Öffnung der Notfallrettung für Privatunternehmen

    Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

    • Öffnung der Notfallrettung für Privatunternehmen

      Zusammenfassung der Nachricht (kein komplettes Kopieren der Nachricht!!!):
      Ein Gerichtsurteil schreibt jetzt öffentliche Ausschreibungen für die Vergabe der Notfallrettung vor.

      Als schlecht informierter User würde mich interessieren, ob diese Marktöffnung wirklich so toll ist. Denn die Kosten dürften kaum sinken und der Ehrenamtliche Katastrophenschutz dürfte dann wirklich ein Problem werden. Wie kann man diese Entscheidung also bewerten?


      Link zur Nachricht:
      [URL=http://www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/0,1518,692136,00.html#ref=top]Spiegel Online[/URL]
    • Ohne jetzt den sehr langen Beitrag gelesen zu haben, aber es ist schon seit Jahren so, dass der Rettungsdienst europaweit ausgeschrieben werden muss.

      Oder geht's um was anderes?

      Aber um deine Frage zu beantworten: Natürlich ist das schlecht für den KatS. Vor allem da der Bestandschutz weg gefallen ist und man bei den Ausschreibungen immer den Günstigsten nehmen muss. Selbst wenn der nur einen Bruchteil günstiger ist, als der Zweite, selbst wenn der seit Jahrzehnten beauftragt ist und einen großen KatS unterhält...
      Wer alles gibt wird alles kriegen - was ja eigentlich Blödsinn ist: Man könnte auch gleich alles behalten!
    • Also ...

      wer aus einer Freigabe des Rettungsdienstes für kommerzielle Anbieter eine
      Gefahr für den Katastrophenschutz sieht, der hat nur Angst um seinen der-
      zeitigen Stand.

      Fakt ist doch, es gibt genügend Kreis in denen keine der etablierten HiOrgs
      den Rettungsdienst betreiben und der Katastrophenschutz funktioniert dort
      weiterhin.

      Beispiele gefällig? Sehr gerne ...

      Kreise Rendsburg, Dithmarschen, Pinneberg oder Plön ... dort wurde der RD
      schon immer vom Kreis selbst durchgeführt, der KatS ist trotzdem vorhan-
      den und teilweise sogar sehr aktiv.

      In Nordrhein-Westfalen liegt die Hoheit für den Rettungsdienst ebenfalls
      beim Kreis, der das in den meisten Bereichen auch an die Kommunen (FF)
      abgegeben hat. Und auch dort ist der KatS weiterhin sichergestellt ...

      Es sollte keiner vergessen, dass Rettungsdienst und Katastrophenschutz
      zwei absolut unterschiedliche Finanzierungstöpfe sind und nichts miteinander
      zu tun haben.

      Übrigens ... es müssen ja auch weiterhin Sanitätsdienste bei Veranstaltungen
      gestellt werden ... also kommt man um ein funktionierendes Ehrenamt nicht
      herum.
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Original von Commander
      Natürlich ist das schlecht für den KatS.
      Eben nicht ...

      KatS ist Bundes- und Landesangelegenheit, Rettungsdienst Kreisangelegenheit.
      Das waren schon immer und werden auch immer komplett verschiedene
      Töpfe sein / bleiben.

      Rettungsdienst wird durch die Krankenkassen finanziert, der KatS durch Bun-
      des und/oder Landesmittel.

      Diese Panikmache kommt immer von den Organisationen, die fast überall sich
      im Rettungsdienst etabliert hat.

      Auch wenn ich ein mehr oder weniger aktiver Rotkreuzler bin ... dieses selbst-
      herrliche Verhalten kotzt mich schon ziemlich an. Ich war in Kreisen aktiv, da
      hat das DRK nämlich nicht den RD gestellt und trotzdem war der KatS und die
      Bereitschaften verdammt schlagkräftig ... man sieht also, es geht, wenn man
      will.
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Gut zu wissen. Ich kann es mir kaum vorstellen, dass der KatS dann weiterhin so gut läuft, aber wenn der Kreis/die Stadt/das Land Geld in den KatS steckt könnte das gehen.

      Wie sieht das mit der Qualität im Rettungsdienst aus? Ich höre hier immer nur, dass das Geld für alles fehlt. Wenn da ein billigerer Anbieter rein will müsste der noch weiter an Personal oder Material sparen? Wie sieht es da bei den privaten Anbietern aus (in RLP kenne ich keinen, daher fehlen mir die Vergleichswerte)
    • Ok, ich hatte mich vielleicht falsch ausgedrückt. Ich meine nicht wirklich den KatS, sondern die örtliche Gefahrenabwehr (SEG...)

      Bei uns im Kreis wird der Rettungsdienst und Krankentransport seit Jahrzehnten ausschließlich vom DRK durchgeführt. Auch im Bereich örtl. Gefahrenabwehr/SEG/KatS sind quasi ausschließlich DRK Ortsvereine aktiv. Hier im Landkreis gibt es lediglich in der Kreisstadt eine Ortsgruppe des MHD, welche ebenfalls ehrenamtlich engagiert ist. (neben Breitenausbildung und unqualifizierten Krankentransport, den man mal versucht hat, sich aber irgendwie nicht durchsetzen konnte)

      BTW: Wir sind einer der günstigsten RD/KT Anbieter in Niedersachsen - und das obwohl wir ein Flächenlandkreis sind!
      Wer alles gibt wird alles kriegen - was ja eigentlich Blödsinn ist: Man könnte auch gleich alles behalten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Commander ()

    • Katsund RD

      Also,

      - ich sehe schon eine Gefahr für die Versorgung von Notfällen die über den normalen Rettungsdiensteinsatz ( NEF und 1-2 RTW) hinausgehen. Welcher gewinnorientierte Unternehmer wird sich die Mühe und Kosten machen für vielleicht 5- 10 SEG Alarmierungen im Jahr bis zu 40 "Teilzeitmitarbeiter" (früher Ehrenamtliche) in eine persönliche Schutzausrüstung einzukleiden und diesen "Teilzeitmitarbeitern" eine kontinuirliche Fortbildung sowie die Praxis auf den Rettungswachen zu ermöglichen. Die Hiorg, die das seit Jahrzehnten macht, gönnt sich diesen Luxus. ( das die natürlich auch wirtschaftlich orientiert ist weiss auch jeder der bei so einem Verein aktiv ist)
    • Original von Commander
      Ok, ich hatte mich vielleicht falsch ausgedrückt. Ich meine nicht wirklich den KatS, sondern die örtliche Gefahrenabwehr (SEG...)
      Auch da muss man ganz vorsichtig sein ... in Schleswig-Holstein wie auch in
      anderen Bundesländern ist die SEG fest im Rettungsdienst-Gesetz verankert.
      Die müsste dann also auch von einem privaten Anbieter sichergestellt wer-
      den. Und ob der das dann selbst oder mit Subunternehmern macht, ist ja
      im Zweifel egal.

      Und die Ortsvereine gibt es auch, wenn das DRK nicht den Rettungsdienst
      macht, denn Sanitätsdienste fallen ja auch so an ... und mal ganz ehrlich,
      muss wirklich bei jedem SanD ein RTW vorhanden sein oder reicht nicht
      vieleicht doch ein KTW4?
      Original von Commander
      Wir sind einer der günstigsten RD/KT Anbieter in Niedersachsen - und das obwohl wir ein Flächenlandkreis sind!
      Ich bin da mal ganz ketzerisch ... mit oder ohne der festen Einplanung von
      ehrenamtlichen Personals? Wenn das ganze ohne ehrenamtliches Personal
      klappt meinen Glückwunsch, wenn da fest ehrenamtliches Personal einge-
      rechnet wird ist das letztlich eine sehr zweischneidige Sache ...

      Was mich daran erinnert, dass ich einen Kreisverband kenne, der liebend
      gerne ehrenamtliches Personal einsetzt, damit seine Hauptamtlichen dann
      die Rettungswache streichen oder Bürotage auf der Rettungswache durch-
      führen können ...

      Und um es mal deutlich zu sagen ... ein Rettungsdienst kann (zumindest
      Kreisbezogen) immer kostendeckend sein, für einzelne Rettungswachen ist
      das naturgemäß schon schwieriger ...

      Trotzallem sehe ich in den Aussagen des DRK nichts anderes als eine reine
      Panikmache, denn dass es auch ohne das DRK (oder eine andere HiOrg) im
      rettungsdienst geht, zeigen genug Bereiche in SH oder NRW ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • RE: Katsund RD

      Original von desastermaster
      ich sehe schon eine Gefahr für die Versorgung von Notfällen die über den normalen Rettungsdiensteinsatz ( NEF und 1-2 RTW) hinausgehen. Welcher gewinnorientierte Unternehmer wird sich die Mühe und Kosten machen für vielleicht 5- 10 SEG Alarmierungen im Jahr bis zu 40 "Teilzeitmitarbeiter" (früher Ehrenamtliche) in eine persönliche Schutzausrüstung einzukleiden und diesen "Teilzeitmitarbeitern" eine kontinuirliche Fortbildung sowie die Praxis auf den Rettungswachen zu ermöglichen. Die Hiorg, die das seit Jahrzehnten macht, gönnt sich diesen Luxus. ( das die natürlich auch wirtschaftlich orientiert ist weiss auch jeder der bei so einem Verein aktiv ist)
      Sorry,

      aber die Aussage ist Schwachsinn ... denn gerade in Schleswig-Holstein ist die
      SEG im Rettungsdienstgesetz festgeschrieben und damit muss auch ein kom-
      merzielelr Anbieter diese stellen, wie auch immer.

      Dass dem das nicht passt, sei mal dahingestellt ... aber notfalls zahlt man dafür
      halt eine HiOrg oder stattet sie mit Material und Fahrzeugen aus. Eigentlich
      sollte jede HiOrg diese Fahrzeuge und die SEG liebend gerne annehmen ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Original von Tobias Voss
      Original von Commander
      Wir sind einer der günstigsten RD/KT Anbieter in Niedersachsen - und das obwohl wir ein Flächenlandkreis sind!
      Ich bin da mal ganz ketzerisch ... mit oder ohne der festen Einplanung von
      ehrenamtlichen Personals? Wenn das ganze ohne ehrenamtliches Personal
      klappt meinen Glückwunsch, wenn da fest ehrenamtliches Personal einge-
      rechnet wird ist das letztlich eine sehr zweischneidige Sache ...

      Berechtigte Frage aber ja: gänzlich ohne ehrenamtliches Personal!
      Wer alles gibt wird alles kriegen - was ja eigentlich Blödsinn ist: Man könnte auch gleich alles behalten!
    • Schwachsinn bei SEG Einsätzen?

      Mag schon sein das der Schwachsinn mich langsam zu packen hat. Fakt ist aber das ich selbst bei diversen Einsätzen im Kreis Plön zugegen war, bei denen man sich gern der SEG aus dem Nachbarkreis bedient hat, weil der kreiseigene RD solche Kräfte einfach nicht hatte.

      Aber... vielleicht mach der erste Private ja ein gutes Angebot für uns Ehrenamtler im Nebenjob.....
    • RE: Schwachsinn bei SEG Einsätzen?

      Original von desastermaster
      Fakt ist aber das ich selbst bei diversen Einsätzen im Kreis Plön zugegen war, bei denen man sich gern der SEG aus dem Nachbarkreis bedient hat, weil der kreiseigene RD solche Kräfte einfach nicht hatte.
      Stimmt sicher,

      die SEG-Vorgabe des RD-Gesetz wird nur eher halbherzig umgesetzt, was
      aber auch daran liegen mag, dass das derzeit eingefahrene Strukturen sind.
      Übrigens, nicht mal Kiel hat eine funktionierende SEG und das obwohl dort
      ALLE HiOrgs am RD beteiligt sind ...

      Und mir ist ein Kreis in Schleswig-Holstein bekannt, der deswegen keine SEG
      hat, weil die angesprochene HiOrg nicht die angebotenen RTW und das
      Material sondern Cash haben wollte ... in meinen Augen eine Absolut nicht
      nachvollziehbare Entscheidung ...
      Original von desastermaster
      Aber... vielleicht mach der erste Private ja ein gutes Angebot für uns Ehrenamtler im Nebenjob.....
      Ganz ehrlich?

      Ich weiß, dass sowohl der Kreis RD als auch der Kreis Plön seine Aushilfen
      sehr gut bezahlt bzw. bezahlt hat. Und das waren weit mehr als die in an-
      deren Bereichen üblichen 100 DM / 24 Stunden. Deswegen hatte ich mich
      auch immer geweigert, einen nebenamtlichen Vertrag in Kiel zu unter-
      schreiben ...

      Würden die Vorgaben des RD-Gesetzt konsequent umgesetzt, dann würde
      es diese Probleme nicht mehr geben ... was aber nichts daran ändert, dass
      der KatS (und darauf bezieht sich das DRK GS ja) absolut nichts mit dem RD
      zu tun hat ... DAS ist in meinen Augen eine reine Panikmache ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Vielleicht führt diese Entscheidung des EuGH ja endlich zu einer Rekommunalisierung des Rettungsdienstes. Hier bei uns in der Umgebung (NRW) laufen die meisten Rettungsdienste über die Kreise bzw. Feuerwehren. Trotzdem klappt das mit KatSchutz bzw. "erweitertem Rettungsdienst" (Spitzenbedarf, SEG etc.) Das hat nichts miteinander zu tun.

      weitere Vorteile:

      - Schaffen von Arbeitsplätzen durch Wegfall der Ausbeutung von sogenannten "Ehrenamtlichen"
      - Vernünftige Ausstattung, weil nicht die Gehälter von zig Geschäftsführern und anderen Verantwortlichen mitfinanziert werden müssen
      - Wegfall der Verwässerung zwischen Haupt- und Nebenamt, Doppelfunktionen von Führungskräften
      - Und vor allem: geordnete Systeme! Ein Kreis, ein Rettungsdienst. PUNKT

      Und der Katastrophenschutz ist eine ganz andere Sache. Außerdem sollte es jeder Ortsverein einer HiOrg schaffen, sich zumindest ein Fahrzeug selber zu kaufen, das kann dann auch ein KTW oder RTW für den erweiterten Rettungsdienst sein.
    • Original von Rev Bem
      Vielleicht führt diese Entscheidung des EuGH ja endlich zu einer Rekommunalisierung des Rettungsdienstes.
      Solange die Qualität des Rettungsdienst im Vordergrund steht, ist es mir
      ziemlich egal, was da auf den Autos steht. Viel mehr bin ich sogar der Ansicht,
      dass eine Trägerschaft des Kreises mit getrennter Aufsichtsfunktion sicher die
      schlechteste Wahl nicht ist.

      Anders ausgedrückt ... der Kreis ist für die Notfallrettung verantwortlich und
      muss sich über diese Schiene auch um die regionale Vorsorge für eine SEG-
      Ausstattung kümmern.

      Die Hilfsorganisationen machen ihre Sanitätsdienste und den KatS und, unter
      Absprache mit dem jeweiligen Kreis, auch die SEG und werden dafür bezahlt
      (mit Geld und/oder Material).

      In anderen Ländern klappt das ja auch ... warum also in den Augen des DRK
      nicht auch in Deutschland? Hat da jemand Angst, dass nicht mehr genug Geld
      für Altenheime etc in die Kasse kommt?

      OK, war böse ... aber sämtliche OVs und KVs die Pleite gegangen sind, hatten
      sich stark in Altenheimen engagiert ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Boah Alta - ist hier ein Halbwissen unterwegs ...

      Original von desastermaster
      Also,

      - ich sehe schon eine Gefahr für die Versorgung von Notfällen die über den normalen Rettungsdiensteinsatz ( NEF und 1-2 RTW) hinausgehen. Welcher gewinnorientierte Unternehmer wird sich die Mühe und Kosten machen für vielleicht 5- 10 SEG Alarmierungen im Jahr bis zu 40 "Teilzeitmitarbeiter" (früher Ehrenamtliche) in eine persönliche Schutzausrüstung einzukleiden und diesen "Teilzeitmitarbeitern" eine kontinuirliche Fortbildung sowie die Praxis auf den Rettungswachen zu ermöglichen. Die Hiorg, die das seit Jahrzehnten macht, gönnt sich diesen Luxus. ( das die natürlich auch wirtschaftlich orientiert ist weiss auch jeder der bei so einem Verein aktiv ist)


      Luxus?! Das ist nicht lache, die kriegen Geld für die Betreitstellung. Zudem sind diese Teizeitmitarbeiter in der Regel diejenigen, die sonst hauptamtlich auf nem RTW sitzen - also die, die sonst für die selbe Tätigkeit Geld bekommen machen es dann kostenlos. Toller Luxus - für die Leitung.

      Original von Schulsani
      ... Wie sieht das mit der Qualität im Rettungsdienst aus? Ich höre hier immer nur, dass das Geld für alles fehlt. Wenn da ein billigerer Anbieter rein will müsste der noch weiter an Personal oder Material sparen? Wie sieht es da bei den privaten Anbietern aus (in RLP kenne ich keinen, daher fehlen mir die Vergleichswerte)


      Da erinnere ich mich mal an die letzte Ausschreibung hier in Köln. Die HiOrgs haben sich gegenseitig soweit unterboten, daß alle drei Unternehmer, die sich an der Ausschreibung beteiligt hatten, ihre Angebote zurückzogen. Grund: keine Kostendeckung. Und wenn ein privatwirtschaftliches Unternehmen mit einer schlanken Verwaltung keine Kostendeckung hat, was ist dann bitte mit einer HiOrg, die nen riesen Wasserkopf mit sich herumträgt? Die konnten diese niedriegen Preise nur durch - wie von Tobias schon gesagt - Einbindung von Ehrenamtlichen generieren. Und die, die Geld bekommen, knappsen auch vor sich rum. Da sind Stundenlöhne von 6,80 die Regel - die Privaten zahlen um die 10,-/Std.
      Dadurch wird die Professionalisierung des RD nur weiter aufgeschoben, Arbeitsplätze werden durch Ehrenamtliche blockiert, die Qualität des Personals bleibt oft fragwürdig usw.

      In Großbritannien gibt es sowas garnicht, dort ist der RD bis auf wenige Ausnahmen zentral gesteuert. Die Anschläge in London wurden komplette von LAS abgearbeitet. Bis die dortigen HiOrgs aufschlugen, wurde schon aufgeräumt. Was ich damit sagen will: ein professioneller RD ist in der Lage viele Ausnahmesituationen ohne die Hilfe des KatS zu bewältigen - explizit halt medizinische Lagen. Genau deshalb würden so Ehrenamtlichen-Spielzeug wie der nordrheinwestfälische GW-San mehr Menschen töten als retten. Ein Notfallpat. gehört schnellstmöglich in ein KH und nicht in ein Behandlungszelt irgendwo im Wald.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Icsunonove ()

    • Original von Icsunonove
      Die Anschläge in London wurden komplette von LAS abgearbeitet. Bis die dortigen HiOrgs aufschlugen, wurde schon aufgeräumt. Was ich damit sagen will: ein professioneller RD ist in der Lage viele Ausnahmesituationen ohne die Hilfe des KatS zu bewältigen - explizit halt medizinische Lagen.
      Du sprichst von London.

      Wir sind ein Landkreis mit über 135 000 Einwohnern auf 980 km², für die fünf RTW rund um die Uhr und ein weiterer RTW werktags tagsüber sowie ein (1!) NEF zur Verfügung stehen. Das reicht in der Regel absolut aus, kürzlich noch durch Gutachten im Auftrag des Landkreises bekräftigt, dass ein NEF ausreicht.

      Und wie in D haben halt überwiegend Landrettung. Da können Private noch so toll organisiert sein, aber wenn was passiert, ist die Kacke am Dampfen (bei HiOrgs natürlich auch).

      Original von IcsunonoveGenau deshalb würden so Ehrenamtlichen-Spielzeug wie der nordrheinwestfälische GW-San mehr Menschen töten als retten. Ein Notfallpat. gehört schnellstmöglich in ein KH und nicht in ein Behandlungszelt irgendwo im Wald.

      Die Krankenhäuser werden sich freuen, wenn die Patienten vielleicht doch sogar gut verteilt aber zeitlich gänzlich ungefiltert/ungepuffert aufschlagen.
      Wer alles gibt wird alles kriegen - was ja eigentlich Blödsinn ist: Man könnte auch gleich alles behalten!

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Commander ()

    • Das der RD und der KatS immer streng getrennt sind stimmt so auch nicht.

      In Hessen (und ich meine auch in Thüringen) sind die einzigen offiziellen SEGs Teileinheten der San.- u. Betr.-Züge. Hier ist ein fliessender Übergang von Regel-RD, erweitertem RD (durch die SEGen) und KatS ausdrücklich gesetzlich gewollt.

      Ebenso ist eine Verzahnung des RD mit KatS aus Kostengründen gewünscht, Stichwort Material- u. Medikamenten-Umwälzung vom KatS zum RD.

      Grundsätzlich habe ich nun gar nichts gegen private RDs, die können bisweilen deutlich professioneller sein. Das Problem liegt für mich bei der Ausschreibung: es besteht einfach keine Planungssicherheit bei den Arbeitnehmern. Und wie schon geschrieben wurde, ist die Ausschreibungspraxis ja in der Realität doch oft auf die Kosten reduziert, und da lassen sich eben fast nur Personalkosten einsparen. Den Effekt kann man ja vieler Orten sehen, obwohl eben auch anders ausgeschrieben werden könnte.
      MfG

      brause
    • Original von Commander
      Wir sind ein Landkreis mit über 135 000 Einwohnern auf 980 km², für die fünf RTW rund um die Uhr und ein weiterer RTW werktags tagsüber sowie ein (1!) NEF zur Verfügung stehen. Das reicht in der Regel absolut aus, kürzlich noch durch Gutachten im Auftrag des Landkreises bekräftigt, dass ein NEF ausreicht.

      Nun gut ...

      wobei ich ein einziges NEF als deutlich zu wenig erachte ... es sollte dann
      zumindest eine Back-Up-Lösung geben ... wie die auch immer aussieht.
      Original von Commander
      Und wie in D haben halt überwiegend Landrettung. Da können Private noch so toll organisiert sein, aber wenn was passiert, ist die Kacke am Dampfen (bei HiOrgs natürlich auch).
      Tja ...

      aber auch bei der Landrettung muss es ein entsprechendes Back-Up-System
      geben ... wie und mit wem das auch immerr organisiert ist.

      Und grundsätzlich denke ich, dass sowohl ein Privater einen guten RD mit SEG
      abliefern kann, wie eine HiOrg das ganze als Müllversion ...
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • Original von brause
      Ebenso ist eine Verzahnung des RD mit KatS aus Kostengründen gewünscht, Stichwort Material- u. Medikamenten-Umwälzung vom KatS zum RD.

      Na ja ... das kann ich aber auch zwischen HiOrg-SEG und kiommerziellem RD
      machen, ist halt alles eine Frage der Absprache und schriftlichen Vereinbarung.
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
      http://www.einsatzfahrzeug-archiv.de
      facebook.com/voss.tobias
      - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - - -
    • ist ja ne Stimmung wie vorm Weltuntergang hier ...


      mein Gott, welche Wirtschaftszweige sind nicht gewinnorientiert ?

      das fängt bei der Autowerkstatt an (und, wie oft können Autos nicht repariert werden weil Meister fehlen ?)

      geht über Bäcker (wie oft sind Mittags keine Brötchen mehr da nur weil nicht genug Bäcker eingestellt werden ?)

      geht über Dialysepraxen (müssen Dialysepatienten jetzt serben nur weil aus Prifitsucht zu wenig Geräte angeschafft werden ?)

      und geht sogar über privatisierte Krankenhäuser (wird da schneller gestorben weil es keine Medikamente gibt ?)

      warum soll das in einem RD nicht auch funktionieren ?

      weil die Betroffenen schlicht Schiss haben !

      Es ist doch egal wer die Leistung anbietet, unterm Strich muss sie korrekt sein, sonst verschwindet er wieder vom Markt. Das kann sich auch kein Privater, und sei er noch so billig sein, leisten.

      Und als Mitarbeiter hat man es bei einer HiOrg auch nicht besser als bei Privaten. Wenn du bei einer HiOrg arbeitest, die sich träge auf ihren Besitzstand ausruht und sie die Fahrten von Privaten abgraben lässt dann bist du schneller arbeitslos als bei einem privaten, expandierendem, auf Gewinn ausgerichtetem Unternehmen !

      Letztlich ist jedes Unternehmen mehr oder weniger auf Gewinn ausgerichtet, niemand kann es sich leisten dauerhaft rote Zahlen zu schreiben.

      Ist im RD nicht anders.

      Und wie heisst es so schön: Konkurrenz belebt das Geschäft ;)
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !