Fernverlegung mit SoSi: Einsatz ohne Sinn und Verstand

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    • Fernverlegung mit SoSi: Einsatz ohne Sinn und Verstand

      Gestern Nachmittag bin ich mal wieder zwischen Jena und Dortmund gependelt.

      Bei Eisenach fuhr dann ein KTW eines großen Fernverlegers auf (T5 Hochdach, Details verkneife ich mir) - mit Blaulicht.
      Es war ziemliches Mistwetter, also bin ich so mir 120 kmH weitergezogen. Wenig später war ich mal wieder auf der Höhe KTW. Er fuhr (nur mit Blaulich) auf der rechten Spur mit gut 100 dahin.

      70 km später, Kassel. Ich mach ne Pause beim Bürgerkönig und fuhr nach 10min. weiter. Wer kommt mir wieder vor die Nase? Richtig, der KTW.

      Um es abzukürzen: Bis nach Dortmund habe ich den KTW noch bestimmt 10x gesehen, er war ja auffällig genug durch die Festbeleuchtung.

      Deshalb meine Frage an die medizinischen Experten hier:
      Was ist die rationale Begründung einen Patienten auf einer solchen Strecke mit Sosi zu verlegen, ohne das sich das Fahrzeug sonderlich beeilt?
      Ich war ohne Sosi schneller am Ziel, habe aber nicht die Aufmerksamkeit aller anderen VT auf mich gezogen...

      Wer genehmigt so eine Fahrt über mehrere Bundesländer hinweg?

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Betriebswirt ()

    • Blaulicht bedeutet ja nicht immer nur "schnell fahren"

      Es kann auch als Zeichen genutzt werden um besser gesehen zu werden, schliesslich ist eine Autobahn eine Hochgeschwindigkeitsstrecke.

      Zudem kann man sich Vorteile während des Überholvorgangs erhoffen, z.B. weil VKN Platz machen oder einscheren lassen. Es sähe auch blöd aus, dabei jedesmal nur kurz das Blaulicht einzuschalten.

      Eine Verlegungsfahrt ist ja auch kein Wettrennen.
      Vielmehr kommt es m.M.n. auf eine möglichst gleichmässige Fahrt an, und dabei kann Blaulicht helfen wenn man durch andere VKN eben nicht immer gezwungen wird abzubremsen und erneut zu beschleunigen.

      Solche Belastungen kann man dann reduzieren.

      Und dass dann rechts gefahren wird ist nicht verwerflich.
      Man erzwingt keine Autoschlange hinter sich und steht schnelleren Linksfahrern nicht im Weg.


      Ausserdem wäre eine Schnellfahrt mit Blaulicht permanent links überholend zwar optisch fürs Auge stimmig, jedoch eine unglaubliche Belastung für Mensch und Maschine, mit vielen Abbrems- und Beschleunigungsmanövern verbunden und hätte nicht mehr mit Komfort für Patient und Begleiter zu tun.



      Und wer genehmigt so eine Fahrt ?
      Die Auftragsmeldung entscheidet. Wenn das Team/der Arzt die Notwenidgkeit sieht dann wird mit Balulicht gefahren und es der Leitstelle angezeigt. Wenn man die Muße hat, hat meldet man sich in den folgenden FuSprVK eben an und sagt dass man mit Sonderrechten unterwegs ist und gut is. Keine Durchreise-Leitstelle wird die Notwendigkeit der Sonderrechte prüfen.
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • RE: Fernverlegung mit SoSo: Einsatz ohne Sinn und Verstand

      Original von Betriebswirt
      Wer genehmigt so eine Fahrt über mehrere Bundesländer hinweg?

      Um es kurz zu machen ... die Genehmigung für eine Fernverlegung unter Nutzung von Sonder- und Wegerechten wird im Normalfalle durch den abgebenden Arzt oder den begleitenden (Not-) Arzt erteilt.

      Ob die Nutzung jetzt sinnvoll war, wissen wir alle nicht. Mögliche Begründungen hat kellern schon zu genüge genannt.

      Für die Begrenzung der Geschwindigkeit gibt es übrigens noch eine weitere Begründung, die kellern nicht genannt hat. KTW der Forma Ambulanzmobile (und die sollten das meistens sein) haben oft eine nachträglich eingebaute Luftfederung an der Hinterachse. Und Ambulanzmobile begrenzt die zulässige Höchstgeschwindigkeit mit Patient auf 120 Km/h.

      Viele Grüße
      Tobias
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    • Also mal ganz ehrlich... wer einen KTW mit Blau durch viele Bundesländer reisen lässt, hat meiner Meinung nach den Schlag nicht mehr gehört!

      Ich bin auch schon Fernverlegungen gefahren, z.B. Frankfurt -> Hannover!
      Das ging wunderbar ohne SoSi. Und einen permanenten Fluss sich zu erhoffen, lasse ich auch nur bedingt gelten. Wir alle wissen, dass die üblichen Autofahrer bei Sichtung eines Blaulichts das Hirn ausmachen und erstmal gepflegt auf die Bremse gehen, respektive nur schnell versuchen aus dem Weg zu kommen. Weiterhin erachte ich es als absolut Gehirnamputiert, wenn man mit einem KTW-Transport unter Sonderrechten einen Stau aufmischt, den am Ende dann keiner mehr entknotet bekommt.

      Wenn man sich ab und zu ansieht was in deutschen Rettungsdiensten los ist, würde es mich nicht wundern, wenn die Besatzung nur deswegen unter Sosi gefahren ist, damit keine Überstunden entstehen.
      Eine derbe Unterstellung meinerseits... sicherlich!
      Allerdings wundert mich heutzutage absolut nichts mehr...!

      Wenn ein Patient über eine so weite Strecke transportiert werden muss und es ist eilig, dann soll man sich gefälligst einen ITH rufen, dafür sind die Dinger da, alternativ kann man sich auch einen AHS kommen lassen, wenn es von der Indikation her nicht passen sollte.
      Aber mit einem KTW über eine so weite Strecke und dann mit blinkenden Fackeln... wo sind wir denn?!
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski 8|
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • Original von Patrik Kalinowski
      Also mal ganz ehrlich... wer einen KTW mit Blau durch viele Bundesländer reisen lässt, hat meiner Meinung nach den Schlag nicht mehr gehört!

      Es gibt auch Fernverlegungen in KTW, die eigentlich mit einem NAW gemacht werden müssten ... aber bestimmte Kostenträger haben halt ihre Vertragsunternehmen, die nur mit KTW ausgestattet werden ...

      Und wenn ein begleitender Arzt sagt "Blaulichter an", dann kann man diskutieren oder man fährt einfach ... im Zweifel genauso schnell wie ohne Blaulichter, aber das würde der Arzt dann vermutlich eh nicht begreifen ...

      :-aua

      Und gerade eine große Organisation lässt im Zweifel alles innerhalb Deutschlands mit Fahrzeugen transportieren, die Flugzeuge werden nur für weitere Strecken genutzt. Und selbst Schweden - Hamburg wird dann gerne mit dem KTW gemacht.
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    • Zur Rechtslage:

      Über die Verwendung der Sondersignalanlage entscheidet der Fahrer, keine Leitstelle und kein NA. Der Fahrer ist es auch, der mit seinem Arsch und Führerschein haftet.

      Ich hab schon öfter Diskussionen mit hyperaktiven NA's geführt und ihnen die sinnlose Verwendung von Wegerechten ausgeredet.

      Grüße
      Bernd
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      Dieser Beitrag wurde 274 mal editiert.
      Das letzte mal morgen um 12h.

      Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von herrmann030700 ()

    • Ich bin mit unserem RTW auch mit SoSi über die BAB gefahren - Dank Bandscheibenvorfall der Patientin auch nicht mit Höhstgeschwindigkeit. Für mich als Fahrer war die Indikation eindeutig; patientenschonende flüssige Fahrt im dichten Verkehr.
    • Schließe mich da an bei DORSK.
      Klar heutzutage wird immer mehr gespart im Gesundheitswesen und das am falschen ende das wissen wir denke ich mal alle hier.
      Wenn die Kasse zb. keinen NAW genehmigt aber einen RTW denn wird der Pat. mit oder ohne Na begleitung gefahren genauso ist es bei einer Verlegung mit RTW wo nur ein KTW genehmigt wird alles nur eine Kostenersparnis der Kassen was sich in falsch bedachten fällen negativ auf den patienten auswirkt.

      Ich selbst bin auch aus Hamburg nach Husum mit einer verlegung von der ITS an einem Freitag Nachmittag gefahren mit SoSi nachdem wir mit unsereem RTW die Autobahn erreicht hatten und dort stau war....klar anderer fall aber wir sind auch Gemütlich ohne Stress usw. gefahren.
      Ob es eine Schonfahrt für den pat. ist oder was weiß ich.........

      so mein kommentar dazu mal...;-)
    • Ähm ...
      Original von JSI
      Wenn die Kasse zb. keinen NAW genehmigt aber einen RTW denn wird der Pat. mit oder ohne Na begleitung gefahren genauso ist es bei einer Verlegung mit RTW wo nur ein KTW genehmigt wird alles nur eine Kostenersparnis der Kassen was sich in falsch bedachten fällen negativ auf den patienten auswirkt.

      jetzt mal langsam ... die Krankenkassen zahlen für Verlegungen während stationärer Aufenthalte keinen Cent. Die Kosten für den Transport haben immer die abgebenden Krankenhäuser zu übernehmen (zumindest war das zu meinen aktiven Zeiten so).

      Dazu kommt noch, dass Rücktransporte aus dem Ausland im Normalfalle von keiner Krankenkasse übernommen werden, da sind dann die Auslandskrankenversicherungen, die HiOrgs oder der ADAC gefordert. Und die entscheiden letztens auch, was für ein Transportmittel (KTW, Flieger, Hubschrauber) eingesetzt wird.

      Trotzallem ist natürlich schon der Sinn einer Verlegungsfahrt über hunderte Kilometer unter Nutzung von Sonderrechten zu hinterfragen, aber es kann dafür auch eine ganz einfache logische Begründung geben ... nur werden wir sie hier sicherlich nie erfahren.
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    • Original von t_vossTrotzallem ist natürlich schon der Sinn einer Verlegungsfahrt über hunderte Kilometer unter Nutzung von Sonderrechten zu hinterfragen, aber es kann dafür auch eine ganz einfache logische Begründung geben ... nur werden wir sie hier sicherlich nie erfahren.



      mal ehrlich:

      das geht uns doch gar nichts an wenn irgendwo in Deutschland etwas Alltägliches passiert:

      ein Fahrzeug fährt mit Blaulicht.

      Warum müssen wir wieder so vermessen sein und das beurteilen, ja sogar abwertend ? Schliesslich saßen Kollegen von uns im Fahrzeug. Sind denn immer alle anderen die Idoten und nur der erlesene Kreis der Menschen erster Klasse ist bei der Hirnverteilung anwesend gewesen ?

      Hier gibt es nichts zu hinterfragen.
      Es geht uns schlicht und einfach nichts an.

      Wenn die Besatzung so entschieden hat, dann macht sie das so.
      Basta.


      Was im Innern des Fahrzeugs vor sich ging kann niemand von uns wissen.

      Und nur wegen der äusseren Form des Fahrzeugs auf Sinn oder Unsinn zu schliessen ist genauso unsinnig.

      So, und jetzt werft schon Steine ... aber passt bloß auf .... Bildreporter lauern überall ....
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Es gibt genug Begründungen und Nicht-Begründungen. :zwinker:

      Hatten bei uns auch schon "Verlegungen", wo jemand dringenst in eine Uniklinik musste, da z. B. ein Transplantat nur zeitkritisch zur Verfügung stand und der Pat. von zu Hause schnell dort hin musste.

      Da wäre es fahrtechnisch sogar eher sinnig einen KTW zu nehmen, statt eines RTW. Der ist für schnelles Fahren besser geeignet (z. B. T5 KTW vs. Vario 816D).

      Um genau zu sein, hätte besser ein einzelner Kollege den Pat. mit ins Reserve-NEF nehmen und durchstarten können (und nein, ich meine damit nicht, dass man dann mit 200 über die Bahn rasen kann, sondern es ist einfach komfortabler und sicherer, wenn man mal Crash-Tests von Oberklasse-Pkw mit Transportern vergleicht.)
      Wer alles gibt wird alles kriegen - was ja eigentlich Blödsinn ist: Man könnte auch gleich alles behalten!
    • Original von Commander
      Hatten bei uns auch schon "Verlegungen", wo jemand dringenst in eine Uniklinik musste, da z. B. ein Transplantat nur zeitkritisch zur Verfügung stand und der Pat. von zu Hause schnell dort hin musste.

      Da wäre es fahrtechnisch sogar eher sinnig einen KTW zu nehmen, statt eines RTW. Der ist für schnelles Fahren besser geeignet (z. B. T5 KTW vs. Vario 816D).


      Nicht nur wegen dem Fahren - Auch binde ich so nicht ein höherwertiges Einsatzmittel für einen längeren Zeitraum.
    • Also um das Argument "Transplantation" mal zu nehmen...
      Über so eine weite Strecke ist der ITH indiziert!
      Der schafft eine solche Strecke weitaus schneller und Patientenschonender!
      Grüße aus dem Frankenland :winktz:

      Patrik *Kalli* Kalinowski 8|
      Administrator
      BOS-Fahrzeuge.info



      Warum denn immer gleich sachlich werden, wenn es auch persönlich geht?!
      - André Heller -
    • ganz ehrlich: der verkehr war über die gesamte Strecke so locker und flüssig, dass ich meinen Tempomat auch nur 1-2 mal nachjustieren musste.

      Zumindest nach Aufschrift des Fahrzeuges war es eine Rückholung aus dem Ausland. Dies ist auch das einzige Geschäftsgebiet der Firma lt. Homepage.

      Aber gut, wollen wir uns nicht streiten. Ich liegt mir auch fern, da jetzt irgendjemanden anzuka**en. Ich habe es nur beobachtet und fand es doch irgendwie erschreckend...
      Jeder VT in einer solchen Situation verliert den "Respekt" vor den blauen Leuchten im Rückspiegel, wenn sie mal mehrere Hundert Kilometer genervt haben.
    • Original von Patrik Kalinowski
      Also um das Argument "Transplantation" mal zu nehmen...
      Über so eine weite Strecke ist der ITH indiziert!
      Der schafft eine solche Strecke weitaus schneller und Patientenschonender!


      Zitat:
      " es war ziemliches Mistwetter..." !
      es gibt immer einen Idioten der einem die Tour versaut !
      genau Einen !

    • Original von Patrik Kalinowski
      Also um das Argument "Transplantation" mal zu nehmen...
      Über so eine weite Strecke ist der ITH indiziert!
      Der schafft eine solche Strecke weitaus schneller und Patientenschonender!


      Und wie Welt ist ein rosarotes Puppenhaus. Wenn wir alles immer machen würden was vielleicht indiziert ist oder schonender für den Patienten könnte sich das Gesundheitsystem in Deutschland keine vierzehn Tage mehr halten.

      Wir haben auch schon einen Patienten nach Marburg verlegt wo ein RTH deutlich sinniger wäre. Aber was soll man machen wenn dieser nicht bestellt wird und vor allem von der Kasse nicht bezahlt wird. Alle Kollegen den Einsatz ablehnen ? Zaubern kannst du auch keinen. Manchmal muß man eben die Gegebenheiten, die man nicht ändern kann, hinnehmen und daraus das beste für den Patienten machen.

      Und gerade bei einem schonenden Transport kann doch Blaulicht Sinn machen. Fahr ich als "normales" Fahrzeug mit dem KTW/RTW über die Autobahn tret ich doch auf 20 KM mindestens einmal unsanft in die Eisen weil irgendeiner meint sich 24 Zentimeter vor mir von rechts oder links reinzuquetschen (wenn möglich noch ohne Blinker). Mit Blaulicht erkennen sie wenigstens das da etwas anders ist.

      Auch das man das selbe Fahrzeuge wieder hinter sich hat ist doch eigentlich für den Kundigen leicht zu beantworten. Jeder kann sich doch sicher einen Grund konstruieren warum das so ist. Und sei es nur der Kollege braucht kurz eine dritte Hand für irgendetwas usw..

      Fahrspur wechsel ? Auf den deutschen Bundesautoflickenteppichen ändert sich doch minütlich der Fahrbahnbelag. Zwei Kilometer ist die rechte Spur Topfeben und gleicht dann schlagartig wieder einem Waschbrett. Liegt also doch nahe das man sich (vielleicht auch plötzlich) eine andere Fahrspur aussucht, da ist doch ein Blaulicht zu Warnung sinnig.

      Und ob sie dadurch den Respekt verlieren ?... Nach einem Tag ist das vergessen. Schlieslich haben 98% der Leute auch vergessen was sie in der Fahrschule gelernt haben zu Einsatzfahrzeugen.


      Es gibt übrigens kleine nette Schilder "Achtung - Schonfahrt" und ähnliches. Wenig Kosten und für (des Lesens mächtige) Verkehrsteilnehmer eine Erklärung warum das Fahrzeug trotz Blaulicht nicht an ihnen vorbei brettert.

      Erklärungen gibt es also genug wenn man denn möchte. Übrigens gibt es wenn ich mich richtig erinnere auch den ein oder anderen Ausschluß für Luftverlegungen. Also nicht immer ist die Rettung aus der Luft das nonplusultra.
      "Wir wissen zwar nicht wo es hingeht, wollen aber als erste dort sein"
      "Lassen sie mich mal vor, das geht hier nach Kompetenz"
    • Ich fahre desöfteren zur Aufbesserung des Monatsnettos Fernverlegungen, dies sowohl im NAW/ITW, als auch im -teils notarztbesetzten- KTW.

      Gründe für die Inanspruchnahme von Sonderrechten auf einer solchen Fahrt kann ich mir tausende vorstellen.

      Gründe dagegen für die Inanspruchnahme des Sondersignals nur wenig.
      Bei relativ flüssigem Verkehr bringt, auf 500 Kilometer gesehen, das Blaulicht einen vernachlässigbaren Zeitvorteil.
      Bei einer solchen Fahrt geht es meistens nicht um Sekunden. Ob man eine halbe Stunde her da ist, oder nicht, ist idR egal.

      Ein Fernstreckentransport stellt jedoch an sich ein Risiko da.
      Daher sollte, natürlich abhängig vom Patientenbefinden, die Transportzeit insgesamt nicht unnötig verlängert werden.
      Sollte man also in einen dicken Stau kommen, ist bei vielen Patienten, auch ohne akute VErschlechterung des Zustandes, eine Sosi- Fahrt gerechtfertigt.

      Über Stunden mit Sosi zu fahren sehe ich persönlich als Belastung.
      Andere Kollegen meiner Dienststelle sind da mehr oder weniger meiner oder anderer Ansicht.
      Einige schalten das Blaulicht bereits bei dichtem VErkehr ein, andere (darunter ich) erst bei wirklichem Stillstand.

      Dennoch kann ich mir im Einzelfall Indikationen für eine durchgehende Sondersignalfahrt vorstellen.

      Vielleicht ist der Fahrer aber mit dem Knie auch nur unbemerkt an den Knopf gekommen :)

      Aus meiner Erfahrung im Fernverlegungsdienst kann ich übrigens sagen, dass man sich nicht davon täuschen lassen darf, ob man nun einen ITW oder KTW sieht.
      Sehr weite Touren (so ab 800km) fahren wir eigentlich grundsätzlich, wenn irgendwie möglich, mit einem KTW und nicht mit dem klobigen ITW, da das Fahrgefühl für Patient und Personal deutlich angenehmer ist.
      Die KTW sind dann entsprechend bestückt und besetzt.

      mfG
      Kwazulu
    • Nun gebe ich auch mal meinen Senf dazu. :-))

      Da ich im B&O Dienst fahre passiert es das wir Bundesländer übergreifend tätig werden. Wenn der Verkehr läuft lasse ich die Lampen aus. Bei Stau oder zähfliessenden Verkehr werden die Lampen wieder angemacht. Ist für mich die stressfreiere Variante. Bei Fernfahrten kommt es auf 5 Minuten meist nicht an.

      :bluelight:

      Ich melde mich dabei nicht in jedem kleinen Kaff in den Funkkreis an, spätestens aber dann am jeweiligen Zielort.