Einsatzfahrzeug: Biel/ Bienne - BF - K-PLF 2000 - Bienna 15

Biel/ Bienne - BF - K-PLF 2000 - Bienna 15
Biel/ Bienne - BF - K-PLF 2000 - Bienna 15
Blick auf den Beifahrerplatz mit Fahrschulpedalerie.

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Funkrufname Biel/ Bienne - BF - K-PLF 2000 - Bienna 15 Kennzeichen BE 882
Standort Europa (Europe)Schweiz (Switzerland)Bern
Wache BF Biel/ Bienne Zuständige Leitstelle k.A.
Obergruppe Feuerwehr Organisation Berufsfeuerwehr (BF)
Klassifizierung Kranfahrzeug Hersteller Mercedes-Benz
Modell 1838 A Auf-/Ausbauhersteller Brändle
Baujahr 1996 Erstzulassung 1996
Indienststellung 2012 Außerdienststellung k.A.
Beschreibung

Kran- und Pulverlöschfahrzeug K-PLF 2000 der Berufsfeuerwehr Biel/ Sapeurs Pompiers Bienne

Fahrgestell: Mercedes-Benz 1838 A („Schwere Klasse SK 94“)
Aufbau: Brändle / Andres Fahrzeugbau (Umbau)
Baujahr: 1996 / 2011 (Umbau)

Technische Daten:
Antrieb: 6x4
Lenkung: 1. und 3. Achse, zwangsgelenkte Nachlaufachse Paul Nutzfahrzeuge GmbH
Getriebe: 4-Gang-Automatikgetriebe ZF
Lenkung: 1. Achse und 3. Achse als Nachlauflenkachse

Pulverlöschanlage:
Typ: PLA 2000
Hersteller: Total
Baujahr: 1995
Pulver: 2.000 kg BCE-Pulver

Ladekran:
Typ: 2430 K4
Hersteller: HMF
Abstützung: 2-fache Waagerecht-Senkrecht-Abstützung, Abstützbreite: bis 6.500 mm
Schwenkbereich: 400°
Maximale Hublast: 4.850 kg bei 4,5 m Ausladung
Hublast bei maximaler Ausladung: 1.570 kg bei 12,4 m
Kranwinde: Dinamic P15/E
Zugkraft Winde 1. Lage: 2.500 kg
Zugkraft Winde 4. Lage: 1.950 kg
Steuerung:
Bedienstand links am Kran, Funkfernbedienung mit 10 m Notkabel

Beladung/ Ausstattung:

  • Anhängerkupplung 30 t für Bergungszwecke am Heck
  • Fahrschulpedalerie
  • Stromerzeuger Dynawatt, fest verbaut
  • Lichtmast
  • Pulverwerfer Alco HH367/P auf dem Aufbaudach, Ausstoßrate: 20 - 30 kg/s, Wurfweite: 50 m
  • 2 Pulverschnellangriffe mit formastabilem Druckschlauch 50 m und Pistolenstrahlrohr
  • Stromerzeuger
  • 2 Leitungsroller 33 m
  • Beleuchtungsgruppe
  • Motorkettensäge
  • Motortrennschleifer
  • Werkzeugkasten
  • Anschlagmittel
  • Krangehänge
  • Kleinviehhebenetz bis 400 kg
  • Großviehhebenetz bis 900 kg
  • Scheuklappen für Pferde
  • Außenlastsack für Hubschrauber
  • 2 Faltsignale
  • 4 Verkehrswarnleuchten
  • 6 Leitkegel 500 mm
  • 2 ABC-Pulverfeuerlöscher
  • 2 Pressluftatmer in der Kabine
  • 2 Leichte Chemieschutzanzüge (Overall)
  • 4 Leichte Chemieschutzanzüge (2-Teiler)
  • 2 Überlebensanzüge
  • 4 Paar Gummistiefel
  • 2 Knickkopflampen
  • Spineboard
  • Schwerlast-Schleifkorbtrage

Laufbahn:

  • 1996 - 2008: Schweizer Armee, Armeelöschzug Biel als PLF 2000
  • seit 2008: BF Biel
  • 2008 - 2011: Planung und schrittweiser Umbau zum K-PLF 2000 durch Andres Fahrzeugbau
  • seit 2012: BF Biel als K-PLF 2000

Mit "Bienna 15" hat die Berufsfeuerwehr Biel seit 2012 ein durch und durch kurioses, bemerkenswertes und mit ziemlicher Sicherheit auch einzigartiges Einsatzfahrzeug in ihrem Fuhrpark. Das Fahrzeug kombiniert auf ganz besondere Art und Weise Brandbekämpfung und technische Hilfeleistung miteinander: Es ist zugleich Trockenlösch-, Kran- und auch Rüstfahrzeug. Es vereint mit dem Sonderlöschmittel Pulver und seinem leistungsfähigen Kran zwei ausgewiesene Spezialitäten der Feuerwehr in nur einem Fahrzeug. In Biel selbst wird "Bienna 15" schlicht nur als Kran oder Kranfahrzeug bezeichnet, am ehesten wird dem Spezialfahrzeug aber wohl die Bezeichnung Kran- und Pulverlöschfahrzeug K-PLF 2000 gerecht. Genutzt wird das Spezialfahrzeug als Zubringer großer Mengen von Löschpulver auch über die Grenzen von Biel hinaus sowie mit seinem Kran auch als Rettungs- und Bergungsfahrzeug. Eine besondere Stellung nehmen hier auch Tierrettungseinsätze, beispielsweise von Schafen, Kühen oder Pferden, ein.
Die Basis für das Kran- und Pulverlöschfahrzeug 2000 bildet das 1996 von Brändle auf einem zweiachsigen Mercedes-Benz 1838 A aufgebaute Pulverlöschfahrzeug 2000 des bis 2008 bei der Berufsfeuerwehr Biel stationierten Armeelöschzuges. Mit der Auflösung des Armeelöschzuges übernahm die Berufsfeuerwehr in Biel verschiedene seiner Fahrzeuge, wie beispielsweise das Ölwehr- und auch das Pulverlöschfahrzeug. Die Fahrzeuge wurden teilweise umgerüstet und umgebaut um neuen Aufgaben gerecht zu werden. Den wohl umfassendsten Umbau erfuhr das nur selten genutzte Pulverlöschfahrzeug 2000 zum Kran- und Pulverlöschfahrzeug 2000. Durch den Umbau wurde das Einsatzspektrum des Fahrzeuges deutlich erweitert und zwei Sonderaufgaben in nur einem Fahrzeug vereint. Die Planungen für den Umbau des Pulverlöschfahrzeuges liefen schon mit seiner Übernahme im Jahr 2008 an. Im Rahmen einer nationalen Ausschreibung konnte sich die Andres Fahrzeugbau AG aus Lyss den Auftrag für die Umrüstung des Trockenlöschfahrzeuges sichern. Von der Andres Fahrzeugbau AG wurde der Brändle-Aufbau des Fahrzeuges um ein Geräteraumpaar gekürzt und eine zwangsgelenkte Nachlaufachse als dritte Achse angebracht. Auf dieser wiederum wurde ein Ladekran mit Winde von HMF montiert. Die Fahrzeugbeladung wurde auf den Kran hin angepasst und umfasst vor allem Ausrüstung für den Kraneinsatz und die technische Hilfeleistung. Zum Jahresende 2011 konnte der Umbau von der Andres Fahrzeugbau AG abgeschlossen und im Jahr darauf das Kran- und Pulverlöschfahrzeug von der Berufsfeuerwehr Biel wieder in Dienst gestellt werden.

Die Betriebsstoffkompanien der Schweizer Armee bekamen ab etwa Ende der 1950er Jahre die Armeelöschzüge zum Schutz ihrer Tanklager und anderer im Kriegsfall schützenswerter Einrichtungen sowie zur Bekämpfung von Flüssigkeitsbränden im öffentlichen Verkehrsraum zur Seite gestellt. Die zeitweise auch als Bundeslöschzüge bezeichneten Feuerwehreinheiten wurden an 14 Orten in der ganzen Schweiz verteilt stationiert. Die Züge wurden bei Berufs- oder Stützpunktfeuerwehren angesiedelt, welche auf die Fahrzeuge in Friedenszeiten auch zur Bewältigung des normalen Einsatzgeschehens zurückgreifen konnten. Personalisiert wurden die Armeelöschzüge in der Regel durch militärdienstpflichtige Feuerwehrangehörige. Die kommunalen Feuerwehren hatten für die Unterbringung, Unterhaltung sowie Besetzung der Fahrzeuge zu sorgen. Im Mobilmachungsfall sollten die Armeelöschzüge bei den Betriebsstoffkompanien Dienst versehen und vor allem deren Tanklager schützen. Anfangs bestanden die Armeelöschzüge nur aus einem Tanklöschfahrzeug und einem Materialwagen, bzw. Zubringerfahrzeug. Zuletzt bestand ein Armeelöschzug aus vier Fahrzeugen: Tanklösch-, Pulverlösch-, Zubringerlösch- sowie einem Ölwehrfahrzeug. Ab etwa 2005 wurden die 14 Armeelöschzüge nach und nach aufgelöst. Viele der alten Fahrzeuge der Armeelöschzüge wurden von kommunalen Feuerwehren erworben und weitergenutzt.

Die 14 Armeelöschzüge der Schweiz waren 1999 an diesen Orten stationiert:

  • Altdorf
  • Bern
  • Biel
  • Buchs
  • Frauenfeld
  • BVA Grünenmatt
  • Lugano
  • St. Gallen
  • Schönenwerd
  • Schwyz
  • Sion und BtF Lonza Visp
  • Spiez und Meiringen
  • Vernier
  • Zürich

Für die Armeelöschzüge der Schweizer Armee wurden ab 1970 in zwei Generationen Pulverlöschfahrzeuge als Unterstützungsfahrzeuge für die Tanklöschfahrzeuge in der Brandbekämpfung beschafft. Mit ihnen sollte der Erstangriff geleistet werden, um einen effektiveren Schwerschaumangriff von den Tanklöschfahrzeugen aus zu ermöglichen. Das erste Exemplar wurde von Metz auf einem Magirus Deutz 170 D 10 A aufgebaut und war mit einer 2.000 kg fassenden Pulverlöschanlage von Minimax ausgestattet. Auf das erste Metz-Trockenlöschfahrzeug folgte 1874 eine ganze Serie von Pulverlöschfahrzeugen mit Aufbauten von den Carosseriewerken Langenthal auf Magirus Deutz 170 D 11 A. Die zweite Generation von Pulverlöschfahrzeugen wurde 1995 mit der Beschaffung eines Prototyps von Brändle auf einem Mercedes-Benz 1735 A für die Berufsfeuerwehr Bern eingeleitet. Bis 1999 wurden alle Armeelöschzüge mit neuen Pulverlöschfahrzeugen mit Aufbauten von Brändle ausgestattet. Als Fahrgestell fanden drei verschiedene Modelle der Schweren Klasse SK 95 von Mercedes-Benz Verwendung. Zum einen wurden Fahrgestelle der Typen 1838 A und 2038 A verwendet, zum anderen auch einige gebrauchte 1735 A. Diese Chassis waren die Reste einer durch die Armeelöschzüge nicht abgenommenen Serie von Tanklöschfahrzeugen des Aufbauherstellers Hauser. Nachdem sich die Tanklöschfahrzeuge nicht bewährt hatten wurden die Aufbauten demontiert und an Hauser zurückgegeben, während die Fahrgestelle von der Schweizer Armee behalten wurden. Während bei der ersten Generation von Pulverlöschfahrzeugen die Löschanlage noch von Minimax stammte, lieferte sie für die zweite Generation nun Total. Gleich blieb hingegen das Fassungsvermögen von 2.000 kg und die Ausstattung mit zwei Schnellangriffen und einem Werfer auf dem Dach.

Ausrüster Standby GmbH
Sondersignalanlage
  • 2 Blitzkennleuchten FG Hänsch Typ 05
  • 2 Frontblitzer Standby BL07 (NBB Delta)
  • 1 Doppelblitzkennleuchte FG Hänsch Comet-B am Heck
Besatzung 1/7 Leistung 260 kW / 354 PS / 349 hp
Hubraum (cm³) 14.618 Zulässiges Gesamtgewicht (kg) 14.000
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k.A.
Eingestellt am 14.06.2017 Hinzugefügt von Christopher Benkert
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