Einsatzfahrzeug: Muri - StpFW - ULF - Alfa 2

Muri - StpFW - ULF - Alfa 2
Muri - StpFW - ULF - Alfa 2
Blick in den Mannschaftsraum

Einsatzfahrzeug-ID: V158300 Weiteres Foto hochladen

Funkrufname Muri - StpFW - ULF - Alfa 2 Kennzeichen AG 20294
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Aargau
Wache StpFw Muri+ Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Freiwillige Feuerwehr (FF)
Klassifizierung Industrielöschfahrzeug Hersteller Mercedes-Benz
Modell 2544 L Auf-/Ausbauhersteller Vogt
Baujahr 1996 Erstzulassung 1996
Indienststellung 1996 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Universallöschfahrzeug ULF der Stützpunktfeuerwehr Muri+

Fahrgestell: Mercedes-Benz 2544 L („Schwere Klasse SK '94“ / „Powerliner“)
Aufbau: Vogt
Baujahr: 1996

Technische Daten:
Antrieb: Straßenantrieb, 6x4
Getriebe: Automatikgetriebe
Lenkung: 1. und 3. Achse gelenkt

Feuerlöschkreiselpumpe:
Typ: FP 48/8
Hersteller: Ziegler
Förderleistung Normaldruck: 4.800 l/min bei 8 bar
Förderleistung Hochdruck: 400 l/min bei 40 bar
Schaumzumischung: Zumischer an jedem B-Druckabgang
Besonderheit: Schaummittelpumpe

Pulverlöschanlage:
Typ: ST 750
Hersteller: Primus AG
Fassungsvermögen: 750 kg
Brandklassen: BC
Besonderheit: Anlage seit 2016 stillgelegt

Löschmittel:
Wasser: 5.000 l
Schaummittel: 1.500 l in 2 Tanks à 750 l
BC-Löschpulver: 750 kg

Beladung/ Ausstattung:

  • Lichtmast
  • 2 Hochdruckschnellangriffe mit elektrischer Aufrollhilfe
  • Wasser- und Schaumwerfer auf dem Aufbaudach
  • Stromerzeuger Honda
  • Motorkettensäge Stihl
  • Werkzeugkoffer
  • 2 Warnzelte
  • 4 Faltleitkegel
  • 16 B-Druckschläuche
  • 10 C52-Druckschläuche
  • 18 C42-Druckschläuche
  • 2 C-Hochdruckschläuche
  • 2 C-Pulverschläuche 50 m
  • Hydrantenschlüssel
  • Verteiler A-2B
  • 2 Verteiler B-3C
  • 2 C-Mehrzweckstrahlrohre
  • 6 C-Hohlstrahlrohre
  • 2 Zumischer Z4
  • 2 Mittelschaumrohre M4
  • Wasser- und Schaumwerfer, tragbar
  • Löschlanze
  • 3 ABC-Pulverfeuerlöscher
  • Schaumfeuerlöscher
  • CO²-Feuerlöscher
  • 6 Pressluftatmer, davon 4 in der Kabine
  • 3 Langzeit-Pressluftatmer
  • Megaphon
  • Anstellleiter

Unter dem Eindruck des verheerenden Großbrandes nach einem Zugunglück in Stein AG Anfang Januar 1991 forcierte die Aargauische Gebäudeversicherung (AGV) in den folgenden Jahren die Anschaffung leistungsstarker Universallöschfahrzeuge für Feuerwehren, insbesondere die Stützpunktfeuerwehren, im Kanton Aargau. Allen in dieser Phase beschafften Universallöschfahrzeugen gemein waren große Tanks für Wasser und Schaummittel sowie die Ausstattung mit einer leistungsstarken Feuerlöschkreiselpumpe, einem fest montierten Wasser- und Schaumwerfer sowie eine Pulverlöschanlage zur Bekämpfung von Mineralölbränden. Die Mehrzahl der aargauischen Universallöschfahrzeuge wurde von Vogt auf dreiachsigen Fahrgestellen aus der Schweren Klasse von Mercedes-Benz aufgebaut. Zumindest eines der Fahrzeuge wurde offenbar auch auf einem kleineren Mercedes-Zweiachser aufgebaut. Ebenso beschaffte die AGV zumindest ein Universallöschfahrzeug von Magirus auf einem Iveco-Fahrgestell. Eingesetzt werden die Universallöschfahrzeuge zur Bekämpfung von Großbränden sowie bei der Bereitstellung des dreifachen Brandschutzes bei Gefahrguteinsätzen oder schweren Verkehrsunfällen mit Lastkraftwagen.

Vogt baute das Universallöschfahrzeug für die Stützpunktfeuerwehr Muri+ 1996 auf einem Mercedes-Benz 2544 L mit 6x4-Antrieb, Automatikgetriebe und gelenkter dritter Achse auf. Der 26 t schwere Dreiachser besitzt eine vergleichsweise kurze Doppelkabine mit sechs Sitzplätzen. Im Mannschaftsraum können hinter Fahrer und Beifahrer entgegen der Fahrtrichtung bis zu vier Personen Platz nehmen. An der Kabinenrückwand sind vier Pressluftatmer aufgehängt. Zwar können sie während der Fahrt nicht angelegt werden, aber das Durchführen einer Einsatzkurzprüfung ist an ihnen problemlos möglich.
Den Aufbau des Universallöschfahrzeuges gestaltete Vogt in dreiteiliger Modulbauweise. Das vorderste der drei Aufbaumodule besteht aus zwei Geräteräumen und beherbergt eine Pulverlöschanlage von Primus mit 750 kg BC-Löschpulver. Die beiden großzügigen Geräteräume des ersten Aufbauteils haben Rollladenverschlüsse und besitzen abklappbare Bordwände, die als Trittstufe zur Geräteentnahme genutzt werden können. In der Aufbaumitte ist die 750 kg-Pulverglocke von Primus montiert, das Bedienfeld sitzt im Geräteraum G1. Klassische Pulverschnellangriffe mit formstabilem Druckschlauch besitzt die Löschanlage nicht. Stattdessen hat sie in den Geräteräumen G1 und G2 zwei C-Abgänge sowie zwei Staufächer für in Buchten gelegte Pulverschläuche mit entsprechenden Pistolen zur Pulverabgabe. Das spart nicht nur Gewicht, sondern nimmt in den Geräteräumen weniger Platz in Anspruch, der für die Fahrzeugbeladung genutzt werden kann. Seit etwa 2016 ist die ohnehin nur extrem selten genutzte Pulverlöschanlage des Universallöschfahrzeuges außer Betrieb. Ausgebaut wurde sie hingegen aber nicht.
Das mittlere Aufbauteil sitzt genau über den beiden Hinterachsen und ist ein reines Tankmodul. In ihm befinden sich sowohl der 5.000 l großer Löschwassertank, als auch die beiden jeweils 750 l fassenden Schaummitteltanks. Alle drei Tanks sind mit der im hinteren Geräteraummodul eingebauten Feuerlöschkreiselpumpe verbunden. Herzstück dieses Aufbauteils ist die von Ziegler zugelieferte Feuerlöschkreiselpumpe hinter der Klappe des Heckgeräteraums. Bei ihr handelt es sich um eine FP 48/8 mit einer Leistung von 4.800 l/min bei 8 bar sowie einem zusätzlichen Hochdruckteil mit einer Leistung von 400 l/min bei 40 bar. Teil der Pumpenanlage ist auch eine Schaummittelpumpe zum Befüllen der beiden Schaummitteltanks sowie individuell einstellbare Zumischer an jedem der vier B-Druckabgänge. Fest mit der Feuerlöschkreiselpumpe verbunden ist zum einen der auf dem Aufbaudach montierte Wasser- und Schaumwerfer sowie auch die beiden Hochdruckschnellangriffe in den Geräteräumen G3 und G4. Die beiden Schnellangriffshaspeln sitzen auf schwenkbaren Rahmen und haben als zusätzliche Arbeitserleichterung elektrische Aufrollhilfen. Typisch für die Schweiz ist die Gestaltung des Pumpenraums mit einem großen Tableau, auf dem sich schematisch der Aufbau der kompletten Pumpenanlage sowie der Verrohrung erkennen lässt. In das Tableau eingebettet sind die verschiedenen Schalter zum Bedienen der Pumpe. Vom Bedienstand aus lässt sich der Fahrzeugmotor ein- und ausschalten, die Drehzahl regulieren und alle Ventile des Pumpensystems öffnen und schließen. Die Pumpe kann entweder manuell gesteuert werden oder auch mit einer Automatik betrieben werden. Dazu lässt sich am Bedienstand über einen Drehschalter ein gewünschter Ausgangsdruck vorwählen, welchen die Pumpe anschließend selbstständig hält. Die Geräteräume G3 und G4 werden auch wie die beiden vorderen Geräteräume durch Rollläden und Bordwände verschlossen. Zur besseren Raumausnutzung sind in den Geräteräumen G3 und G4 Auszüge zum Transport einer großen Zahl von Druckschläuchen eingebaut. Daneben sind in diesen beiden Geräteräumen auch die meisten wasserführenden Armaturen verstaut. Im Gegensatz dazu sind in den vorderen Geräteräumen zusätzliche Pressluftatmer und Langzeit-Pressluftatmer, ein tragbarer Wasserwerfer, etwas Werkzeug und eine Kettensäge verladen. Auch ein kleiner Stromerzeuger ist im Geräteraum G2 verstaut, welcher für den Betrieb des am Heck montierten Lichtmastes von Teklite gebraucht wird.

Das Zugunglück von Stein AG:

Ein Güterzug mit 14 benzingefüllten Kesselwagen verunglückte am 4. Januar 1991 gegen 00:12 Uhr bei der Durchfahrt durch den Bahnhof Stein-Säckigen im Kanton Aargau. Jeder der Kesselwagen war mit insgesamt 85.000 l Superbenzin befüllt. Nach einem Radbruch entgleisten im Bereich des Bahnhofes acht der Kesselwagen, während die Lokomotive mit den restlichen sechs Kesselwagen ihre Fahrt zunächst fortsetzte. Drei der entgleisten Kesselwagen schlugen Leck und fingen Feuer. Mehrere Explosionen erschütterten kurz darauf den Ort. Dem immensen Feuer stellten sich insgesamt 750 Feuerwehrleute aus 27 verschiedenen Wehren aus der Schweiz und dem nahen Deutschland entgegen. Neben mehr als einhundert Feuerwehrfahrzeugen liefen auf dem Rhein auch zwei Löschboote die Einsatzstelle an. Die Schweizerische Bundesbahn (SBB) entsandte zwei ihrer Löschzüge nach Stein, um die Löscharbeiten zu unterstützen. Die Feuerwehr konzentrierte sich bei ihrem Einsatz vor allem darauf die entgleisten, aber noch intakten Kesselwagen zu kühlen und eine weitere Ausbreitung des Feuers zu verhindern. Das aus den zerstörten Kesselwagen auslaufende Benzin ließ man weitgehend kontrolliert abbrennen, um ein Eindringen größerer Kraftstoffmengen in die Kanalisation zu vermeiden. Wegen des Großbrandes mussten 200 Einwohner von Stein aus Sicherheitsgründen ihre Häuser und Wohnungen verlassen. Erst nachdem sich in den Morgenstunden die Lage entspannt hatte konnten sie wieder zurückkehren. Die eigentliche Brandbekämpfung konnte nach rund 14 Stunden erfolgreich beendet werden. Die anschließenden Bergungsarbeiten zogen sich aber lange hin. Unter anderem musste der Kraftstoff aus den vom Feuer verschonten Kesselwagen abgepumpt und die Waggons anschließend geborgen werden. Die Eisenbahnstrecke selbst und die Nahe Autobahn N3 mussten mehrere Tage komplett gesperrt werden. Wie durch ein Wunder wurden durch das Zugunglück selbst und auch durch den anschließenden Großbrand niemand verletzt oder gar getötet.

Ausrüster Rauwers GmbH
Sondersignalanlage
  • 3 Drehspiegelkennleuchten Hella KL700, davon 1 am Heck
  • 2 Frontblitzer Federal Signal CD-200
Besatzung 1/5 Leistung 320 kW / 435 PS / 429 hp
Hubraum (cm³) 14.618 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 26.000
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Eingestellt am 22.11.2019 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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