Einsatzfahrzeug: Les Brenets - SIS - GW - Castor 2350

Les Brenets - SIS - GW - Castor 2350
Les Brenets - SIS - GW - Castor 2350
Blick auf Fahrer- und Beifahrerplatz.

Einsatzfahrzeug-ID: V176010 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Les Brenets - SIS - GW - Castor 2350 Kennzeichen NE 241
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Neuenburg
Wache SIS Montagnes neuchâteloises DPS Les Brenets Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Freiwillige Feuerwehr (FF)
Klassifizierung Gerätewagen Hersteller MOWAG
Modell B386 A8 Auf-/Ausbauhersteller Eigenausbau
Baujahr 1995 Erstzulassung 1995
Indienststellung 2004 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Véhicule transport matériel léger / Gerätewagen GW des Service d'Incendie et de Secous (SIS) Montagnes neuchâteloises, stationiert am Détachement de premiers secours (DPS) Les Brenets

Fahrgestell: MOWAG B386 A8
Ausbau: MOWAG/Eigen
Baujahr: 1995

Technische Daten:
Motor: V8-Ottomotor
Antrieb: Allradantrieb, 4x4
Getriebe: Automatikgetriebe
Länge/Breite/Höhe: 5.500/2.200/2.650 mm

Beladung/Ausstattung:

  • Seilwinde Warn
  • Stromerzeuger Dosata BTA3SB/4, 8 kVA, fest verbaut
  • Lichtmast Teklite
  • Leitungsroller
  • Tauchpumpe
  • Wassersauger
  • 2 Faltsignale
  • 5 C-Druckschläuche
  • Schaumfeuerlöscher
  • ABC-Pulverfeuerlöscher
  • CO²-Feuerlöscher
  • 4 Schwimmwesten

Laufbahn:

  • 1995 - 2000: SIS La Chaux-de-Fonds als Véhicule Secours Routier / Vorausrüstwagen VRW
  • 2000 - 2004: SIS Montagnes neuchâteloises als Véhicule Secours Routier / Vorausrüstwagen VRW („Castor 320“)
  • seit 2004: SIS Montagnes neuchâteloises DPS Les Brenets als Véhicule transport matériel léger / Gerätewagen GW („Castor 2350“)

Vom Straßenretter zum vielseitiger Logistiker

Als Véhicule transport matériel léger - wortwörtlich übersetzt ein Leichtes Materialtransportfahrzeug - setzt das Détachement de premiers secours (DPS) Les Brenets seit 2004 einen seltenen MOWAG B386 A8 ein. Von der Übersetzung der Bezeichnung her liegt es nahe den MOWAG nach deutschem Verständnis her als Gerätewagen-Logistik (GW-L) zu deklarieren. Genauso gut ließe sich der MOWAG aber auch als einfacher Gerätewagen (GW), Mehrzweckfahrzeug (MZF) oder sogar als Kleinalarmfahrzeug (KLAF) bezeichnen. Genau so vielfältig wie die möglichen deutschen Fahrzeugbezeichnungen ist auch das Einsatzprofil des Véhicule transport matériel léger beim DPS Les Brenets. Vorrangig kommt es als Zugfahrzeug für die drei in Les Brenets stationierten Anhänger (ein Schlauchverlege- und zwei Motorspritzenanhänger (MSA)) zum Einsatz. Zudem lassen sich mit ihm dank seiner Beladung auch kleinere Einsätze wie Wasserschäden oder Klein- und Entstehungsbrände autark abarbeiten. Und auch für die Abwicklung logistischer Aufgaben eignet sich der MOWAG durch seinen großen Laderaum, wenn auch eine Beladehilfe in Form von einfachen Rampen oder gar einer Ladebordwand fehlt.

Auch wenn für ein richtiges Logistikfahrzeug typische Ausstattungsmerkmale an dem MOWAG fehlen, fallen doch gleich mehrere Ausstattungsdetails ins Auge, die man so nicht unbedingt erwarten würde: Eine elektrische Vorbauseilwinde von Warn, ein Lichtmast von Teksam und etwas unscheinbar im Laderaum versteckt ein 8 kVA-Stromerzeuger von Dosata. Sie lassen erahnen das der bereits 1995 gebaute MOWAG B386 A8 nicht schon immer als mehr oder minder multifunktionales Logistikfahrzeug im Einsatz war, sondern ursprünglich in einer ganz anderen Funktion genutzt wurde. An zwei Stellen am Fahrzeug kann man die ursprüngliche Funktion sogar wortwörtlich ablesen, wenn auch mit etwas Mühe. Im richtigen Blickwinkel lässt sich so auf der Motorhaube der blasse Schatten einer längst entfernten Beklebung erkennen: „Véhicule Secours Routier“ - Straßenrettungsfahrzeug. Die dazu passende Abkürzung „VSR“ taucht auch auf einem Aufkleber mit Abmessungen und Gewichten auf der Innenseite der Windschutzscheibe auf. Auf dem gleichen Aufkleber findet sich mit „Castor 320“ auch ein alter Funkrufname und mit „Porte 20“ - Tor 20 - eine Referenz zum alten Standort. Funkrufname und Stellplatzbezeichnung passen zum Service d'Incendie et de Secous (SIS) Montagnes neuchâteloises in La Chaux-de-Fonds, der für das das DPS Les Brenets zuständigen Stützpunktfeuerwehr. Bei dieser stand der MOWAG B386 A8 bis 2004 als Straßenrettungsfahrzeug (SRF) oder eben französisch Véhicule Secours Routier (VSR) im Einsatz. In Dienst gestellt worden war das VSR sogar noch beim SIS La Chaux-de-Fonds, der im Jahr 2000 schließlich mit der Feuerwehr von Le Locle zum heutigen SIS Montagnes neuchâteloises fusionierte.

Das VSR für die Feuerwehr von La Chaux-de-Fonds baute MOWAG 1995 als Generalunternehmer auf und aus. Beim Fahrgestell handelt es sich um einen von MOWAG montierten Lizenzbau des Dodge Ram Wagon. Der B386 A8 ist die finale Generation der von MOWAG in Lizenz gebauten Dodge Ram Wagon. Sie wurde nur für wenige Jahre in den 1990ern angeboten, bevor MOWAG sich ab Ende des Jahrzehnts vollends auf seine Rüstungssparte konzentrierte. Auch der Innenausbau des VSR stammt von MOWAG, wobei hier teilweise auf Subunternehmer zurückgegriffen wurde.

Nach dem Wechsel vom SIS Montagnes neuchâteloises ans DPS Les Brenets wurde die ursprüngliche Beladung und ein Großteil des ursprünglichen Innenausbaus entfernt. Stattdessen wurden links und rechts im großen Laderaum zwei schlanke Metallregale an den Außenwänden montiert. Sie bieten zum einen genügend Platz für die überschaubare neue Beladung des MOWAG und lassen zugleich genügend Raum für eine variable Zusatzbeladung, bzw. für logistische Aufgaben frei.

Amischlitten made in Switzerland

In den frühen 1960er Jahren begann der Kreuzlinger Fahrzeughersteller MOWAG damit aus den USA von Dodge Kleintransporter aus der Ram Wagon-, bzw. Ram Van- und Geländewagen aus der Power Wagon-Baureihe zu importieren und unter eigenem Namen schweizweit zu vertreiben. Zeitweise war MOWAG sogar der exklusive Importeur von Dodge-Fahrgestellen in der Schweiz. Die Fahrgestelle von Dodge erreichten die Schweiz teilweise als Bausatz und wurden erst bei MOWAG montiert. Seine von Dodge bezogenen Liefer- und Geländewagen lieferte MOWAG ausschließlich an Behörden aus. Ein Verkauf an Privatkunden oder Unternehmen fand nicht statt, wobei MOWAG immerhin die Ersatzteilversorgung für anderweitig importierte Dodge-Fahrgestelle in der Schweiz sichergestellt wurde. Besonders bei Feuerwehren waren die Importfahrgestelle von MOWAG sehr beliebt, waren sie doch stets auf der Suche nach leistungsstarken Fahrgestellen - vornehmlich mit Allradantrieb - um für die Topographie und die schneereichen Winter der Schweiz gewappnet zu sein. Seltener lieferte MOWAG Fahrgestelle an Polizeibehörden oder Rettungsdienste. Viele der US-Fahrgestelle wurden nicht nur bei MOWAG montiert, sondern erhielten dort auch entsprechende Auf- und Ausbauten. Einen Teil der Aufbauten fertigte aber auch Brändle als Subunternehmer von MOWAG.

Das anfangs große und lange ungebrochene Interesse von Feuerwehren und Behörden an den vom MOWAG gefertigten und vertriebenen Dodge-Fahrgestellen ließ ab den 1980er Jahren zusehends nach. Vermutlich nicht zuletzt, weil immer mehr europäische Hersteller allradgetriebene Transporter und Geländewagen anbieten konnten. Nur hinsichtlich der Motorleistung konnten diese den Fahrgestellen von Dodge mit ihren großen V6- und V8-Motoren oftmals bei weitem nicht was Wasser reichen. Am Ende setzte aber nicht die schwindende Nachfrage dem Import von US-Fahrgestellen durch MOWAG ein Ende, sondern eine radikale Neustrukturierung des Konzerns. Im Jahr 2000 wandelte sich MOWAG zum reinen Rüstungskonzern und trennte sich von allen anderen Geschäftsfeldern, auch vom Import und der Montage von Dodge-Fahrgestellen. Schon zuvor hatte MOWAG in diesem Segment eine gewisse Konkurrenz bekommen, nachdem Mitbewerber wie die Firma Hauser selbst angefangen hatten aus den USA Fahrgestelle in die Schweiz zu importieren.

MOWAG B300 und B350 - Der Schweizer Ram Wagon

Den Import von Dodge-Lieferwagen hatte MOWAG Ende der 1960er Jahre mit der A-Serie aufgenommen. Bekannt sind jedoch nur zwei A100 die MOWAG 1970 an die Feuerwehr Kreuzlingen geliefert hatte. Zum wahren Kassenschlager sollten für MOWAG erst die Ram Wagons, bzw. Vans aus der Nachfolgebaureihe B-Series werden. Ab 1972 bot MOWAG als B300 L8 die ersten Ram Wagon von Dodge in der Schweiz an. Als Antriebsaggregate standen großvolumige V8 von Chrysler mit 175 bis 249 PS Leistung zur Wahl. Der B300 hatte immer ein Automatikgetriebe, anfangs jedoch nur Straßenantrieb. Erst mit dem Wechsel von der ersten zur zweiten Generation des Ram Wagons konnte MOWAG Ende der 1970er Jahre mit dem B300 A8 auch ein Modell mit Allradantrieb anbieten. Zugleich wurde das Portfolio um den um ganze 70 cm längeren „Maxi“ erweitert. Durch eine erneute Typenprüfung in der Schweiz änderte MOWAG die Verkaufsbezeichnung seines Ram Wagons 1989 von B300 in B350, wenn auch das Fahrgestell eigentlich das gleiche blieb. Auch den Wechsel zur dritten und letzten Generation des Ram Wagon ging MOWAG 1993 mit. Zunächst wurde der Modellname B350 beibehalten, dann aber kurzfristig in B386 geändert. Während Dodge diese Generation des Ram Wagon noch bis 2003 produzierte, stellte MOWAG ihren Import schon Ende der 1990er Jahre im Zuge der Neuausrichtung auf den Rüstungssektor ein.

Ausrüster k.A.
Sondersignalanlage
  • 3 Blitzkennleuchten Hänsch Comet, davon 1 am Heck
  • 2 Frontblitzer Hella BSX-micro
Besatzung 1/1 Leistung 130 kW / 177 PS / 174 hp
Hubraum (cm³) 5.895 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 3.860
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k.A.
Eingestellt am 07.12.2021 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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