusion, Stifneck etc.) ersetzt? Der RD hat das Material nicht verbraucht....


      Und manchmal muss man sich schon fragen, ob Spenden bzw. der Umgang damit auch sinnvoll ist. So manche HiOrG stellt sich aus Spenden finanziert "Goldene Kühe" auf den Hof, der "normale RD" kann da nur staunen und vor Neid erblassen... Wer im RD würde bos-fahrzeuge.info/einsatzfahr…reuz_Oberammergau_4171-01 nicht auch sowas haben wollen? Medumat Transport, Corpuls 3, RTW mit Luftfederung - das haben sehr viele RD´s auch in Bayern nicht... Auch bos-fahrzeuge.info/einsatzfahr…8561/Rotkreuz_Bayern_1419 ist so ein Fahrzeug. Während man im bay. RD nur gute, aber eben auch billige WAS-Kisten als RTW hat, leistet sich die grosse HiOrG "privat" einen sehr hochwertigen Fahrtec mit Top-Ausstattung - sowas würde im bay. RD nie gekauft werden, weil viel zu teuer.... Und auch so manche Responder/HvO-Fahrzeuge liegen von der Fahrzeugklasse her über so manchen NEF. Wenn der Responder Audi Q5 oder BMW X3 fährt und der NA einen VW-Caddy, dann läuft irgendetwas falsch im Land....

      Auch im Bereich Sanitätsdienst bei kommerziellen Veranstaltungen ist es ein Witz, wenn eine HiOrG diese Dienstleistung zum Spottpreis anbietet. Umgerechnet weit weniger als 5EUR/Std. pro Helfer als Berechnungsgrundlage sind keine Seltenheit, selbst die Klofrau kostet dem Konzertveranstalter mehr Geld. Welcher Spender gibt schon gerne sein Geld, damit Mama-Concerts, Lieberberg oder eine grosse Brauerei usw. ein paar hundert Euro mehr verdienen?
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst

      Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von Rettungsopa ()

    • Na ja ...

      Rettungsopa schrieb:

      Und sie machen es doch ;)
      Ich sag das jetzt mal ganz allgemein und definitiv auf keine einzige Hilfs-
      organisation bezogen ...

      So lange es ehrenamtlich tätige und von der eigentlichen Materie nichts
      verstehende Vorstände gibt, wird es immer weiter solche Ergebnisse in
      der Presse zu lesen geben.

      Rettungsopa schrieb:

      Die Crux dabei ist, dass der öRD zwangsweise sehr eng mit anderen Aufgabenbereichen der HiOrG ineinandergreift.
      Nun, das ist aber eine Folge des deutschen Systems, bzw teilweise auch
      eine Folge des örtlich vorhandenen, auf die ehrenamtlichen Strukturen
      aufbauenden, System des Rettungsdienstes.

      Es gibt genug Bereiche in Deutschland, wo es eben diese Vermischung
      von Rettungsdienst und Sanitätsdiensten oder KatS nicht gibt, weil es
      dort eine ganz deutliche Trennung gibt.

      In meinen Augen ist es schnellstens notwendig, dass es eine effektive
      Trennung von Rettungsdinest (und Krankentransport) von allen anderen
      Bereichen einer HiOrg gibt. Am besten wäre es sogar, wenn die HiOrgs
      den Rettungsdienst nicht mehr durchführen würden, zumindest für die
      Kostenträger ist dann deutlich besser nachzuvollziehen, was wirklich an
      Kosten für den Rettungsdienst entstanden ist.

      Rettungsopa schrieb:

      So manche HiOrG stellt sich aus Spenden finanziert "Goldene Kühe" auf den Hof, der "normale RD" kann da nur staunen und vor Neid erblassen... Wer im RD würde bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeu…mmergau_4171-01 nicht auch sowas haben wollen?
      Na ja ... warum soll man sich so etwas nicht hinstellen, wenn es einen
      Trägerverein gibt, der das bezahlt? Spricht da vieleicht etwas der Neid?
      Oder anders ausgedrückt ... wenn das Bundesland der Meinung ist, dass
      diese Geräte auf einem regulären RTW nicht erforderlich sind, sollte man
      einfach dort mal meckern gehen ...

      Rettungsopa schrieb:


      Das ist ein Gebrauchtfahrzeug gewesen, also nichts neues. Wo also siehst
      Du jetzt das Problem? Ich bezweifel, dass ein WAS dann wirklich billiger
      gewesen wäre ...

      Rettungsopa schrieb:

      Und auch so manche
      Responder/HvO-Fahrzeuge liegen von der Fahrzeugklasse her über so
      manchen NEF. Wenn der Responder Audi Q5 oder BMW X3 fährt und der NA
      einen VW-Caddy, dann läuft irgendetwas falsch im Land....

      Stimmt ... da läuft etwas falsch. Aber die Frage ist doch wo, bei einem
      ehrenamtlich genutzten und durch Spenden finanziertem Fahrzeug oder
      vieleicht doch eher beim Rettungsdienst, der nichts anderes seinen Mit-
      arbeitern zur Verfügung stellt.

      Nicht immer liegt die Schuld bei denen, die sich aktiv um Spenden und
      um einen Anreiz für weitere ehrenamtliche Tätigkeiten kümmern.

      Rettungsopa schrieb:

      Auch im Bereich Sanitätsdienst bei kommerziellen Veranstaltungen ist es ein Witz, wenn eine HiOrG diese Dienstleistung zum Spottpreis anbietet. Umgerechnet weit weniger als 5EUR/Std. pro Helfer als Berechnungsgrundlage sind keine Seltenheit, selbst die Klofrau kostet dem Konzertveranstalter mehr Geld. Welcher Spender gibt schon gerne sein Geld, damit Mama-Concerts, Lieberberg oder eine grosse Brauerei usw. ein paar hundert Euro mehr verdienen?
      Ein Sanitätsdienst muss für die Hilfsorganisation kostendeckend sein,
      Gewinne dürfen sie keine machen, da ab einem bestimmten Betrag
      dann alles versteuert werden muss. Und ein Sanitätsdienst ist in den
      meisten Fällen eine kalkulatorische Mischung aus Präsenzkosten und
      den Fahrzeugkosten. Dagegen stehen dann die möglicherweise an-
      fallenden Erträge aus Transporten für die Zahlungen durch die Kran-
      kenkassen erfolgen.

      Und sein wir mal ganz ehrlich ... ein normaler Ortsverein hat in den
      seltensten Fällen Mama-Concerts oder große Brauereien als Kunde,
      das ist nämlich eher der Reit- und Fahrverein Kleinkleckersdorf, der
      schon Probleme hat, über die Startgelder die laufenden Kosten für
      diese Veranstaltung zu bezahlen.
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Hi,

      Tobias Voss schrieb:


      Rettungsopa schrieb:

      So manche HiOrG stellt sich aus Spenden finanziert "Goldene Kühe" auf den Hof, der "normale RD" kann da nur staunen und vor Neid erblassen... Wer im RD würde bos-fahrzeuge.info/einsatzfahrzeu…mmergau_4171-01 nicht auch sowas haben wollen?
      Na ja ... warum soll man sich so etwas nicht hinstellen, wenn es einen
      Trägerverein gibt, der das bezahlt? Spricht da vieleicht etwas der Neid?


      Sicher - sowas können sich selbst manche privatwirtschafltichen Unternehmen im Regelbetrieb nicht leisten - und schon garnicht für einen Geschäftsbereich, der eher extrem selten in die Verlegenheit kommt, die Vorzüge eines solchen Fahrzeugs auszunutzen.


      Oder anders ausgedrückt ... wenn das Bundesland der Meinung ist, dass
      diese Geräte auf einem regulären RTW nicht erforderlich sind, sollte man
      einfach dort mal meckern gehen ...


      Was in diesem Fall wenig Sinn machen würde, denn alleine Corpuls3 + Medumat Transport wären im normalen RD weder unbedingt nötig noch finanzierbar. Aus Sicht der Bevölkerung bzw. des Patienten macht es jedenfalls wengi Sinn, Spendengelder in "Goldene Kühe" zu stecken, die nru im Ausnahmefall und damit ganz selten dem Bürger zugute kommen. Wann rückt denn ein Bereitschaft-RTW schon aus? 99% aller Einsätze werden vom "normalen RD" erledigt und für den Rest bedarf es eher einer Notlösung statt dem med-technischem Super-GAU in einem einzigen Fahrzeug. Für das Geld, das der beschriebene RTW wohl gekostet hat, hätte sich die Bereitschaft auch locker 2-3 gebrauchte, sehr gut erhaltene "Bayern-RTW" zulegen und ausstatten können und hätte damit im Sinne der Spender (Bürger) eine wesentlich höhere Schlagkraft und Nutzen erreicht.

      Rettungsopa schrieb:

      Und auch so manche
      Responder/HvO-Fahrzeuge liegen von der Fahrzeugklasse her über so
      manchen NEF. Wenn der Responder Audi Q5 oder BMW X3 fährt und der NA
      einen VW-Caddy, dann läuft irgendetwas falsch im Land....


      Stimmt ... da läuft etwas falsch. Aber die Frage ist doch wo, bei einem
      ehrenamtlich genutzten und durch Spenden finanziertem Fahrzeug oder
      vieleicht doch eher beim Rettungsdienst, der nichts anderes seinen Mit-
      arbeitern zur Verfügung stellt.


      Ich sehe da schon das Interesse "am Ganzen" und nicht nur in Befriedigung persönlicher Einzelinteressen. Entweder will man ein persönliches Abspritz-Prestige-Objekt, oder man will die gesamte Basis des RD/SAN-D/Kat-S verbessern.


      Und sein wir mal ganz ehrlich ... ein normaler Ortsverein hat in den
      seltensten Fällen Mama-Concerts oder große Brauereien als Kunde,
      das ist nämlich eher der Reit- und Fahrverein Kleinkleckersdorf, der
      schon Probleme hat, über die Startgelder die laufenden Kosten für
      diese Veranstaltung zu bezahlen.


      Völlig klar und es ist auch gut so, dass kleine Vereine, kirchliche Veranstaltungen, Bürgerfeste usw. durch einen günstigen bzw. kostenlosen Sanitätsdienst unterstützen. Selbst wir als Privatunternehmen haben SAN-Dienste, die wir kostenlos oder zu extrem billigen Preisen anbieten um dem Veranstalter (z.B. Pfadfinder, Kirchengemeinde) unter die Arme zu greifen. Bei z.B. der Loveparade reisen (bzw. reisten) jedes Jahr HiOrg-Gruppen aus ganz Deutschland an, um dieses Grossereignis abzusichern. In Duisburg waren auch einige bay. MHD-Kräfte dabei. Hier hat - wenn richtig grechnet wird - auch mal ein kleinerer HiOrG-Verband die Chance, für seine Leistung angemessenes Geld zu kassieren, selbst wenn er selbst sonst nur Kirchenprozessionen, lokalen Sportverein und ein Dorffest betreut.

      Im Sanitätsdienst muss einfach mal verstanden werden, dass es ein Unterschied ist, ob der lokale Sportverein eine Sportfest ausrichtet, eine Pfarrgemeinde ihr 800-jähriges Bestehen feiert oder die Grossraumdisko im Gewerbegebiet einmal im Monat eine "All-you-can-sauf-Party" veranstaltet. Wenn es "auf dem Papier" sein muss, dann werden die Helfer halt als Teilzeitkräfte berechnet und bezahlt und sie spenden ihr Gehalt sofort wieder an ihre HiOrg. Selbst bei dieser ansich unsinnigen Vorgang bleibt trotz Rechen- und Buchungsaufwand mehr hängen, als beim "Dumpingpreis"....
      Ich weiss, was ich sage. Ich weiss nicht, was du verstehst

      Dieser Beitrag wurde bereits 3 mal editiert, zuletzt von Rettungsopa ()